HardwareVon Stefan Haun8 min Lesezeit
SSD klonen: Windows auf die neue SSD umziehen, ohne neu zu installieren – mit den Werkzeugen der Hersteller

Wer eine neue SSD einbaut, steht vor der Frage: Windows klonen oder neu installieren? Klonen kopiert die alte Platte Sektor für Sektor oder Partition für Partition auf die neue – mit Windows, Programmen, Spielen und Einstellungen –, und der Rechner startet danach von der neuen SSD, als wäre nichts gewesen. Das Werkzeug dafür liefern die meisten SSD-Hersteller kostenlos mit, aber jedes verlangt, dass eine SSD der eigenen Marke im Rechner steckt. Dieser Guide sagt, welches Werkzeug zu welcher SSD gehört, was du vorher sichern musst, wie der Klon abläuft und welche drei Dinge danach zu tun sind. Wie die SSD vorher in den Rechner kommt, steht in SSD einbauen; den Spickzettel als PDF gibt es unten.
Wie dieser Guide entsteht: Wir betreiben kein Testlabor und haben keinen Klonvorgang gestoppt. Was die Werkzeuge können und voraussetzen, stammt aus den Supportseiten und Handbüchern von Samsung, Western Digital, Crucial, Kingston, Clonezilla, Rescuezilla und Microsoft, abgerufen am 5. Oktober 2026 und an der jeweiligen Stelle verlinkt. Mehr dazu in Wie wir testen.
großen SSD-Herstellern liefern ein kostenloses Klon-Werkzeug mit – Samsung, Western Digital/SanDisk, Crucial und Kingston. Alle vier laufen nur, wenn eine SSD der eigenen Marke im Rechner oder per USB angeschlossen ist. Wer eine andere Marke kauft, braucht ein freies Werkzeug wie Clonezilla.
Klonen oder neu installieren?
Klonen, wenn Windows sauber läuft und du Programme, Spiele und Einstellungen behalten willst – es kostet eine halbe Stunde und ein Werkzeug. Neu installieren, wenn der Rechner ohnehin zickt, wenn du von einem alten System mit MBR-Partitionstabelle kommst oder wenn die neue SSD kleiner ist als die belegten Daten auf der alten. Microsoft stellt dafür das Media Creation Tool bereit, das einen USB-Stick mit mindestens 8 GB zum Installationsmedium macht (Windows 11 herunterladen). Spielstände liegen bei den meisten Spielen in der Cloud des Launchers; was lokal liegt, sicherst du vorher – siehe SSD oder HDD für Backup.
Vorher: drei Dinge, die den Klon retten
- Sicherung. Der Klon überschreibt die Zielplatte vollständig. Vertauschst du Quelle und Ziel, ist die alte Platte leer. Ein Backup der wichtigen Daten auf eine dritte Platte oder in die Cloud ist deshalb keine Vorsicht, sondern Pflicht.
- Platz prüfen. Die belegten Daten der alten Platte müssen auf die neue passen. Bei Clonezilla gilt laut Projekt sogar: „The destination partition must be equal or larger than the source one.“ Die Herstellerwerkzeuge verkleinern Partitionen beim Klonen auf eine kleinere Platte meist selbst, solange die Daten passen.
- Beide Platten anschließen. Entweder sitzt die neue SSD schon im zweiten M.2-Steckplatz, oder sie hängt für den Klon in einem USB-Gehäuse für M.2-NVMe-SSDs am Rechner – das ist der Weg beim Laptop mit nur einem Steckplatz. Welcher M.2-Steckplatz dabei etwas abschaltet, steht in SSD einbauen.
Welches Werkzeug zu welcher SSD gehört
| SSD-Marke | Werkzeug | Voraussetzung laut Hersteller |
|---|---|---|
| Samsung | Samsung Magician mit Data Migration | Ziel ist eine Samsung-SSD; überträgt laut Samsung „Betriebssystem, Anwendungen und Nutzerdaten auf die neue Samsung-SSD“ |
| Western Digital, SanDisk | Acronis True Image for Western Digital | mindestens ein Laufwerk von WD, SanDisk oder G-Tech im Rechner oder per USB |
| Crucial | Acronis True Image for Crucial | eine Crucial-SSD der Reihen BX, MX, P oder X per SATA oder USB angeschlossen |
| Kingston | Acronis True Image for Kingston | eine interne Kingston-SSD im Rechner |
| andere (Lexar, Patriot, Kioxia, Verbatim …) | Clonezilla oder Rescuezilla | kostenlos (GPL); Start von USB-Stick, Ziel mindestens so groß wie die Quellpartition |
Quellen: Samsung Magician; Western Digital, Handbuch Acronis True Image for Western Digital; Crucial, „SSD is not detected by Acronis True Image for Crucial“; Kingston, Acronis True Image Download and Instructions; Clonezilla; Rescuezilla. Alle abgerufen am 5. Oktober 2026.
