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Streifen auf dem Monitor: erst die Probe ohne PC, dann Kabel, Treiber und Grafikkarte

Streifen auf dem Monitor entstehen an einer von zwei Stellen: im Bildschirm selbst oder auf dem Weg vom Rechner dorthin, also im Kabel, im Anschluss, im Treiber oder in der Grafikkarte. Welche Stelle es ist, zeigt eine Probe, für die du den PC gar nicht brauchst: der Selbsttest des Monitors bei abgezogenem Kabel. Bleiben die Streifen dort stehen, liegt der Fehler im Monitor. Verschwinden sie, suchst du auf der PC-Seite weiter. Dasselbe gilt für Streifen auf dem Bildschirm eines Laptops mit einer Abwandlung, die weiter unten steht.
Zwei Nachbarfehler gehören nicht hierher. Ein Bild, das unruhig flackert, statt stehende Linien zu zeigen, hat eine eigene Reihenfolge in Warum flackert mein Bildschirm. Und ein Monitor, der schwarz bleibt und „kein Signal" meldet, steht in Monitor an PC anschließen, kein Signal. Hier geht es um ein Bild, das da ist, aber von Linien durchzogen wird.
Streifen auf dem Bildschirm: erst hinsehen, dann anfassen
Bevor du etwas umsteckst, schreib dir auf, wie die Streifen aussehen, denn nach jedem Schritt vergleichst du mit diesem Zustand. Vier Fragen reichen dafür:
- Richtung: waagerecht, senkrecht oder beides.
- Breite und Farbe: eine einzelne dünne Linie in einer Farbe, mehrere bunte Linien nebeneinander oder breite Bänder.
- Verhalten: Stehen die Streifen immer an derselben Stelle, oder wandern, flimmern und verschwinden sie?
- Anlass: Sind sie immer da, nur in einem Spiel, nur bei einer bestimmten Auflösung oder erst seit einem Stoß, einem Umzug oder einem Treiber-Update?
Aus dem Aussehen allein lässt sich die Ursache nicht sicher ablesen, und dieser Text tut auch nicht so. Die Notiz hat einen anderen Zweck: Jeder der folgenden Schritte ändert genau eine Sache, und nur mit dem Ausgangszustand vor Augen merkst du, ob sich etwas geändert hat. Ein Foto mit dem Handy erfüllt denselben Zweck.

Die Probe ohne PC: der Selbsttest des Monitors
Die Hersteller trennen Monitor und Rechner mit einem eingebauten Selbsttest, der ohne Bildsignal läuft; zeigt der Monitor dabei dieselben Streifen, liegt der Fehler in ihm. Dell nennt horizontale oder vertikale Linien ausdrücklich als Anlass für diesen Test und schreibt: Ist die Auffälligkeit im Selbsttest zu sehen, sollst du dich wegen einer Reparatur an den Dell-Support wenden; ist sie dort nicht zu sehen, funktioniert der Monitor, und die Suche geht beim Rechner weiter (Dell, How to Run a Diagnostic Test on a Dell Monitor).
Wie der Test gestartet wird, hängt vom Modell ab, und Dell verweist dafür auf das Handbuch des jeweiligen Geräts. Für einige Modelle der D-Serie steht der Ablauf auf einer eigenen Seite: alle Videokabel abziehen, Monitor aus- und wieder einschalten, und sobald „No signal" erscheint, die Tasten 2, 3 und 5 gleichzeitig drücken. Der Bildschirm wechselt dann selbsttätig durch Rot, Grün, Blau, Schwarz und Weiß, und du suchst auf jeder Fläche nach Auffälligkeiten (Dell, Selbsttest für D1918H, D2421H, D2421DS und D2721H). Auf den einfarbigen Flächen fallen Linien auf, die im normalen Bild zwischen Fenstern untergehen.
LG beschreibt dieselbe Probe ohne eigenen Testmodus: Signalkabel vom Monitor abziehen und den „No Signal"-Hinweis ansehen. Stehen die senkrechten Linien dort an derselben Stelle wie vorher, braucht der Monitor laut LG eine Prüfung durch einen Techniker (LG, Line on the screen). Hat dein Monitor keinen beschriebenen Selbsttest, ist das die Probe, die jeder Monitor kann.

