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HardwareVon Stefan Haun10 min Lesezeit

TPM 2.0 aktivieren: fTPM und Intel PTT im UEFI einschalten – bei ASUS, MSI, Gigabyte und ASRock

Illustration: ein Mainboard in Schrägansicht vor dunklem Hintergrund, Prozessorsockel und Speicherriegel leuchten violett und cyan

Meldet Windows 11 oder ein Spiel „TPM 2.0 fehlt“, ist das TPM in den meisten Fällen vorhanden und nur im UEFI ausgeschaltet. Aktuelle Prozessoren von AMD und Intel bringen es als Firmware-TPM mit – bei AMD heißt es fTPM, bei Intel PTT (Platform Trust Technology). Ein eigener Chip ist dafür nicht nötig. Dieser Guide zeigt, wie du den Status in Windows prüfst, wo die Einstellung bei ASUS, MSI, Gigabyte und ASRock steht, was du vorher wegen BitLocker wissen solltest und was hilft, wenn die Option fehlt. Den Spickzettel zum Ausdrucken gibt es weiter unten.

Wie dieser Guide entsteht: Wir betreiben kein Testlabor und haben die Schritte nicht an jedem Board nachgestellt. Die Menüpfade stammen aus den Handbüchern, FAQ und Ankündigungen von ASUS, MSI, Gigabyte und ASRock, die Angaben zu Windows, BitLocker und TPM aus der Dokumentation von Microsoft, der Hinweis zum fTPM-Stottern von AMD – abgerufen am 21. Oktober 2026 und an der jeweiligen Stelle verlinkt. Mehr dazu in Wie wir testen.

ab Werk aus

ist das TPM auf den meisten Mainboards für Selbstbauer, schreibt Microsoft: Sie werden „with TPM turned off by default“ ausgeliefert, „even though it is almost always available to be enabled“. Einschalten kostet nichts außer einem Neustart.

Was TPM 2.0 ist

Das Trusted Platform Module ist laut Microsoft ein „secure crypto-processor that's designed to carry out cryptographic operations“. Windows legt darin Schlüssel ab, etwa für BitLocker, die Anmelde-PIN von Windows Hello oder virtuelle Smartcards, und richtet es ab Windows 10 selbst ein. Für Windows 11 verlangt Microsoft „Trusted Platform Module (TPM) version 2.0“; Anti-Cheat-Systeme wie bei Battlefield 6 verlangen es ebenfalls.

Es gibt das TPM 2.0 in drei Formen: als eigenen Chip (dTPM, bei Selbstbau-Boards meist ein Modul für einen Steckplatz auf dem Board), als integrierte Komponente oder als Firmware im Prozessor (fTPM). Windows nutzt laut Microsoft „any compatible TPM in the same way“ – das Firmware-TPM reicht also. Die ältere Version 1.2 kennt nur RSA und SHA-1 und genügt Windows 11 nicht. Ein Punkt, der oft übersehen wird: Microsoft schreibt, TPM 2.0 werde im Legacy- und CSM-Modus des BIOS nicht unterstützt – der Rechner muss im UEFI-Modus starten. Wie du das umstellst, steht in Secure Boot aktivieren.

Schritt 1: Status in Windows prüfen

Microsoft nennt in der Anleitung „Enable TPM 2.0 on your PC“ zwei Wege:

  1. tpm.msc: Win + R, tpm.msc eingeben, bestätigen. Unter „TPM-Herstellerinformationen“ muss bei Spezifikationsversion 2.0 stehen. Meldet das Fenster, dass kein kompatibles TPM gefunden wurde, ist es laut Microsoft womöglich nur abgeschaltet.
  2. Windows-Sicherheit: Gerätesicherheit → Sicherheitsprozessor → Details zum Sicherheitsprozessor, dort ebenfalls Spezifikationsversion 2.0. Fehlt der Abschnitt „Sicherheitsprozessor“ ganz, ist das TPM laut Microsoft womöglich deaktiviert – nicht zwingend nicht vorhanden.
Was du siehstWas es heißtWas zu tun ist
Spezifikationsversion 2.0, Status „Das TPM ist einsatzbereit“Alles anNichts. Meldet ein Spiel trotzdem etwas, liegt es eher an Secure Boot.
Kein kompatibles TPM gefunden / kein Abschnitt „Sicherheitsprozessor“TPM im UEFI ausSchritt 3.
Spezifikationsversion 1.2Älteres TPM, oft ein dediziertes Modul oder eine alte PlattformIm UEFI nachsehen, ob sich ein Firmware-TPM 2.0 wählen lässt; sonst reicht die Hardware für Windows 11 nicht.

