HardwareVon Stefan Haun5 min Lesezeit
Welches Mainboard habe ich? Modell und Chipsatz ohne Aufschrauben finden

Kurz gesagt: Drück Windows + R, tipp msinfo32 und bestätige. In den Systeminformationen stehen das Mainboard unter „BaseBoard-Hersteller“ und „BaseBoard-Produkt“ und die BIOS-Version unter „BIOS-Version/-Datum“. Den Chipsatz zeigt das kostenlose Programm CPU-Z in der Registerkarte „Mainboard“. Der früher übliche Befehl wmic baseboard funktioniert in aktuellen Windows-11-Versionen nicht mehr, denn Microsoft hat WMIC entfernt. Den Ersatz in PowerShell findest du unten.
Anders als beim Netzteil meldet sich das Mainboard selbst. Seine Daten stehen in einer Tabelle der Firmware, die Windows, Linux und Diagnoseprogramme auslesen. Dieser Beitrag zeigt die vier Wege dorthin und erklärt, was du danach mit Sockel, Chipsatz und BIOS-Version anfängst. Grundlage sind die Dokumentationen von Microsoft, CPUID, dem dmidecode-Projekt, AMD, Intel und Dell, abgerufen am 5. Oktober 2026.
Die schnellste Methode: Systeminformationen (msinfo32)
- Windows + R drücken,
msinfo32eingeben, Enter. Alternativ im Startmenü nach „Systeminformationen“ suchen. - Links ist „Systemübersicht“ ausgewählt. Rechts stehen die Einträge alphabetisch.
- Lies diese Zeilen ab:
- BaseBoard-Hersteller: etwa ASUSTeK, Micro-Star (MSI), Gigabyte oder ASRock
- BaseBoard-Produkt: das Modell, etwa „TUF GAMING B650-PLUS WIFI“
- BaseBoard-Version: die Revision der Platine, falls der Hersteller sie einträgt
- BIOS-Version/-Datum: die installierte Firmware
Microsoft beschreibt msinfo32 als Werkzeug, das eine umfassende Übersicht der Hardware- und Systemkomponenten zeigt. Die Feldnamen lauten im deutschen Windows 11 tatsächlich „BaseBoard-…“, das englische Wort für Hauptplatine.
CPU-Z: Modell, Chipsatz, BIOS-Version
msinfo32 nennt das Modell, aber nicht den Chipsatz. Den brauchst du, wenn du wissen willst, ob das Board einen neuen Prozessor oder schnelleren Speicher verträgt. Das kostenlose CPU-Z zeigt ihn in der Registerkarte „Mainboard“ zusammen mit Hersteller, Modell und BIOS-Version. Neuere Versionen nennen dort laut Versionshistorie auch die PCI-Express-Generation des Grafikkartensteckplatzes.
Befehl für PowerShell (statt WMIC)
Viele Anleitungen nennen noch wmic baseboard get product,manufacturer. Dieser Weg ist zu. Microsoft hat WMIC mit dem Vorschau-Update vom August 2026 aus Windows 11 24H2 und 25H2 entfernt und empfiehlt PowerShell. Der Ersatz liest dieselben Daten aus der Klasse Win32_BaseBoard:
Get-CimInstance -ClassName Win32_BaseBoard | Select-Object Manufacturer, Product, Version
PowerShell öffnest du mit Rechtsklick auf Start → „Terminal“. „Product“ ist laut Microsoft die Teilenummer, die der Hersteller für das Board festlegt, in der Praxis also der Modellname.
Unter Linux steht der Name ohne Zusatzprogramm in der Datei /sys/class/dmi/id/board_name, den Hersteller liefert board_vendor. Ausführlicher wird sudo dmidecode -t baseboard. Das dmidecode-Handbuch warnt allerdings selbst, dass die Firmware-Tabellen oft ungenau oder unvollständig sind.