Und das eigene Menü des Monitors, das OSD? Das Menü zeichnet der Monitor selbst, ohne den Rechner. Wandern die Streifen über das Menü hinweg, spricht das deshalb für den Monitor. Eine Herstellerseite, die genau diese Probe als Beleg beschreibt, haben wir nicht gefunden; das ist eine Folgerung aus dem Aufbau, kein Herstellersatz. Belastbar ist der Selbsttest ohne Kabel, und wenn Menü und Selbsttest sich widersprechen, gilt der Selbsttest.
Kabel und Anschluss: jede Änderung einzeln
Verschwinden die Streifen im Selbsttest, ist der Monitor entlastet, und die nächste Stelle ist das Kabel, weil es sich ohne Werkzeug tauschen lässt. LG rät als ersten Handgriff, das Kabel des angeschlossenen Geräts abzuziehen und wieder anzustecken, die Stecker auf beschädigte Kontakte und Fremdkörper anzusehen und ein beschädigtes Kabel zu ersetzen; ein unpassendes Kabel kann laut LG Bildstörungen verursachen (LG, Line on the screen). ASUS schreibt dasselbe knapper: ein anderes, gleichartiges Signalkabel versuchen und darauf achten, dass die Kabelversion zum Anschluss des Monitors passt (ASUS, LCD Monitor Troubleshooting).
Die Reihenfolge danach: erst ein anderes Kabel am selben Anschluss, dann dasselbe Kabel an einem anderen Anschluss der Grafikkarte, dann ein anderer Eingang am Monitor, etwa DisplayPort statt HDMI. Adapter und Verlängerungen fliegen für die Probe raus. Ändert sich das Bild erst beim Wechsel des Anschlusses, ist der Anschluss verdächtig, nicht das Kabel.
„Passende Kabelversion" hat konkrete Zahlen. Das HDMI-Lizenzgremium unterscheidet vier Kabelklassen: High Speed mit 10,2 Gbit/s, Premium High Speed mit bis zu 18 Gbit/s für 4K mit 60 Hz, Ultra High Speed mit bis zu 48 Gbit/s für 4K mit 120 Hz und 8K mit 60 Hz, dazu das ältere Standard-Kabel (HDMI.org, HDMI Cables). Ultra-High-Speed-Kabel müssen eine Zertifizierung an einem autorisierten Prüfzentrum bestehen und tragen ein Etikett auf der Verpackung, das sich mit einer normalen QR-Code-App prüfen lässt (HDMI.org, Ultra High Speed HDMI Cable). Bei DisplayPort zertifiziert VESA Kabel als DP40 mit bis zu 40 Gbit/s und DP80 mit bis zu 80 Gbit/s; beide arbeiten auch mit älteren DisplayPort-Geräten (VESA, Mitteilung vom 28. Februar 2022). Wie sich die beiden Anschlüsse fürs Spielen unterscheiden, vergleicht HDMI oder DisplayPort.
Anderes Gerät, BIOS, dann der Treiber
Hat der Kabeltausch nichts geändert, trennst du als Nächstes Rechner und Software: erst ein anderes Zuspielgerät, dann das BIOS, zuletzt der Treiber. ASUS empfiehlt, den Monitor an einem anderen PC oder den PC an einem anderen Bildschirm zu versuchen, um einzugrenzen, wo das Problem sitzt (ASUS). Ein Laptop oder eine Konsole genügt dafür. Zeigt der Monitor dort ein sauberes Bild, bleibt der Rechner übrig.
Die BIOS-Probe steht ausführlich in Warum flackert mein Bildschirm, und für Streifen gilt sie genauso: Sind die Streifen schon im BIOS zu sehen, bevor Windows einen Treiber lädt, ist der Treiber aus dem Spiel, und es bleibt die Hardware. Sind sie nur unter Windows zu sehen, ist der Treiber der nächste Kandidat.
