Zum Inhalt springen
EliteGear
PC BuilderBuilder

HardwareVon Stefan Haun7 min Lesezeit

G-Sync und FreeSync aktivieren: so läuft VRR wirklich

Illustration: ein PC-Gehäuse und ein Monitor auf einem Schreibtisch, verbunden durch eine geschwungene Lichtwelle, die sich auf dem Bildschirm fortsetzt

G-Sync oder FreeSync läuft nur, wenn es an drei Stellen eingeschaltet ist: im Menü des Monitors, im Grafiktreiber und über ein Kabel, das die variable Bildwiederholrate (VRR) überträgt — am sichersten DisplayPort. Bei NVIDIA heißt der Schalter „G-SYNC einrichten" in der NVIDIA-Systemsteuerung (oder „G-SYNC" in der NVIDIA App), bei AMD „AMD FreeSync" in der Adrenalin-Software unter Gaming → Anzeige. Danach die Bildrate im Spiel ein paar FPS unter die Hertzzahl des Monitors begrenzen, sonst fällt das Bild oberhalb der Obergrenze wieder aus dem Sync.

Die häufigste Ursache dafür, dass es „nicht geht", ist kein Treiberfehler, sondern ein Schalter im Monitormenü, der ab Werk aus ist, oder ein HDMI-Anschluss, der VRR nicht kann. Die Schritte unten gehen die Kette der Reihe nach durch.

3 Stellen

müssen stimmen: Monitormenü, Treiber, Anschluss. NVIDIA nennt für Monitore, die nicht offiziell geprüft sind, beides als Voraussetzung — DisplayPort-Kabel und VRR im Bildschirmmenü; AMD schreibt, FreeSync zuerst in den Einstellungen des Displays einzuschalten.

Voraussetzungen: Monitor, Kabel, Grafikkarte

NVIDIA (G-Sync / G-Sync Compatible)AMD (FreeSync)
GrafikkarteGeForce GTX 10 oder neuer über DisplayPort; VRR über HDMI 2.1 an Displays, die es unterstützen (NVIDIA nennt RTX 30 und 40 ausdrücklich)Radeon mit FreeSync-Unterstützung
AnschlussDisplayPort (ab 1.2); HDMI nur bei Displays mit HDMI-2.1-VRRDisplayPort oder HDMI
MonitorAdaptive Sync / VRR im Bildschirmmenü anFreeSync im Bildschirmmenü an
SoftwareNVIDIA-Systemsteuerung oder NVIDIA AppAMD Software: Adrenalin Edition

Quellen: NVIDIA-Support zu Adaptive-Sync-Monitoren („GeForce GTX 10-Series or higher graphics card using a DisplayPort cable"), NVIDIA zu HDMI 2.1 und VRR, AMD zu FreeSync. Abgerufen am 05.10.2026.

Der Knackpunkt ist bei NVIDIA der Anschluss. Viele Gaming-Monitore können FreeSync auch über HDMI, aber nur in einer AMD-eigenen Variante, die GeForce-Karten nicht nutzen. Steckt der Monitor per HDMI an einer GeForce und bleibt der G-SYNC-Eintrag im Treiber leer, ist das fast immer der Grund. Die Lösung ist ein DisplayPort-Kabel. Welcher Anschluss sich wofür eignet, steht ausführlich in HDMI vs. DisplayPort fürs Gaming.

Schritt 1: Adaptive Sync im Monitor-Menü einschalten

Öffne das Bildschirmmenü (OSD) über die Tasten oder den Joystick am Monitor. Je nach Hersteller heißt die Option Adaptive-Sync, FreeSync, FreeSync Premium, VRR oder G-SYNC Compatible und steckt meist unter „Gaming" oder „Bild". Stelle sie auf „Ein". Bei manchen Monitoren muss zusätzlich die DisplayPort-Version auf 1.2 oder höher stehen — NVIDIA nennt das ausdrücklich als Voraussetzung.

Zwei Stolperfallen im OSD: Manche Monitore schalten Adaptive Sync ab, sobald ein Bildmodus mit Bewegungsunschärfe-Reduktion (Backlight Strobing, „MPRT", „ELMB" o. Ä.) aktiv ist — beides gleichzeitig geht bei vielen Modellen nicht. Und bei Monitoren mit zwei FreeSync-Stufen („Standard" und „Erweitert") ist die erweiterte Stufe die mit dem größeren Frequenzbereich.