Macrium Reflect Free, lange die Standardempfehlung in Foren, gibt es nicht mehr: Der Hersteller hat die kostenlose Ausgabe zum 1. Januar 2024 eingestellt, seither gibt es nur die Kaufversion. Alte Installationsdateien aus Downloadportalen bekommen keine Sicherheitsupdates mehr – wer kostenlos klonen will, nimmt das Werkzeug seines SSD-Herstellers oder Clonezilla.
Clonezilla und Rescuezilla: der freie Weg
Clonezilla läuft nicht unter Windows, sondern von einem eigenen USB-Stick (Clonezilla Live). Laut Projekt unterstützt es NTFS, FAT und exFAT, „both MBR and GPT partition formats“ und startet auf BIOS- wie UEFI-Rechnern; die Software steht unter der GPL. Die Bedienung ist textbasiert und englisch. Rescuezilla ist, in den Worten des Projekts, „the Clonezilla GUI you might have been looking for“: dieselbe Technik mit grafischer Oberfläche, startet ebenfalls vom USB-Stick, keine Installation nötig. Für einen Rechner mit einer fremden SSD-Marke ist Rescuezilla der einfachste kostenlose Weg.
Der Klon: so läuft er bei allen Werkzeugen
- Werkzeug starten – unter Windows (Magician, Acronis) oder vom USB-Stick (Clonezilla, Rescuezilla).
- Quelle wählen: die alte Platte mit Windows. Ziel wählen: die neue SSD. Zweimal prüfen – an Größe und Modellname.
- Klonen starten. Das dauert je nach Datenmenge und Anschluss zwischen Minuten und einer Stunde. Laptop ans Netzteil, Rechner nicht in den Ruhezustand.
- Herunterfahren, wenn das Werkzeug fertig meldet. Nicht neu starten, solange beide Platten mit demselben Windows drin sind – manche Systeme starten dann von der falschen.
Danach: Boot-Reihenfolge, Partition, alte Platte
- Von der neuen SSD starten. Entweder die alte Platte ausbauen oder abstecken, oder im BIOS die Boot-Reihenfolge auf die neue SSD setzen. Wo das Menü liegt, unterscheidet sich je Board; der Weg ins BIOS ist derselbe wie in BIOS-Update Schritt für Schritt. Prüfen: In Windows unter Einstellungen → System → Speicher muss das Laufwerk C: die Größe der neuen SSD haben.
- Partition vergrößern. Beim Klon auf eine größere SSD bleibt der zusätzliche Platz oft unzugeteilt. In der Datenträgerverwaltung (Rechtsklick auf Start → Datenträgerverwaltung) die Partition C: mit „Volume erweitern“ auf die volle Größe ziehen. Die Herstellerwerkzeuge bieten das meist schon beim Klonen an.
- Alte Platte leeren. Erst wenn der Rechner ein paar Tage sauber von der neuen SSD läuft. Dann die alte Platte in der Datenträgerverwaltung neu einrichten – als zweites Laufwerk für Spiele – oder vor dem Verkauf mit der Löschfunktion des Herstellerwerkzeugs sicher löschen. Ein einfaches Formatieren lässt sich wiederherstellen.
Sonderfall Laptop: nur ein Steckplatz
Ein Notebook hat meist nur einen M.2-Steckplatz. Dann läuft der Klon mit der neuen SSD in einem USB-Gehäuse für M.2-NVMe-SSDs (ab rund 20 Euro), danach wird getauscht: Boden ab, Akku-Stecker lösen, alte SSD raus, neue rein. Welche Bauform und welcher Schlüssel passen, steht im Handbuch des Notebooks; was eine SSD für den Laptop je Terabyte kostet, in SSD für Laptop. Das Gehäuse behältst du – mit der alten SSD darin wird es zur externen Platte.
Welche SSD als Ziel?
