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HardwareVon Stefan Haun7 min Lesezeit

PC startet immer wieder neu: erst den Fehler sichtbar machen, dann Netzteil, Temperatur, RAM und Update

Illustration: ein PC-Gehäuse auf einem Schreibtisch, um das ein leuchtender Pfeil in einer endlosen Schleife kreist

Startet der PC immer wieder neu, schalte zuerst den automatischen Neustart von Windows ab. Dann bleibt beim nächsten Absturz der Bluescreen mit Fehlercode stehen, statt sofort zu verschwinden. Danach entscheidet der Zeitpunkt, wo du suchst. Neustarts mitten im Spiel ohne jeden Bluescreen deuten auf Stromversorgung oder Überhitzung. Neustarts schon beim Hochfahren deuten auf Arbeitsspeicher, Speicherprofil oder BIOS-Einstellungen. Beginnt es direkt nach einem Windows-Update, ist das Update der erste Verdächtige. Microsoft beschreibt die Fälle in seiner Dokumentation zur Ereignis-ID 41, und diese Anleitung folgt ihr.

Wann der PC neu startetwahrscheinliche Stelleerster Schritt
unter Last (Spiel, Rendern), ohne BluescreenNetzteil, ÜberhitzungEreignis 41 lesen, Temperaturen prüfen
mit Bluescreen und StoppcodeTreiber, Speicher, SoftwareStoppcode notieren
schon beim Hochfahren oder im BIOSRAM, XMP/EXPO, Übertaktung, BIOSProfil aus, BIOS zurücksetzen
seit einem Windows-UpdateUpdate oder TreiberUpdate deinstallieren
nachts oder im Leerlauf, sauberWindows Update startet geplant neuEreignis 1074 suchen

Automatischen Neustart abschalten, damit du den Fehler siehst

Ab Werk startet Windows nach einem Absturz sofort neu. Das ist bequem, versteckt aber den Stoppcode, der die Ursache benennt. Microsoft empfiehlt deshalb, das Verhalten zu ändern, wenn ein Stoppcode erscheint, aber nirgends festgehalten wird (Microsoft Learn):

  1. Win + R drücken, sysdm.cpl eingeben, Enter.
  2. Reiter Erweitert, im Bereich Starten und Wiederherstellen auf Einstellungen.
  3. Den Haken bei Automatisch Neustart durchführen entfernen, mit OK bestätigen.

Beim nächsten Absturz bleibt der Bluescreen stehen. Notiere den Stoppcode (etwa MEMORY_MANAGEMENT) und, falls angezeigt, die Datei dahinter. Kommt kein Bluescreen, sondern der Bildschirm wird schwarz und der PC startet trotzdem neu, ist das selbst schon ein Befund: Dann kam Windows gar nicht mehr dazu, einen Fehler zu melden. Das spricht für die Hardware, meist die Stromversorgung.

Ereignisanzeige: Kernel-Power 41 lesen

Nach jedem unsauberen Neustart schreibt Windows beim nächsten Start das Ereignis 41 der Quelle Kernel-Power ins Systemprotokoll: „Das System wurde neu gestartet, ohne zuerst sauber herunterzufahren." Du findest es mit Win + X → Ereignisanzeige → Windows-Protokolle → System, rechts Aktuelles Protokoll filtern und die ID 41 eingeben. Im Reiter Details stehen die Werte, auf die es ankommt. Microsoft unterscheidet drei Fälle:

Was im Ereignis stehtwas es laut Microsoft heißt
BugcheckCode ist nicht 0Ein Stoppfehler hat den Neustart ausgelöst. Der Wert ist dezimal: 159 ist 0x9F. Mit dem Hexwert im Verzeichnis der Fehlerprüfungscodes nachsehen.
PowerButtonTimestamp ist nicht 0Der Netzschalter wurde gedrückt gehalten. Das warst du, weil der PC hing.
alle Werte 0, oder gar kein Ereignis 41Windows konnte keinen Fehler mehr schreiben. Microsoft nennt dafür eine überlastete oder fehlerhafte Stromversorgung, Stromausfall und, bei hängendem PC, Hardwareprobleme.