Schritt 2a: NVIDIA — G-Sync (kompatibel) aktivieren

  1. Rechtsklick auf den Desktop → NVIDIA-Systemsteuerung.
  2. Links unter Anzeige → G-SYNC einrichten.
  3. Haken bei „G-SYNC/G-SYNC Compatible aktivieren" setzen.
  4. Für den Vollbildmodus aktivieren wählen. „Fenster- und Vollbildmodus" nur, wenn du oft im Fenster spielst.
  5. Bei mehreren Monitoren den richtigen auswählen und „Einstellungen für das ausgewählte Anzeigemodell aktivieren" anhaken, dann Übernehmen.

So beschreibt es NVIDIA in der Hilfe der Systemsteuerung. In der neueren NVIDIA App liegt derselbe Schalter unter System → G-SYNC und Surround → G-SYNC. Fehlt der Eintrag „G-SYNC einrichten" ganz, erkennt der Treiber den Monitor nicht als VRR-fähig — zurück zu Schritt 1 und zum Kabel.

Steht der Monitor nicht auf NVIDIAs Liste geprüfter Modelle, funktioniert es oft trotzdem. NVIDIA sagt dazu offen, es „may work, it may work partly, or it may not work at all". Flackert das Bild bei niedrigen Bildraten oder in Ladebildschirmen, liegt es am Monitor, nicht an deiner Einstellung.

V-Sync: im Treiber an, im Spiel aus

Das klingt widersprüchlich, ist aber die Empfehlung aus der bekanntesten Messreihe zu G-Sync, G-SYNC 101 von Blur Busters: In der NVIDIA-Systemsteuerung unter 3D-Einstellungen verwalten → Vertikale Synchronisierung auf „Ein", im Spiel dagegen alle V-Sync- und Triple-Buffer-Optionen aus. Zusammen mit einer FPS-Grenze unter der Hertzzahl greift V-Sync dann nie ein und sorgt nur dafür, dass bei kurzen Ausreißern über die Obergrenze kein Tearing entsteht.

Schritt 2b: AMD — FreeSync in Adrenalin

  1. Rechtsklick auf den Desktop → AMD Software: Adrenalin Edition.
  2. Oben Gaming → Anzeige (Display).
  3. Bei mehreren Monitoren den richtigen wählen und AMD FreeSync auf „Aktiviert" stellen.

AMD nennt genau diesen Ort, den Reiter „Gaming/Display", und rät: Liegt die Bildrate regelmäßig über der Bildwiederholrate des Monitors, V-Sync einschalten oder die Bildrate begrenzen. Ist der Schalter ausgegraut, meldet der Monitor kein FreeSync — meist ist es dann im OSD noch aus.

Ein Begriff, der bei FreeSync oft fällt, ist LFC (Low Framerate Compensation). AMD erklärt es so: Fällt die Bildrate unter die Untergrenze des Monitors, werden Bilder verdoppelt. Ein Monitor mit 60 bis 144 Hz zeigt ein Spiel mit 40 FPS dann mit 80 Hz an und bleibt synchron. Ohne LFC fällt das Bild unterhalb der Grenze aus dem Sync.

Schritt 3: Windows für Spiele im Fenster

Spielst du im randlosen Fenster, prüfe in Windows 11 unter Einstellungen → System → Anzeige → Grafik die Option „Optimierungen für Spiele im Fenstermodus". Microsoft schreibt, sie stelle DirectX-10- und -11-Spiele im Fenster auf ein neueres Darstellungsmodell um und ermögliche damit „variable refresh rate on supported displays". Im exklusiven Vollbild brauchst du das nicht.

