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HardwareAktualisiert am 4 min Lesezeit

BIOS-Update: Schritt für Schritt, ohne den Rechner zu zerlegen

Titelkarte: Sieben Schritte, davon acht Minuten Warten. Große Kennzahl FAT32 — sonst findet das Flash-Werkzeug die Datei nicht

Ein BIOS-Update machst du auf einem AMD-Mainboard genauso wie auf einem Intel-Mainboard: aktuelle Version nachsehen, die exakte Datei für dein Board laden, auf einen FAT32-Stick legen, im BIOS das eingebaute Update-Tool starten, warten, Standardwerte laden, XMP wieder einschalten. Zehn Minuten, davon acht Warten.

Bei einem Fertig-PC oder Laptop geht es auch ohne Stick, und dann ist der Weg ein anderer als der hier beschriebene: BIOS-Update ohne USB-Stick.

Bevor du anfängst, die andere Frage: Was bringt ein BIOS-Update? — meistens nichts. Wer kein konkretes Problem hat, gewinnt hier nichts und riskiert etwas.

Schritt 1: nachsehen, welche Version läuft

Windows-Taste + R, msinfo32 eingeben, Enter. Unter „BIOS-Version/-Datum" stehen Hersteller, Version und Datum. Notier dir beides — nach dem Update ist das die einzige Stelle, an der du siehst, ob es geklappt hat.

Im selben Fenster steht unter „Baseboard-Produkt" das Mainboard-Modell. Genau dieses brauchst du im nächsten Schritt, und zwar buchstabengenau.

Schritt 2: die richtige Datei — hier passiert der teure Fehler

Lade ausschließlich von der Supportseite des Mainboard-Herstellers (bei ASUS etwa heißt die Rubrik „Motherboard"), und ausschließlich für die exakte Modellbezeichnung. Ein B550M und ein B550M-A sind verschiedene Platinen. Eine Revision 1.0 und 2.0 auch. Die falsche Datei ist der einzige Weg, ein Mainboard bei diesem Vorgang wirklich unbrauchbar zu machen — das Flash-Werkzeug prüft das nicht immer.

Lies die Versionshinweise. Steht dort etwas, das dein Problem betrifft, mach weiter. Steht dort nichts, das dich betrifft, hör hier auf.

Schritt 3: den Stick vorbereiten

Ein beliebiger USB-Stick, in FAT32 formatiert. NTFS lesen die meisten BIOS-Werkzeuge nicht — das ist der häufigste Grund, warum die Datei im Flash-Werkzeug später nicht auftaucht.

Datei entpacken, falls sie als ZIP kommt, und in das Hauptverzeichnis des Sticks legen, nicht in einen Ordner. Manche Hersteller verlangen einen bestimmten Dateinamen; wenn die Anleitung das sagt, ist es keine Empfehlung.

Ein schlichter schwarzer USB-Stick liegt auf einem dunklen Schreibtisch, dahinter unscharf ein Rechnergehäuse

Schritt 4: ins BIOS beziehungsweise UEFI

Rechner neu starten und beim Einschalten Entf drücken, bei manchen Boards F2. Wenn Windows durchstartet, war es zu spät — dann hilft in Windows „Neu starten" mit gedrückter Umschalttaste und der Weg über Problembehandlung, Erweiterte Optionen, UEFI-Firmwareeinstellungen.

Schritt 5: das eingebaute Update-Tool nehmen, kein Windows-Programm

Jeder Hersteller hat so ein Update-Utility eingebaut, es heißt nur anders: M-Flash bei MSI, EZ Flash bei ASUS, Q-Flash bei Gigabyte, Instant Flash bei ASRock. Werkzeug starten, Stick auswählen, Datei auswählen, bestätigen.

Ob AMD oder Intel, spielt dabei keine Rolle: Das Update-Tool gehört zum Mainboard-Hersteller, nicht zum Prozessor. Wie du dein BIOS updatest, hängt also am Board — nur die Datei ist auf einem AMD-Board eine andere als auf einem Intel-Board, und das ist mit Schritt 2 erledigt.

Flash-Programme, die unter Windows laufen, sind die schlechtere Wahl. Sie schreiben die Firmware, während ein Betriebssystem mit Treibern, Updates und Virenscanner daneben läuft. Das eingebaute Werkzeug hat nichts davon.

Schritt 6: warten, und zwar wirklich

Das Schreiben der Firmware dauert je nach Board ein bis fünf Minuten, danach startet der Rechner ein- bis dreimal von selbst neu. Der Bildschirm bleibt dabei zwischendurch schwarz. Nicht ausschalten, nicht neu starten, kein Netzstecker. Ein Stromausfall an dieser Stelle ist der zweite Weg, ein Board unbrauchbar zu machen.

Bei einem Notebook: Netzteil anstecken, auch wenn der Akku voll ist.

Schritt 7: danach — der Schritt, den fast alle vergessen

Ein Update setzt die BIOS-Einstellungen zurück. Lade bewusst die Standardwerte („Load Optimized Defaults"), damit nichts aus der alten Version übrig bleibt, und stell dann wieder ein, was du gebraucht hast:

  • XMP beziehungsweise EXPO für den Arbeitsspeicher. Ohne das läuft er auf der langsamsten Stufe, und der Rechner fühlt sich nach dem Update langsamer an als davor.
  • Die Bootreihenfolge, wenn du mehrere Laufwerke hast.
  • Resizable BAR, falls du es eingeschaltet hattest — wo die Option steht, zeigt Resizable BAR aktivieren.
  • Lüfterkurven, falls du eigene hattest.

Zum Schluss noch einmal msinfo32: Steht dort die neue Version, ist der Vorgang durch.

Die drei Stellen, an denen es schiefgeht

  1. Falsche Datei — verschiedene Revision, ähnliches Modell. Prüf die Bezeichnung zeichenweise.
  2. Stick in NTFS — die Datei erscheint nicht, und es sieht nach einem Fehler des Werkzeugs aus.
  3. Vergessenes XMP — kein Schaden, aber der Rechner ist danach langsamer, und der Zusammenhang fällt niemandem auf.
Drei Fehlerstellen beim BIOS-Update: falsche Datei, Stick in NTFS statt FAT32, vergessenes XMP nach dem Update

Die ehrliche Einschränkung

Diese Anleitung beschreibt den Regelfall bei Desktop-Mainboards der großen vier Hersteller. Fertig-PCs und Notebooks haben eigene Werkzeuge, eigene Dateiformate und gelegentlich einen Zwang zum Hersteller-Programm unter Windows — dort gilt die Anleitung des Geräteherstellers und nicht diese.

Und es bleibt ein Vorgang, der schiefgehen kann. Das Risiko ist klein und gut beherrschbar, aber es ist nicht null — deshalb steht am Anfang dieser Seite die Frage, ob du das Update überhaupt brauchst.

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