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HardwareVon Stefan Haun7 min Lesezeit

Grafikkarte kaputt? Die Anzeichen, die Gegenprobe und was Ersatz heute kostet

Illustration: eine Grafikkarte mit zwei Lüftern, aus deren Kante bunte Pixelsplitter wie Bildfehler herausfallen

Eine Grafikkarte ist wahrscheinlich kaputt, wenn Bildfehler schon vor Windows auftauchen, also beim Herstellerlogo oder im BIOS. Dort läuft noch kein Grafiktreiber, der schuld sein könnte. Weitere typische Zeichen sind bunte Pixel und Muster (Artefakte), Abstürze nur unter 3D-Last und wiederholte Meldungen, dass der Anzeigetreiber zurückgesetzt wurde. Jedes davon kann aber auch von Treiber, Übertaktung, Kabel oder Hitze kommen. Bevor du Geld ausgibst, prüfst du deshalb in drei Schritten: Software ausschließen, die Karte unter Last testen, dann gegenprüfen mit der Prozessorgrafik oder einer zweiten Karte.

Die Anzeichen und was sie bedeuten

Was du siehstspricht eher fürwarum
Artefakte oder Streifen schon beim Start oder im BIOSHardwareDort ist noch kein Treiber geladen.
Artefakte nur in Spielen, nach einigen MinutenHardware oder HitzeGrafikspeicher oder Chip versagen erst warm oder unter Last.
„Anzeigetreiber reagiert nicht mehr und wurde wiederhergestellt"Treiber, Übertaktung oder HardwareWindows setzt die Karte nach 2 Sekunden ohne Antwort zurück (siehe unten).
Absturz oder schwarzer Bildschirm nur im Spiel, Lüfter laufen weiterHardware, Netzteil oder TreiberUnter Last steigen Strom und Temperatur.
Streifen auch ohne PC, im Menü des MonitorsMonitorDann ist die Grafikkarte unschuldig.
kein Bild, PC läuft aberAnschluss, Steckplatz, KarteErst Kabel und Eingang prüfen.

Die Meldung zum Treiber-Reset hat einen genauen Hintergrund. Windows beobachtet, wie lange die Grafikkarte für eine Aufgabe braucht. Antwortet sie laut Microsoft länger als zwei Sekunden nicht, setzt Windows Treiber und Karte zurück; der Bildschirm flackert, und die Meldung erscheint. Passiert das fünfmal oder öfter innerhalb einer Minute, löst Windows beim nächsten Mal einen Bluescreen aus (Stoppcode 0x117). Ein einzelner Reset ist kein Todesurteil. Häufen sie sich bei Standardtakt und frischem Treiber, wird die Hardware verdächtig.

Streifen sind ein eigener Fall mit eigener Reihenfolge, weil Monitor und Kabel genauso oft schuld sind: Die Probe ohne PC steht in Streifen auf dem Monitor. Erkennt der PC die Karte gar nicht, hilft PC erkennt die Grafikkarte nicht.

Schritt 1: Software ausschließen

  1. Treiber sauber neu installieren. Nicht drüberinstallieren, sondern den alten vollständig entfernen. Die drei Stufen bis zur Deinstallation im abgesicherten Modus stehen in Grafiktreiber neu installieren. Kamen die Fehler mit einem neuen Treiber, ist auch der vorherige einen Versuch wert.
  2. Übertaktung und Undervolting zurücksetzen. Ein Profil aus MSI Afterburner oder dem Treiber-Tool, das monatelang lief, kann mit einem neuen Spiel oder Treiber instabil werden. Alles auf Standard, auch werkseitige „OC-Modi" im Hersteller-Tool. Wie das Absenken der Spannung funktioniert und wo es kippt, steht in Undervolting.
  3. Temperaturen mitschreiben. Artefakte, die erst nach zehn Minuten Spiel kommen, sind oft Hitze: verstaubter Kühler, stehender Lüfter. Wie du die Werte siehst, steht in GPU-Temperatur anzeigen.
  4. Kabel und Anschluss tauschen. Ein anderes DisplayPort- oder HDMI-Kabel und ein anderer Ausgang der Karte kosten zwei Minuten.

