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Hardware10 min Lesezeit

Resizable BAR aktivieren: Voraussetzungen, BIOS-Pfade und was es wirklich bringt

Illustration: ein offenes PC-Gehäuse auf einem Holztisch am Abend, innen eine schlichte Grafikkarte mit einem warmen orangen Lichtakzent

Resizable BAR ist eine Funktion von PCI Express, die im BIOS eingeschaltet werden muss. Intel beschreibt sie als Mechanismus, mit dem eine Grafikkarte „to negotiate the BAR size" kann, also die Größe des Speicherfensters aushandelt, über das der Prozessor die Karte anspricht. Bei AMD heißt dasselbe Smart Access Memory, bei ASRock Clever Access Memory.

Dieser Guide zeigt, was die Funktion laut NVIDIA, AMD und Intel bringt, was vorher stimmen muss (UEFI statt CSM, Windows auf GPT), wo die Optionen bei ASUS, MSI, Gigabyte und ASRock stehen und wie du prüfst, ob sie wirkt. Den Spickzettel zum Ausdrucken gibt es weiter unten.

256 MB

groß ist das Fenster, über das Grafikkarten laut Microsoft ihren Speicher für den Prozessor üblicherweise öffnen — aus Rücksicht auf 32-Bit-Systeme. Mit Resizable BAR wird es auf die volle Größe gestellt und zeigt den ganzen Grafikspeicher.

Was Resizable BAR ist

Illustration: eine schlichte Grafikkarte steckt im oberen langen Steckplatz eines Mainboards, der Steckplatz ist mit einem warmen orangen Licht hervorgehoben

BAR steht für Base Address Register. Microsoft schreibt, dass Grafikkarten für ihren Bildspeicher „usually claim a 256 MB I/O region". Ist Resizable BAR aktiv, wird das Register nach dem Start auf die Maximalgröße gesetzt, um den gesamten Grafikspeicher freizugeben; Windows handelt das ab dem Treibermodell WDDM 2.0 selbst neu aus. NVIDIA beschreibt den Nutzen so, dass der Prozessor „efficiently access the entire frame buffer" kann, AMD spricht bei Smart Access Memory von „immediate, full access" auf den Grafikspeicher.

Was es bringt — und wo nicht

  • NVIDIA hat beim Start 2021 Zugewinne von „a few percent, up to 12%" in einzelnen Spielen genannt — und dazugeschrieben, dass manche Titel langsamer werden. Deshalb schaltet der Treiber Resizable BAR über Spielprofile nur dort ein, wo NVIDIA einen Vorteil gemessen hat. Zum Start standen 17 Spiele auf der Liste; eine aktuelle Liste veröffentlicht NVIDIA auf dieser Seite nicht. In der NVIDIA App lässt sich die Einstellung inzwischen je Programm steuern: Graphics → Program Settings → Driver Settings → Resizable BAR.
  • AMD formuliert vorsichtig: Smart Access Memory „may improve performance in certain situations". Eine Zahl nennt AMD auf der Supportseite nicht.
  • Intel Arc ist der Fall, bei dem es am meisten zählt. Intel schreibt für die A-Serie, Resizable BAR „must be enabled for optimal performance", und für die B-Serie dasselbe „in all applications". Die Karten laufen laut Intel auch ohne — „can still work" —, eine Zahl, wie viel Leistung dann fehlt, veröffentlicht Intel nicht. Wer eine Arc-Karte in einen PC ohne Resizable BAR steckt, bekommt nach Intels eigener Aussage also nicht die optimale Leistung.

