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HardwareVon Stefan Haun7 min Lesezeit

Welche Grafikkarte habe ich? So findest du es in 30 Sekunden heraus

Illustration im Neon-Stil: eine Lupe über einem stilisierten Task-Manager-Fenster, darin die Silhouette einer Grafikkarte, cyanfarben auf dunkelblauem Grund

Am schnellsten siehst du deine Grafikkarte im Task-Manager: Strg + Umschalt + Esc drücken, auf „Leistung“ wechseln und links auf „GPU 0“ klicken. Rechts oben steht der Name, zum Beispiel „NVIDIA GeForce RTX 3060“. Gibt es auch „GPU 1“, hat dein Rechner zwei Grafikchips, das ist bei Laptops häufig. Die Gaming-Grafik ist dann die mit eigenem Grafikspeicher und einem Namen wie GeForce RTX oder Radeon RX.

Unten stehen vier Wege für Windows, je einer für Mac und Linux, was ein „Microsoft Basic Display Adapter“ bedeutet und wie du einordnest, ob die Karte für aktuelle Spiele noch reicht.

Weg 1: Task-Manager

  1. Task-Manager öffnen: Strg + Umschalt + Esc oder Rechtsklick auf die Taskleiste.
  2. Links (Windows 11) bzw. oben (Windows 10) auf Leistung klicken.
  3. Auf GPU 0 klicken, gibt es weitere, auch auf GPU 1. Rechts oben steht der Modellname.

Die GPU-Anzeige gibt es laut Microsoft seit dem Fall Creators Update (Version 1709) von Windows 10. Sie braucht einen Grafiktreiber nach WDDM 2.0 oder neuer. Fehlt der GPU-Eintrag ganz, ist das schon ein Hinweis auf ein Treiberproblem, dazu unten mehr.

Unter dem Diagramm steht auch der Speicher. Microsoft unterscheidet zwei Arten: Dedizierter GPU-Speicher ist bei einer eigenen Grafikkarte deren Grafikspeicher (VRAM). Gemeinsam genutzter GPU-Speicher ist normaler Arbeitsspeicher, den sich Grafik und Prozessor teilen. Davon darf die GPU laut Microsoft höchstens die Hälfte des Arbeitsspeichers belegen. Für die Frage, ob eine Karte für ein Spiel reicht, zählt der dedizierte Speicher.

Weg 2: dxdiag und Geräte-Manager

dxdiag

Win + R drücken, dxdiag eingeben und mit Enter bestätigen. Im DirectX-Diagnoseprogramm auf die Registerkarte Anzeige wechseln. Unter „Gerät“ steht im Feld Name die Grafikkarte, so beschreibt es Microsoft. Gibt es mehrere Registerkarten mit Anzeigen, steht in jeder ein Grafikchip. Praktisch: Über „Alle Informationen speichern“ bekommst du eine Textdatei, die du in einem Forum oder beim Support mitschicken kannst.

Geräte-Manager

Win + X drücken, Geräte-Manager wählen und den Eintrag Grafikkarten aufklappen. Dort stehen alle Grafikchips mit Namen. So beschreiben es Intel und AMD in ihren Supportartikeln.

Weg 3: Software des Herstellers

  • NVIDIA: In der NVIDIA-Systemsteuerung unten links auf Systeminformationen klicken.
  • AMD: In der AMD Software über das Zahnrad zu „System“, dann „Weitere Details“. Das Modell steht laut AMD unter „Graphics Chipset“.
  • Intel: Der Intel Driver & Support Assistant erkennt die Grafik laut Intel automatisch.

Weg 4: Karton oder Aufkleber

Den schnellsten Weg ohne Windows nennt AMD selbst: den Originalkarton oder den Aufkleber auf der Karte. Dort steht neben dem Chip auch der Kartenhersteller, etwa Sapphire oder PowerColor. Das brauchst du, wenn es um Garantie oder Ersatzteile geht.

Laptop: integrierte und dedizierte GPU unterscheiden

Viele Gaming-Laptops haben zwei Grafikchips: einen sparsamen im Prozessor und eine eigene Grafik für Spiele. Im Task-Manager erscheinen sie als GPU 0 und GPU 1. Die Nummer vergibt Windows laut Microsoft nach der physischen Position am PCI-Bus. Die Reihenfolge sagt also nichts über die Leistung. Verlass dich auf zwei andere Merkmale:

integriertdediziert
Typischer NameIntel UHD/Iris Xe/Arc Graphics, AMD Radeon GraphicsNVIDIA GeForce RTX …, AMD Radeon RX …
Speicher im Task-Managermeist nur gemeinsam genutzter GPU-Speichereigener dedizierter GPU-Speicher (VRAM)

Dass integrierte Grafik meist ohne eigenen Speicher auskommt und gemeinsamen Arbeitsspeicher nutzt, schreibt Microsoft.

Läuft ein Spiel auffällig langsam, nutzt es vielleicht die falsche Grafik. Unter Windows 11 legst du das pro Programm fest: Einstellungen → System → Anzeige → Grafik, Spiel auswählen, „Optionen“, dann Hohe Leistung. Diese Auswahl gibt es laut Microsoft nur, wenn der PC mehr als eine GPU hat. Welche Grafik gerade arbeitet, zeigt der Task-Manager: Bei laufendem Spiel steigt die Auslastung der benutzten GPU.

Wenn nur „Microsoft Basic Display Adapter“ steht

Dann ist kein Treiber des Herstellers installiert. Der Microsoft Basic Display Adapter ist laut Microsoft ein in Windows eingebauter Notfalltreiber für Grundfunktionen. Intel nennt als zweiten möglichen Eintrag „Standard VGA adapter“. Spiele laufen damit schlecht oder gar nicht, und das Modell siehst du so nicht direkt.