Prüfen, ob es läuft

  • Frequenzanzeige des Monitors: Viele Monitore haben im OSD eine Anzeige der aktuellen Bildwiederholrate. Springt sie im Spiel mit den FPS mit (etwa 97, 112, 130 Hz statt fest 144), läuft VRR.
  • G-SYNC-Anzeige: In der NVIDIA-Systemsteuerung lässt sich unter Anzeige eine Einblendung einschalten, die oben im Bild „G-SYNC" meldet, solange es aktiv ist.
  • Pendel-Demo: NVIDIA bietet die kostenlose G-SYNC Pendulum Demo auf der Seite der NVIDIA Tech Demos an. Sie schaltet zwischen V-Sync aus, V-Sync an und G-Sync um und lässt die Bildrate schwanken; mit G-Sync bleibt das Pendel auch bei 45 oder 50 FPS ohne Riss und ohne Ruckeln. Auf AMD-Karten lässt sich derselbe Effekt mit einem Spiel prüfen, dessen Bildrate du per Limiter langsam absenkst.

Siehst du weiterhin horizontale Risse im Bild, liegt die Bildrate meist über der Obergrenze des Monitors — dann fehlt die FPS-Grenze aus dem nächsten Abschnitt.

Die richtige FPS-Grenze

VRR funktioniert nur innerhalb des Frequenzbereichs des Monitors. Läuft das Spiel schneller, als der Monitor Bilder zeigen kann, kommt entweder Tearing zurück (V-Sync aus) oder die zusätzliche Verzögerung von V-Sync (V-Sync an). Deshalb wird die Bildrate knapp unter die Hertzzahl begrenzt. Blur Busters empfiehlt mindestens 3 FPS darunter:

MonitorFPS-Grenze
60 Hz57 FPS
120 Hz117 FPS
144 Hz141 FPS
165 Hz162 FPS
240 Hz237 FPS

Am besten setzt du die Grenze im Spiel selbst; sonst über „Max. Bildrate" in der NVIDIA-Systemsteuerung bzw. „Frame Rate Target Control" oder „Radeon Chill" bei AMD. Ein Sonderfall sind Spiele mit NVIDIA Reflex: Ist Reflex an und sind G-Sync und V-Sync aktiv, begrenzt Reflex die Bildrate laut NVIDIA automatisch unter die Bildwiederholrate. Dann brauchst du keine eigene Grenze.

Erreicht dein PC die Hertzzahl gar nicht, ist die Grenze egal — dann arbeitet VRR ohnehin die ganze Zeit. Wie viele Hertz sich bei welcher Grafikkarte lohnen, steht in Wie viel Hertz braucht ein Gaming-Monitor? und Monitor und Grafikkarte richtig kombinieren. Wer einen schnellen Monitor mit breitem VRR-Bereich sucht: Die aktuellen Modelle mit Tagespreis stehen in Die besten 240-Hz-Monitore.

Woher die Angaben kommen

Alle Menüpfade und Voraussetzungen stammen aus den Support- und Hilfeseiten von NVIDIA, AMD und Microsoft, die Empfehlungen zu V-Sync und FPS-Grenze aus der Reihe G-SYNC 101 von Blur Busters — jeweils an der Stelle verlinkt, abgerufen am 05.10.2026. Menünamen können sich mit neuen Treiberversionen ändern. Mehr dazu in Wie wir testen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Warum kann ich G-Sync in der NVIDIA-Systemsteuerung nicht aktivieren?

Meist ist Adaptive Sync im Monitormenü aus oder der Monitor hängt per HDMI an einer GeForce. NVIDIA setzt für G-Sync-Compatible-Monitore DisplayPort voraus; HDMI geht nur bei Displays mit HDMI-2.1-VRR.

Funktioniert G-Sync auf einem FreeSync-Monitor?

In den meisten Fällen ja, als „G-SYNC Compatible" über DisplayPort mit einer GeForce GTX 10 oder neuer. Bei Monitoren, die NVIDIA nicht geprüft hat, kann es teilweise oder gar nicht funktionieren.

Soll V-Sync mit G-Sync an oder aus sein?

Im Treiber an, im Spiel aus, dazu eine FPS-Grenze mindestens 3 FPS unter der Hertzzahl. So empfiehlt es Blur Busters.

Neue Builds und Preisstürze — sonst nichts

Wir messen die Preise aus unseren Listen einmal am Tag bei Geizhals. Fällt einer unter alles, was wir bisher gemessen haben, schreiben wir dir — genauso, wenn eine neue Zusammenstellung fertig ist. Sonst hörst du nichts: kein Rundbrief nach Plan, keine Werbung Dritter, kein Weiterverkauf der Adresse.