Die Voraussetzungen

TeilWas stimmen mussQuelle
GrafikkarteNVIDIA nannte zum Start die GeForce RTX 30. Die RTX 3060 kam mit passendem VBIOS, 3060 Ti bis 3090 brauchten womöglich ein VBIOS-Update. Intel Arc A und B setzen es für volle Leistung voraus.NVIDIA, Intel
Prozessor und BoardNVIDIA-Liste von 2021: Intel Core 10. Generation (Z490, H470, B460, H410) und 11. Generation, AMD 500er-Chipsätze und 400er mit Ryzen-5000-Unterstützung. Intel nennt für Arc B unter anderem Ryzen 5000 bis 9000; bei Core 10. Generation „will vary" die Unterstützung je Board.NVIDIA, Intel
BIOSEine Firmware, die Resizable BAR anbietet — bei älteren Boards womöglich erst nach einem Update. Intel verlangt bei Core 10. Generation ausdrücklich ein Firmware-Update fürs Board, nicht für die Karte.NVIDIA, Intel
StartmodusUEFI an, CSM (Compatibility Support Module) bzw. Legacy aus, Above 4G Decoding an.Intel
WindowsInstalliert im UEFI-Modus auf einem Datenträger mit GPT-Partitionsstil.Intel

Die Liste von NVIDIA stammt vom 30.03.2021, die Fußnote auf AMDs Technologieseite nennt noch die Einstiegsvoraussetzungen für Smart Access Memory: Radeon RX 6000, Ryzen 5000 oder 3000 (ohne Ryzen 5 3400G und Ryzen 3 3200G) und ein 500er-Board mit aktuellem BIOS. Für neuere Serien stehen auf diesen Seiten keine eigenen Listen; ob dein Board die Option hat, steht in seinem Handbuch. Für Laptops verweist NVIDIA an den Hersteller des Geräts.

Vorher prüfen: läuft Windows mit UEFI und GPT?

Das ist der Schritt, an dem es schiefgehen kann. Wer CSM abschaltet, obwohl Windows noch im alten Legacy-Modus auf einem MBR-Datenträger installiert ist, bekommt laut ASUS womöglich einen „(temporarily) unbootable system". Deshalb zuerst in Windows nachsehen:

  1. Startmodus: Win + R, msinfo32 eingeben. In der Zeile „BIOS-Modus" muss „UEFI" stehen, nicht „Legacy" — so beschreibt es ASUS.
  2. Partitionsstil: In der Datenträgerverwaltung Rechtsklick auf den Datenträger mit Windows → Eigenschaften → Volumes. Dort steht laut Microsoft der Partitionsstil, GPT oder MBR.

Für Windows 11 verlangt Microsoft eine Firmware, die „UEFI, Secure Boot capable" ist — ob Windows auch so installiert wurde, zeigen erst die beiden Prüfungen oben. Steht bei dir MBR, gibt es von Microsoft das Werkzeug MBR2GPT. Es wandelt den Datenträger laut Microsoft um, ohne Daten zu löschen, hat aber Bedingungen, die du vorher kennen solltest:

  • höchstens drei primäre Partitionen, keine erweiterten oder logischen Partitionen;
  • standardmäßig läuft es nur in Windows PE, im laufenden Windows nur mit dem Schalter /allowFullOS; /validate prüft nur, ob die Umwandlung geht;
  • die Umwandlung ist endgültig: „These changes cannot be undone!" Danach muss die Firmware auf UEFI-Start umgestellt werden;
  • bei BitLocker vorher den Schutz anhalten.

Vor so einem Eingriff gehört eine Datensicherung dazu — das ist unser Rat, nicht Microsofts Wortlaut.

So schaltest du Resizable BAR ein

Ins BIOS kommst du über die Taste beim Start oder aus Windows über den erweiterten Start: Problembehandlung → Erweiterte Optionen → UEFI-Firmwareeinstellungen, so beschreibt es Intel. Drei Einstellungen gehören zusammen: CSM aus, Above 4G Decoding an, Re-Size BAR an (oder „Auto", wenn es kein „Enabled" gibt). Die Namen und Pfade laut Handbuch:

