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PC zusammenbauen: die Reihenfolge und die Handgriffe, an denen es scheitert

Ein PC lässt sich in vielen Reihenfolgen zusammenbauen, und die meisten funktionieren. Es gibt genau eine Stelle, an der die falsche Reihenfolge Arbeit kostet — und eine Handvoll Handgriffe, an denen ein Rechner später nicht startet. Beides steht hier, die Handgriffe mit Beleg aus den Handbüchern der Hersteller. Die Checkliste zum Ausdrucken gibt es weiter unten.
Was zusammengebaut wird, steht vorher fest: die fertigen Teilelisten unter Gaming-PC selbst zusammenstellen. Ob sich der Selbstbau gegenüber einem Fertig-PC überhaupt rechnet, steht in Gaming-PC selbst bauen oder kaufen.
unserer Zusammenstellungen haben einen eigenen CPU-Kühler statt des beigelegten. Dessen Halterung sitzt hinter dem Mainboard. Wer das Board zuerst ins Gehäuse schraubt, schraubt es für den Kühler wieder heraus. Bei den anderen sieben Bauten fällt der Schritt weg — und mit ihm die einzige echte Reihenfolgefalle.
Erst außerhalb, dann hinein
Die Regel lässt sich in einem Satz sagen. Alles, was von der Rückseite des Mainboards aus montiert wird oder Kraft braucht, passiert auf dem Tisch — nicht im Gehäuse, wo weder Licht noch Platz noch ein Gegenhalter ist.
| # | Schritt | Wo |
|---|---|---|
| 1 | Netzteil ins Gehäuse, Kabel lose durchziehen | Gehäuse |
| 2 | Prozessor in den Sockel | auf dem Tisch |
| 3 | Arbeitsspeicher in die Bänke | auf dem Tisch |
| 4 | NVMe-SSD unter den Kühlkörper | auf dem Tisch |
| 5 | Kühlerhalterung von hinten | auf dem Tisch |
| 6 | Mainboard ins Gehäuse | Gehäuse |
| 7 | Kühler aufsetzen | Gehäuse |
| 8 | Grafikkarte zuletzt | Gehäuse |
| 9 | Kabel anschließen | Gehäuse |
Schritt 1 steht vor Schritt 6, weil das Netzteil in fast jedem heutigen Gehäuse unten in einer Kammer sitzt, deren Zugang das eingebaute Mainboard halb verdeckt. Die Hersteller sind sich hier übrigens nicht einig: Intel setzt das Netzteil vor das Mainboard, das MSI-Handbuch zum PC-Bau danach. Beides funktioniert — maßgeblich ist, wie viel Platz das Gehäuse lässt.
Vor dem ersten Schritt: Statik und Unterlage
MSI empfiehlt im Mainboard-Handbuch ein Antistatik-Armband; ohne Armband vorher einen Metallgegenstand berühren, das Board nur an den Kanten halten und auf einer antistatischen Unterlage ablegen. Gigabyte ergänzt: trockene Hände, Metallkontakte nicht anfassen, Netzkabel ziehen. Die Mainboard-Schachtel selbst ist eine brauchbare Unterlage für die Schritte 2 bis 5.
Schritt 2: Prozessor — nur in einer Richtung
Auf jedem Prozessor sitzt eine kleine Dreiecksmarkierung, am Sockel die passende. Laut ASUS gehört das Dreieck bei Intel-Sockeln nach unten links, bei AM5 nach oben links; falsch eingesetzt kann der Prozessor Schaden nehmen. MSI schreibt dazu: Er passt nur in einer Richtung, „so do not force it" — und die Kontakte im Sockel sind laut MSI so empfindlich, dass schon ein leichter Stoß sie verbiegt. Die Schutzkappe des Sockels aufheben: MSI verlangt sie, wenn das Board zur Reparatur zurückgeschickt wird.
Schritt 3: Arbeitsspeicher — bei zwei Riegeln A2 und B2

Zwei Riegel gehören nicht in die ersten beiden Steckplätze, sondern in den zweiten und vierten vom Prozessor aus. ASUS: „If two DRAMs, please install to DIMM_A2 and DIMM_B2 slots"; die Belegungstabelle im MSI-Handbuch nennt für zwei Riegel ebenfalls A2 und B2. Der Riegel ist richtig drin, wenn die Halteklammern hörbar einrasten. Ein nicht ganz eingesteckter Riegel ist laut ASUS eine der ersten Stellen, die bei einem Rechner ohne Bild zu prüfen sind. Welcher Slot bei einem oder vier Riegeln gilt, was Dual Channel ist und warum Kits nicht gemischt werden sollen, steht in RAM richtig einsetzen.
Die volle Geschwindigkeit eines Speicherkits läuft erst mit dem Speicherprofil im BIOS — XMP bei Intel, EXPO bei AMD; wo die Option steht, zeigt XMP und EXPO aktivieren. Laut Intel sind das vom Hersteller getestete Einstellungen „beyond the standard settings", also eine Übertaktung; AMD weist darauf hin, dass Betrieb außerhalb der Spezifikation die AMD-Garantie berühren kann.
Schritt 4: M.2-SSD — und welcher Steckplatz etwas abschaltet
Die SSD schräg einsetzen, herunterdrücken, festschrauben oder einklipsen; bei einem Kühlkörper des Mainboards vorher die Schutzfolie vom Wärmeleitpad abziehen, wie es das MSI-Handbuch beschreibt. Nicht jeder M.2-Steckplatz ist gleich: Beim ASUS ROG Strix X870-A Gaming WiFi etwa läuft der Grafikkartensteckplatz nur noch mit acht Lanes, sobald M.2_2 belegt ist. Welcher Steckplatz was teilt, steht im Handbuch des eigenen Boards unter den Spezifikationen.
Schritt 5 und 7: Kühler und Wärmeleitpaste

