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HardwareVon Stefan Haun6 min Lesezeit

PC startet immer ins BIOS: wenn das Mainboard kein Windows findet

Illustration: ein blau leuchtendes kreisförmiges Labyrinth von oben, ein heller Lichtpfad führt zu einer M.2-SSD in der Mitte

Wenn der PC immer ins BIOS startet, findet das Mainboard kein Laufwerk, von dem es Windows laden kann, und zeigt dir deshalb sein Einstellungsmenü. Die Ursache liegt fast immer an einer von vier Stellen. Erstens: Die SSD wird gar nicht erkannt. Zweitens: Sie wird erkannt, steht aber nicht vorn in der Bootreihenfolge. Drittens: Der Startmodus (UEFI oder CSM) passt nicht zu der Art, wie Windows installiert wurde. Viertens: Ein BIOS-Update hat Einstellungen zurückgesetzt. Prüfe sie in dieser Reihenfolge. Die erste Frage entscheidet, ob du an Einstellungen drehst oder an Hardware suchst.

Bevor du anfängst: alle USB-Sticks, externen Festplatten und Speicherkarten abziehen. ASUS nennt das in seiner Anleitung zu genau diesem Fehler als ersten Schritt, weil ein eingesteckter Stick die Startreihenfolge durcheinanderbringen kann.

Wird die SSD im BIOS überhaupt angezeigt?

Das ist die Weiche für alles Weitere. Im BIOS gibt es eine Übersicht der Laufwerke, je nach Hersteller auf der Startseite (EZ Mode), unter Storage Information, NVMe Configuration oder SATA Configuration. Die Laufwerke tauchen auch im Bootmenü auf. ASUS schreibt dazu deutlich: Steht im Menü der Bootoptionen gar keine Festplatte, erkennt das Gerät das Laufwerk nicht.

  • SSD wird angezeigt: Die Hardware ist in Ordnung, das Problem liegt in den Einstellungen. Weiter mit dem nächsten Abschnitt.
  • SSD fehlt: Einstellungen helfen nicht. Es geht um Steckplatz, Kabel oder einen Defekt, siehe unten.

Bootreihenfolge und Windows Boot Manager

Wird die SSD erkannt, muss sie auch als Startlaufwerk eingetragen sein. Bei einer heutigen Windows-Installation heißt der Eintrag nicht wie die SSD, sondern Windows Boot Manager, oft mit dem Namen der SSD in Klammern. ASUS beschreibt die Schritte so:

  1. Ins BIOS, mit F7 in den Advanced Mode.
  2. Unter Save & Exit die Standardwerte laden (Restore Defaults).
  3. Unter Boot bei Boot Option #1 das Laufwerk mit dem Betriebssystem wählen, also den Windows Boot Manager.
  4. Unter Save & Exit mit Save Changes and Exit speichern.

Bei MSI, Gigabyte und ASRock heißen die Menüs anders, das Prinzip ist gleich. Steht der Windows Boot Manager nicht in der Liste, obwohl die SSD erkannt wird, hilft ein Blick auf den Startmodus im nächsten Abschnitt. Ein schneller Test ohne die Reihenfolge zu ändern: beim Start das Bootmenü aufrufen, je nach Hersteller etwa mit F8, F11 oder F12 (steht im Handbuch), und den Windows Boot Manager direkt wählen. Startet Windows dann, war es nur die Reihenfolge.

UEFI, CSM und Secure Boot

Mainboards können auf zwei Arten starten: im modernen UEFI-Modus oder im alten BIOS-Modus, den viele Boards über eine Option namens CSM (Compatibility Support Module) nachbilden. Microsoft schreibt dazu: Nach der Installation startet Windows automatisch im selben Modus, in dem es installiert wurde. Passt die Einstellung im BIOS nicht mehr dazu, findet das Board kein startfähiges System.

Woran du erkennst, welcher Modus richtig ist, verrät das Partitionsschema der Windows-SSD: Eine UEFI-Installation liegt auf einem Laufwerk mit GPT, eine alte BIOS-Installation auf MBR. Prüfen lässt es sich laut Microsoft mit diskpart und list disk: Ein Sternchen in der Spalte „GPT" heißt GPT, ein leeres Feld heißt MBR. Das geht auch aus der Eingabeaufforderung eines Windows-Installationssticks, wenn das installierte Windows nicht mehr startet.

Windows-SSD istrichtiger ModusCSM im BIOS
GPTUEFIaus (oder egal)
MBRBIOS/Legacymuss an sein

Der häufige Fall: Ein älteres Windows wurde auf MBR installiert, und nach einem BIOS-Update oder dem Laden der Standardwerte ist CSM aus. Dann gibt es zwei Wege. Kurzfristig CSM wieder einschalten. Dauerhaft die SSD mit Microsofts Werkzeug MBR2GPT auf GPT umstellen, ohne Daten zu löschen. Danach muss das Board laut Microsoft auf UEFI umgestellt werden. Für Windows 11 ist das ohnehin Pflicht: Microsoft verlangt als Systemfirmware „UEFI, aktiviert für sicheren Start". Was sonst an Windows 11 scheitern kann, steht in Windows 11 nicht kompatibel.

