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GamesVon Stefan HaunAktualisiert am 8 min Lesezeit

WoW Addons installieren: der Ordner mit dem Unterstrich, die Liste im Spiel und was seit Midnight nicht mehr geht

Illustration: eine geöffnete schlichte graue Schachtel auf einem dunklen Holztisch, daneben ein aufgezogenes leeres Schubfach, warmes Abendlicht

Die kurze Antwort: Entpacke das Addon so, dass sein Ordner unter World of Warcraft\_retail_\Interface\AddOns liegt, starte das Spiel neu und schalte es im Spiel über den Knopf AddOns ein — auf dem Charakterbildschirm oder im Escape-Menü. Für Classic gilt derselbe Weg mit _classic_ beziehungsweise _classic_era_ statt _retail_. Wer das Entpacken nicht selbst machen will, lässt eine Verwaltungs-App wie die CurseForge-App in genau diesen Ordner installieren.

Eines vorweg, weil es viele überrascht: Blizzard beschreibt nirgends, wie man ein Addon installiert. Der Support-Artikel „WoW User Interface Customization Options" sagt ausdrücklich, dass der Kundendienst beim Erstellen, Installieren oder Empfehlen von Addons nicht hilft. Der Ordnerpfad, den alle nennen, stammt aus der Community und von den Addon-Verwaltungen — Blizzards eigene Artikel nennen die Ordner nur dort, wo es ums Zurücksetzen der Oberfläche geht.

Der Ordner, und die Ebene, die alle vergessen

Seit Blizzard mehrere Spielfassungen in einer Installation führt, liegt nicht mehr Interface\AddOns direkt im Spielordner, sondern je Fassung ein eigener Zweig:

SpielfassungOrdner für Addons
Aktuelles WoW (Midnight)World of Warcraft\_retail_\Interface\AddOns
Classic (Fortschritt)World of Warcraft\_classic_\Interface\AddOns
Classic EraWorld of Warcraft\_classic_era_\Interface\AddOns

Die drei Namen mit den Unterstrichen sind dieselben, die Blizzards Support-Artikel zum Zurücksetzen der Oberfläche nennt — dort als die Orte, an denen die Ordner Cache, Interface und WTF liegen. Die CurseForge-App verlangt beim Einrichten ebenfalls den Ordner der Spielfassung, im Beispiel ihrer Hilfe C:\Program Files (x86)\World of Warcraft\_retail_\, nicht den Ordner darüber.

Fehlt der Ordner AddOns noch, legst du ihn selbst an, genau so geschrieben. Ein Addon liegt danach als eigener Unterordner darin, und in diesem Unterordner muss eine Datei mit der Endung .toc liegen — sie beschreibt das Addon gegenüber dem Spiel. Liegt die .toc eine Ebene tiefer, weil das Zip-Archiv einen zusätzlichen Ordner um alles gelegt hat, sieht das Spiel das Addon nicht.

Illustration: ein dunkles Holzregal mit drei Fächern, in jedem Fach eine einzelne schlichte graue Platte ohne Aufschrift, das mittlere Fach ist beleuchtet, warmes Abendlicht

Einschalten: die AddOn-Liste im Spiel

Nach dem Entpacken muss das Spiel neu gestartet werden, dann taucht das Addon in der AddOn-Liste auf. Die erreichst du an zwei Stellen: über den Knopf AddOns links unten auf dem Charakterbildschirm, oder im Spiel über das Escape-Menü — dort steht AddOns seit Patch 5.4.2 neben Optionen, Makros und dem Bearbeitungsmodus. Ein Haken vor dem Eintrag schaltet das Addon ein; die Liste gilt je Charakter, oben lässt sich auf „alle Charaktere" umschalten.

Zwei Dinge in dieser Liste erklären die Fragen, die nach jedem Patch wiederkommen:

  • „Veraltet" heißt nicht kaputt. Nach jedem Patch markiert das Spiel Addons, deren .toc nicht die aktuelle Versionsnummer trägt, als veraltet und lädt sie nicht. Der Haken „Veraltete AddOns laden" oben in der Liste schaltet sie trotzdem ein — er setzt sich nach jedem Client-Patch zurück, weshalb dieselbe Frage bei jedem größeren Update wiederkommt.
  • Der Haken gilt je Charakter. Wer ein Addon auf dem Twink vermisst, prüft zuerst, ob es dort angehakt ist.

