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PC-Netzteil Anschlüsse: welcher Stecker wohin gehört

Ein Netzteil bringt heute sechs Sorten Stecker mit, und die Kabel sind beschriftet — nur eben nicht immer dort, wo man hinsieht. Diese Übersicht ordnet sie nach dem, was sie versorgen.
Wie viele Stränge die Grafikkarte braucht, hängt an der Auslegung — Netzteil und Kühlung rechnet sie durch.
Die sechs Stecker
| Stecker | Pins | Wohin | Woran erkennbar |
|---|---|---|---|
| ATX | 24 (20+4) | Mainboard, große Buchse am Rand | der breiteste; teilbar in 20 + 4 |
| EPS / CPU | 8 (4+4) | Mainboard, oben neben dem Prozessor | quadratisch, oft „CPU" am Kabel |
| PCIe | 8 (6+2) | Grafikkarte | flacher als EPS, teilbar in 6 + 2 |
| 12V-2x6 | 16 (12+4) | neuere Grafikkarten | klein, vier winzige Pins obenauf |
| SATA | 15, flach | SSDs, Festplatten, Lüftersteuerungen | breit und dünn, L-förmig |
| Molex | 4, rund | alte Lüfter, Pumpen, Adapter | weiß, große runde Kontakte |
Die Verwechslung, die wirklich passiert
EPS und PCIe sind beide achtpolig und passen mechanisch fast ineinander. Sie führen aber verschiedene Spannungen auf verschiedenen Pins. Deshalb sind die Rastnasen unterschiedlich geformt — wer mit Kraft arbeitet, überwindet das, und dann liegt Spannung an der falschen Stelle an.
Zwei Merkmale trennen sie zuverlässig:
- Die Teilung. EPS teilt sich in 4 + 4, PCIe in 6 + 2. Das sieht man auch bei zusammengestecktem Kabel.
- Die Beschriftung am Kabel, nicht am Stecker. Bei modularen Netzteilen steht sie außerdem an der Buchse des Netzteils — und dort ist sie verbindlich: Kabel eines anderen Netzteils dürfen nie verwendet werden, auch wenn sie passen. Die Belegung der netzteilseitigen Buchsen ist nicht genormt.
Die Kabelfarben
Wo die Adern farbig sind, sagt die Farbe, welche Spannung auf der Leitung liegt. Die Zuordnung stammt aus der ATX-Spezifikation:
| Farbe | Spannung |
|---|---|
| Gelb | +12 V |
| Rot | +5 V |
| Orange | +3,3 V |
| Schwarz | Masse |
| Lila · Blau · Grün · Grau | +5 V Standby · −12 V · Einschaltsignal (PS_ON) · Power-OK — nur am Mainboard-Stecker |
Quelle: Intel, ATX12V Power Supply Design Guide, Version 1.3, Tabellen zu Hauptstecker, Peripherie- und SATA-Stecker, abgerufen am 10.09.2026. Bei Kabelsätzen, die durchgehend schwarz sind, hilft die Farbe nicht weiter — dann zählt die Beschriftung am Kabel und an der Buchse.
Was sich beim 16-Pin-Stecker geändert hat
Der Anschluss für neuere Grafikkarten hieß zuerst 12VHPWR und heißt seit der Fassung ATX 3.1 12V-2x6. Das Kabel ist dasselbe geblieben — geändert hat sich die Buchse auf der Grafikkarte.
Der Unterschied steckt in vier winzigen Kontakten neben den zwölf großen: Sie sind kürzer geworden und berühren erst, wenn der Stecker ganz sitzt. Steckt er nur fast, meldet die Karte keine volle Leistungsfreigabe — statt heiß zu werden. Genau das war die Ursache der bekannten Schmelzschäden an der älteren Fassung: ein nicht vollständig eingerasteter Stecker unter voller Last.
Daraus folgt eine Handregel: Diesen Stecker bis zum hörbaren Klick einschieben und danach nicht scharf abknicken. Für die Kabelführung im Gehäuse braucht er ein paar Zentimeter gerade Strecke.
Was nicht zusammenpasst
- SATA auf PCIe per Adapter. Ein SATA-Strang ist für deutlich weniger Strom ausgelegt als eine Grafikkarte zieht. Solche Adapter gibt es, und sie sind der klassische Weg zu einem geschmolzenen Stecker.
- Zwei Abgriffe eines Kabels für eine große Karte. Ein PCIe-Kabel mit zwei Steckern am Ende ist für Karten gedacht, die wenig ziehen. Bei einer Karte mit hohem Verbrauch gehört jeder Anschluss an ein eigenes Kabel.
- Molex auf alles. Adapter von Molex auf PCIe oder SATA sind Notlösungen aus einer Zeit mit anderen Verbräuchen.
Wenn ein Stecker fehlt
Fehlt ein Anschluss, ist das Netzteil meist schlicht zu alt oder zu klein für die neue Karte — und dann ist die Wattzahl ohnehin die nächste Frage. Was für eine bestimmte Zusammenstellung nötig ist, rechnet der Netzteilrechner; welche Größe zu welcher Grafikkarte passt, steht unter Netzteil nach Grafikkarte, und wie viel Reserve sinnvoll ist, in Wie viel Reserve braucht ein Netzteil?.
Welches Modell überhaupt verbaut ist, ohne das Gehäuse zu öffnen, steht unter Welches Netzteil habe ich? — und ob es noch in Ordnung ist, unter Netzteil testen.