Für Sockel wie AM5, LGA 1700 und LGA 1851 empfiehlt Noctua vier Punkte von etwa 2 mm nahe den Ecken und einen von 3 bis 4 mm in der Mitte; zu viel Paste verschlechtert laut Noctua die Kühlung. Arctic lässt mehrere Methoden gelten — entscheidend ist, dass am Ende die ganze Fläche von einem dünnen Film bedeckt ist. Den Kühler danach über Kreuz schrittweise festziehen, wie es MSI beschreibt. Wie viel Paste genau, steht in Wie viel Wärmeleitpaste auf die CPU?
Warum die Grafikkarte zuletzt kommt
Sie ist das längste Teil und verdeckt eingebaut die Stromanschlüsse des Mainboards, die untere Hälfte der Anschlussleiste und meistens einen der Laufwerkssteckplätze. Alles, was du nach ihr anschließt, schließt du um sie herum an. Sie ist außerdem das teuerste Teil und liegt bei uns im Median bei 38 Prozent des Budgets — je später sie ins Gehäuse kommt, desto weniger Gelegenheiten hat sie, im Weg zu sein.
Der Einbau selbst ist in Neue Grafikkarte einbauen beschrieben; die senkrechte Montage behandelt Grafikkarte vertikal einbauen.
Schritt 9: Strom — der Stecker, der bündig sitzen muss

Das Mainboard braucht den 24-poligen Hauptstecker und den 8-poligen Prozessorstecker oben links; hat es zusätzlich einen 4-poligen, empfiehlt ASUS, alle anzuschließen. Bei Grafikkarten mit 12V-2x6-Anschluss verlangt NVIDIA im Handbuch der RTX 5090, dass der Stecker „fully inserted and seated flush" sitzt. Seasonic rät, das Kabel nicht mehr zu biegen, wenn es eingesteckt ist, und nicht direkt am Stecker; Corsair nennt als Richtwert etwa 30 mm gerades Kabel vor der ersten Biegung.
Die Frontpanel-Stecker: bei den LEDs zählt die Richtung

