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HardwareAktualisiert am 6 min Lesezeit

BIOS-Update ohne USB-Stick: wann es geht und wann nicht

Illustration: ein Mainboard von schräg oben auf einem Schreibtisch, links die Anschlussleiste, rechts daneben Sockel und Steckplätze

Beim Fertig-PC und beim Laptop: ja, fast immer, und zwar direkt in Windows — der Stick wäre dort sogar der Umweg. Beim selbst gebauten Rechner mit eigenem Mainboard: meistens nein. Das ist keine halbe Antwort, sondern zwei ganze auf eine Frage, die zwei verschiedene Geräte meint.

Prüfe zuerst, welcher Fall du bist. Danach überspringst du die andere Hälfte dieser Seite.

Fall 1: Fertig-PC oder Laptop — BIOS-Update in Windows, ohne Stick

Illustration: ein halb geöffneter Laptop von der Seite auf einem Schreibtisch, daneben das eingesteckte Netzteil

Wenn auf dem Gehäuse der Name steht, der das ganze Gerät verkauft hat — nicht der des Mainboards —, dann ist der Weg ohne Stick der vom Hersteller vorgesehene. Es gibt zwei davon:

  1. Windows Update. Viele Hersteller liefern die Firmware in Windows 10 wie in Windows 11 als optionales Update mit. Zu finden in Windows 11 unter Einstellungen → Windows Update → Erweiterte Optionen → Optionale Updates; sie steht dort unter „Firmware" oder unter dem Namen des Herstellers.
  2. Das Wartungsprogramm des Herstellers oder die passende Download-Datei zur Seriennummer. Herunterladen, starten, der Rechner erledigt den Rest über einen Neustart.

Warum das kein Widerspruch zu unserer eigenen Empfehlung ist

An anderer Stelle raten wir von Flash-Programmen in Windows ab — in BIOS-Update Schritt für Schritt, und dort steht es zu Recht. Für ein selbst gebautes Mainboard gilt es weiter. Für ein Fertiggerät gilt es nicht, und der Unterschied ist technisch:

Das Programm des Geräteherstellers schreibt die Firmware nicht aus dem laufenden Windows heraus. Es legt sie ab und meldet sie an; geschrieben wird beim nächsten Start, bevor das Betriebssystem die Kontrolle übernimmt. Microsoft beschreibt genau diesen Ablauf: Der Windows-Startlader ruft die Aktualisierung auf, „prior to calling ExitBootServices when platform firmware has exclusive control of all devices" (Microsoft Learn, Windows UEFI Firmware Update Platform). Statt des gewohnten Startbildschirms erscheint dabei ein eigener Aktualisierungsbildschirm.

Der Virenscanner läuft zu diesem Zeitpunkt also längst nicht mehr. Genau das war der Einwand gegen Windows-Flasher — und für diesen Weg trifft er nicht zu.

Fall 2: Selbstbau mit eigenem Mainboard

Illustration: Ausschnitt einer Mainboard-Anschlussleiste — links ein Block flacher USB-Buchsen in zwei Reihen, rechts davon abgesetzt eine einzelne weitere Buchse, direkt daneben ein kleiner runder Taster

Hier wird es eng, und die Auskunft kommt von den Herstellern selbst. ASUS schreibt zum eingebauten Werkzeug EZ Flash 3 unmissverständlich: „This function only supports single-sector USB flash drives in FAT16/32 format" (ASUS Support, EZ Flash 3). Kein Wort von einer internen Festplatte, keine Netzwerkfunktion. Bei den Werkzeugen der anderen Hersteller sieht es ähnlich aus.

Und der Knopf auf dem Bild macht es nicht besser, sondern schlimmer. Die abgesetzte Buchse mit dem kleinen Taster daneben ist die Notfall-Aktualisierung — bei ASUS „USB BIOS Flashback", bei MSI „Flash BIOS Button", bei Gigabyte „Q-Flash Plus". Sie kann etwas, das kein anderer Weg kann: das BIOS auffrischen, obwohl weder Prozessor noch Arbeitsspeicher eingebaut sind. Dafür braucht sie zwingend einen USB-Stick in genau dieser Buchse. Sie ist die Rettung, wenn nichts mehr geht — nicht die Abkürzung, wenn kein Stick da ist.

Was in diesem Fall trotzdem ohne Stick geht

  • Das BIOS-Update in Windows mit dem Werkzeug des Mainboard-Herstellers. Solche Werkzeuge gibt es, und sie funktionieren meistens. Sie sind aber der Weg, von dem wir in Schritt für Schritt abraten — anders als beim Fertiggerät schreiben diese Programme tatsächlich aus dem laufenden System. Wer keinen Stick auftreiben kann und ein Board mit doppeltem BIOS hat, kann es verantworten. Sonst nicht.
  • Eine SD-Karte im Kartenleser. Sie meldet sich als USB-Massenspeicher und wird von manchen Werkzeugen akzeptiert. Streng genommen kein Stick, praktisch dasselbe — und ein Versuch, der nichts kostet.
  • Eine externe Festplatte. Boardabhängig, oft abgelehnt, weil sie die Bedingung „ein Sektor, FAT16/32" nicht erfüllt. Probieren schadet nicht; darauf verlassen kann man sich nicht.

