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HardwareVon Stefan Haun7 min Lesezeit

V-Sync an oder aus? Tearing, Input-Lag und die bessere Lösung

Illustration: ein Monitor zeigt ein Rennspiel, dessen Bild quer in der Mitte zerrissen ist, die obere Hälfte seitlich gegen die untere verschoben

V-Sync an oder aus hängt an deinem Monitor:

  • Monitor mit G-Sync oder FreeSync (VRR): V-Sync im Treiber an, im Spiel aus, und die Bildrate mindestens 3 FPS unter der Hertz-Zahl begrenzen — bei 144 Hz also auf 141 FPS. Dann gibt es weder Tearing noch die Verzögerung von klassischem V-Sync.
  • Ohne VRR, Shooter und Wettkampf: V-Sync aus. Tearing ist der kleinere Preis als die zusätzliche Eingabeverzögerung.
  • Ohne VRR, Einzelspieler und Rennspiele mit Gamepad: V-Sync an, wenn dich das Zerreißen des Bildes stört und die Bildrate die Hertz-Zahl sicher hält.

Warum das so ist, wo die Einstellungen bei NVIDIA und AMD stehen und was an der Konsole geht, steht unten.

Was V-Sync macht: Tearing und Input-Lag

Ein Monitor baut sein Bild zeilenweise von oben nach unten auf, in festem Takt: bei 60 Hz alle 16,7 Millisekunden, bei 144 Hz alle 6,9. Die Grafikkarte liefert ihre Bilder aber, wann sie fertig sind. Kommt ein neues Bild, während der Monitor noch das alte zeichnet, steht oben der Rest des alten und unten schon das neue — mit einer sichtbaren Kante dazwischen. Das ist Tearing, am deutlichsten bei schnellen Seitwärtsdrehungen.

V-Sync (vertikale Synchronisation) hält jedes fertige Bild zurück, bis der Monitor mit dem vorigen fertig ist. Das Bild zerreißt nicht mehr, aber zwei Nebenwirkungen kommen dazu:

  • Verzögerung. Bilder warten in einer Schlange, bis der Monitor sie abholt. Blur Busters beziffert das für klassisches V-Sync mit zwei Puffern auf 2 bis 6 Bilder Verzögerung, mit dem in Spielen verbreiteten „Triple Buffering“ ein Bild mehr, wenn die Bildrate über der Hertz-Zahl liegt. Bei 60 Hz sind schon zwei Bilder 33 Millisekunden.
  • Einbrüche auf die Hälfte. Schafft die Grafikkarte die Hertz-Zahl nicht, fällt klassisches V-Sync mit zwei Puffern auf die halbe Bildrate — von 60 auf 30 FPS, weil jedes Bild einen Takt länger stehen bleibt (Blur Busters). Das fühlt sich als Ruckeln an.
2 bis 6 Bilder

Verzögerung bringt klassisches V-Sync mit zwei Puffern laut Blur Busters, wenn die Bildrate an die Hertz-Zahl stößt — bei 60 Hz 33 bis 100 Millisekunden.

Darum schalten Wettkampfspieler V-Sync aus und nehmen Tearing in Kauf. Je höher die Hertz-Zahl, desto kürzer steht jedes Bild und desto weniger fällt eine Kante auf — einer der Gründe, warum mehr Hertz in Shootern hilft; wie viel wirklich ankommt, steht in Wie viel Hertz braucht ein Gaming-Monitor.