Für den Treiber gibt es drei Stufen, jede gründlicher als die vorige. Microsoft nennt für Anzeigeprobleme das Zurücksetzen des Treibers, falls Windows ihn kürzlich aktualisiert hat, das Aktualisieren über den Geräte-Manager und das Deinstallieren, nach dem Windows den Treiber beim Neustart neu einzurichten versucht (Microsoft, Troubleshoot screen flickering in Windows). Die gründlichste Stufe ist die saubere Neuinstallation mit dem Werkzeug des Chipherstellers:
- Intel: Im Installer gibt es ein Kästchen für eine saubere Installation, die laut Intel alle alten Treiber entfernt und die Intel-Einstellungen auf Standard zurücksetzt. Fehlt das Kästchen, verweist Intel auf den Display Driver Uninstaller und rät für die manuelle Variante, vorher die Internetverbindung zu trennen, damit Windows nicht dazwischen aktualisiert (Intel, Clean Installation of Intel Graphics Drivers).
- AMD: Die Option „Factory Reset" bei der Installation des Radeon-Treibers oder vorher die AMD Cleanup Utility (AMD, Troubleshooting Tips). Die Cleanup Utility läuft laut AMD am besten im abgesicherten Modus, legt vorher einen Wiederherstellungspunkt an, lässt Chipsatztreiber unangetastet und braucht zum Abschluss einen Neustart; dass das Bild währenddessen kurz flackert oder schwarz wird, ist laut AMD normal (AMD, AMD Cleanup Utility).
- NVIDIA: Die Hilfeseite von NVIDIA zur manuellen sauberen Installation war beim Schreiben nicht abrufbar; wir geben die Schritte deshalb nicht aus zweiter Hand wieder.
Die Neuinstallation im Zusammenhang steht in Grafiktreiber neu installieren.
Streifen nur im Spiel: die Grafikkarte unter Last
Streifen, die erst im Spiel auftauchen und auf dem Desktop fehlen, lenken den Verdacht auf die Grafikkarte unter Last: auf eine Übertaktung, auf die Kühlung oder auf den Treiber. AMD nennt für instabile Systeme genau diese Punkte: Übertaktungswerkzeuge abschalten und Standardwerte wiederherstellen, prüfen, ob die Kühlung von Prozessor, Grafikkarte und Netzteil funktioniert, Staub entfernen, und prüfen, ob das Netzteil die empfohlene Leistung liefert (AMD, Troubleshooting Tips).
Die Reihenfolge ergibt sich daraus: Hast du die Karte übertaktet, nimm die Werte zuerst zurück, auch ein Profil, das seit Monaten lief. Wie Übertaktung funktioniert und wie du sie zurücknimmst, steht in Grafikkarte übertakten. Dann die Temperatur: Lass während des Spiels eine Anzeige mitlaufen und sieh nach, ob die Streifen mit steigender Temperatur kommen. Wo du die Werte findest, steht in GPU-Temperatur anzeigen.

Bleiben die Streifen im Spiel mit Standardwerten, sauberer Kühlung und frisch installiertem Treiber, bleibt die Karte selbst als Verdacht. Die Gegenprobe mit einer anderen Karte oder der Prozessorgrafik beschreibt Monitor an PC anschließen, kein Signal im siebten Schritt. Steht danach ein Ersatz an, sortiert Beste Grafikkarte die Modelle nach Auflösung.
Hertz und Auflösung jenseits dessen, was Kabel oder Monitor können
Streifen, die mit einer bestimmten Auflösung oder Bildwiederholrate kommen und bei einer niedrigeren verschwinden, zeigen auf eine Einstellung an der Grenze von Kabel, Anschluss oder Monitor. Windows bietet unter Start → Einstellungen → System → Bildschirm → Erweiterte Anzeige nur die Raten an, die der Bildschirm meldet; welche das sind, hängt laut Microsoft vom Bildschirm ab (Microsoft, Change the refresh rate on your monitor). Eine angebotene Rate heißt aber nicht, dass das Kabel sie trägt: Ein Kabel aus einer niedrigeren Klasse als oben beschrieben kann an einer Kombination scheitern, die Monitor und Karte beide beherrschen.
