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HardwareVon Stefan Haun6 min Lesezeit

Welchen Arbeitsspeicher habe ich? Größe, Typ, Takt und freie Steckplätze prüfen

Illustration: zwei Arbeitsspeicher-Riegel mit leuchtenden Leiterbahnen, daneben eine große Lupe

Welchen Arbeitsspeicher du hast, siehst du in Windows ohne Zusatzprogramm: Task-Manager öffnen (Strg+Umschalt+Esc), Reiter „Leistung“, links „Arbeitsspeicher“. Oben rechts steht die Größe, unten rechts Geschwindigkeit, belegte Steckplätze („Verwendete Steckplätze: 2 von 4“) und Formfaktor. Typ (DDR4 oder DDR5), Hersteller und genaue Modellnummer je Riegel zeigt ein PowerShell-Befehl oder das kostenlose CPU-Z. Mit diesen drei Quellen weißt du alles, was du zum Nachrüsten brauchst.

Dieser Beitrag geht die drei Wege der Reihe nach durch und sagt dann, was die Werte für den Kauf bedeuten: ob der Speicher mit vollem Takt läuft, ob ein weiterer Riegel passt und wann ein neues Kit die bessere Wahl ist.

Weg 1: Task-Manager – Größe, Takt, Steckplätze

Im Task-Manager unter Leistung → Arbeitsspeicher stehen die Angaben, die für eine erste Einschätzung reichen:

AnzeigeWas sie bedeutet
Größe oben rechts (z. B. „32,0 GB“)der eingebaute Speicher insgesamt
Geschwindigkeitder Takt, mit dem der Speicher gerade läuft, in MT/s (Windows schreibt „MT/s“ oder „MHz“)
Verwendete Steckplätzewie viele Riegel stecken und wie viele Steckplätze das Board hat
FormfaktorDIMM beim Desktop-PC, SODIMM beim Laptop
Für Hardware reserviertSpeicher, den etwa die Prozessorgrafik abzweigt

Eine Einschränkung: Microsoft weist darauf hin, dass der Task-Manager den Takt höher oder niedriger anzeigen kann als im BIOS. Für die Frage „läuft das Profil?“ ist die Anzeige ein guter Hinweis, im Zweifel gilt das BIOS. Den Typ DDR4 oder DDR5 nennt der Task-Manager nicht in jeder Windows-Version; dafür gibt es Weg 2.

Weg 2: PowerShell – Typ, Hersteller und Modellnummer je Riegel

Windows liest die Angaben jedes Riegels aus den SMBIOS-Daten des Mainboards. Abrufen lassen sie sich mit einem Befehl, ohne etwas zu installieren. PowerShell öffnen (Startmenü, „PowerShell“ tippen) und eingeben:

Get-CimInstance Win32_PhysicalMemory | Format-Table DeviceLocator, Manufacturer, PartNumber, Capacity, Speed, ConfiguredClockSpeed, SMBIOSMemoryType

Jede Zeile ist ein Riegel. Was die Spalten heißen, steht in Microsofts Beschreibung der Klasse Win32_PhysicalMemory:

  • DeviceLocator – der Steckplatz, in dem der Riegel sitzt (etwa „DIMM_A2“). So siehst du, welche Plätze frei sind.
  • Manufacturer und PartNumber – Hersteller und Modellnummer. Mit der Modellnummer findest du das Datenblatt des Kits, inklusive Timings und Spannung.
  • Capacity – Größe in Byte; 17179869184 sind 16 GB.
  • ConfiguredClockSpeed – der Takt, mit dem der Riegel gerade konfiguriert ist.
  • SMBIOSMemoryType – der Speichertyp als Zahl: 26 heißt DDR4, 34 heißt DDR5. Die Zuordnung steht in der SMBIOS-Spezifikation der DMTF (Tabelle „Memory Device – Type“).

Den älteren Befehl wmic memorychip aus vielen Anleitungen gibt es auf aktuellen Systemen nicht mehr: Microsoft hat WMIC laut eigener Liste ab Windows 11, Version 24H2 entfernt und verweist auf PowerShell.

Weg 3: CPU-Z – Timings und Profile

CPU-Z ist Freeware und zeigt laut Hersteller Speichertyp, Größe, Timings und die Moduldaten (SPD). Zwei Reiter sind wichtig:

  • Memory zeigt Typ, Gesamtgröße, Kanäle und die aktuell laufenden Timings. Der Wert „DRAM Frequency“ ist bei DDR-Speicher die halbe effektive Rate – Corsair nennt als Beispiel 3000 MHz, angezeigt als 1498,5 MHz. Das ist kein Fehler, sondern die Zählweise.
  • SPD zeigt je Steckplatz (Auswahlfeld oben links) Hersteller, Modellnummer, Größe, Rang und die gespeicherten Profile: die JEDEC-Grundwerte und, falls vorhanden, XMP- oder EXPO-Profile mit Takt und Timings. Ein leerer Steckplatz bleibt leer.

Der Vergleich zwischen den beiden Reitern beantwortet die wichtigste Frage gleich mit: Steht unter Memory ein niedrigerer Takt als im XMP- oder EXPO-Profil unter SPD, läuft dein Speicher mit Grundwerten.

