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BuildsVon Stefan Haun7 min Lesezeit

PC aufrüsten: welches Teil zuerst – nach Budget sortiert

Illustration: ein offenes PC-Gehäuse mit Grafikkarte, Arbeitsspeicher und SSD, über den Teilen leuchtende Pfeile nach oben

Beim Aufrüsten fürs Spielen bringt die Grafikkarte fast immer am meisten – vorausgesetzt, der Prozessor bremst nicht. Ob das so ist, lässt sich in zehn Minuten messen. Danach entscheidet das Budget: Unter 300 Euro gibt es 2026 keine neue Grafikkarte, für rund 300 Euro eine Einstiegskarte und für rund 500 Euro eine Mittelklassekarte. Ein Wechsel auf eine neue Plattform mit Prozessor, Mainboard und DDR5 kostete Anfang Oktober 2026 mindestens 850 Euro, weil Arbeitsspeicher so teuer ist. Er lohnt sich nur, wenn der alte Prozessor wirklich das Problem ist oder Windows 11 ihn nicht unterstützt.

559 €

kostete das günstigste 32-GB-Kit DDR5-6000 in unserem Katalog am 05.10.2026 laut Geizhals – mehr als Prozessor und Mainboard für AM5 zusammen (291,20 Euro). Wer heute aufrüstet, sollte deshalb möglichst auf seiner Plattform bleiben.

Erst messen: CPU- oder GPU-Limit?

Bevor du Geld ausgibst, musst du wissen, welches Teil dein Spiel ausbremst. Das zeigt ein Overlay wie MSI Afterburner oder das Leistungs-Overlay der Grafikkartentreiber. Liegt die Grafikkarte in deinem Spiel dauerhaft bei 95 bis 100 Prozent Auslastung, ist sie das Limit, und eine schnellere Karte bringt direkt mehr Bilder. Hängt sie deutlich darunter, während einzelne Prozessorkerne am Anschlag sind, bremst der Prozessor. Dann bringt eine neue Grafikkarte wenig. Die Messung mit Gegenprobe (Auflösung runter, schauen, ob die Bildrate steigt) steht Schritt für Schritt in CPU-Limit oder GPU-Limit.

Miss in dem Spiel und in der Auflösung, die dir wichtig sind. Ein Strategiespiel mit vielen Einheiten bremst eher der Prozessor, ein grafisch aufwendiger Shooter in WQHD eher die Grafikkarte. Dasselbe System kann also je nach Spiel das eine oder das andere Limit haben.

Upgrade-Reihenfolge nach Wirkung

  1. Grafikkarte, wenn sie das Limit ist. Das ist bei den meisten Spielerechnern der Fall, die älter als drei, vier Jahre sind. Sie lässt sich ohne Umbau des restlichen Systems tauschen, solange Netzteil und Gehäuse mitspielen.
  2. Prozessor auf derselben Plattform, wenn er das Limit ist und das Mainboard einen schnelleren Prozessor annimmt. Vorher BIOS-Unterstützung prüfen. Bei AM4 ist das oft der günstigste Weg, mehr dazu in AM4 oder AM5?
  3. SSD statt Festplatte, wenn Windows oder die Spiele noch auf einer HDD liegen. Das bringt keine höhere Bildrate, aber kürzere Ladezeiten und weniger Nachladeruckler. Eine 1-TB-SSD wie die Kingston NV2 kostete am 05.10.2026 laut Geizhals 179,90 Euro.
  4. Arbeitsspeicher nur, wenn weniger als 16 GB verbaut sind. Bei den aktuellen Preisen ist Speicher das teuerste Upgrade pro Wirkung. Ob 16 GB reichen, steht in Reichen 16 GB RAM?
  5. Plattformwechsel (Prozessor, Mainboard, Speicher) als letzte Stufe, siehe unten.

