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Grafiktreiber neu installieren: sauber statt drüber

„Treiber neu installieren“ ist die häufigste Empfehlung bei Grafikproblemen und die am häufigsten falsch ausgeführte. Wer den neuen Treiber einfach über den alten legt, ändert oft genau nichts — die Reste der alten Installation bleiben liegen, und mit ihnen der Fehler.
Es gibt drei Stufen, und man fängt bei der kleinsten an. Jede weitere kostet mehr Zeit und löst dafür mehr Fälle.
Stufe 0: Vorher prüfen, ob es überhaupt der Treiber ist
Bei einem eingefrorenen Bild, einem schwarzen Bildschirm für ein paar Sekunden oder flackernden Fenstern lohnt sich der kürzeste Weg zuerst: den Treiber neu starten statt neu installieren. Das dauert eine Sekunde und ist nicht dasselbe. Wie das geht und was dabei passiert, steht unter Grafiktreiber neu starten.
Eine Neuinstallation ist dann angebracht, wenn
- Spiele nach einem Treiberwechsel abstürzen oder Bildfehler zeigen,
- die Treibersoftware ihre eigenen Einstellungen nicht mehr öffnet,
- eine neue Grafikkarte eingebaut wurde und die alte von einem anderen Hersteller kam,
- oder ein Treiber-Update mit einer Fehlermeldung abbricht.
Stufe 1: Der Installer des Herstellers
AMD wie NVIDIA bieten in ihrem Installationsprogramm eine Option an, die vorhandene Einstellungen und Profile verwirft und den Treiber frisch aufsetzt. Sie ist nicht vorausgewählt — man muss sie im Verlauf der Installation ausdrücklich anhaken, meist zusammen mit der Wahl zwischen „Express“ und „Benutzerdefiniert“.
Das reicht für die Mehrzahl der Fälle und ist der Weg, den man zuerst versucht: Er dauert wenige Minuten und braucht kein Zusatzprogramm. Zu welchem Programm der Treiber heute gehört und was aus der GeForce Experience geworden ist, steht unter NVIDIA App oder GeForce Experience.
Stufe 2: Grafiktreiber über den Geräte-Manager deinstallieren
- Rechtsklick auf das Windows-Symbol, Geräte-Manager öffnen.
- Den Zweig Grafikkarten aufklappen, Rechtsklick auf die Karte, Gerät deinstallieren.
- Den Haken bei „Treibersoftware für dieses Gerät löschen“ setzen. Ohne ihn wird nur das Gerät entfernt, der Treiber bleibt im System und wird beim Neustart wieder verwendet — das ist der Schritt, den die meisten übersehen.
- Neu starten. Windows fällt auf einen einfachen Standardtreiber zurück, das Bild ist dabei kurz grob aufgelöst. Das ist normal.
- Den Treiber des Herstellers installieren.
Zwischen Schritt 4 und 5 nicht online gehen, wenn es sich vermeiden lässt. Windows Update lädt sonst von sich aus einen Grafiktreiber nach, und man installiert erneut über eine Installation drüber.
Stufe 3: Die saubere Deinstallation im abgesicherten Modus
Bleibt der Fehler, hilft ein Werkzeug, das auch die Reste entfernt, die der Geräte-Manager stehen lässt — Registrierungseinträge, Ordner, Dienste. Das bekannteste ist der Display Driver Uninstaller, kurz DDU.
Er gehört in den abgesicherten Modus. Dort lädt Windows keinen Grafiktreiber, und nur dann lässt sich alles entfernen. Der übliche Ablauf: Treiberpaket vorher herunterladen, in den abgesicherten Modus starten, deinstallieren lassen, normal neu starten, Treiber installieren.
Das ist die Stufe, die man nicht als erste nimmt. Sie greift tief ins System ein, und die allermeisten Fälle sind vorher gelöst. Wer sie braucht, sollte vorher wissen, welchen Treiber er danach installiert — ohne Grafiktreiber und ohne Installationsdatei ist der Rechner unbequem zu bedienen.
Was nach der Neuinstallation zu prüfen ist
Eine saubere Installation setzt Einstellungen zurück, an die man nicht denkt, bis sie fehlen:
- Bildwiederholrate. Windows stellt gern auf 60 Hz zurück. Ein 144-Hz-Monitor läuft danach mit 60, und das fällt in Menüs kaum auf.
- G-Sync beziehungsweise FreeSync ist wieder aus.
- Auflösung und Skalierung bei mehreren Monitoren, samt ihrer Anordnung.
- Farbformat und Farbtiefe — bei Fernsehern als Bildschirm der häufigste Grund für plötzlich flaue Farben.
- Das Overlay ist wieder auf Werkseinstellung. Was es kann und womit man es einschaltet, steht unter NVIDIA und AMD.
Ob der Wechsel etwas gebracht hat, sieht man am besten an denselben Werten wie vorher — Bildrate, Auslastung, Temperatur. Die Wege dorthin stehen unter FPS anzeigen lassen.
Der neueste Treiber ist nicht immer der beste
Wenn ein Spiel nach einem Treiberwechsel Probleme macht und vorher nicht, ist der ältere Treiber die Lösung, nicht der nächste. Beide Hersteller halten ältere Fassungen zum Herunterladen bereit. Ein Wechsel zurück läuft über dieselben Stufen wie oben — nur mit der älteren Datei am Ende.