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Netzteil-Lüfter nach oben oder nach unten?

Beim Einbau steht man einmal davor: Der Lüfter im Netzteil sitzt auf einer Seite, und das Gerät passt in beide Richtungen ins Gehäuse. Foren beantworten das mit „kommt drauf an", und ausnahmsweise stimmt das — es kommt auf genau eine Sache an.
Warum die Einbaulage über die Wärme und damit über die Lebensdauer entscheidet, ordnet Netzteil und Kühlung ein.
Die eine Frage
Hat dein Gehäuse unter dem Netzteilplatz eine Lüftungsöffnung? Bei fast jedem Gehäuse der letzten zehn Jahre lautet die Antwort ja: unten im Boden sitzt ein Gitter, darunter ein herausziehbarer Staubfilter, und das Gehäuse steht auf Füßen von zwei bis drei Zentimetern Höhe.
Dann gilt: Lüfter nach unten. Das Netzteil zieht kühle Luft von außen an, schickt sie durch sich hindurch und hinten wieder hinaus. Es bildet einen eigenen, geschlossenen Luftweg und hat mit der warmen Luft im Gehäuse nichts zu tun.
Gibt es unten keine Öffnung — bei älteren Gehäusen, bei denen das Netzteil oben sitzt, oder bei sehr flachen Bauformen —, dann Lüfter nach oben. Nach unten würde er gegen den Gehäuseboden ansaugen und bekäme kaum Luft.
Warum das mehr ausmacht als es klingt
Ein Netzteil, das seine Luft von außen nimmt, sieht Zimmertemperatur. Eines, das sie aus dem Gehäuse zieht, sieht die Abwärme von Grafikkarte und Prozessor — je nach Last zehn Grad mehr oder deutlich darüber. Der Lüfter regelt nach Temperatur, also dreht er höher. Das ist der hörbare Teil.
Der unhörbare Teil ist die Lebensdauer: Elektrolytkondensatoren altern umso schneller, je wärmer sie stehen. Warum das die Größe ist, an der ein Netzteil am Ende scheitert, steht in Wie lange hält ein PC-Netzteil?
Und in die andere Richtung: Ein Netzteil, das nach oben ansaugt, befördert warme Gehäuseluft nach draußen und hilft dem Durchzug ein wenig. Dieser Vorteil ist real — er wiegt den Nachteil nur nicht auf, sobald es unten eine Öffnung gibt. Für den Durchzug ist ohnehin die Gehäusebelüftung zuständig, nicht das Netzteil; wie man die aufbaut, steht im PC Airflow Guide.
Zwei Fälle, in denen die Regel kippt
- Der Rechner steht auf Teppich. Dann saugt der Lüfter nach unten Fasern und Staub an, und der Filter setzt sich schnell zu. Entweder eine feste Unterlage unterschieben — ein Brett genügt — oder den Lüfter nach oben drehen. Die Unterlage ist die bessere Lösung, weil auch die Gehäusefüße unter dem Netzteil sonst zu wenig Abstand haben.
- Das Netzteil sitzt oben im Gehäuse. Bei dieser Bauform gibt es keine Wahl im eigentlichen Sinn: Der Lüfter zeigt nach unten, also ins Gehäuse, und zieht warme Luft ab. So war es gedacht.
Was den Staubfilter angeht
Er ist der Preis für die Lösung: Ein Filter, den niemand herauszieht, wird zur Dämmschicht. Bei einem Rechner auf dem Schreibtisch reicht ein Blick alle paar Monate, auf dem Boden häufiger. Das ist eine Minute Arbeit und der Grund, warum die Hersteller ihn zum Herausziehen gebaut haben.
Die kurze Fassung
- Öffnung mit Filter unter dem Netzteil? Lüfter nach unten.
- Keine Öffnung, geschlossener Boden? Lüfter nach oben.
- Teppich? Erst eine feste Unterlage, dann nach unten.
Welche Maße dein Gehäuse sonst noch vorgibt — Platz für die Grafikkarte, Höhe für den Kühler — steht unter Gehäuse.