Die ehrliche Antwort für diesen Fall: Ein USB-Stick kostet fünf Euro und löst das Problem in zehn Minuten. Wer stattdessen drei Stunden nach einem Umweg sucht, hat schlecht getauscht. Wie der Stick vorbereitet gehört und was danach kommt, steht in BIOS-Update Schritt für Schritt.

Der Schritt davor: brauchst du das Update überhaupt?

Ein BIOS-Update ist keine Wartung, die man regelmäßig macht. Es ist ein Eingriff mit einem kleinen, aber nicht null Risiko, und es sollte einen Grund haben. Drei Gründe zählen:

  • Ein neuer Prozessor wird nicht erkannt. Der häufigste und eindeutigste Fall — ein Board, das vor dem Prozessor gebaut wurde, kennt ihn nicht. Bei den langlebigen Sockeln kommt das oft vor; AM4 oder AM5 und der AM5-Chipsatzvergleich ordnen ein, was zusammenpasst.
  • Der Arbeitsspeicher läuft nicht auf seiner Geschwindigkeit oder der Rechner startet damit unzuverlässig. Speicherunterstützung ist das, was sich in BIOS-Versionen am häufigsten ändert.
  • Der Hersteller behebt ein konkretes Problem, das du hast, und schreibt es in die Versionshinweise.

Läuft alles, dann lass es. Was ein Update bringt und was nicht, sortiert Was bringt ein BIOS-Update. Und wenn der Rechner gar nicht erst startet, ist das BIOS meistens die falsche Spur — PC geht nicht an: Netzteil oder Mainboard nimmt die richtige.

Was auf jedem Weg gilt

  1. Strom sichern. Beim Laptop das Netzteil anstecken, auch bei vollem Akku. Ein Stromausfall während des Schreibens ist der Weg, ein Gerät unbrauchbar zu machen.
  2. Die Datei muss zum Gerät passen, nicht nur zur Modellreihe. Die Seriennummer oder die genaue Boardbezeichnung entscheidet — beim Mainboard steht sie aufgedruckt, beim Fertiggerät auf dem Aufkleber. Und sie kommt vom Geräte- oder Board-Hersteller, nicht vom BIOS-Anbieter: AMI schreibt selbst, dass BIOS-Anbieter keine Updates an Kunden geben können, weil die Hersteller die Firmware für ihr Board anpassen (AMI, Most Commonly Asked Questions About BIOS).
  3. Nicht eingreifen. Der Rechner startet ein- bis dreimal von selbst neu, der Bildschirm bleibt zwischendurch schwarz. Das ist normal und dauert Minuten, nicht Sekunden.
  4. Danach die Einstellungen neu setzen. Ein Update setzt sie zurück — Speicherprofil, Startreihenfolge, Lüfterkurve. Wer das vergisst, findet den Rechner hinterher langsamer vor als davor.

Häufige Fragen

Kann ich das BIOS direkt aus dem BIOS heraus aus dem Internet laden?

Bei den verbreiteten Desktop-Boards nicht. Die eingebauten Werkzeuge lesen von einem Datenträger; ASUS nennt für EZ Flash 3 ausdrücklich nur USB-Sticks in FAT16/32. Einzelne Server- und Bürogeräte bringen eine Netzwerkfunktion mit, im Selbstbau ist sie die Ausnahme.

Reicht eine interne Festplatte als Ablageort für die BIOS-Datei?

Nach der Auskunft von ASUS nicht — das Werkzeug unterstützt USB-Sticks, keine internen Laufwerke. Manche Boards anderer Hersteller sind großzügiger; eine Zusage ist das nicht, und ein Versuch dauert zwei Minuten.

Ist der Weg über Windows Update sicher?

Er ist der am besten abgesicherte von allen: Die Firmware kommt vom Hersteller signiert, und geschrieben wird sie beim Neustart, bevor das Betriebssystem läuft. Der einzige Nachteil ist, dass dort oft nicht die neueste Version liegt — wer eine bestimmte braucht, holt sie beim Hersteller.

Was ist, wenn beim Update der Strom ausfällt?

Bei einem Board mit doppeltem BIOS oder mit der Notfall-Aktualisierung über den Taster ist es zu retten. Ohne beides ist der Chip beschrieben, aber nicht fertig, und das Board startet nicht mehr — dann hilft nur der Service des Herstellers. Das ist der Grund, warum Punkt 1 der Liste oben Punkt 1 ist.

Woher die Angaben auf dieser Seite kommen

Wir betreiben kein Testlabor. Die Einschränkung auf USB-Sticks in FAT16/32 ist bei ASUS wörtlich nachzulesen und oben zitiert; der Ablauf der Aktualisierung beim Systemstart steht in Microsofts Dokumentation, ebenfalls zitiert. Wo diese Seite über andere Hersteller spricht („sieht es ähnlich aus"), ist das ausdrücklich keine geprüfte Aussage über jedes Board — im Zweifel entscheidet das Handbuch deines Modells. Die Bilder oben sind Illustrationen und zeigen kein bestimmtes Gerät. Was das im Einzelnen heißt, steht in Wie wir testen.

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