Schritt 2: Vorher an BitLocker denken

Ein TPM, das bisher aus war, einzuschalten, ist unkritisch. Heikel wird es, wenn auf dem Rechner schon BitLocker läuft und du am TPM etwas änderst. Microsoft zählt zu den Auslösern der BitLocker-Wiederherstellung unter anderem „Turning off, disabling, deactivating, or clearing the TPM“, ein neues Mainboard mit neuem TPM und ein BIOS- oder UEFI-Update. Dann fragt Windows beim Start nach dem 48-stelligen Wiederherstellungsschlüssel. Leg ihn vorher bereit – er steht meist im Microsoft-Konto unter den Geräten – oder halte BitLocker an, bevor du ins UEFI gehst.

Schritt 3: TPM im UEFI einschalten

Ins UEFI kommst du über die Taste beim Start (meist Entf oder F2) oder aus Windows über den erweiterten Start: Problembehandlung → Erweiterte Optionen → UEFI-Firmwareeinstellungen → Neu starten. Microsoft schreibt, die Einstellung liege oft in einem Untermenü namens Advanced, Security oder Trusted Computing, und sie könne „Security Device, Security Device Support, TPM State, AMD fTPM switch, AMD PSP fTPM, Intel PTT, or Intel Platform Trust Technology“ heißen. Die Pfade je Hersteller stehen hier so, wie sie in der jeweiligen Quelle heißen; Menünamen ändern sich mit BIOS-Versionen. Welches Board du hast, findest du mit Welches Mainboard habe ich? heraus.

ASUS

Laut ASUS-FAQ 1046215, jeweils im Advanced Mode (F7):

  • Intel (Beispiel ROG Z590-A): Advanced → PCH-FW Configuration → „PTT“ einschalten.
  • AMD (Beispiel ROG X570-E): Advanced → AMD fTPM configuration → „TPM Device Selection“ auf „Firmware TPM“.
  • Kontrolle im UEFI: Advanced → Trusted Computing zeigt die TPM-Version.

MSI

  • AM5: Settings → Security → Trusted Computing → Security Device Support „Enabled“, dann AMD fTPM switch „AMD CPU fTPM“. Der Punkt erscheint laut MSI-Handbuch AM5 erst, wenn Security Device Support eingeschaltet ist (S. 19–20). Im EZ Mode gibt es zusätzlich den Schalter „fTPM 2.0“ (S. 7).
  • Intel 700: Settings → Security → Trusted Computing → Security Device Support, dann „TPM Device Selection“ auf „fTPM 2.0“ (MSI-Handbuch Intel 700, S. 29). MSI nennt das Firmware-TPM bei Intel dort nicht PTT, sondern fTPM 2.0; „dTPM“ wäre ein gestecktes Modul.

Gigabyte

  • AM4: Advanced Mode → Settings → AMD CPU fTPM „Enabled“ (Gigabyte-FAQ 4395).
  • AM5 (AMD 600): Settings → Miscellaneous → „TPM switch“ wählt zwischen gestecktem Modul und dem TPM im Prozessor, „Trusted Computing 2.0“ schaltet das TPM ein (Gigabyte-Handbuch AMD 600, S. 18). Laut Gigabyte ist das TPM auf neueren AM5-Plattformen unter Windows 11 meist schon an.
  • Intel 700: Settings → Miscellaneous → Intel Platform Trust Technology (PTT) „Enabled“ (Gigabyte-Handbuch Intel 700, S. 22).

ASRock

  • Intel: Security → Intel Platform Trust Technology „Enabled“ (ASRock). Im Handbuch des B660M Pro RS steht dazu: „Disable this option to use discrete TPM Module“ (ASRock-Handbuch, S. 86).
  • AMD: Advanced → CPU Configuration → AMD fTPM switch auf „AMD CPU fTPM“.
  • Kontrolle: Advanced → Trusted Computing → Security Device Support; „Device Select“ beschränkt auf TPM 1.2 oder 2.0 (Handbuch S. 79–80).