150, 300, 500 Euro: was es jeweils bringt

Die Tabelle nimmt an, dass die Grafikkarte das Limit ist. Die Beispiele stammen aus unserem Katalog, die Preise aus der täglichen Messung bei Geizhals:

BudgetUpgradeBeispielPreis am 05.10.2026Was es bringt
bis 150 €keine Grafikkarte, sondern VorbereitungThermalright Peerless Assassin 120 SE + Corsair RM750e 750W38,89 € + 101,18 € = 140,07 €keine höhere Bildrate; leiserer, kühlerer Prozessor und ein Netzteil, das die nächste Grafikkarte trägt
rund 300 €Einstiegs-GrafikkarteNVIDIA GeForce RTX 5050 8GB314,99 €Full HD, im ComputerBase-Parcours im Schnitt 55 FPS; gegenüber einer GTX 1060 etwa die dreifache Bildrate
rund 500 €Mittelklasse-GrafikkarteNVIDIA GeForce RTX 5060 Ti 8GB oder AMD Radeon RX 9060 XT 16GB470,63 € / 560,27 €Full HD mit Reserve, WQHD mit Upscaling; die Radeon mit 16 GB Speicher
ab rund 850 €Plattformwechsel auf AM5AMD Ryzen 5 7600 + MSI PRO B850-S WIFI6E + Kingston Fury Beast 32GB DDR5-6000 CL36162,20 € + 129,00 € + 559,00 € = 850,20 €nur sinnvoll bei CPU-Limit oder wenn Windows 11 den alten Prozessor nicht unterstützt

Preise: Geizhals, günstigstes Angebot für das jeweilige Teil in unserem Katalog, Stand 05.10.2026. Die Preise ändern sich täglich, besonders bei Arbeitsspeicher.

Was die Grafikkarten gegenüber älteren Karten bringen, zeigen die Durchschnittswerte in Full HD:

GrafikkarteFull HD, Durchschnitt
GeForce GTX 1060 (alt)19,2 FPS
Radeon RX 580 (alt)22,2 FPS
GeForce RTX 2060 (alt)36,2 FPS
GeForce RTX 3060 (alt)48,6 FPS
GeForce RTX 5050 8 GB55,2 FPS
GeForce RTX 5060 Ti 8 GB77,9 FPS
Radeon RX 9060 XT 16 GB82,7 FPS

Neue Karten: ComputerBase-Rangliste (Stand 02.10.2026). Die alten Karten führt ComputerBase nicht mehr; ihre Werte sind aus dem Full-HD-Index von PC Games Hardware (Stand 15.07.2026) auf die ComputerBase-Skala umgerechnet. Das ist eine Näherung, keine Messung.

Wer eine RTX 3060 hat, gewinnt mit der RTX 5050 also wenig. Hier fängt ein spürbares Upgrade erst bei der 500-Euro-Klasse an. Wer eine GTX 1060 oder RX 580 hat, bekommt schon mit der Einstiegskarte ein anderes Spielerlebnis. Welche Karte sich in welcher Klasse heute am meisten lohnt, steht mit Tagespreisen in Die beste Grafikkarte.

Wann sich Aufrüsten nicht mehr lohnt

Aufrüsten heißt, Teile zu tauschen und den Rest weiter zu nutzen. Das hört auf, sich zu lohnen, wenn mehr als die Hälfte des Rechners neu müsste. Typische Fälle:

  • Der Prozessor ist das Limit, und das Mainboard nimmt keinen schnelleren auf. Dann hängen Prozessor, Mainboard und meist der Speicher zusammen. Auf AM5 oder Intels aktuellen Sockel geht es nur mit DDR5, und das macht den Wechsel 2026 teuer: In der Tabelle oben kosten 32 GB Speicher mehr als Prozessor und Mainboard zusammen. Wie es mit den Speicherpreisen weitergehen dürfte, steht in Wann wird RAM wieder günstiger?
  • Der Prozessor steht nicht auf Microsofts Liste für Windows 11 (nächster Abschnitt). Dann führt am Plattformwechsel ohnehin kein Weg vorbei.
  • Netzteil und Gehäuse passen auch nicht mehr. Dann ist ein neuer Rechner oft kaum teurer und hat dafür wieder Garantie auf alles. Wie sich ein Budget sinnvoll auf die Teile verteilt, zeigt Budget-Verteilung beim Gaming-PC.