Den Dezimalwert rechnet der Windows-Rechner in der Ansicht Programmierer um. Zwei weitere Ereignisse helfen beim Einordnen: 1074 steht im Protokoll, wenn ein Programm oder du selbst den Neustart ausgelöst hat, auch Windows Update. 6008 markiert ein unerwartetes Herunterfahren. Findest du vor jedem „mysteriösen" nächtlichen Neustart ein 1074 von Windows Update, ist nichts kaputt. Dann hilft es, unter Einstellungen → Windows Update → Erweiterte Optionen die Nutzungszeit passend einzustellen.

Neustart unter Last: Netzteil und Temperatur

Der klassische Fall: Der Desktop läuft stundenlang, aber im Spiel geht der PC nach einigen Minuten schlagartig aus und startet neu, ohne Bluescreen. Microsoft nennt für Neustarts ohne Fehlercode an erster Stelle die Stromversorgung: Sie muss genug Leistung für alle Geräte liefern, und nach einer neuen Grafikkarte, einem stärkeren Prozessor oder zusätzlichen Laufwerken kann ein bisher ausreichendes Netzteil überlastet sein.

  • Netzteil: Was ein Netzteil-Test im Einzelnen beweist und was nicht, steht in Netzteil testen. Ein älteres Gerät kann altersbedingt nachlassen; woran man das merkt, steht in Wie lange hält ein Netzteil? Ob die Leistung zur Hardware passt, rechnet Wie viel Reserve braucht ein Netzteil? nach. Moderne Grafikkarten ziehen kurze Lastspitzen weit über ihre Nennleistung, und ein knapp bemessenes Netzteil schaltet dann zum Schutz ab.
  • Temperatur: Prozessoren schützen sich bei Überhitzung selbst. Intel beschreibt in seinen Datenblättern ein Signal namens THERMTRIP, das den Chip bei einem Kühlungsausfall abschaltet, bevor das Silizium Schaden nimmt. Für den Nutzer sieht das genauso aus wie ein Netzteilfehler: schwarz, aus, Neustart. Deshalb Temperaturen im Spiel mitschreiben. Wie das bei der Grafikkarte geht, steht in GPU-Temperatur anzeigen. Steigt ein Wert kurz vor dem Neustart steil an, sind Staub, ein stehender Lüfter oder eine schlecht sitzende Kühlung wahrscheinlicher als das Netzteil.
  • Übertaktung zurücknehmen: Microsoft rät, jedes Overclocking abzuschalten und zu prüfen, ob der Fehler mit Standardtakt auch auftritt. Das gilt auch für werkseitig übertaktete Profile in Grafikkarten-Tools und für das Speicherprofil im BIOS.

Eine einfache Gegenprobe ohne Messgerät: die Bildrate im Spiel begrenzen, etwa auf 60 fps, oder die Leistungsgrenze der Grafikkarte im Treiber-Tool senken. Verschwinden die Neustarts damit, war die Last das Problem, also Netzteil oder Kühlung, nicht Windows.

Neustart beim Hochfahren: RAM, XMP und BIOS zurücksetzen

Startet der PC schon neu, bevor Windows überhaupt lädt, oder hängt er in einer Schleife aus Herstellerlogo und Neustart, liegt die Ursache fast immer vor Windows. Drei Stellen, in dieser Reihenfolge:

  1. Speicherprofil abschalten. XMP oder EXPO übertakten den Arbeitsspeicher; nicht jede Kombination aus Kit, Board und Prozessor läuft damit stabil. Profil im BIOS aus, testen. Bei DDR5 nach jeder Änderung den ersten Start abwarten, weil das Mainboard den Speicher neu trainiert. Die Details stehen in XMP und EXPO aktivieren.
  2. BIOS zurücksetzen. Kommst du nicht mehr ins BIOS, hilft das Löschen des CMOS. ASUS beschreibt drei Wege: eine Clear-CMOS-Taste am Board, die beiden CLRTC-Kontakte bei gezogenem Netzstecker 5 bis 10 Sekunden überbrücken, oder die Knopfzelle herausnehmen. Welcher Weg bei deinem Board geht, steht im Handbuch.
  3. Speicher prüfen. Läuft Windows zwischen den Neustarts lange genug, startet mdsched.exe die Windows-Speicherdiagnose. Bei mehreren Riegeln mit einem einzelnen Riegel starten und durchtauschen; wie die Steckplätze belegt werden, steht in RAM richtig einsetzen.

