Hardware11 min Lesezeit
Monitor am PC: anschließen, einstellen, Fehler finden

Die Frage ist nicht, welches Kabel besser ist. Die Frage ist, ob der Anschluss die Datenmenge trägt, die deine Auflösung mal deiner Bildwiederholrate ergibt. Das lässt sich ausrechnen, und die Rechnung liefert eine Antwort, die den meisten Kaufberatungen widerspricht.
Die kurze Fassung vorweg: 4K mit 120 Hz passt ohne Kompression durch DisplayPort 1.4. 4K mit 144 Hz passt nicht. Der Unterschied zwischen beiden sind 24 Hertz und 2,75 Gbit/s, und er entscheidet, ob der Bildschirm das kann, wofür er verkauft wurde. Wie die Zahl zustande kommt, steht weiter unten — jeder Abschnitt sagt, woher er sie hat.
3840 × 2160 Bildpunkte mit 144 Bildern je Sekunde brauchen 28,67 Gbit/s. DisplayPort 1.4 überträgt 25,92 Gbit/s Nutzdaten. Die Kombination geht nur mit Kompression — oder gar nicht.
Die vier Anschlüsse, und woran du sie erkennst
Am Rechner entscheidet die Grafikkarte, nicht der Bildschirm. Ein Bildschirm mit DisplayPort 2.1 an einer Karte mit DisplayPort 1.4 läuft mit DisplayPort 1.4. Der schwächere der beiden Anschlüsse gibt vor, was geht — und das ist fast immer der ältere von beiden.

Von links nach rechts sind das die vier Formen, die heute an einem Schreibtisch vorkommen:
- DisplayPort — flach, mit einer abgeschrägten Ecke, meist mit einer kleinen Rastnase. Der Anschluss für den Rechner.
- HDMI — breiter, die Unterkante läuft beidseitig schräg zu. Der Anschluss für Konsolen und Fernseher.
- USB-C — klein und oval. Trägt Bild, Ton, Daten und Strom durch dasselbe Kabel, wenn beide Seiten mitspielen. Wann das der Fall ist, klärt Monitor über USB-C anschließen.
- DVI — breit, mit einem Stiftfeld. Der Rest von gestern: kein Ton, keine hohen Auflösungen, und an neuen Grafikkarten kommt er nicht mehr vor.
Welcher der beiden ersten für Spiele der richtige ist, nimmt HDMI oder DisplayPort im Einzelnen durch. Die kurze Antwort: am PC DisplayPort, weil dort die Bildraten höher liegen und die Synchronisierung zuverlässiger arbeitet. An der Konsole HDMI, weil sie nichts anderes hat.
Die Rechnung, die die Kaufberatung ersetzt
Ein Bild ist eine Zahl, keine Meinung. Breite mal Höhe ergibt die Bildpunkte, jeder Bildpunkt trägt drei Farbkanäle zu acht Bit, also 24 Bit, und das Ganze mal der Bildwiederholrate ergibt die Datenrate:
Breite × Höhe × 24 Bit × Hertz = Bit je Sekunde
Für 3840 × 2160 mit 144 Hz sind das 28,67 Gbit/s. Für dieselbe Auflösung mit 120 Hz nur noch 23,89 — und genau zwischen diesen beiden Werten liegt die Grenze von DisplayPort 1.4.
| Auflösung | 60 Hz | 120 Hz | 144 Hz | 240 Hz |
|---|---|---|---|---|
| 1920 × 1080 | 2,99 | 5,97 | 7,17 | 11,94 |
| 2560 × 1440 | 5,31 | 10,62 | 12,74 | 21,23 |
| 3440 × 1440 | 7,13 | 14,27 | 17,12 | 28,53 |
| 3840 × 2160 | 11,94 | 23,89 | 28,67 | 47,78 |
Datenrate in Gbit/s, gerechnet mit 24 Bit je Bildpunkt, ohne
Kompression. Nachrechnen: node build/bandbreite-monitor.mjs.