Eine Grafikkarte, die du heute in einen alten Rechner steckst, kannst du später in den neuen mitnehmen. Deshalb ist sie auch dann ein vernünftiger erster Schritt, wenn der Plattformwechsel absehbar ist – solange der alte Prozessor sie nicht völlig ausbremst.

Netzteil und Gehäuse nicht vergessen

Die häufigste Überraschung beim Grafikkartentausch ist nicht die Leistung, sondern der Platz und der Strom. NVIDIA empfiehlt für die RTX 5050 und die RTX 5060 ein Netzteil mit 550 Watt, für die RTX 5070 650 Watt und für die RTX 5070 Ti 750 Watt (NVIDIA-Vergleichsseite). Dazu kommen die Anschlüsse: Viele Karten ab der RTX 5070 nutzen einen 12V-2x6-Stecker, den ältere Netzteile nur mit Adapter bedienen. Auch die Länge zählt. Eine RTX 5070 von MSI misst laut Geizhals-Datenblatt bis zu 338 mm (Gaming Trio OC; Technische Daten: Geizhals), und nicht jedes ältere Gehäuse hat so viel Platz.

Was dein Netzteil leisten muss und woran du ein zu schwaches erkennst, steht in Netzteil für eine neue Grafikkarte. Den genauen Wert für deine Kombination rechnet der Netzteilrechner aus.

Windows 11: TPM und Prozessorliste

Der Support für Windows 10 endete laut Microsoft am 14. Oktober 2025; Sicherheitsupdates gibt es nur noch über das ESU-Programm, längstens bis 12. Oktober 2027. Für viele ist deshalb Windows 11 der Anlass zum Aufrüsten. Microsoft nennt als Mindestanforderungen unter anderem 4 GB Arbeitsspeicher, 64 GB Speicherplatz, UEFI mit sicherem Start und TPM 2.0 sowie einen Prozessor von der Kompatibilitätsliste.

  • Intel: Die Liste von Microsoft beginnt bei den Core-Prozessoren der 8. Generation (etwa Core i5-8400). Eine 6. oder 7. Generation reicht nicht.
  • AMD: Die AMD-Liste beginnt bei der Ryzen-2000-Serie (etwa Ryzen 5 2600). Ein Ryzen der 1000er-Serie fehlt.
  • TPM 2.0 haben die meisten Mainboards dieser Generationen als Firmware-TPM eingebaut. Es heißt im BIOS fTPM (AMD) oder PTT (Intel) und ist oft nur abgeschaltet.

Wer einen Prozessor von der Liste hat, kann aufrüsten und auf Windows 11 wechseln, ohne die Plattform zu tauschen. Für ältere Prozessoren bleibt nur der Plattformwechsel. Wie du prüfst, ob dein PC die Anforderungen erfüllt, und was die einzelnen Punkte bedeuten, steht in Windows 11: Systemanforderungen.

Woher die Zahlen kommen

Wir haben die Teile nicht selbst gemessen. Bildraten: ComputerBase (Stand 02.10.2026), für ältere Karten aus dem Index von PC Games Hardware umgerechnet. Netzteil-Empfehlungen: NVIDIA. Windows-Anforderungen und Prozessorlisten: Microsoft, abgerufen am 05.10.2026. Die Preise stammen aus unserer täglichen Messung bei Geizhals, Stand 05.10.2026. Mehr dazu in Wie wir testen.

Neue Builds und Preisstürze — sonst nichts

Wir messen die Preise aus unseren Listen einmal am Tag bei Geizhals. Fällt einer unter alles, was wir bisher gemessen haben, schreiben wir dir — genauso, wenn eine neue Zusammenstellung fertig ist. Sonst hörst du nichts: kein Rundbrief nach Plan, keine Werbung Dritter, kein Weiterverkauf der Adresse.