Verwaltungs-Apps: was sie tun, und was nicht

Die CurseForge-App, WowUp und die Wago-App tun nichts anderes als das, was oben steht: Sie entpacken in den AddOns-Ordner der gewählten Spielfassung und halten die Dateien aktuell. Ihr Nutzen liegt im Aktualisieren, nicht im Installieren. Bei mehreren Spielfassungen zeigt die CurseForge-App ein Auswahlmenü neben dem Startknopf — ein für Classic gewähltes Addon landet sonst im falschen Zweig, und die App meldet dann „might be corrupt (Belongs to …)".

Blizzard selbst bietet keine Addon-Verwaltung an, weder im Spiel noch in der Battle.net-App. Das Spiel kann Addons ein- und ausschalten, aber nicht herunterladen oder aktualisieren. Alle Apps dafür stammen von Dritten.

Seit Midnight: erst prüfen, ob das Addon noch darf

Mit dem Vorbereitungspatch 12.0.0 vom 20. Januar 2026 und der Erweiterung Midnight, die seit dem 2. März 2026 läuft, hat Blizzard den Zugriff von Addons auf Kampfdaten eingeschränkt. Die Regel steht in Blizzards eigener Ankündigung vom Oktober 2025: „Addons should not be able to automate combat decisions for the player." Technisch läuft das über „Secret Values" — Werte, die ein Addon zwar bekommt, aber nicht auswerten darf —, und die Combat-Log-Ereignisse, aus denen Schadensmesser und Boss-Warner bisher ihre Daten zogen, lassen sich laut der Änderungsliste der Programmierschnittstelle gar nicht mehr abonnieren.

Für das Installieren heißt das: Ein Addon, das vor 2026 zuletzt aktualisiert wurde und im Kampf etwas ausrechnen wollte, funktioniert entweder nicht mehr oder zeigt nur noch, was das Spiel ihm liefert. Schadensmesser sind das bekannteste Beispiel; wie es dort weitergeht, steht in WoW DPS Meter. Addons, die nur die Oberfläche umbauen — Leisten, Rahmen, Schriften, Karten —, nennt Blizzard ausdrücklich als weiterhin erlaubt.

Und in WoW Forever?

Für World of Warcraft: Forever, die neue Fassung des alten Azeroth (laut deutscher Produktseite ab dem 5. November 2026, im Abonnement enthalten; Beta seit dem 17. September), ist der Ordner die erste Frage — und Blizzard beantwortet sie bis zum 20. September 2026 nicht: Der Support-Artikel zum Zurücksetzen der Oberfläche nennt weiterhin nur _retail_, _classic_era_ und _classic_. Welchen Zweig der Forever-Client anlegt, siehst du deshalb am sichersten im Spielordner selbst, nachdem die Battle.net-App Forever installiert hat: Es ist der Ordner mit Unterstrichen, der neu dazugekommen ist, und Interface\AddOns liegt darin wie bei den anderen. Die zweite Frage — welche Regeln für Addons gelten — hat Blizzard für Forever ebenfalls nicht eigens beschrieben. Belegt ist nur, dass Forever Blizzards eigene Werkzeuge mitbringt, die mit Midnight kamen: In der Known-Issues-Liste der Beta vom 17. September 2026 führt Blizzard den Cooldown-Manager für Forever als „work in progress“ — und nennt zwei Auslöser für Lua-Fehler; was diese Meldung heißt und wie du sie abstellst, steht in Lua-Fehler in WoW Forever. Wer ein Addon für Forever sucht, prüft also dieselben zwei Dinge wie oben: den richtigen Zweig und ob das Addon seit 2026 gepflegt wird.

Questie und ClassicUI für Forever gibt es, aber nur als frühe Fassungen. Ein Stand vom 24. September 2026, nachgesehen in den Quelltexten der Addons selbst:

  • Questie, der Questhelfer aus Classic, hat eine eigene Kopfdatei für Forever (Questie_Camelot.toc; „Camelot“ ist der interne Name des Forever-Clients). Die Fassung 12.0.0 mit „Forever client support“ ist am 23. September 2026 nur als Vorabversion auf GitHub erschienen, zusammen mit QuestieDB: Questie 12 braucht die Questdatenbank als zweites Addon und lädt ohne sie nicht. Beide Ordner gehören also nach Interface\AddOns. Die Entwickler führen eine offene Arbeitsliste für Forever und schreiben selbst, dass die Daten für neue Forever-Inhalte noch nicht vollständig sind.
  • ClassicUI Forever legt die alte Classic-Optik über die Oberfläche von Forever: Leiste mit Greifen, eckige Knöpfe, Einheiten- und Zauberleisten, Minikarte, Questlog. Jedes Teil lässt sich einzeln abschalten, Einstellungen öffnest du mit /fcui, und es baut auf dem Bearbeitungsmodus auf, statt ihn zu ersetzen. Unter fast gleichem Namen gibt es weitere Addons (etwa „Forever Classic UI“, das ebenfalls /fcui belegt). Installier nur eines davon.