Dem gegenüber stehen die Nutzdatenraten der Anschlüsse. Nicht die beworbenen Bruttoraten — und das ist die Stelle, an der die meisten Tabellen im Netz falsch liegen. DisplayPort 1.4 wird mit 32,4 Gbit/s beworben; davon sind 25,92 Gbit/s Nutzdaten. VESA nennt beide Zahlen in derselben Ankündigung (VESA, DisplayPort 1.4). Bei HDMI 2.1 sind es 48 Gbit/s brutto — die Zahl, für die das Ultra-High-Speed-Kabel gemacht ist (HDMI Licensing Administrator) — und 42,6 Gbit/s netto.
| Anschluss | Nutzdaten | Was ohne Kompression durchpasst |
|---|---|---|
| HDMI 2.0 | 14,4 Gbit/s | 4K nur mit 60 Hz · 1440p bis 144 Hz |
| DisplayPort 1.4 | 25,92 Gbit/s | 4K bis 120 Hz · 1440p bis 240 Hz |
| HDMI 2.1 | 42,6 Gbit/s | 4K bis 144 Hz · 1440p bis 240 Hz |
| DisplayPort 2.1 | über 77 Gbit/s | alles aus der Tabelle oben |
Zwei Dinge sagt diese Rechnung ausdrücklich nicht. Erstens ist sie eine Untergrenze: Ein echtes Videosignal überträgt zusätzlich die Austastlücke, also Zeit zwischen den Zeilen und Bildern, in der keine Bildpunkte laufen. Der Aufschlag liegt im niedrigen einstelligen Prozentbereich — wer knapp unter einer Grenze landet, landet in Wirklichkeit knapp darüber. Zweitens rechnet sie ohne Kompression.
Warum die Tabelle trotzdem nicht das letzte Wort ist
Display Stream Compression hebt jede dieser Grenzen, und deshalb gibt es Bildschirme, die 4K mit 144 Hz über DisplayPort 1.4 anzeigen, obwohl die Rechnung oben es ausschließt. Das Verfahren komprimiert den Bildstrom in einem Verhältnis, das im normalen Betrieb nicht auffällt.
Die Bedingung ist die interessante Stelle: Beide Seiten müssen es können — Grafikkarte und Bildschirm. Fehlt es an einer, fällt die Verbindung auf das zurück, was ohne Kompression durchpasst, und der Bildschirm läuft mit 120 statt 144 Hz. Er zeigt dann kein Problem an. Er läuft einfach langsamer, und niemand merkt es, solange niemand nachsieht.
Genau deshalb steht der nächste Abschnitt hier und nicht am Ende.
Nachsehen, mit wie viel Hertz der Bildschirm wirklich läuft
Ein 144-Hz-Bildschirm läuft nach dem Anschließen mit 60 Hz, bis jemand es umstellt. Windows übernimmt die höhere Rate nicht von allein, und das ist der häufigste stille Fehler an einem neuen Schreibtisch — bezahlt für 144, benutzt werden 60.
Der Weg in Windows 11: Einstellungen → System → Anzeige → Erweiterte Anzeige. Dort steht je Bildschirm die aktuelle Bildwiederholrate und ein Auswahlfeld mit allem, was die Verbindung hergibt. Steht die gewünschte Rate nicht in der Liste, liegt es fast immer am Anschluss oder am Kabel — und dann hilft die Tabelle oben weiter.
Was die Zahl bedeutet und wie viel davon sich lohnt, steht in Wie viel Hertz braucht ein Gaming-Monitor. Ob die Grafikkarte die Bilder überhaupt liefert, die der Bildschirm anzeigen könnte, klärt Monitor und Grafikkarte zusammenpassen.
Die zweite Einstellung, die niemand macht: Bildsynchronisierung
Eine feste Bildwiederholrate und eine schwankende Bildrate passen nicht zusammen — und das sieht man. Liefert die Grafikkarte 93 Bilder je Sekunde an einen Bildschirm, der starr 144-mal je Sekunde ein Bild aufbaut, fällt der Wechsel mitten in den Bildaufbau. Das Ergebnis ist ein waagerechter Versatz im Bild, oder — wenn man ihn abschaltet — ein spürbares Stocken.
Die Lösung dreht die Richtung um: Nicht die Grafikkarte richtet sich nach dem Bildschirm, sondern der Bildschirm nach der Grafikkarte. VESA hat das Verfahren 2014 als Adaptive-Sync in den DisplayPort-Standard aufgenommen; es lässt den Bildschirm „dynamically match a GPU's rendering rate, on a frame-by-frame basis" (VESA, Adaptive-Sync). Die Handelsnamen der Grafikkartenhersteller stehen für dasselbe Verfahren.
Drei Dinge, die dabei regelmäßig schiefgehen. Erstens ist die Funktion am Bildschirm oft ab Werk aus und muss in dessen eigenem Menü eingeschaltet werden — nicht nur im Grafiktreiber. Zweitens arbeitet sie nur innerhalb eines Bereichs, den der Bildschirm vorgibt; unterhalb davon greift sie nicht. Und drittens ist sie über HDMI an älteren Geräten eingeschränkt oder gar nicht vorhanden, während sie über DisplayPort seit einem Jahrzehnt zum Standard gehört. Das ist ein weiteres Argument für die Empfehlung weiter oben.
