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HardwareAktualisiert am 3 min Lesezeit

Welches Netzteil steckt in meinem PC?

Schema des Typenschilds auf einem Netzteil, die Wattzahl und die 12-Volt-Zeile hervorgehoben

Die Frage kommt meist in einem bestimmten Moment: Eine neue Grafikkarte soll rein, und im Datenblatt steht eine Wattempfehlung. Nur — welches Netzteil habe ich überhaupt, und wie viel Watt hat es?

Ob die vorhandene Wattzahl für die neue Karte reicht, rechnet Netzteil und Kühlung vor.

Die unangenehme Antwort zuerst: Kein Programm kann dir das sagen. Nicht der Geräte-Manager, nicht die Systeminformationen, nicht CPU-Z, nicht HWiNFO. Das ist kein Versäumnis dieser Werkzeuge, sondern eine Eigenschaft der Hardware.

Warum Windows das nicht weiß

Jedes andere Bauteil im Rechner hängt an einem Datenbus und meldet sich mit Namen: Prozessor, Arbeitsspeicher, Laufwerke, sogar die Gehäuselüfter liefern wenigstens eine Drehzahl. Das Netzteil hängt an keinem. Es liefert Strom über Kabel, in denen keine Datenleitung steckt — es kann sich gar nicht vorstellen.

Die Ausnahme sind Netzteile mit USB-Anschluss. Einige Modelle der gehobenen Klasse haben einen internen USB-Stecker und melden über die Software des Herstellers Modell, Last, Temperatur und Lüfterdrehzahl. Wenn in deinem Rechner ein Kabel vom Netzteil zu einem USB-Header auf dem Mainboard geht, hast du so eines. Bei den meisten Geräten gibt es dieses Kabel nicht.

Vier Wege, die funktionieren

1. Die Rechnung oder die Bestellbestätigung. Der schnellste Weg, und der einzige ganz ohne Werkzeug. Bei einem Fertig-PC steht das Netzteil in der Konfigurationsliste; bei einem selbst gebauten in der Bestellung. Wer den Rechner gebraucht gekauft hat, hat diesen Weg nicht.

2. Der Aufkleber auf dem Gehäuse des Netzteils. Der verlässliche Weg. Seitendeckel abnehmen, Blick auf die Oberseite oder Seite des Netzteilkastens — dort klebt ein Typenschild mit Hersteller, Modell, Wattzahl und einer Tabelle der Ausgangsströme. Bei modernen Gehäusen sitzt das Netzteil unten in einer eigenen Kammer; dann ist der Aufkleber oft nur von unten oder von der Rückseite her lesbar, und das Gerät muss ausgebaut werden.

Illustration: ein offenes PC-Gehäuse mit einem Netzteil in der Bodenkammer, auf dem Netzteil ein großer Aufkleber mit leeren Feldern
Das Typenschild klebt auf dem Netzteil selbst, bei Gehäusen mit Bodenkammer oft verdeckt. Illustration, die Felder sind absichtlich leer.

3. Die Beschriftung an der Rückseite. Manche Hersteller drucken Modellnamen und Wattzahl auf die Blende mit dem Kaltgerätestecker — die sieht man von außen, ohne das Gehäuse zu öffnen. Nicht alle tun das, aber ein Blick kostet nichts.

4. Die Anzahl und Art der Stecker verrät die Größenordnung, wenn alles andere fehlt. Ein Netzteil mit einem einzelnen 6-poligen Grafikkartenstecker stammt aus einer anderen Klasse als eines mit zwei 12-poligen. Das ist eine Schätzung und kein Ersatz für den Aufkleber — aber es reicht, um zu wissen, ob eine Aufrüstung überhaupt zur Debatte steht.

Was auf dem Typenschild wirklich zählt

Die große Zahl vorne ist die Gesamtleistung. Wichtiger ist die Zeile darunter: die Angabe für die 12-Volt-Schiene. Grafikkarte und Prozessor hängen praktisch vollständig daran, und dort entscheidet sich, was das Netzteil wirklich kann.

AngabeWas sie bedeutet
GesamtleistungDie Zahl im Modellnamen, etwa 650 W
+12V, AmpereMal 12 gerechnet ergibt die Leistung, die für Grafikkarte und Prozessor zur Verfügung steht
80 PLUSDer Wirkungsgrad. Was er wert ist, haben wir durchgerechnet
HerstellungsdatumSteht oft klein daneben. Bei einem gebrauchten Rechner die interessanteste Zahl von allen

Ein Beispiel: 650 W Gesamtleistung, +12V mit 54 A. 54 mal 12 sind 648 — praktisch die volle Leistung liegt auf der wichtigen Schiene. Bei älteren Geräten steht dort deutlich weniger, weil sie ihre Leistung auf mehrere Schienen verteilen. Ein 650-Watt-Netzteil von 2010 kann auf 12 Volt bei 400 Watt aufhören.

Und wenn du es weißt?

Dann ist „welches Netzteil hab ich?" beantwortet — und die Frage beantwortbar, wegen der du eigentlich gesucht hast. Was deine Zusammenstellung tatsächlich braucht, rechnet der Netzteilrechner aus; welche Klasse für welche Kombination genügt, steht unter Netzteil. Und wie viel Reserve wirklich nötig ist — für 451 Kombinationen nachgerechnet — in Wie viel Reserve braucht ein Netzteil wirklich?

Steht auf dem Aufkleber ein Datum von vor zehn Jahren, ist die Wattzahl ohnehin die zweitwichtigste Frage. Was mit einem Netzteil über die Jahre passiert, steht in Wie lange hält ein PC-Netzteil?

Neue Builds und Preisstürze — sonst nichts

Wir messen die Preise aus unseren Listen einmal am Tag bei Geizhals. Fällt einer unter alles, was wir bisher gemessen haben, schreiben wir dir — genauso, wenn eine neue Zusammenstellung fertig ist. Sonst hörst du nichts: kein Rundbrief nach Plan, keine Werbung Dritter, kein Weiterverkauf der Adresse.