Wenn ein Code oder „Nicht verfügbar“ steht: Fertig-PC und Laptop
Bei Fertig-PCs und Laptops tragen die Hersteller oft nur eine interne Kennung ein. In einem msinfo32-Bericht eines Lenovo-Laptops steht unter „BaseBoard-Produkt“ zum Beispiel nur LNVNB161216, also kein Name, mit dem du im Handel etwas findest. In solchen Fällen führt der Weg über die Seriennummer des Geräts:
- Seriennummer auslesen: Sie steht auf dem Aufkleber am Gehäuse oder Geräteboden. In PowerShell zeigt
Get-CimInstance Win32_BIOS | Select-Object SerialNumbersie an. Dell beschreibt dieselbe Abfrage für seinen Service-Tag. - Beim Hersteller eingeben: Auf der Supportseite von Dell, HP oder Lenovo führt die Seriennummer zur Originalausstattung und zu passenden BIOS-Updates.
- Was du damit kannst: Bei einem Laptop ist das Board nicht tauschbar. Wichtig sind dort nur BIOS-Version und Treiber.
Wenn alles nichts hilft, bleibt das Gehäuse. Bei Boards zum Selbstbauen ist der Modellname in der Regel auf die Platine gedruckt. Wie du dasselbe beim Netzteil machst, das sich gar nicht per Software meldet, steht in Welches Netzteil habe ich?
Was du mit dem Ergebnis machst: Sockel, RAM, Aufrüstung
Das Modell allein sagt dir noch nicht, was passt. Drei Angaben brauchst du fürs Aufrüsten:
Sockel: welcher Prozessor passt
Der Sockel steht im Datenblatt des Boards und ergibt sich aus dem Chipsatz. AMD-Boards mit A620, B650, B850, X670 oder X870 haben den Sockel AM5. Laut AMD passen alle AM5-Prozessoren auf alle AM5-Boards, wobei Boards der 600er-Serie für Ryzen 8000 und 9000 ein BIOS-Update brauchen können. Bei Intel gehören B760 und Z790 zum Sockel LGA1700 (Core der 12. bis 14. Generation), B860 und Z890 zum LGA1851 (Core Ultra 200S). Ein Wechsel zwischen den Sockeln geht nur mit neuem Board.
Chipsatz: was das Board kann
Der Chipsatz bestimmt Übertakten, PCIe-Generation und Anschlüsse. Bei AM5 lassen sich Prozessoren auf A620 und B840 laut AMD nicht übertakten, X870 und X870E bringen USB4 mit. Welcher AM5-Chipsatz wofür reicht, steht ausführlich im AM5-Chipsatz-Vergleich.
BIOS-Version: vor dem Prozessortausch prüfen
Ein neuer Prozessor auf einem älteren Board braucht oft ein neueres BIOS. Die installierte Version hast du schon aus msinfo32 oder CPU-Z. Vergleich sie mit der Liste der unterstützten Prozessoren auf der Herstellerseite deines Boards. Wann sich ein Update sonst lohnt und wann nicht, steht in Was bringt ein BIOS-Update?
Und wenn das Board nicht mehr reicht? Wer beim Aufrüsten auf AM5 wechselt, findet die Boards nach Budget und Chipsatz sortiert in Welches AM5-Mainboard kaufen?. Arbeitsspeicher richtet sich nach dem Sockel: AM5 und LGA1851 nehmen nur DDR5, bei LGA1700 kommt es auf das Board an.
Häufig gestellte Fragen
Wie finde ich heraus, welches Mainboard ich habe, ohne den PC zu öffnen?
msinfo32 starten und „BaseBoard-Hersteller“ und „BaseBoard-Produkt“ ablesen. Alternativ CPU-Z (Registerkarte „Mainboard“) oder in PowerShell Get-CimInstance Win32_BaseBoard.Warum funktioniert der wmic-Befehl nicht mehr?
Get-CimInstance -ClassName Win32_BaseBoard.