Danach mit F10 speichern, Windows starten und mit tpm.msc prüfen: Spezifikationsversion 2.0.

Wenn es nicht klappt: die häufigen Fehlerbilder

Was du siehstWahrscheinliche UrsacheWas hilft
Die Option fehlt im UEFIAlte BIOS-Version oder Prozessor ohne Firmware-TPMGigabyte nennt für fehlende fTPM-Optionen „an unsupported AMD processor or an incompatible BIOS version“ und rät zum BIOS-Update (FAQ 4395). Siehe BIOS-Update Schritt für Schritt.
TPM an, Windows 11 meldet trotzdem „nicht kompatibel“Secure Boot aus oder Prozessor nicht auf Microsofts ListeDen genauen Grund nennt die PC-Integritätsprüfung; Wege in Windows 11 nicht kompatibel und Secure Boot aktivieren.
Kurze Hänger mit AMD fTPMBekannter Fehler bestimmter Ryzen-SystemeAMD beschreibt „temporary pauses in system interactivity“ durch fTPM-Zugriffe auf den Flash-Speicher; behoben mit BIOS-Versionen auf Basis von „AMD AGESA 1207 (or newer)“ (AMD PA-410). Also BIOS aktualisieren, nicht das TPM abschalten.
Windows fragt beim Start nach dem BitLocker-SchlüsselTPM geändert, gelöscht oder BIOS aktualisiertWiederherstellungsschlüssel aus dem Microsoft-Konto eingeben; siehe Schritt 2.
Wechsel zwischen fTPM und gestecktem ModulWindows sieht ein anderes TPMAMD rät, vorher BitLocker abzuschalten und Daten zu sichern. Microsoft schreibt, das Umschalten versetze BitLocker in den Wiederherstellungsmodus, und empfiehlt, nach dem Wechsel das neue TPM zu löschen und Windows neu zu installieren (Microsoft).

Das TPM nicht „zum Ausprobieren“ löschen. Microsoft schreibt: „Clearing the TPM causes you to lose all created keys associated with the TPM, and data protected by those keys“, und rät, dafür nur die Funktion in Windows (tpm.msc) zu nehmen: „Don't clear the TPM directly from UEFI.“ Optionen wie „TPM Clear“ im UEFI (bei MSI unter Pending operation) brauchst du zum Einschalten nicht.

Wann ein neues Board die bessere Antwort ist

Gigabyte nennt Intel-Boards ab B250 und X299 mit PTT sowie AMD AM4 mit fTPM; ASRock führt Intel 300 bis 500 und AMD AM4 300 bis 500 als Plattformen mit Firmware-TPM. Ein eigenes TPM-Modul braucht Windows 11 laut ASRock nicht. Fehlt das TPM auf einer älteren Plattform wirklich, hängt meist auch der Prozessor an Microsofts Liste – dann entscheidest du mit Windows 11 nicht kompatibel, ob Prozessor, Board oder der ganze PC fällig ist. Welches AM5-Board zu welchem Prozessor passt, steht in der AM5-Mainboard-Kaufberatung, Boards mit Tagespreisen in Beste B850-Mainboards; wer auf AM4 bleibt, findet sie in Beste B550-Mainboards.

Der TPM-Spickzettel als PDF

Eine Seite A4 zum Danebenlegen, wenn das UEFI offen ist: die Prüfung mit tpm.msc, die Namen der Einstellung, die Pfade bei ASUS, MSI, Gigabyte und ASRock, was du wegen BitLocker vorher sicherst und was hilft, wenn die Option fehlt. Trag dich ein, und der Download steht sofort auf der nächsten Seite bereit. Danach schreiben wir dir nur, wenn eine neue Zusammenstellung fertig ist oder ein Preis unter alles fällt, was wir bisher gemessen haben.