Auflösung und Skalierung
Ein Bildschirm hat genau eine Auflösung, bei der er scharf ist — die, die seiner Anzahl Bildpunkte entspricht. Jede andere muss umgerechnet werden, und dabei wird aus scharfen Kanten Matsch. Wer den Text zu klein findet, stellt deshalb nicht die Auflösung herunter, sondern die Skalierung hoch: Einstellungen → System → Anzeige → Skalierung. Das vergrößert die Darstellung und lässt die Schärfe, wo sie ist.
Bei zwei Bildschirmen mit unterschiedlicher Größe gehört die Skalierung je Bildschirm gesetzt, sonst sind Fenster nach dem Verschieben plötzlich winzig oder riesig. Windows merkt sich das getrennt — man muss den zweiten Bildschirm nur zuerst anklicken.
Wenn kein Bild kommt
Bei „kein Signal" ist die Reihenfolge wichtiger als die Vermutung. Der häufigste Fall ist banal und kostet zwei Minuten: Das Kabel steckt in der Bildausgabe des Mainboards statt in der Grafikkarte. Die Buchsen des Mainboards sitzen oben im Anschlussfeld, die der Grafikkarte weiter unten in einem eigenen Blech — und wer den nächstbesten Anschluss nimmt, nimmt oft den falschen.
Die weiteren Ursachen, sortiert nach Häufigkeit, nimmt Monitor: kein Signal durch. Der andere Fehler mit demselben Auslöser ist das Flackern: Ein Bild, das kommt und geht, ist meistens ein Kabel oder eine Bildrate an der Grenze, nicht ein defekter Bildschirm — Warum flackert mein Bildschirm geht die Fälle einzeln durch.
Zwei Bildschirme

Zwei Bildschirme teilen sich nicht die Bandbreite — jeder Anschluss rechnet für sich. Die Tabelle oben gilt also je Kabel, nicht je Rechner. Was sich die beiden dagegen sehr wohl teilen, ist die Grafikkarte: Der zweite Bildschirm kostet Bildspeicher, und bei sehr hohen Auflösungen kostet er auch Leistung.
Zwei Dinge, die regelmäßig überraschen. Unterschiedliche Bildwiederholraten vertragen sich schlechter, als sie sollten: Ein 144-Hz-Bildschirm neben einem 60-Hz-Bildschirm kann dazu führen, dass der schnellere ruckelt, sobald auf dem langsameren etwas passiert. Und Windows sortiert die Bildschirme nicht so, wie sie auf dem Tisch stehen — das gehört in den Anzeigeeinstellungen von Hand geschoben, sonst wandert die Maus in die falsche Richtung. Den ganzen Vorgang beschreibt Zweiten Monitor anschließen.
Konsole am selben Bildschirm
Ein PC-Bildschirm mit HDMI 2.1 ist für eine aktuelle Konsole die bessere Wahl als die meisten Fernseher — kürzere Wege im Bild, kein Bildverbesserer, der dazwischenfunkt. Was dabei zu beachten ist, steht in PS5 an den Monitor anschließen und, mit anderen Anforderungen, in Switch an den Monitor anschließen.
Der eine Punkt, an dem es regelmäßig hakt, ist der Ton: Ein PC-Bildschirm hat oft keine brauchbaren Lautsprecher und manchmal gar keine. Dann braucht es den Kopfhörerausgang des Bildschirms oder — besser — Aktivlautsprecher am PC. Wer dafür keine zwei Kisten auf den Tisch stellen will, findet die Abwägung unter Soundbar für den PC-Monitor — sie gewinnt Platz und verliert die Bühne. Ob stattdessen gleich ein Fernseher an den Rechner soll, wägt Monitor oder Fernseher am PC ab.
Wo der Bildschirm steht
Der Abstand ist rechenbar, und die übliche Empfehlung ist für Full HD zu kurz. Aus Auflösung und Diagonale ergibt sich der Punktabstand und daraus der Abstand, ab dem das Auge einen einzelnen Bildpunkt nicht mehr auflöst: 27 Zoll mit 1080p landen rechnerisch bei 107 cm — tiefer als jeder Schreibtisch. Dieselben 27 Zoll mit 1440p landen bei 80 cm und fallen damit mit der Haltungsregel zusammen. Die Rechnung steht in Bildschirmabstand.