Verschwindet der Fehler nach einem dieser Schritte und kommt nicht wieder, war es nicht die Karte.

Schritt 2: Die Karte unter Last testen

Ein Stresstest zwingt die Karte über längere Zeit an die Grenze, also genau dorthin, wo ein Defekt sich zeigt. Am aussagekräftigsten ist einer, der eine Zahl liefert statt nur „läuft noch". Der Stresstest von 3DMark wiederholt eine Szene in Schleifen und vergleicht die schlechteste mit der besten Runde. Bestanden ist er laut UL mit mindestens 97 Prozent Bildraten-Stabilität, wenn alle Schleifen durchlaufen. Welche Programme es sonst gibt und was Benchmark und Stresstest unterscheidet, steht in Beste Benchmark-Tools für Grafikkarten.

  • Artefakte im Test bei Standardtakt und normaler Temperatur: starkes Zeichen für einen Defekt, meist im Grafikspeicher.
  • Absturz oder Neustart des ganzen PCs im Test: Das kann die Karte sein, aber genauso das Netzteil, das die Last nicht hält. Die Abgrenzung steht in Netzteil für eine neue Grafikkarte.
  • Test sauber, Fehler nur in einem Spiel: eher das Spiel oder dessen Einstellungen. Dann den Spielstand, die Grafik-API (DirectX 11/12, Vulkan) oder die Spieldateien prüfen.

Schritt 3: Die Gegenprobe, die es klärt

Sicher wird die Diagnose erst, wenn du eine Seite austauschst:

  1. Prozessorgrafik: Grafikkarte ausbauen, Monitor an den Bildausgang des Mainboards. Ist das Bild dann sauber und der PC stabil, liegt es an der Karte. Das geht nur, wenn der Prozessor eine eingebaute Grafik hat. Bei Intel fehlt sie den Modellen mit „F" am Ende; Intel schreibt dazu auf der Seite zu den Prozessornummern „Requires discrete graphics". Bei AMD steht es auf der Produktseite unter „Graphics Model".
  2. Zweite Karte im eigenen PC: eine geliehene oder alte Karte einbauen. Läuft alles, war es deine Karte.
  3. Deine Karte in einem anderen PC: Zeigt sie dort dieselben Fehler, ist die Sache entschieden. Läuft sie dort sauber, liegt das Problem in deinem PC, meist Netzteil, Steckplatz oder Mainboard.

Beim Aus- und Einbau gilt: Netzstecker ziehen, Halteklammer am Steckplatz lösen, Stromkabel bis zum Klick einrasten. Wie das sauber geht, steht in Neue Grafikkarte einbauen.

Grafikkarte defekt im Laptop

Im Laptop ist die Gegenprobe schwieriger, weil Grafikchip und Speicher fast immer fest auf der Hauptplatine sitzen. Was bleibt: Treiber sauber neu installieren, Temperaturen prüfen, und den Laptop an einen externen Monitor anschließen. Sind die Fehler dort auch, ist es nicht das eingebaute Display. Viele Laptops haben zusätzlich eine Prozessorgrafik, auf die Windows für den Desktop umschaltet; treten die Fehler nur in Spielen auf, deutet das auf den separaten Grafikchip. Ob er sich überhaupt tauschen lässt, steht in Grafikkarte im Laptop tauschen; Hitze als Ursache behandelt Laptop überhitzt.

Reparieren lohnt sich selten, mit Ausnahmen

Zuerst die Garantie: Gegenüber dem Händler hast du in der EU eine Gewährleistung von mindestens zwei Jahren ab Erhalt; viele Kartenhersteller geben zusätzlich eine eigene Garantie, deren Dauer auf ihrer Website steht. Innerhalb dieser Fristen ist Reparieren keine Frage, sondern ein Antrag. Die Karte in ihrem Zustand lassen, keinen Kühler abschrauben, und die Fehler mit Fotos oder einem Video belegen.