Für den Klon ist jede SSD recht, die mindestens so groß ist wie die belegten Daten. Für die Kaufentscheidung zählen Bauform (M.2 oder 2,5 Zoll), Anbindung und Preis je Terabyte: Die besten M.2-SSDs und Die besten SSDs für Gaming führen Tagespreise, SSD mit 1 oder 2 TB rechnet den Aufpreis vor, und NVMe vs. SATA-SSD sagt, ob die schnellere Anbindung beim Spielen etwas bringt. Wer eine SSD von Samsung, WD, Crucial oder Kingston nimmt, bekommt das Klon-Werkzeug gleich dazu.
Die Klon-Checkliste als PDF
Eine Seite A4 zum Danebenlegen: welches Werkzeug zu welcher SSD gehört, die drei Dinge vorher, der Ablauf, die drei Dinge danach und die Fehler, die den Klon kosten. Trag dich ein, und der Download steht sofort auf der nächsten Seite bereit. Danach schreiben wir dir nur, wenn eine neue Zusammenstellung fertig ist oder ein Preis unter alles fällt, was wir bisher gemessen haben.
Weiterlesen
- SSD einbauen — M.2 und SATA, und welcher Steckplatz etwas abschaltet
- SSD wird nicht erkannt
- Die besten M.2-SSDs und SSD mit 1 oder 2 TB?
- SSD für Laptop
- BIOS-Update Schritt für Schritt — derselbe Weg ins BIOS wie zur Boot-Reihenfolge
- SSD oder HDD für Backup?
Woher die Angaben auf dieser Seite kommen
Wir betreiben kein Testlabor und haben keinen der Klonvorgänge gestoppt oder verglichen. Was die Werkzeuge können und voraussetzen, stammt aus den Supportseiten und Handbüchern von Samsung, Western Digital, Crucial, Kingston, Clonezilla, Rescuezilla und Microsoft, abgerufen am 5. Oktober 2026 und oben verlinkt; das Ende von Macrium Reflect Free aus der Ankündigung des Herstellers zum 1. Januar 2024. Die Schritte in Windows (Datenträgerverwaltung, Speicher-Einstellungen) sind Bordmittel von Windows 11. Was das im Einzelnen heißt, steht in Wie wir testen.
Die kurze Fassung
- Klonen kopiert Windows samt Programmen auf die neue SSD; neu installieren lohnt bei zickendem System oder zu kleiner Zielplatte.
- Samsung, WD/SanDisk, Crucial und Kingston liefern kostenlose Klon-Werkzeuge – jedes verlangt eine SSD der eigenen Marke.
- Für andere Marken: Clonezilla oder Rescuezilla vom USB-Stick, kostenlos.
- Vorher: Backup, Platz prüfen, beide Platten anschließen (Laptop: USB-Gehäuse).
- Danach: von der neuen SSD starten, Partition erweitern, alte Platte erst nach ein paar Tagen leeren.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann ich Windows auf eine neue SSD klonen, ohne neu zu installieren?
Ja. Die Klon-Werkzeuge der SSD-Hersteller und Clonezilla kopieren die alte Platte samt Windows, Programmen und Einstellungen auf die neue. Voraussetzung: Die belegten Daten passen auf die neue SSD, und beide Platten sind während des Klons angeschlossen.
Welches Programm zum SSD klonen ist kostenlos?
Samsung Magician (Data Migration), Acronis True Image for Western Digital, for Crucial und for Kingston – jeweils nur mit einer SSD der eigenen Marke. Markenunabhängig und kostenlos: Clonezilla und Rescuezilla. Macrium Reflect Free wurde zum 1. Januar 2024 eingestellt.
Kann ich auf eine kleinere SSD klonen?
Nur, wenn die belegten Daten darauf passen. Die Herstellerwerkzeuge verkleinern die Partitionen dann meist selbst; bei Clonezilla muss die Zielpartition laut Projekt mindestens so groß sein wie die Quellpartition. Im Zweifel vorher Daten auslagern oder neu installieren.
Was mache ich mit der alten SSD nach dem Klonen?
Erst ein paar Tage von der neuen SSD arbeiten. Dann die alte in der Datenträgerverwaltung neu einrichten und als zweites Laufwerk nutzen – oder vor dem Verkauf mit der Löschfunktion des Herstellerwerkzeugs sicher löschen.
Warum startet der Rechner nach dem Klonen noch von der alten Platte?
Weil die Boot-Reihenfolge im BIOS noch auf die alte Platte zeigt. Entweder die alte Platte abstecken oder im BIOS die neue SSD an die erste Stelle setzen. Ob es geklappt hat, zeigt die Größe von Laufwerk C: in den Windows-Einstellungen.