Für die Höhe gilt eine einfachere Regel: Die Oberkante des Bildschirms gehört auf Augenhöhe oder knapp darunter. Ob dafür der mitgelieferte Fuß reicht, entscheidet sich am Verstellbereich — höhenverstellbare Monitore bringen ihn mit, ein Monitorarm rüstet ihn nach und gibt zusätzlich die Tischfläche unter dem Fuß frei.
Und wenn ein neuer her muss
Diese Seite beantwortet die Fragen rund um den Bildschirm, den du schon hast. Für die Kaufentscheidung gilt die Reihenfolge aus der Tabelle: erst die Auflösung, dann die Bildrate, dann prüfen, ob der Anschluss der Grafikkarte beides trägt. Wer in der falschen Reihenfolge kauft, kauft eine Zahl, die er nicht sieht.
Die Empfehlungen nach Einsatzzweck stehen in beste 1440p-Monitore für Gaming — der Auflösung, die in der Tabelle oben mit jedem aktuellen Anschluss auch 240 Hz trägt — sowie in Gaming-Monitor für die PS5 und beste Monitore für Minecraft.
Und für den Fall, dass gar kein Bildschirm gemeint war: Ein Beamer hängt an denselben Anschlüssen und an derselben Tabelle, bringt aber eine eigene Frage nach Helligkeit und Abstand mit — Mini-Beamer unter 100 Euro geht sie durch.
Die Reihenfolge, wenn du bei null anfängst
- Nachsehen, was die Grafikkarte hat, nicht was der Bildschirm kann. Der schwächere Anschluss gibt vor.
- Kabel in die Grafikkarte, nicht ins Mainboard — das ist der häufigste Grund für „kein Signal".
- Bildwiederholrate umstellen. Einstellungen → System → Anzeige → Erweiterte Anzeige. Ohne diesen Schritt läuft der Bildschirm mit 60 Hz.
- Höhe und Abstand einstellen, bevor der Tisch voll wird.
Häufige Fragen
Bringt ein teureres HDMI-Kabel ein besseres Bild?
Nein. Ein digitales Signal kommt an oder nicht — es wird nicht schöner, wenn das Kabel teurer ist. Was das Kabel ändern kann, ist die Bandbreite, die es überhaupt trägt: Für die 48 Gbit/s von HDMI 2.1 braucht es ein Kabel, das dafür gemacht ist. Darüber hinaus zahlt man für die Verpackung.
Warum steht meine gewünschte Bildwiederholrate nicht zur Auswahl?
Weil die Verbindung sie nicht trägt. Entweder ist der Anschluss zu alt (siehe Tabelle), oder das Kabel ist es, oder eine der beiden Seiten beherrscht die Kompression nicht, mit der die Kombination gerade noch durchpassen würde. Die Reihenfolge zum Ausschließen: erst Anschluss, dann Kabel, dann Treiber.
Ist DisplayPort immer besser als HDMI?
Am Rechner meistens, an der Konsole nie — dort gibt es kein DisplayPort. Und die Version schlägt den Namen: HDMI 2.1 trägt mehr als DisplayPort 1.4, wie die Tabelle oben zeigt. Die Einzelheiten stehen in HDMI oder DisplayPort.
Reicht ein Anschluss für Bild, Ton und Strom?
Über USB-C ja, wenn beide Seiten es unterstützen — dann läuft der Bildschirm mit einem Kabel und lädt nebenbei den Laptop. Über HDMI und DisplayPort läuft Bild und Ton, aber kein Strom. Welche Bedingungen für den USB-C-Weg gelten, steht in Monitor über USB-C anschließen.
Woher die Zahlen auf dieser Seite kommen
Wir betreiben kein Testlabor. Die Datenraten in der ersten Tabelle sind
gerechnet, nicht gemessen: Breite mal Höhe mal 24 Bit mal Hertz, ohne
Kompression und ohne Austastlücke, nachvollziehbar über
build/bandbreite-monitor.mjs. Sie sind damit eine Untergrenze
für die tatsächlich nötige Bandbreite. Die Grenzwerte der Anschlüsse stammen
aus den Veröffentlichungen der Normungsgremien —
VESA
für DisplayPort,
HDMI Licensing Administrator
für HDMI. Bildschirme, Kabel und Reaktionszeiten messen wir nicht; wo diese
Seite darüber spricht, beschreibt sie Zusammenhänge und nennt keine eigenen
Messwerte. Was das im Einzelnen heißt, steht in
Wie wir testen.