BoardherstellerAbove 4G Decoding und Resizable BARCSM abschalten
ASUSAdvanced Mode (F7) → Advanced → PCI Subsystem Settings: Above 4G Decoding „Enabled", Re-size BAR Support „Auto" (ASUS). Im EZ Mode gibt es teils ein eigenes Symbol „Resize BAR" (ASUS-FAQ).Boot → CSM (Compatibility Support Module) → Launch CSM „Disabled"
MSI (AM5)Settings → Advanced → PCIe/PCI Sub-system Settings: Re-Size BAR Support und Above 4G memory/Crypto Currency mining (MSI-Handbuch, S. 12)Settings → Advanced → BIOS UEFI/CSM Mode „UEFI" oder Schalter CSM/UEFI im EZ Mode (S. 15)
Gigabyte (AMD 600)Settings → IO Ports: Above 4G Decoding und Re-Size BAR Support (Gigabyte-Handbuch, S. 15)Boot → CSM Support „Disabled" (S. 23)
ASRock (B660M Pro RS)Advanced → Chipset Configuration: Above 4G Decoding und C.A.M (Clever Access Memory) (ASRock-Handbuch, S. 71)Boot → CSM

Zwei Stolperstellen. Erstens erscheint die Resizable-BAR-Option laut Intel bei manchen Systemen erst, wenn du Above 4G Decoding eingeschaltet, gespeichert und neu gestartet hast. Zweitens steht im ASRock-Handbuch zu CSM der Satz „Please do not disable unless you're running a WHCK test" — Intel verlangt für Resizable BAR trotzdem ausdrücklich, dass CSM aus ist. Solange Windows mit UEFI und GPT läuft (Abschnitt oben), ist das der Weg. Fehlt die Option ganz, hilft das passende BIOS-Update: BIOS-Update Schritt für Schritt. Welches Board zu welchem Prozessor passt, steht unter Mainboards.

Prüfen, ob es läuft

  • NVIDIA: In der NVIDIA Systemsteuerung unten links auf „Systeminformationen". Steht bei „Resizable BAR" ein „Ja", ist alles gesetzt; bei „Nein" rät NVIDIA, die Option im BIOS einzuschalten und neu zu starten.
  • AMD: In AMD Software: Adrenalin Edition ins Suchfeld „Tuning" eingeben und „Performance Tuning" öffnen; dort sitzt der Schalter Smart Access Memory. Laut AMD wird SAM bei der Treiberinstallation auf passenden Systemen automatisch eingeschaltet. Beim Umschalten startet die Software neu und der Bildschirm kann kurz schwarz werden — Spiele vorher beenden.
  • Intel Arc: Laut Intel zeigen Intel Graphics Software oder der Intel Driver & Support Assistant den Status. Meldet der Assistant ein Problem, braucht das Board laut Intel ein Firmware-Update oder hat keine Firmware für Resizable BAR. Die ältere Arc Control zeigte die Funktion zeitweise fälschlich als aus; Intel nennt das einen Anzeigefehler und GPU-Z als Gegenprobe.
  • Herstellerunabhängig: GPU-Z zeigt den Status im Feld „Resizable BAR" — so nennt es auch die ASUS-FAQ.

Wenn die Option fehlt oder der PC nicht mehr startet

Illustration: ein PC mit offenem Seitenteil und leuchtenden Lüftern auf einem Schreibtisch, daneben ein eingeschalteter Monitor mit schwarzem Bild
  1. Startet Windows nicht mehr, nachdem CSM aus ist: CSM wieder einschalten. Dann ist Windows noch im Legacy-Modus oder auf MBR installiert — zurück zum Abschnitt Vorher prüfen.
  2. Option fehlt im BIOS: erst Above 4G Decoding einschalten, speichern, neu starten. Fehlt sie danach noch, das BIOS aktualisieren; NVIDIA schreibt, dass manche Boardhersteller die Funktion auch für ältere Boards nachgereicht haben, „Your mileage may vary".
  3. Alles an, aber NVIDIA meldet „Nein": Bei RTX 3060 Ti, 3070, 3080 und 3090 kann laut NVIDIA ein VBIOS-Update der Karte nötig sein. Das Werkzeug kommt bei Partnerkarten vom Kartenhersteller; die Firmware der Founders Edition passt laut NVIDIA nicht auf andere Karten und darf dort nicht aufgespielt werden. ASUS verlangt ebenfalls BIOS, VBIOS und Treiber in aktuellem Stand.
  4. Ein Spiel läuft schlechter: Bei NVIDIA die Einstellung für dieses Programm in der NVIDIA App zurücknehmen, bei AMD den Schalter Smart Access Memory ausprobieren.