Die beste Kombination mit G-Sync und FreeSync

G-Sync (NVIDIA) und FreeSync (AMD) drehen das Prinzip um: Der Monitor wartet auf die Grafikkarte und zeichnet ein neues Bild, sobald eines fertig ist. Innerhalb seines Bereichs, etwa 48 bis 144 Hz, gibt es so weder Tearing noch Warteschlange. Das Problem liegt an den Rändern:

  • Über der Hertz-Zahl kann der Monitor nicht schneller. Dann tritt entweder Tearing auf (V-Sync aus) oder V-Sync mit seiner Verzögerung greift (V-Sync an).
  • Knapp darunter schwankt die Zeit von Bild zu Bild. Ein einzelnes Bild, das etwas zu früh fertig ist, kann auch mitten im VRR-Bereich ein Tearing auslösen. Genau deshalb empfiehlt Blur Busters, V-Sync bei G-Sync eingeschaltet zu lassen: Es fängt diese Ausreißer ab, ohne die Verzögerung von klassischem V-Sync, solange die Bildrate unter dem Maximum bleibt.

Daraus ergibt sich die Einstellung, die Blur Busters als optimale G-Sync-Einstellung führt:

  1. G-Sync bzw. FreeSync einschalten — im Monitor-Menü und im Treiber.
  2. V-Sync im Treiber an (NVIDIA-App oder Systemsteuerung: Grafik → Vertikale Synchronisierung → Ein).
  3. V-Sync im Spiel aus, ebenso Double- und Triple-Buffering im Spielmenü.
  4. Bildrate mindestens 3 FPS unter der Hertz-Zahl begrenzen: 57 bei 60 Hz, 117 bei 120 Hz, 141 bei 144 Hz, 237 bei 240 Hz.

Blur Busters sagt ausdrücklich, dass das auch für FreeSync-Monitore gilt, die NVIDIA als „G-Sync Compatible“ zertifiziert hat (Closing FAQ). Wer NVIDIA Reflex im Spiel einschalten kann, bekommt die Begrenzung sogar automatisch: Mit G-Sync und V-Sync im Treiber begrenzt Reflex laut Blur Busters auf etwa 138 FPS bei 144 Hz und 224 FPS bei 240 Hz.

Bei AMD heißt die Treiberoption „Auf vertikale Aktualisierung warten“. AMD weist darauf hin, dass sie nur für OpenGL-Spiele greift; bei DirectX und Vulkan steuert das Spiel V-Sync selbst. Mit FreeSync heißt das: FreeSync im Treiber an, die Bildrate mit „Frame Rate Target Control“ oder Radeon Chill unter das Maximum des FreeSync-Bereichs legen — AMD nennt genau das als Zweck von FRTC, das laut derselben Seite Werte von 30 bis 200 FPS erlaubt — und V-Sync im Spiel je nach Tearing an oder aus. AMDs „Enhanced Sync“ ist ein Mittelweg ohne VRR: weniger Verzögerung als V-Sync, aber nicht ganz ohne Tearing.

FPS begrenzen: wo und auf welchen Wert

Die Reihenfolge, wenn mehrere Begrenzer zur Wahl stehen:

  1. Im Spiel selbst (Option „Max. FPS“ oder „Bildratenlimit“). Blur Busters bevorzugt den Begrenzer im Spiel, weil er die geringste Verzögerung hat.
  2. Im Treiber: NVIDIA „Max. Bildrate“ (seit Treiber 441.87), AMD „Frame Rate Target Control“.
  3. RivaTuner Statistics Server, wenn weder Spiel noch Treiber etwas anbieten.

Der Wert ist immer derselbe: Hertz-Zahl minus 3, mindestens. Ob die Begrenzung wirkt, zeigt eine FPS-Anzeige; wie du die einblendest, steht in NVIDIA: FPS anzeigen. Eine Begrenzung hat einen netten Nebeneffekt: In Menüs, die sonst mit Hunderten FPS laufen, wird die Karte leiser und kühler. Und wenn deine Bildrate ohnehin nie in die Nähe der Hertz-Zahl kommt, ist die Begrenzung harmlos, aber auch wirkungslos — dann bringen andere Stellschrauben mehr, gesammelt in Windows 11 fürs Gaming optimieren.

Ohne G-Sync und FreeSync: was dann?

