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Hardware2 min Lesezeit

Wie lange hält ein Gaming-PC — und was zuerst zu klein wird

Zeitleiste über zehn Jahre mit dem Zeitpunkt, zu dem Speicher, Grafikkarte, RAM, Prozessor und Netzteil zu klein werden

Die Frage wird meistens falsch gestellt. Ein Spielerechner geht selten kaputt — er wird abschnittsweise zu klein. Und weil das nicht gleichmäßig passiert, lohnt es sich zu wissen, welches Teil zuerst dran ist.

Was ein neuer Rechner heute kostet, wenn der alte ausgedient hat, steht unter Gaming-PC selbst zusammenstellen.

Die typische Reihenfolge

Nach Erfahrung und in dieser Reihenfolge:

  • Speicherplatz — nach ein bis zwei Jahren. Spiele wachsen schneller als alles andere. Billigster Aufrüstschritt überhaupt.
  • Grafikkarte — nach drei bis fünf Jahren, abhängig davon, in welcher Auflösung du spielst.
  • Arbeitsspeicher — nach vier bis sechs Jahren, wenn 16 GB knapp werden.
  • Prozessor und Mainboard — nach fünf bis acht Jahren. Der teuerste Schritt, weil er die anderen mitzieht.
  • Netzteil — nach sieben bis zehn Jahren. Nicht wegen Leistung, sondern wegen Alterung der Bauteile.

Woran man merkt, dass es soweit ist

Nicht an der Bildrate im Durchschnitt, sondern an drei Anzeichen:

Du senkst Einstellungen, die du vorher nicht gesenkt hast. Der schleichende Weg — irgendwann steht alles auf Mittel, und man hat es kaum bemerkt.

Neue Titel starten nicht mehr in der gewohnten Auflösung. Der harte Schnitt, meist bei der Grafikkarte.

Es ruckelt beim Nachladen statt durchgehend. Das deutet auf Speicherplatz oder Arbeitsspeicher, nicht auf die Grafikkarte — und ist der günstigste der drei Fälle.

Was die Lebensdauer wirklich verlängert

Staub entfernen. Ein zugesetzter Kühler lässt Temperaturen steigen, und bei zu hoher Wärme drosseln Prozessor und Grafikkarte — die Hardware wird also langsamer, ohne dass sich etwas geändert hätte. Einmal im Jahr ausblasen kostet zehn Minuten.

Wärmeleitpaste erneuern, nach etwa fünf Jahren. Getrocknete Paste ist eine der häufigsten Ursachen für Temperaturprobleme bei älteren Rechnern.

Lüfter im Auge behalten. Ein Lager am Ende seiner Lebenszeit rasselt hörbar, bevor es stehen bleibt. Ein Lüfter kostet wenig, ein überhitztes Bauteil viel.

Aufrüsten oder neu kaufen?

Die brauchbare Faustregel: Solange nur ein Teil bremst, aufrüsten. Sobald zwei bremsen, neu rechnen.

Der Grund ist die Kettenreaktion. Ein neuer Prozessor braucht meist ein neues Mainboard, ein neues Mainboard oft neuen Arbeitsspeicher — und dann liegt man bei drei Teilen und nahe am Preis eines neuen Rechners, hat aber ein altes Gehäuse und ein altes Netzteil behalten.

Vor jeder Entscheidung lohnt die Messung: Welcher Teil bremst überhaupt? Wer das nicht prüft, rüstet nach Gefühl auf — und das Gefühl zeigt fast immer auf die Grafikkarte, auch wenn der Prozessor schuld ist.

Und die realistische Zahl

Ein solide zusammengestellter Rechner der Mittelklasse trägt in Full HD etwa fünf bis sechs Jahre, in WQHD vier bis fünf, in 4K drei bis vier. Mit einem Grafikkartentausch dazwischen jeweils zwei bis drei Jahre mehr.

Was diese Zeit verkürzt, ist selten das Alter — es ist eine unausgewogene Zusammenstellung. Eine teure Karte an einem schwachen Prozessor altert schneller als zwei aufeinander abgestimmte Mittelklasseteile.

Neue Builds und Preisstürze — sonst nichts

Wir messen die Preise aus unseren Listen einmal am Tag bei Geizhals. Fällt einer unter alles, was wir bisher gemessen haben, schreiben wir dir — genauso, wenn eine neue Zusammenstellung fertig ist. Sonst hörst du nichts: kein Rundbrief nach Plan, keine Werbung Dritter, kein Weiterverkauf der Adresse.