  1. Modell trotzdem bestimmen: Im Geräte-Manager Rechtsklick auf den Eintrag, Eigenschaften → Details → Hardware-IDs. Die Zeile beginnt mit PCI\VEN_…&DEV_…. Die Herstellerkennung verrät den Chiphersteller: laut PCI-ID-Verzeichnis steht 10DE für NVIDIA, 1002 für AMD und 8086 für Intel. Über die Geräte-ID dahinter findest du dort auch das Modell. AMD empfiehlt diesen Weg ausdrücklich für Rechner ohne Herstellertreiber.
  2. Treiber holen: Microsoft rät, es zuerst mit Windows Update zu versuchen und sonst den Treiber von der Seite des Herstellers zu laden. Wie du dabei sauber vorgehst, steht in Grafiktreiber neu installieren.
  3. Taucht die Karte gar nicht auf, also auch nicht als Basic Display Adapter, liegt das Problem meist tiefer: Strom, Steckplatz oder BIOS. Die Reihenfolge der Prüfungen steht in PC erkennt die Grafikkarte nicht.

Mac und Linux

  • Mac: Apple-Menü → Über diesen Mac. Die verwendete Grafik steht laut Apple neben „Grafik“. Bei Macs mit Apple-Chip ist die Grafik Teil des Chips. Mehr Details zeigt der Systembericht (Apple-Menü → Systemeinstellungen → Allgemein → Info → Systembericht) im Bereich „Grafik/Monitore“.
  • Linux: Im Terminal lspci | grep -i -E "vga|3d" eingeben. Mit dem Schalter -k zeigt lspci zusätzlich, welcher Treiber die Karte steuert.

Reicht meine Grafikkarte noch?

Den Namen zu kennen ist meist nur der erste Schritt. Die eigentliche Frage lautet: Läuft das neue Spiel? Am verlässlichsten ist der Vergleich mit den offiziellen Systemanforderungen. So sehen sie bei fünf aktuellen Spielen aus:

SpielMindestensEmpfohlen
ARC RaidersGTX 1050 Ti / RX 580 / Arc A380RTX 2070 / RX 5700 XT / Arc B570
Anno 117GTX 1660 (6 GB) / RX 5600 XT (6 GB)RTX 2070 (8 GB) / RX 6600 XT (8 GB)
Resident Evil RequiemGTX 1660 6 GB / RX 5500 XT 8 GBRTX 2060 Super 8 GB / RX 6600 8 GB
Battlefield 6RTX 2060 / RX 5600 XT 6 GB / Arc A380RTX 3060 Ti / RX 6700 XT / Arc B580
Borderlands 4RTX 2070 / RX 5700 XT / Arc A580, 8 GB VRAMRTX 3080 / RX 6800 XT / Arc B580

Angaben der Entwickler auf den Steam-Seiten, abgerufen am 5. Oktober 2026.

Daraus lassen sich grob drei Stufen ablesen:

  • Unterhalb von GTX 1050 Ti oder RX 580: Damit liegst du selbst bei einem genügsamen neuen Titel wie ARC Raiders unter dem Minimum.
  • GTX-1660- bis RTX-2060-Klasse mit 6 GB: Sie erfüllt bei mehreren Spielen gerade das Minimum. Resident Evil Requiem nennt dafür 1080p mit Hochskalierung aus 640p bei 30 FPS. Für Borderlands 4 reicht sie nicht mehr, das verlangt 8 GB Grafikspeicher.
  • RTX-2070-Klasse mit 8 GB: Bei ARC Raiders und Anno 117 ist sie genau die Empfehlung, bei Borderlands 4 das Minimum. Battlefield 6 und Borderlands 4 empfehlen stärkere Karten wie die RTX 3060 Ti bzw. RTX 3080.

Der Grafikspeicher wird dabei immer öfter zur Grenze: Vier der fünf Spiele nennen in ihren Anforderungen ausdrücklich 6 oder 8 GB. Den Wert deiner Karte siehst du im Task-Manager als dedizierten GPU-Speicher. Die vollständigen Anforderungen mit Prozessor und Arbeitsspeicher stehen etwa für Battlefield 6 und Borderlands 4 bei uns.

Liegt deine Karte unter dem, was deine Spiele verlangen, zeigt unsere Liste der besten Grafikkarten, welche Modelle es gibt, mit Tagespreis. Ob gerade ein guter Zeitpunkt zum Kaufen ist, siehst du in der Preisentwicklung der Grafikkarten.

Häufige Fragen

Wie finde ich die Grafikkarte heraus, wenn der PC kein Bild zeigt?

Dann bleiben Karton, Rechnung oder der Aufkleber auf der Karte selbst. Bei Fertig-PCs und Laptops hilft auch das Datenblatt des Herstellers zur genauen Modellnummer.

Im Task-Manager steht nur „Intel UHD Graphics“. Habe ich keine Grafikkarte?

Wenn es keine GPU 1 gibt, hast du nur die im Prozessor eingebaute Grafik. Intel rät in diesem Fall, über den Prozessor die genaue Grafikbezeichnung nachzuschlagen. Für anspruchsvolle Spiele reicht so eine Grafik in der Regel nicht.

Wo sehe ich, wie viel Grafikspeicher meine Karte hat?

Im Task-Manager unter Leistung → GPU als „Dedizierter GPU-Speicher“. Den „gemeinsam genutzten GPU-Speicher“ nicht mitzählen, das ist normaler Arbeitsspeicher.

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