Power-Schalter, Reset und die beiden LEDs landen auf einer kleinen Stiftleiste am unteren Rand des Mainboards. Bei den LEDs zählt die Richtung: Laut MSI gehören Plus und Minus auf die passenden Stifte, „otherwise, the LEDs will not function properly". Gigabyte beschriftet im Handbuch auch Power- und Reset-Schalter mit Plus und Minus — deshalb gilt: die Belegung aus dem Handbuch des eigenen Boards nehmen, nicht aus einer fremden Anleitung.
Der Test vor dem Kabelmanagement
Zwischen Schritt 9 und dem Aufräumen gehört ein Schritt, den die meisten überspringen und dann bereuen. Schalte den Rechner ein, bevor du ein einziges Kabel bindest. Den Monitor dabei an die Grafikkarte anschließen, nicht an das Mainboard. Wenn das BIOS erscheint, ist alles Wesentliche richtig — ein Blick in dessen Laufwerksübersicht zeigt gleich, ob die SSD erkannt wird; fehlt sie, steht die Suchreihenfolge in SSD wird nicht erkannt.
Bleibt der Bildschirm schwarz, helfen die kleinen Diagnose-LEDs vieler Boards. Bei ASUS (Q-LED) und MSI (EZ Debug LED) steht je eine für Prozessor, Arbeitsspeicher, Grafikkarte und Startlaufwerk; leuchtet eine dauerhaft, wurde das Teil nicht erkannt oder hat einen Fehler. Die häufigsten Ursachen laut ASUS: ein nicht ganz eingesteckter Speicherriegel, ein fehlender oder lockerer Stromstecker an der Grafikkarte, und der Schalter hinten am Netzteil steht auf Aus. Die weitere Eingrenzung steht unter PC geht nicht an — Netzteil oder Mainboard?
Für Windows 11 braucht der Rechner laut Microsoft TPM 2.0 und Secure Boot. Im BIOS heißt das TPM je nach Hersteller unter anderem „AMD fTPM switch" oder „Intel PTT", meist im Menü Advanced, Security oder Trusted Computing.
Sockel, Formfaktor und Netzteilleistung werden geprüft, während du wählst. Ein Board, das nicht ins Gehäuse passt, fällt hier auf — und nicht bei Schritt 6.
Was sich nicht rächt
Damit die Liste oben nicht länger wirkt, als sie ist: Alles, was hier nicht steht, ist in der Reihenfolge frei. Gehäuselüfter, zweite Laufwerke, die Frontanschlüsse, das Aufräumen der Kabel — das lässt sich jederzeit nachholen, ohne etwas auszubauen. Wohin die Lüfter gehören, behandelt Gehäuselüfter anschließen. Nur zusätzliche Abstandhalter unter dem Mainboard, die zu keinem Loch passen, verbietet MSI ausdrücklich.
Welche Teile überhaupt zusammenkommen müssen, steht unter Welche Teile braucht man für einen PC? — dieselben siebzehn Bauten, andere Frage.
Die Zusammenbau-Checkliste als PDF
Zwei Seiten A4 zum Danebenlegen: die neun Schritte zum Abhaken, die Handgriffe mit den Werten aus den Handbüchern — A2/B2, Pastenmenge, Stromstecker, Frontpanel — und die Fehlersuche, wenn der Bildschirm schwarz bleibt. Trag dich ein, und der Download steht sofort auf der nächsten Seite bereit. Danach schreiben wir dir nur, wenn eine neue Zusammenstellung fertig ist oder ein Preis unter alles fällt, was wir bisher gemessen haben.
Was wir hier nicht messen
Die Reihenfolge oben ist keine Messung, sondern eine Ableitung aus Bauformen — daraus, wo Halterungen sitzen und was was verdeckt. Wir haben keine siebzehn Rechner nachgebaut und die Zeiten gestoppt. Was gemessen ist, sind die zehn von siebzehn und die 38 Prozent; beide stammen aus den Teilelisten unserer Zusammenstellungen. Die Handgriffe stammen aus den Handbüchern und Supportseiten der Hersteller (ASUS, MSI, Gigabyte, Intel, AMD, NVIDIA, Noctua, Arctic, Seasonic, Corsair, Microsoft) und sind an der jeweiligen Stelle verlinkt, Stand 15.09.2026.
Die kurze Fassung
- Prozessor, Speicher, SSD und Kühlerhalterung kommen aufs Board, bevor es ins Gehäuse geht — die Grafikkarte zuletzt.
- Zwei Speicherriegel gehören in A2 und B2, nicht in die ersten beiden Bänke.
- Wärmeleitpaste bei AM5 und LGA 1851 laut Noctua: vier kleine Punkte nahe den Ecken, einer in der Mitte.
- Der 12V-2x6-Stecker der Grafikkarte muss bündig sitzen, und vor der ersten Biegung bleiben laut Corsair etwa 30 mm gerade.
- Erst testen, dann Kabel binden — und den Monitor an die Grafikkarte.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
In welche Steckplätze gehören zwei RAM-Riegel?
In A2 und B2, also den zweiten und vierten Steckplatz vom Prozessor aus. So steht es bei ASUS und in der Belegungstabelle des MSI-Handbuchs. Im Zweifel gilt die Tabelle im Handbuch des eigenen Mainboards.
In welcher Reihenfolge baut man einen PC zusammen?
Netzteil ins Gehäuse, dann auf dem Tisch Prozessor, Arbeitsspeicher, M.2-SSD und Kühlerhalterung aufs Mainboard, dann das Board ins Gehäuse, Kühler aufsetzen, zuletzt die Grafikkarte und die Kabel. Intel und MSI setzen das Netzteil an unterschiedlichen Stellen ein; beides funktioniert.
Wie viel Wärmeleitpaste gehört auf die CPU?
Noctua empfiehlt für AM5, LGA 1700 und LGA 1851 vier Punkte von etwa 2 mm nahe den Ecken und einen von 3 bis 4 mm in der Mitte. Zu viel Paste verschlechtert laut Noctua die Kühlung.
Der neue PC zeigt kein Bild — was prüfe ich zuerst?
Ob der Monitor an der Grafikkarte hängt, ob alle Speicherriegel eingerastet sind, ob der Stromstecker der Grafikkarte richtig sitzt und ob der Schalter hinten am Netzteil an ist. Viele Mainboards zeigen mit Diagnose-LEDs, ob Prozessor, Speicher, Grafikkarte oder Startlaufwerk nicht erkannt wurden.
Muss ich XMP oder EXPO einschalten?
Für die volle Geschwindigkeit des Speicherkits ja. Intel beschreibt XMP als getestete Einstellungen jenseits der Standardwerte, also eine Übertaktung; AMD weist darauf hin, dass Betrieb außerhalb der Spezifikation die Garantie berühren kann.