Die Probe dazu dauert eine Minute: eine Stufe niedriger bei der Rate, dann bei der Auflösung. Verschwinden die Streifen, hast du die Grenze gefunden, und die Lösung ist ein Kabel der passenden Klasse oder ein Anschluss mit mehr Bandbreite, nicht ein neuer Monitor. Was die Übertragung bei welcher Auflösung und Rate verlangt, steht in Monitor am PC; wie viel Hertz im Spiel überhaupt einen Unterschied machen, in Wie viel Hertz braucht ein Gaming-Monitor.
Druckstelle, Panelschaden und Garantie
Stehen die Streifen im Selbsttest, ist nach der Aussage von Dell und LG der Service dran, nicht der Treiber. Sieh dir vorher die Bildfläche bei ausgeschaltetem Monitor im Streiflicht an: Ein Riss, ein Abdruck oder eine Stelle, an der beim Transport etwas gegen das Panel gedrückt hat, ist ein Hinweis, den der Service ohnehin wissen will, und er gehört mit Foto in die Meldung. Drück nicht selbst auf die Stelle, um zu sehen, ob sich etwas ändert.
Für die Garantie ist eine Unterscheidung wichtig, die leicht durcheinandergerät: Streifen sind keine Pixelfehler. Dell führt horizontale oder vertikale Linien über den Bildschirm ausdrücklich unter den Symptomen, die nicht als Pixelfehler zählen, und behandelt sie getrennt von den Regeln für helle und dunkle Bildpunkte (Dell, Dell Display Pixel Guidelines). Wie viele Pixelfehler ein Hersteller hinnimmt, steht deshalb nicht für Streifen, und die Zahlen dafür unterscheiden sich je nach Hersteller und Modell; ASUS etwa verweist für jedes Modell auf eine eigene Tabelle unter „Warranty" auf der Support-Seite (ASUS). Lies die Bedingungen deines Modells nach, bevor du einen Monitor mit Streifen als „nur ein Pixelfehler" abtust oder einschickst.
Ist der Monitor außerhalb der Garantie und die Reparatur teurer als der Ersatz, führt der Weg zur Auswahl: Für den Spiele-PC sortiert Beste 1440p-Monitore für Gaming die Geräte.
Der Laptop: der eingebaute Bildschirm hat kein Kabel zum Tauschen
Beim Laptop fällt der Kabeltausch weg, weil der Bildschirm innen angeschlossen ist; an seine Stelle tritt ein externer Monitor. Zeigt der ein sauberes Bild, während der eingebaute Bildschirm Streifen hat, liegt der Fehler am Bildschirm des Laptops oder an seiner Verbindung im Gehäuse, nicht an Grafikchip und Treiber. Zeigt der externe Monitor dieselben Streifen, gilt die Treiber- und Grafikreihenfolge von oben. Die Dell-eigene Panel-Probe für Laptops und die Quelle dazu stehen in Warum flackert mein Bildschirm unter „Streifen statt Flackern". Das Öffnen des Gehäuses ist dagegen nichts für die Fehlersuche zu Hause.
Die ehrliche Einschränkung
Dieser Text sagt nicht, wie oft Streifen am Kabel, am Treiber oder am Panel liegen; dafür gibt es keine Herstellerzahlen, nur Forenberichte, und die zählen nur die, die fragen. Aus dem Aussehen der Streifen allein leiten wir keine Ursache ab, weil wir dafür keine belastbare Herstellerquelle gefunden haben. Wir betreiben kein Testlabor und haben keine Monitore, Kabel oder Karten durchprobiert; der Selbsttest, die Kabelklassen und die Treiberschritte sind die Angaben von Dell, LG, ASUS, HDMI.org, VESA, Intel, AMD und Microsoft, die du in den verlinkten Seiten nachlesen kannst. Tastenkombinationen für den Selbsttest gelten nur für die genannten Modelle; für deins steht der Weg im Handbuch. Menüwege können sich mit Updates verschieben. Die Bilder sind Illustrationen, kein Beleg. Was das im Einzelnen heißt, steht in Wie wir testen.