Außerhalb der Garantie hängt es am Fehler:

  • Lohnt sich oft: ein Lüfter, der schleift oder steht. Lüfter sind gesteckt und als Ersatzteil erhältlich. Bei hohen Temperaturen trotz laufender Lüfter kann neue Wärmeleitpaste die Karte retten, wenn du dich an den Kühler traust.
  • Lohnt sich selten: Defekte an Grafikchip oder Grafikspeicher. Sie brauchen Lötarbeit unter dem Chip, die nur spezialisierte Werkstätten machen. Bei einer älteren Mittelklassekarte übersteigt das schnell den Wert der Karte. Einen Kostenvoranschlag einholen und mit den Ersatzpreisen unten vergleichen.

Ersatz: was heute dieselbe Leistung kostet

Wenn die Karte hinüber ist, die nützlichste Frage: Was kostet heute eine Karte, die mindestens so schnell ist wie die alte? Die Tabelle zeigt die durchschnittliche Bildrate in Full HD aus zwei Ranglisten, der von ComputerBase (Stand 29.07.2026) und der von PC Games Hardware (Stand 15.07.2026). Werte, die nur PCGH gemessen hat, sind auf die ComputerBase-Skala umgerechnet.

alte KarteFull HD, fpsmindestens gleich schnell wäre
GeForce GTX 106019,2*jede der drei unten
Radeon RX 58022,2*jede der drei unten
GeForce RTX 206036,2*jede der drei unten
Radeon RX 660042,8*jede der drei unten
GeForce RTX 306048,6*jede der drei unten
GeForce RTX 406058,4RTX 5060 oder RX 9060 XT
GeForce RTX 3060 Ti63,4RTX 5060 oder RX 9060 XT
ErsatzFull HD, fpsPreis
GeForce RTX 5050 (8 GB)55,2314,99 €
GeForce RTX 5060 (8 GB)68,3419,99 €
Radeon RX 9060 XT (16 GB)82,7560,27 €

Bildraten: Durchschnitt über die Spiele der jeweiligen Rangliste in 1920 × 1080; * nur von PCGH gemessen und umgerechnet. Preise: Geizhals, günstigstes Angebot für das jeweilige Modell aus unserem Katalog, Stand 05.10.2026. Preise ändern sich täglich.

Daraus folgt: Wer eine Karte bis zur Klasse der RTX 3060 ersetzt, bekommt schon mit der günstigsten Karte der Liste mehr Leistung als vorher. Bei einer RTX 4060 oder 3060 Ti als Vorgänger ist die RTX 5050 dagegen ein Rückschritt. Welche Karte im Bereich um 300 Euro heute am meisten bringt und wie es um 8 gegen 16 GB Speicher steht, steht mit Tagespreisen in Beste Grafikkarte bis 300 Euro; den direkten Vergleich der beiden oberen Karten in RX 9060 XT gegen RTX 5060.

Woher die Angaben kommen

Wir haben keine defekte Karte untersucht. Das Verhalten beim Treiber-Reset beschreibt Microsoft, die Bestehensgrenze des Stresstests UL, die Kennzeichnung der Intel-Prozessoren ohne Grafik Intel, die Gewährleistung das EU-Portal „Ihr Europa". Die Bildraten stammen aus den Ranglisten von ComputerBase und PC Games Hardware, die Preise aus der täglichen Messung über Geizhals. Alles abgerufen am 05.10.2026; mehr dazu in Wie wir testen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Woran erkenne ich, dass meine Grafikkarte kaputt ist?

Am sichersten an Bildfehlern, die schon beim Start oder im BIOS auftauchen, und an Artefakten im Stresstest bei Standardtakt und normaler Temperatur. Klarheit bringt die Gegenprobe mit der Prozessorgrafik oder einer zweiten Karte.

Kann ein Treiber Artefakte verursachen?

Ja, in Spielen und auf dem Desktop. Im BIOS und beim Herstellerlogo ist aber noch kein Treiber geladen. Bildfehler dort deuten auf die Hardware.

Lohnt sich eine Reparatur der Grafikkarte?

In der Gewährleistung oder Garantie ja, über Händler oder Hersteller. Danach meist nur bei Lüftern oder Wärmeleitpaste. Defekte an Chip oder Grafikspeicher brauchen Spezialwerkstätten und kosten bei älteren Karten oft mehr als die Karte noch wert ist.

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