HardwareAktualisiert am 3 min Lesezeit
Netzteil testen: was welcher Test wirklich beweist

Ein Netzteil, das anläuft, ist nicht „in Ordnung" — es ist angelaufen. Das ist der Satz, an dem die meisten Anleitungen vorbeigehen: Sie zeigen den Büroklammer-Test und hören dort auf, obwohl er nur die einfachste von drei Fragen beantwortet.
Bevor getauscht wird, lohnt der Blick auf die Auslegung: Netzteil und Kühlung rechnet vor, was der Rechner überhaupt braucht.
Drei Fragen, drei Tests
| Frage | Test | Aufwand | Was er NICHT zeigt |
|---|---|---|---|
| Läuft es überhaupt an? | Büroklammer | zwei Minuten, kein Werkzeug | alles außer dem Anlaufen |
| Stimmen die Spannungen? | Messgerät oder Prüfgerät | Multimeter oder 15-Euro-Tester | das Verhalten unter Last |
| Hält es unter Last? | Tauschen | ein zweites Netzteil | — das ist der Test |
Test 1: läuft es an?
Der Büroklammer-Test überbrückt den Einschaltkontakt und startet das Netzteil ohne Mainboard. Dreht der Lüfter, ist die Elektronik nicht vollständig tot — und der Fehler liegt womöglich woanders, etwa am Einschalter des Gehäuses. Der Ablauf samt Sicherheitshinweisen steht unter Netzteil überbrücken.
Was er beweist, ist genau eine Sache: Es geht an. Über Spannungsgenauigkeit, Restwelligkeit oder das Verhalten unter Last sagt er nichts — bei diesem Test liegt gar keine nennenswerte Last an.
Test 2: stimmen die Spannungen?
Wer die Spannungen am PC-Netzteil prüfen will, braucht dafür kein Labor: Ein Netzteil-Prüfgerät kostet wenig, wird auf den 24-poligen Stecker gesetzt und zeigt die drei Schienen an: 12 V, 5 V, 3,3 V. Dasselbe lässt sich mit einem Multimeter an den entsprechenden Kontakten prüfen.
Die zulässige Abweichung liegt bei fünf Prozent — auf der 12-Volt-Schiene also etwa 11,4 bis 12,6 Volt. Wer deutlich daneben liegt, hat ein Ergebnis. Wer im Rahmen liegt, hat keins: Auch diese Messung findet ohne nennenswerte Last statt, und genau dort versagen alternde Netzteile nicht.
Test 3: hält es unter Last?
Das ist die Frage, die tatsächlich zählt, und sie lässt sich zu Hause nicht messen. Was Netzteile im Alter verlieren, zeigt sich erst, wenn Prozessor und Grafikkarte gleichzeitig ziehen — als Neustart mitten im Spiel, als schwarzer Bildschirm unter Last, als Rechner, der nur manchmal anspringt.
Der einzige verlässliche Test ist der Tausch. Ein bekanntes gutes Netzteil einbauen, ein paar Tage spielen. Bleibt der Fehler weg, war es das Netzteil; bleibt er, war es etwas anderes. Das ist unbequem und trotzdem der kürzeste Weg — jede Messung davor grenzt nur ein.
Woran man ein müdes Netzteil eher erkennt als am Messgerät
- Der Rechner startet erst beim zweiten Versuch oder braucht einen Moment, bis er reagiert.
- Neustarts unter Last, nicht im Leerlauf — beim Spielen, beim Rendern, nicht beim Surfen.
- Zirpen oder Fiepen, das mit der Last steigt und fällt — Spulenfiepen; ob es von der Grafikkarte oder vom Netzteil kommt, steht dort. Für sich genommen harmlos, aber es kommt aus denselben Bauteilen, die altern.
- Ein Alter über acht Jahren. Elektrolytkondensatoren trocknen aus, und das tun sie unabhängig davon, wie oft der Rechner lief. Mehr dazu unter Wie lange hält ein Netzteil?
Wenn der Rechner gar nicht angeht
Dann ist der Büroklammer-Test der erste Schritt, aber nicht der einzige Verdächtige — Mainboard, Einschalter und Speicher kommen genauso in Frage. Die Reihenfolge, in der man sie durchgeht, steht unter PC geht nicht an: Netzteil oder Mainboard?
Und wenn am Ende ein neues fällig ist: Welche Größe nötig ist, rechnet der Netzteilrechner, welcher Stecker wohin gehört, steht unter PC-Netzteil Anschlüsse, und ob sich eine höhere Effizienzklasse rechnet, in Gold oder Platinum.