DDR4 oder DDR5: Warum der Typ beim Nachkauf alles entscheidet

DDR4 und DDR5 passen nicht in denselben Steckplatz. Corsair beschreibt den Unterschied an der Kerbe: Sie sitzt bei DDR5 weiter links als bei DDR4, die Belegung der Kontakte ist eine andere. Ein Mainboard nimmt deshalb nur einen der beiden Typen. Welcher es ist, verraten neben PowerShell und CPU-Z auch die Plattform:

  • AMD Sockel AM5 (Ryzen 7000, 8000, 9000): nur DDR5.
  • AMD Sockel AM4 (Ryzen 1000 bis 5000): nur DDR4.
  • Intel 12. bis 14. Generation (Sockel LGA1700): je nach Board DDR4 oder DDR5 – hier hilft nur nachsehen.
  • Intel Core Ultra 200S (Sockel LGA1851): nur DDR5.

Was der Wechsel von DDR4 auf DDR5 beim Spielen bringt und wann er sich lohnt, steht in DDR5 vs. DDR4. Welche Kits zu welchem Sockel passen, zeigt Welcher Arbeitsspeicher passt?

Läuft dein RAM mit vollem Takt?

Das ist der häufigste Befund beim Nachsehen: Ein Kit, das als DDR5-6000 verkauft wurde, steht im Task-Manager mit 4800, ein DDR4-3200-Kit mit 2133 oder 2400. Das ist kein Defekt. Ohne eingeschaltetes Speicherprofil startet der Speicher mit den sicheren JEDEC-Grundwerten; den aufgedruckten Takt gibt es erst mit XMP (Intel) oder EXPO (AMD) im BIOS. Wie das geht, bei welchem Board die Option wo steht und was das für die Garantie heißt, steht in XMP und EXPO aktivieren.

Nachrüsten: Riegel dazukaufen oder neues Kit?

Mit den Werten von oben lässt sich die Frage sauber beantworten. Drei Fälle:

  1. Ein Riegel steckt, ein Steckplatz im richtigen Kanal ist frei. Ein zweiter, möglichst baugleicher Riegel (gleiche Modellnummer aus PowerShell oder CPU-Z) bringt Dual Channel. Wie viel das beim Spielen ausmacht, steht in Ein oder zwei RAM-Riegel; in welche Steckplätze er gehört, in RAM richtig einsetzen.
  2. Zwei Riegel stecken, zwei Plätze sind frei. Technisch passt ein zweites Paar, aber die Hersteller raten davon ab, Kits zu mischen, und mit vier Riegeln sinkt bei DDR5 der offiziell unterstützte Takt deutlich. Die Details und Herstellerangaben stehen in RAM richtig einsetzen. Bei DDR5 ist ein neues Kit mit zwei größeren Riegeln meist der sicherere Weg.
  3. Alle Plätze sind belegt. Mehr Speicher heißt dann: Kit tauschen.

Bevor du kaufst, lohnt der Blick, ob du überhaupt mehr brauchst. Wie viel Arbeitsspeicher aktuelle Spiele verlangen, steht in Wie viel RAM für Gaming? Arbeitsspeicher ist 2026 außerdem teuer: Ein 32-GB-Kit DDR5-6000 kostete am 05.10.2026 laut Geizhals rund 475 bis 510 Euro, ein 16-GB-Kit rund 330 Euro. Welche Kits wir empfehlen und was sie heute kosten, steht täglich aktualisiert in Bester DDR5-RAM.

Woher die Angaben kommen

Die Bedeutung der Werte stammt aus Microsofts Dokumentation zu Win32_PhysicalMemory und zum Task-Manager, die Speichertyp-Nummern aus der SMBIOS-Spezifikation der DMTF, die Angaben zu CPU-Z vom Hersteller CPUID und zur Taktanzeige von Corsair, alles an der jeweiligen Stelle verlinkt, abgerufen im Oktober 2026. Die Preise sind die günstigsten Angebote laut Geizhals vom 05.10.2026. Was wir prüfen und was nicht, steht in Wie wir testen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie sehe ich, ob ich DDR4 oder DDR5 habe?

In PowerShell mit Get-CimInstance Win32_PhysicalMemory | Select SMBIOSMemoryType: 26 heißt DDR4, 34 heißt DDR5. Alternativ zeigt CPU-Z im Reiter Memory den Typ direkt an.

Warum zeigt der Task-Manager weniger Takt als auf der Packung?

Meist ist das Speicherprofil (XMP oder EXPO) im BIOS nicht eingeschaltet, dann läuft der Speicher mit den JEDEC-Grundwerten. Microsoft weist außerdem darauf hin, dass die Anzeige im Task-Manager vom BIOS abweichen kann.

Kann ich sehen, wie viele RAM-Steckplätze frei sind, ohne den PC zu öffnen?

Ja. Der Task-Manager zeigt „Verwendete Steckplätze: x von y“, PowerShell nennt in der Spalte DeviceLocator die belegten Plätze, und CPU-Z zeigt im Reiter SPD jeden Steckplatz einzeln.

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