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HardwareAktualisiert am 4 min Lesezeit

PC-Stromverbrauch berechnen: Formel und Beispiele

Rechenweg vom TDP der Bauteile über den Wirkungsgrad des Netzteils bis zur Kilowattstunde

Ein 750-Watt-Netzteil zieht keine 750 Watt. Die Zahl auf dem Etikett sagt, was das Netzteil liefern kann, nicht was der Rechner verbraucht. Das ist die häufigste Verwechslung bei dieser Frage — und der Grund, warum Rechnungen mit der Netzteilgröße um den Faktor zwei danebenliegen.

Welche Teile in solchen Rechnungen üblicherweise stecken, steht unter Gaming-PC selbst zusammenstellen.

Die Formel

Wie viel Watt ein PC unter Last verbraucht, ist die Summe seiner Bauteile:

Prozessor + Grafikkarte + Zubehör + Grundlast

  • Prozessor und Grafikkarte tragen den Löwenanteil. Ihre Angabe steht im Datenblatt als TDP.
  • Zubehör rechnen wir mit RAM-Riegel 2× 3,0 W, SSDs (NVMe/SATA) 1× 6,0 W, Gehäuselüfter 3× 2,5 W.
  • Die Grundlast — Mainboard, Anschlüsse, Beleuchtung — setzen wir mit 45 W an.

Genau diese Rechnung steckt hinter unserem Netzteilrechner und hinter den Seiten unter Netzteilgrößen. Zwei Unterschiede: dort kommt ein Aufschlag von 30 Prozent obendrauf, weil ein Netzteil Reserve braucht — und dort steht beim Prozessor die Lastgrenze (PPT beziehungsweise Maximum Turbo Power) statt der Nenn-TDP, mit der wir hier rechnen. Beides hat beim Verbrauch nichts verloren: Die Lastgrenze ist eine Obergrenze, die ein Spielerechner nur in Ausnahmen erreicht — wer damit die Jahreskosten hochrechnet, zahlt auf dem Papier für Strom, den er nie bezieht. Hier steht die nackte Summe.

Drei Beispiele aus dem Katalog

KlasseProzessorGrafikkarteim Rechneraus der Steckdoseim Jahr
EinstiegAMD Ryzen 5 5600NVIDIA RTX 4060245 W266 W194 kWh · 68 Euro
MittelklasseAMD Ryzen 7 7800X3DNVIDIA RTX 5070435 W473 W345 kWh · 121 Euro
OberklasseAMD Ryzen 9 9950XNVIDIA RTX 5090810 W880 W643 kWh · 225 Euro

Gerechnet mit 2 Stunden Volllast am Tag und 0,35 Euro je Kilowattstunde. Beides sind Annahmen und keine Messwerte: Der eigene Strompreis steht auf der Jahresabrechnung, und zwei Stunden Volllast am Tag sind für die meisten zu hoch gegriffen — Menüs, Videos und Schreibtischarbeit ziehen einen Bruchteil davon.

Was aus der Steckdose kommt, ist mehr

Ein Netzteil wandelt Wechselstrom in Gleichstrom, und dabei geht etwas als Wärme verloren. Die Rechnung dafür ist eine Division, keine Multiplikation:

aus der Steckdose = im Rechner ÷ Wirkungsgrad

Wir rechnen oben mit 92 Prozent — der Wert eines 80+-Gold-Netzteils bei halber Auslastung. Bei einem Mittelklasse-Rechner sind das rund 38 Watt, die nie im Rechner ankommen. Welche Effizienzklasse sich rechnet und ab wann, steht in Gold oder Platinum.

Warum die Zahl eine Obergrenze ist

Die Rechnung liefert die Größenordnung unter Last. Vier Gründe, sie nicht für einen Messwert zu halten:

  • TDP ist keine Verbrauchsangabe, sondern eine Wärmeangabe für die Auslegung der Kühlung. Sie liegt in der Nähe der Leistungsaufnahme, ist aber nicht dasselbe — und kurzzeitig ziehen viele Prozessoren im Boost mehr.
  • Volllast auf CPU und GPU gleichzeitig ist selten. In Spielen läuft meist die Grafikkarte am Limit und der Prozessor nicht, in Videoschnitt und Kompilierung umgekehrt.
  • Der Leerlauf liegt weit darunter — um ein Vielfaches. Wir nennen hier bewusst keine Zahl dafür: Wir haben sie nicht gemessen, und eine geschätzte Zahl sähe an dieser Stelle aus wie eine gemessene.
  • Der Wirkungsgrad ist nicht konstant. Er ist bei halber Auslastung am höchsten und fällt zu beiden Enden ab. Ein stark überdimensioniertes Netzteil läuft dauerhaft im ineffizienten Bereich.

Die Frage endgültig beantworten

Ein Messgerät für die Steckdose kostet weniger als zwei Spiele und beendet jede Schätzung. Es wird zwischen Steckdose und Rechner gesteckt und zeigt die tatsächliche Aufnahme — im Leerlauf, im Spiel, beim Herunterfahren. Genau die Zahlen, die keine Rechnung liefern kann, weil sie von Spiel, Einstellungen und Bildratenbegrenzung abhängen.

Wer den Verbrauch senken will, findet den größten Hebel meist nicht im Netzteil, sondern in einer Bildratenbegrenzung: Eine Grafikkarte, die 300 statt 200 Bilder je Sekunde im Menü rendert, zieht dafür volle Leistung ohne sichtbaren Gewinn. Wie man sieht, was gerade anliegt, steht unter FPS anzeigen lassen — die Overlays von NVIDIA und AMD zeigen neben der Bildrate auch die Leistungsaufnahme der Karte.

Und was ist mit der Netzteilgröße?

„Wie viel Watt braucht mein PC?" meint oft diese andere Frage — die nach dem Netzteil —, und sie hat eine andere Antwort: Dort geht es nicht um den Durchschnitt, sondern um die Spitze — samt Reserve für Lastspitzen, die in keiner TDP-Angabe stehen. Was für eine bestimmte Zusammenstellung nötig ist, rechnet der Netzteilrechner; welche Größe zu welcher Grafikkarte passt, steht unter Netzteil nach Grafikkarte.

Neue Builds und Preisstürze — sonst nichts

Wir messen die Preise aus unseren Listen einmal am Tag bei Geizhals. Fällt einer unter alles, was wir bisher gemessen haben, schreiben wir dir — genauso, wenn eine neue Zusammenstellung fertig ist. Sonst hörst du nichts: kein Rundbrief nach Plan, keine Werbung Dritter, kein Weiterverkauf der Adresse.