Ältere oder sehr günstige Monitore haben kein VRR. Dann bleibt die klassische Abwägung:

SpielV-SyncWarum
Shooter, MOBA, WettkampfausJede Verzögerung kostet Treffer; Tearing ist der kleinere Preis.
Einzelspieler, Rennspiel mit Gamepad, StrategieanEin ruhiges Bild wiegt mehr als ein paar Millisekunden.
Bildrate schwankt um die Hertz-Zahlaus oder Triple BufferingSonst drohen Einbrüche auf die halbe Bildrate.

Fast jeder Gaming-Monitor der letzten Jahre kann G-Sync Compatible oder FreeSync. Wer noch einen ohne hat und viel in Shootern unterwegs ist, löst das Dilemma am einfachsten mit einem neuen Monitor: Ein 240-Hz-Modell mit VRR beseitigt Tearing und Verzögerung zugleich. Welche Modelle es gibt und was sie heute kosten, steht in Die besten 240-Hz-Monitore.

Konsole: was du dort einstellen kannst

An PS5 und Xbox gibt es keinen V-Sync-Schalter; das entscheidet jedes Spiel selbst, meist über die Wahl zwischen Qualitäts- und Leistungsmodus. Einstellen lässt sich VRR:

  • PS5: Einstellungen → Bildschirm und Video → Videoausgabe → VRR. Die Option „Auf nicht unterstützte Spiele anwenden“ versucht VRR auch in Spielen ohne offizielle Unterstützung und kann dort Bildfehler verursachen. Die PS5 nutzt VRR über HDMI 2.1 im Bereich von 48 bis 120 Hz — Spiele, die darunter fallen, profitieren nicht.
  • Xbox Series X|S: Unter Einstellungen → Allgemein → TV- und Anzeigeoptionen → Videomodi lässt sich „Variable Aktualisierungsrate“ einschalten, wenn der Monitor oder Fernseher VRR meldet.

Ein Leistungsmodus mit 60 FPS und mehr fühlt sich mit VRR deutlich ruhiger an, weil kleine Schwankungen nicht mehr als Ruckler oder Tearing ankommen.

Woher die Angaben kommen

Wir betreiben kein Testlabor und haben keine Latenzen gemessen. Die Verzögerungswerte und die empfohlenen Einstellungen stammen aus der Messreihe „G-SYNC 101“ von Blur Busters, die AMD-Optionen aus AMDs Support-Seiten, der VRR-Bereich der PS5 von FlatpanelsHD — alles an der jeweiligen Stelle verlinkt, abgerufen am 05.10.2026. Was das im Einzelnen heißt, steht in Wie wir testen.

Die kurze Fassung

  • Mit G-Sync oder FreeSync: V-Sync im Treiber an, im Spiel aus, FPS mindestens 3 unter der Hertz-Zahl begrenzen.
  • Ohne VRR: in Shootern V-Sync aus, in Einzelspielern an, wenn Tearing stört.
  • Klassisches V-Sync bringt 2 bis 6 Bilder Verzögerung und kann auf die halbe Bildrate fallen.
  • FPS-Begrenzer am besten im Spiel, sonst im Treiber.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kostet V-Sync FPS?

Es begrenzt die Bildrate auf die Hertz-Zahl, und bei klassischem V-Sync kann sie auf die Hälfte fallen, wenn die Karte die Hertz-Zahl nicht hält. Mit G-Sync oder FreeSync und einer Begrenzung knapp darunter kostet es praktisch nichts.

Warum habe ich mit G-Sync trotzdem Tearing?

Entweder liegt die Bildrate über der Hertz-Zahl, oder einzelne Bilder kommen zu früh. Beides behebt die Kombination aus V-Sync im Treiber und einer FPS-Begrenzung 3 unter der Hertz-Zahl.

Ist Fast Sync oder Enhanced Sync besser als V-Sync?

Beide sind für Monitore ohne VRR gedacht und für Bildraten weit über der Hertz-Zahl: weniger Verzögerung als V-Sync, aber nicht ganz ohne Ruckler oder Tearing. Mit G-Sync oder FreeSync ist die Kombination oben die bessere Wahl.

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