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SSD oder HDD fürs Backup? Es entscheidet, wie oft die Platte läuft

Liegt die Platte die meiste Zeit stromlos im Schrank, nimm eine HDD. Läuft sie täglich mit, nimm eine SSD. Das ist die ganze Entscheidung, und sie hat nichts mit Tempo zu tun — sondern damit, dass die beiden Bauarten auf völlig verschiedene Weise altern.
Ein Backup wird einmal geschrieben und hoffentlich nie gelesen. Damit ist die Frage nach der Schreibgeschwindigkeit die unwichtigste, die man stellen kann. Wichtig ist, ob die Daten in drei Jahren noch da sind.

Die HDD altert mechanisch, die SSD elektrisch
Das ist der Kern, und er wird selten so gesagt.
Eine Festplatte hat bewegliche Teile. Lager, Motor, ein Arm über einer drehenden Scheibe. Was sie umbringt, ist Betrieb — Stunden, Anlaufvorgänge, Erschütterung im Lauf. Liegt sie still im Schrank, altert fast nichts an ihr. Ein Sturz aus einem Meter Höhe ist dagegen ein realer Verlust.
Eine SSD hat keine beweglichen Teile, dafür speichert sie Bits als Ladung in Zellen. Ladung hält sich nicht unbegrenzt. Solange die SSD am Strom hängt, frischt der Controller im Hintergrund auf. Ohne Strom passiert das nicht — und genau in diesem Zustand liegt ein Backup im Schrank.
Wie lange „nicht unbegrenzt" ist, hängt an Alter, Zellentyp und Temperatur. Für eine neue Platte reden wir über Jahre, für eine stark abgenutzte über deutlich weniger. Der letzte Abschnitt sagt, was wir dazu belegen können und was nicht.
Damit ist die Frage eine andere
Nicht „welche ist besser", sondern „wie sieht der Alltag dieser Platte aus". Drei Fälle decken fast alles ab.
Das Archiv im Schrank
Einmal im Monat anstecken, sichern, abziehen, weglegen. Hier ist die HDD im Vorteil: Sie steht still, sie verliert stromlos nichts, und sie kostet pro Terabyte weniger. Für die Größenordnungen, um die es bei Fotos und Videos geht, ist das der Unterschied zwischen einer und drei Platten.
Wichtig ist hier nur eines: nicht fallen lassen, und nicht im Betrieb bewegen.
Das Backup, das mitläuft
Eine Platte, die dauerhaft angesteckt ist und stündlich oder täglich sichert, ist ein anderer Fall. Sie läuft, sie wird warm, sie wird bewegt, wenn das Notebook bewegt wird. Hier spielt die SSD ihre Stärken aus: stoßfest, lautlos, kein Anlauf, und sie hängt ohnehin am Strom — das Argument gegen sie fällt damit weg.
Die Platte, die mit muss
Wer die Sicherung im Rucksack transportiert, sollte keine Festplatte wählen. Eine SSD überlebt den Alltag draußen deutlich besser. Dass sie pro Terabyte mehr kostet, ist hier der Preis für Robustheit und nicht für Tempo.

Eine Kopie ist kein Backup
Die Bauart ist die kleinere Frage. Die größere ist die Zahl der Kopien. Die gängige Faustregel lautet drei Kopien, zwei verschiedene Medien, eine außer Haus — und sie hat einen nüchternen Grund: Die häufigsten Verlustursachen treffen alles am selben Ort gleichzeitig. Wasser, Diebstahl, ein Blitz auf der Leitung, ein verschlüsselnder Schädling, der die angesteckte Sicherung mitnimmt.
Daraus folgt ein praktischer Rat, der die ganze Ausgangsfrage entschärft: Wer zwei Kopien anlegt, darf beide Bauarten nehmen. Eine SSD, die mitläuft, plus eine HDD, die im Schrank liegt, ist besser als zweimal dasselbe — weil sie nicht am selben Fehler sterben.
Und RAID ist auch keines
Ein Verbund aus zwei Platten, der alles doppelt schreibt, schützt gegen den Ausfall einer Platte. Er schützt nicht gegen versehentliches Löschen, nicht gegen Verschlüsselung durch Schadsoftware und nicht gegen den Blitz. Gelöscht wird auf beiden Platten gleichzeitig gelöscht.
Wie groß
Die einfache Regel: mindestens so groß wie die Daten, die du sichern willst, plus Luft für die Versionen. Sicherungsprogramme legen ältere Stände daneben, und genau die machen ein Backup erst nützlich — die Datei von gestern hilft nicht, wenn der Fehler vorgestern passiert ist.
Wo bei den Größen der sinnvolle Sprung liegt, steht in 1 TB oder 2 TB. Wie sich die Preise je Terabyte über die Monate bewegt haben, misst die SSD-Preisentwicklung fortlaufend — das ist die Zahl, an der sich die Kostenfrage entscheiden lässt, statt sie zu schätzen.
Was für den Spiele-PC gilt, gilt hier nicht
Beim Spielen ist die SSD die Antwort, und zwar ohne Gegenrede — dort geht es um Ladezeiten und um Daten, die jederzeit neu heruntergeladen werden können. Ein Backup ist der umgekehrte Fall: Die Daten gibt es nur einmal, und die Geschwindigkeit ist gleichgültig.
Der Vergleich für den Spielealltag steht in SSD oder HDD fürs Gaming, die Auswahl fürs Innenleben in Welche Festplatte für den Gaming-PC und bei den M.2-SSDs. Für die Konsole gelten eigene Anschlussbedingungen, die in Externe Festplatte für die PS5 stehen.
Der Schritt, den fast alle auslassen
Einmal zurückspielen. Ein Backup, aus dem noch nie etwas wiederhergestellt wurde, ist eine Vermutung. Nimm eine einzelne Datei, lösch sie an ihrem Platz, hol sie aus der Sicherung zurück. Das dauert fünf Minuten und ist der einzige Beleg, dass die Kette funktioniert.
Wiederhol das einmal im Jahr — besonders bei einer SSD im Schrank, weil das Anstecken sie zugleich auffrischt.
Woher die Angaben auf dieser Seite kommen
Wir betreiben kein Testlabor und messen weder Haltbarkeit noch Datenerhalt. Der Unterschied im Aufbau — bewegliche Teile gegen Ladungsspeicher — ist an jedem geöffneten Gerät nachvollziehbar, und die Folgerungen daraus stehen oben als Folgerungen und nicht als Messwerte. Für den Ladungsverlust stromloser SSDs nennen wir bewusst keine Zahl: Die üblicherweise zitierte Angabe stammt aus einer Industriefestlegung für Laufwerke am Ende ihrer Lebensdauer bei einer bestimmten Temperatur, und wir haben die Originalfestlegung nicht eingesehen. Sie ohne diese Bedingungen als „SSDs verlieren nach X Monaten Daten" wiederzugeben, wäre falsch — deshalb steht oben nur die Richtung, nicht die Dauer. Die Preisaussagen verweisen auf unseren eigenen, laufend gemessenen Index statt auf gerundete Erinnerungen. Die Bilder sind Illustrationen und kein Beleg. Was das im Einzelnen heißt, steht in Wie wir testen.