Beide tragen in ihrer .toc die Interface-Nummer 16001. Das ist die Nummer, die Addon-Autoren für den Forever-Client eintragen; an ihr erkennst du im Ordner, ob ein Addon für Forever gebaut ist. Die Questie-Entwickler notieren außerdem zwei Dinge, die jedes Addon betreffen: Forever meldet sich gegenüber Addons mit derselben Projektnummer wie Retail, spielt aber Classic-Inhalte, und auf Build 69913 hat ein Testaddon nach einem Neustart des Spiels seine gespeicherten Einstellungen nicht zurückbekommen, obwohl sie in der Datei standen. Ob das im aktuellen Build noch so ist, wissen wir nicht. Wenn ein Addon nach dem Neustart seine Einstellungen vergisst, liegt es also nicht unbedingt an dir. Wie Forever die Leisten ab Werk anordnet und was du ohne Addon umstellen kannst, steht in WoW UI einrichten.

Wenn ein Addon nicht auftaucht

  • Es steht nicht in der Liste: falscher Zweig (_retail_ gegen _classic_), oder die .toc liegt eine Ebene zu tief, weil das Archiv einen Ordner zu viel hatte.
  • Es steht grau in der Liste: veraltet — „Veraltete AddOns laden" anhaken oder auf eine neue Fassung warten.
  • Es ist angehakt und tut nichts: Spiel nicht neu gestartet, oder das Addon braucht seit Midnight Daten, die es nicht mehr bekommt.
  • Die Oberfläche ist nach dem Installieren kaputt: Blizzards Weg ist, im Zweig der Spielfassung die Ordner Cache, Interface und WTF umzubenennen — das setzt alles zurück, auch Makros und Bindungen. Vorher den Ordner Interface\AddOns woandershin kopieren, dann ist nur die Einstellung weg, nicht die Sammlung.

Auf einem Laptop kosten Addons Bildrate, jedes ein wenig. Wie du die Zahl siehst, steht in WoW FPS anzeigen; welcher Desktop-Prozessor im Raid genug Reserve für Addons hat, in Gaming-PC für WoW Forever; welche Geräte Midnight mit Addons im Raid schaffen, in der Liste Gaming-Laptop für World of Warcraft.

Was hier nicht steht

Wir empfehlen keine einzelnen Addons und keine Download-Seiten — Herkunft und Inhalt fremder Dateien können wir nicht prüfen, und die Community-Dokumentation rät selbst dazu, jede Verwaltungs-App vor dem Ausführen zu prüfen. Questie und ClassicUI Forever nennen wir im Forever-Abschnitt, weil nach ihnen gesucht wird, nicht als Empfehlung; angesehen haben wir ihre Quelltexte, nicht die Addons im Client: Questie auf GitHub mit Questie_Camelot.toc, der Arbeitsliste FOREVER_WORK_LEFT_TO_DO.md, den Notizen docs/forever-development.md und docs/saved-variables-investigation.md und der Vorabversion 12.0.0 vom 23. September 2026 (Stand 24. September), ClassicUI Forever auf GitHub (Fassung 0.8.0) und Forever Classic UI (Fassung 0.1.4). Wir haben nicht gemessen, wie viel Bildrate einzelne Addons kosten. Dass Blizzard beim Installieren nicht hilft, steht im Support-Artikel WoW User Interface Customization Options; die Ordnernamen _retail_, _classic_, _classic_era_ und das Zurücksetzen über Cache, Interface, WTF im Artikel Resetting the WoW User Interface. Die .toc-Datei, der Knopf im Escape-Menü seit 5.4.2 und der Haken für veraltete Addons stammen aus der Warcraft Wiki und der Seite Game menu dort; der Beispielpfad der CurseForge-App aus deren Hilfe zu WoW-Addons. Die Regel zu Kampf-Addons steht in Blizzards Beitrag How Midnight's Upcoming Game Changes Will Impact Combat Addons, die gestrichenen Combat-Log-Ereignisse in der Änderungsliste zu Patch 12.0.0, das Startdatum von Midnight in Blizzards Startmeldung. Das Bild ist eine Illustration, kein Beleg. Womit wir arbeiten und womit nicht, steht in Wie wir testen.

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