Secure Boot prüft beim Start, ob der Bootloader signiert ist. Windows ist das, deshalb startet ein UEFI-Windows auch mit eingeschaltetem Secure Boot. Probleme macht es, wenn Secure Boot an ist und das System im BIOS-Modus starten soll: Microsoft schreibt, dass manche Geräte den BIOS-Modus erst zulassen, wenn Secure Boot abgeschaltet ist. Für eine MBR-Installation also CSM an und Secure Boot aus. Für eine GPT-Installation beides auf UEFI, Secure Boot an.

Nach einem BIOS-Update: die Einstellungen von vorher

Kam der Fehler direkt nach einem BIOS-Update, ist die Erklärung fast immer dieselbe: Das Update setzt die Einstellungen auf die Standardwerte zurück. Was vorher eingestellt war, etwa CSM an, eine bestimmte Bootreihenfolge, ein SATA-Modus oder ein abgeschaltetes Laufwerk, ist weg. Das neue BIOS kann außerdem andere Standardwerte haben als das alte. Die Abhilfe steht in den beiden Abschnitten oben: Bootreihenfolge setzen, Startmodus zum Partitionsschema passend wählen. Welche Einstellungen du nach jedem Update prüfen solltest, steht in Schritt 7 von BIOS-Update Schritt für Schritt.

Hängt der PC nach dem Update schon vor dem BIOS-Bildschirm oder startet nicht mehr bis dorthin, ist es ein anderer Fehler; dann hilft das Zurücksetzen des CMOS. ASUS beschreibt drei Wege: Clear-CMOS-Taste, die CLRTC-Kontakte 5 bis 10 Sekunden überbrücken oder die Knopfzelle herausnehmen, jeweils mit gezogenem Netzstecker.

Wenn die SSD fehlt: Steckplatz, Kabel, Defekt

Taucht die Windows-SSD im BIOS gar nicht auf, helfen keine Einstellungen am Startmodus. Die Suche geht dann in dieser Reihenfolge:

  1. Sitz prüfen. Eine M.2-SSD schräg bis zum Anschlag in den Steckplatz, dann flach drücken und verschrauben. Eine SATA-SSD braucht zwei Kabel, Daten und Strom. Die Handgriffe stehen in SSD einbauen.
  2. Geteilte Anschlüsse. Auf vielen Boards teilen sich einzelne M.2-Steckplätze Leitungen mit SATA-Anschlüssen: Ist der eine belegt, ist der andere abgeschaltet. Welche das sind, steht im Handbuch des Mainboards.
  3. Anderen Steckplatz oder anderes Kabel probieren. Wird die SSD dort erkannt, war es der Anschluss.
  4. SSD in einem anderen PC oder einem USB-Gehäuse prüfen. Ist sie auch dort unsichtbar, ist sie mit hoher Wahrscheinlichkeit defekt.

Die ausführliche Reihenfolge, auch für den Fall, dass die SSD im BIOS da ist, aber in Windows fehlt, steht in SSD wird nicht erkannt. Ist die SSD tatsächlich hinüber, brauchst du eine neue und eine frische Windows-Installation. Welche M.2-Modelle sich dafür lohnen und was sie heute kosten, steht in Beste M.2-SSDs.

SSD da, Windows Boot Manager da, und trotzdem BIOS

Bleibt der Fehler, obwohl die SSD erkannt wird, der Windows Boot Manager vorn steht und der Startmodus passt, ist der Startbereich von Windows selbst beschädigt. Dann hilft die Wiederherstellungsumgebung. Von einem Windows-Installationsstick starten, Computerreparaturoptionen wählen, dann Problembehandlung → Erweiterte Optionen → Starthilfe. Microsoft listet sie zusammen mit Systemwiederherstellung und dem Deinstallieren von Updates unter den Wiederherstellungsoptionen in Windows. ASUS nennt das Zurücksetzen des Systems als letzten Schritt, wenn die BIOS-Einstellungen nicht helfen.

Woher die Angaben kommen

Die Schritte im BIOS stammen aus der ASUS-Anleitung „Device Boots Directly into BIOS" und der ASUS-Anleitung zum Löschen des CMOS. Startmodus, Partitionsschema, MBR2GPT und die Wiederherstellung stammen aus Microsofts Dokumentation, die Firmware-Anforderung aus Microsofts Systemanforderungen für Windows 11. Alles abgerufen am 05.10.2026 und an der jeweiligen Stelle verlinkt. Menünamen anderer Boardhersteller weichen ab; im Zweifel gilt das Handbuch deines Mainboards. Mehr dazu in Wie wir testen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Warum startet mein PC nur ins BIOS?

Weil das Mainboard kein startfähiges Laufwerk findet. Entweder wird die SSD nicht erkannt, sie steht nicht in der Bootreihenfolge, oder der Startmodus (UEFI oder CSM) passt nicht zur Windows-Installation.

PC startet nur ins BIOS bei Windows 11: was tun?

Windows 11 braucht laut Microsoft UEFI mit sicherem Start. Prüfe, ob CSM aus und der Windows Boot Manager als erste Bootoption eingetragen ist. War das System früher auf MBR installiert, muss die SSD mit MBR2GPT auf GPT umgestellt werden.

Was bedeutet „Windows Boot Manager" im BIOS?

Das ist der Starteintrag einer UEFI-Installation von Windows. Er gehört auf Platz 1 der Bootreihenfolge, nicht die SSD unter ihrem eigenen Namen.

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