Weiterlesen

Woher die Angaben auf dieser Seite kommen

Wir betreiben kein Testlabor und haben das TPM nicht an jedem der genannten Boards eingeschaltet. Die Beschreibung des TPM, die Prüfung mit tpm.msc und Windows-Sicherheit, die Hinweise zu BitLocker und zum Löschen stammen von Microsoft, der fTPM-Fehler von AMD (PA-410), die Menüpfade aus FAQ, Ankündigungen und Handbüchern von ASUS (FAQ 1046215), MSI (BIOS-Handbücher AM5 und Intel 700), Gigabyte (FAQ 4395, Handbücher AMD 600 und Intel 700) und ASRock (Ankündigung 4696, Handbuch B660M Pro RS) – alles an der jeweiligen Stelle verlinkt, abgerufen am 21.10.2026. Menünamen ändern sich mit BIOS-Versionen; im Zweifel gilt das Handbuch deines Boards. Was das im Einzelnen heißt, steht in Wie wir testen.

Die kurze Fassung

  • Prüfen: tpm.msc – Spezifikationsversion 2.0 heißt fertig; „kein kompatibles TPM“ heißt meist nur: im UEFI aus.
  • Im UEFI heißt es AMD fTPM, Intel PTT, Firmware TPM oder Security Device Support – meist unter Advanced, Security oder Trusted Computing.
  • Vorher bei BitLocker den Wiederherstellungsschlüssel bereitlegen.
  • Option fehlt: BIOS aktualisieren. Ryzen-Hänger mit fTPM: BIOS mit AGESA 1207 oder neuer.
  • Das TPM nie im UEFI „löschen“ – dabei gehen die Schlüssel verloren.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie aktiviere ich TPM 2.0 für Windows 11?

Ins UEFI des Mainboards gehen und das Firmware-TPM einschalten: bei AMD-Prozessoren AMD fTPM (oder Firmware TPM), bei Intel PTT bzw. Intel Platform Trust Technology. Microsoft nennt als Untermenüs Advanced, Security oder Trusted Computing. Speichern, neu starten und mit tpm.msc prüfen, ob Spezifikationsversion 2.0 steht.

Wie prüfe ich, ob TPM 2.0 aktiv ist?

Windows + R, tpm.msc eingeben. Unter „TPM-Herstellerinformationen“ muss Spezifikationsversion 2.0 stehen. Alternativ in Windows-Sicherheit unter Gerätesicherheit → Sicherheitsprozessor → Details. Fehlt der Abschnitt, ist das TPM laut Microsoft womöglich nur deaktiviert.

Brauche ich einen TPM-Chip für Windows 11?

Nein, in aller Regel nicht. Das Firmware-TPM im Prozessor (AMD fTPM, Intel PTT) genügt; Windows nutzt laut Microsoft jedes kompatible TPM gleich, und ASRock schreibt, ein TPM-2.0-Modul sei für Windows 11 nicht nötig.

Gehen beim Aktivieren von TPM Daten verloren?

Das Einschalten eines bisher abgeschalteten TPM löscht nichts. Daten können verloren gehen, wenn du ein TPM löschst (Clear TPM) oder zwischen Firmware-TPM und Modul wechselst, während BitLocker läuft. Dann fragt Windows nach dem Wiederherstellungsschlüssel – den vorher bereitlegen.

Wo finde ich TPM im BIOS bei ASUS?

Laut ASUS bei Intel-Boards unter Advanced → PCH-FW Configuration → PTT, bei AMD-Boards unter Advanced → AMD fTPM configuration → TPM Device Selection „Firmware TPM“. Die Version zeigt Advanced → Trusted Computing.

Was ist der Unterschied zwischen fTPM und PTT?

Keiner in der Funktion: Beides ist ein TPM 2.0 in der Firmware des Prozessors. fTPM ist AMDs Name, PTT (Platform Trust Technology) Intels. MSI nennt die Intel-Variante in seinen Handbüchern ebenfalls fTPM 2.0.

Neue Builds und Preisstürze — sonst nichts

Wir messen die Preise aus unseren Listen einmal am Tag bei Geizhals. Fällt einer unter alles, was wir bisher gemessen haben, schreiben wir dir — genauso, wenn eine neue Zusammenstellung fertig ist. Sonst hörst du nichts: kein Rundbrief nach Plan, keine Werbung Dritter, kein Weiterverkauf der Adresse.