Hilft das alles nicht und der Fehler kam mit einem neuen Prozessor, kennt das BIOS den Chip womöglich noch nicht. Dann ist ein BIOS-Update der nächste Schritt, wie in BIOS-Update Schritt für Schritt beschrieben. Nach einem Update sind die eigenen Einstellungen wie das Speicherprofil wieder auf Standard.

Nach einem Windows-Update: deinstallieren oder zurücksetzen

Begann die Schleife mit einem Update, nimm es zurück. Microsoft beschreibt zwei Wege:

  • Windows startet noch: Einstellungen → Windows Update → Updateverlauf → Updates deinstallieren, das jüngste Update wählen.
  • Windows startet nicht mehr: Nach zwei, drei abgebrochenen Starts öffnet Windows die Wiederherstellungsumgebung von selbst. Dort Problembehandlung → Erweiterte Optionen → Updates deinstallieren, dann das neueste Qualitäts- oder Funktionsupdate entfernen.

Im selben Menü stehen die Systemwiederherstellung, die Systemdateien und Einstellungen auf einen früheren Stand setzt, ohne persönliche Dateien anzufassen, und der abgesicherte Modus. Startet der PC im abgesicherten Modus stabil, ist ein Treiber verdächtig; bei Abstürzen im Spiel oft der Grafiktreiber. Wie der sauber neu kommt, steht in Grafiktreiber neu installieren.

Wenn nichts davon hilft

Microsofts letzter Rat ist der systematischste: alles Neue entfernen und das System auf die Grundkonfiguration bringen. Also zusätzliche Laufwerke, Zusatzkarten und USB-Geräte abziehen, nur ein RAM-Riegel, Standardwerte im BIOS. Läuft der PC so stabil, baust du Teil für Teil zurück, bis der Fehler wiederkommt. Das letzte Teil ist dann der Kandidat. Bleibt der PC nach einem Neustart ganz schwarz und geht gar nicht mehr an, ist es ein anderer Fehler; die Reihenfolge steht in PC geht nicht an: Netzteil oder Mainboard?

Woher die Angaben kommen

Die Deutung von Ereignis 41, 1074 und 6008, der Schalter für den automatischen Neustart und die Schritte zur Fehlersuche stammen aus Microsofts Dokumentation (Microsoft Learn und Microsoft Support), das Zurücksetzen des CMOS von ASUS, der Überhitzungsschutz aus Intels Datenblatt. Alles abgerufen am 05.10.2026 und an der jeweiligen Stelle verlinkt. Eigene Messungen stecken nicht darin; mehr dazu in Wie wir testen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Warum startet mein PC einfach neu, ohne Bluescreen?

Dann konnte Windows keinen Fehler mehr anzeigen oder schreiben. Microsoft nennt dafür vor allem eine überlastete oder defekte Stromversorgung; auch der Überhitzungsschutz des Prozessors schaltet ohne Meldung ab. Im Ereignis Kernel-Power 41 stehen in diesem Fall nur Nullen.

Was bedeutet Kernel-Power 41?

Dass Windows beim letzten Mal nicht sauber heruntergefahren ist. Es ist kein Fehler für sich, sondern ein Hinweis. Entscheidend sind die Werte im Ereignis: ein BugcheckCode ungleich 0 heißt Stoppfehler, alle Werte 0 sprechen für Strom oder Hardware.

Mein PC startet nachts von alleine neu. Ist er kaputt?

Meist nicht. Steht vor dem Neustart ein Ereignis 1074 von Windows Update im Systemprotokoll, war es ein geplanter Neustart für ein Update. Die Nutzungszeit in den Windows-Update-Einstellungen legt fest, wann Windows nicht neu startet.

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