Der ReBAR-Spickzettel als PDF

Eine Seite A4 zum Danebenlegen, wenn das BIOS offen ist: die Prüfung auf UEFI und GPT, die Pfade bei ASUS, MSI, Gigabyte und ASRock, die Kontrolle bei NVIDIA, AMD und Intel und was zu tun ist, wenn der Rechner danach nicht startet. Trag dich ein, und der Download steht sofort auf der nächsten Seite bereit. Danach schreiben wir dir nur, wenn eine neue Zusammenstellung fertig ist oder ein Preis unter alles fällt, was wir bisher gemessen haben.

Weiterlesen

Woher die Angaben auf dieser Seite kommen

Wir betreiben kein Testlabor und haben Resizable BAR nicht selbst gemessen. Die Beschreibung der Funktion stammt von Intel, NVIDIA, AMD und Microsoft, die Voraussetzungen von NVIDIA (Stand 30.03.2021), AMD und Intel, die BIOS-Pfade aus den Handbüchern und Anleitungen von ASUS, MSI, Gigabyte und ASRock, die Hinweise zu UEFI, GPT und MBR2GPT von Microsoft — alles an der jeweiligen Stelle verlinkt, abgerufen am 15.09.2026. Menünamen ändern sich mit BIOS-Versionen; die Pfade gelten für die genannten Plattformen. Was das im Einzelnen heißt, steht in Wie wir testen.

Die kurze Fassung

  • Resizable BAR öffnet dem Prozessor den ganzen Grafikspeicher statt eines Fensters, das laut Microsoft üblicherweise 256 MB groß ist.
  • NVIDIA nannte bis zu 12 % in einzelnen Spielen und schaltet es per Spielprofil nur dort ein, wo es hilft; Intel Arc braucht es für volle Leistung.
  • Vorher prüfen: Windows im UEFI-Modus auf GPT. Sonst startet der PC nach dem Abschalten von CSM womöglich nicht.
  • Im BIOS: CSM aus, Above 4G Decoding an, Re-Size BAR bzw. C.A.M. an — bei manchen Boards erst nach Speichern und Neustart sichtbar.
  • Prüfen: NVIDIA Systemsteuerung → Systeminformationen, AMD Software → Performance Tuning, Intel Graphics Software oder GPU-Z.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Soll ich Resizable BAR aktivieren?

Wenn Board, Prozessor und Grafikkarte es unterstützen, spricht wenig dagegen: NVIDIA schaltet es per Spielprofil nur dort ein, wo es laut eigener Messung hilft, und bei Intel Arc ist es laut Intel Voraussetzung für die optimale Leistung. Wichtig ist nur, vorher UEFI und GPT zu prüfen.

Wie viel FPS bringt Resizable BAR?

NVIDIA nannte zum Start „a few percent, up to 12%" in einzelnen Spielen und schrieb dazu, dass manche Spiele langsamer werden. AMD schreibt nur, dass Smart Access Memory in bestimmten Situationen die Leistung verbessern kann. Eine allgemeine Zahl gibt es von keinem Hersteller.

Warum finde ich Resizable BAR nicht im BIOS?

Bei manchen Systemen erscheint die Option laut Intel erst, wenn Above 4G Decoding eingeschaltet, gespeichert und der PC neu gestartet ist. Fehlt sie dann noch, bietet das installierte BIOS sie nicht an — ein BIOS-Update des Boards kann das ändern.

Ist Smart Access Memory dasselbe wie Resizable BAR?

Ja. Intel schreibt, die Option könne als Re-Size BAR, Smart Access Memory oder Clever Access Memory bezeichnet sein. Smart Access Memory ist AMDs Name, Clever Access Memory (C.A.M.) der von ASRock.

Läuft eine Intel-Arc-Karte ohne Resizable BAR?

Laut Intel ja, die Karten „can still work". Intel schreibt aber, dass Resizable BAR für die optimale Leistung eingeschaltet sein muss. Wie viel ohne fehlt, beziffert Intel nicht.

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