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Wärmeleitpaste auftragen: wie viel und welche Methode – was die Hersteller sagen

Wie viel Wärmeleitpaste auf die CPU gehört und in welchem Muster, beantworten die Hersteller selbst — nur nicht einheitlich. Noctua setzt fünf Punkte, AMD ein Kreuz, Intel eine Erbse in die Mitte, Thermal Grizzly verstreicht dünn, und Arctic ist die Methode gleich, solange am Ende ein geschlossener Film steht. Einig sind sich die meisten nur in einem: Zu viel ist nicht die sichere Seite.
Dieser Guide stellt die Herstellerangaben nebeneinander, zeigt, was bei AM5 anders ist, wie die alte Paste runtergeht und wann Flüssigmetall tabu ist. Den Spickzettel zum Ausdrucken gibt es weiter unten.
Korrektur vom 15.09.2026: Hier stand bisher „im Zweifel die etwas größere Portion" und „auf AM5 eine Linie". Beides widerspricht den Herstellern — Noctua, Intel und AMD warnen vor zu viel Paste, und Noctua ordnet AM5 derselben Methode zu wie AM4 und LGA1700. Wir haben den Beitrag deshalb neu geschrieben, diesmal mit Quelle an jeder Aussage.
So viele verschiedene Auftragsweisen empfehlen Noctua, AMD, Intel, Thermal Grizzly und Arctic in ihren Anleitungen. Keine davon ist „die richtige" — die Tabelle unten zeigt, was jeder schreibt, und der Abschnitt danach, woran du dich hältst.
Was die Hersteller sagen

| Hersteller | Methode | Menge / Hinweis |
|---|---|---|
| Noctua (NT-H2) | AM4, AM5, LGA1700, LGA1851: fünf Punkte LGA115x, LGA1200: ein Punkt | 4 Punkte mit etwa 2 mm nahe den Ecken plus 1 Punkt mit 3–4 mm in der Mitte; bei LGA115x/1200 ein Punkt mit 3–4 mm. Nicht verstreichen. |
| AMD | Kreuz | eine dünne Linie als X über den Deckel |
| Intel | ein Punkt in der Mitte | etwa so groß wie ein Reiskorn oder eine Erbse; den Anpressdruck des Kühlers verteilen lassen |
| Thermal Grizzly | dünn verstreichen | so dünn wie möglich, aber über die ganze Fläche; mit dem Spatel einen Tropfen von etwa 3 × 3 mm verteilen, keine Metallgegenstände |
| Arctic | Methode frei | entscheidend ist ein dünner Film über der ganzen Fläche; die zähe MX-6 laut Arctic nicht mit dem Spatel, sondern über den Anpressdruck |
Stand der Herstellerseiten am 15.09.2026. be quiet! nennt im eigenen Ratgeber die Erbse in der Mitte oder ein X.
Welche Methode also?
- Die Anleitung deiner Paste gilt zuerst. Die Hersteller empfehlen ihre Methode für ihr Material — eine sehr zähe Paste wie die Arctic MX-6 verhält sich anders als eine, die für den Spatel gedacht ist.
- Steht nichts dabei, nach Sockel. Für die heute üblichen Sockel AM4, AM5, LGA1700 und LGA1851 ist Noctuas Fünf-Punkte-Muster die genaueste veröffentlichte Angabe: Größe und Lage der Punkte sind in Millimetern beschrieben, nicht als „Erbse".
- Nicht mehrfach ansetzen. Intel weist darauf hin, dass falsches Auftragen und Verteilen Luftblasen in der Paste erzeugen kann. Wer verstreicht, macht es einmal und dünn.
- Den Kühler gleichmäßig anziehen. Bei Punkt-, Kreuz- und Fünf-Punkte-Methode verteilt erst der Anpressdruck die Paste — wie das geht, steht in CPU-Kühler anziehen.
Ob die eine Methode ein, zwei Grad kühler ist als die andere, haben wir nicht gemessen, und keiner der Hersteller nennt dazu Zahlen. Deshalb steht hier keine.
Wie viel ist zu viel?
Hier sind die drei großen Namen deutlich. Noctua schreibt in der Anleitung zur NT-H2: „Applying too much thermal paste will lower heat conductivity and cooling performance!" Intel: Zu wenig deckt die Fläche möglicherweise nicht ab, zu viel verringert die Wirksamkeit. Und AMD warnt, dass überschüssige Paste über den Rand bis in den Sockel laufen und CPU und Sockel beschädigen kann.
Gelassener sieht es be quiet!: Quillt normale Paste seitlich heraus, sei das „not a problem with regular grease" — abwischen genügt. Der Widerspruch löst sich auf, wenn man beide Hälften nimmt: Herausgequollene, nicht leitende Paste ist schnell entfernt; eine dicke Schicht zwischen Chip und Kühler kostet dagegen Kühlleistung, und im Sockel hat Paste nichts verloren.
Der Sonderfall AM5: die Aussparungen

Der Heatspreader der AM5-Prozessoren hat an zwei Seiten Aussparungen, in denen kleine Bauteile auf der Platine liegen. Laut Noctua sammelt sich überschüssige Paste genau dort und ist schwer wieder zu entfernen. Noctua verkauft dafür eine Abdeckung (NA-TPG1), die nach eigener Aussage keinen messbaren Einfluss auf die Temperatur hat — sie hält nur die Aussparungen sauber. Eine Aussage von AMD, dass nicht leitende Paste in diesen Aussparungen schadet, haben wir nicht gefunden. Am einfachsten ist es, gar nicht erst zu viel aufzutragen.
Kühler mit vorab aufgetragener Paste
- Beim ersten Einbau: Hat der Kühler schon Paste auf der Bodenplatte, brauchst du laut AMD keine zusätzliche. Intels Boxed-Kühler kommen laut Intel-Support ebenfalls mit aufgetragenem Wärmeleitmaterial.
- Bei jedem erneuten Einbau: alte Paste von beiden Flächen entfernen und neue auftragen. Intel schreibt ausdrücklich, das Material immer zu ersetzen und nie neue Paste auf gebrauchte zu geben (Intel-Support).
- Schutzfolie nicht vergessen: Kühler ohne vorab aufgetragene Paste haben oft eine Folie auf der Bodenplatte, die laut be quiet! vor dem Einbau ab muss.
Alte Paste entfernen
- Kurz warmlaufen lassen. AMD rät, den Rechner wenn möglich ein paar Minuten einzuschalten, damit die alte Paste weicher wird.
- Isopropanol und ein fusselfreies Tuch. So beschreiben es AMD und Intel; Thermal Grizzly schreibt „hochprozentiges Isopropanol", Arctic empfiehlt seinen MX Cleaner, Noctua legt der NT-H2 Reinigungstücher bei. Eine konkrete Prozentzahl nennt keiner dieser Hersteller.
- Beide Flächen säubern — Prozessor und Bodenplatte des Kühlers — und trocknen lassen.
- Reste in Ritzen sind kein Drama. Laut Noctua sind zurückbleibende Reste nur ein optisches Problem und beeinträchtigen die Leistung nicht.
Leitet Wärmeleitpaste Strom?
Die üblichen Pasten nicht — laut Hersteller etwa die Noctua NT-H2, die Arctic MX-4 und MX-6 und die Thermal Grizzly Kryonaut. Das gilt aber je Produkt und nicht pauschal für alles, was „Wärmeleit-" im Namen trägt:
- Flüssigmetall leitet. Thermal Grizzly warnt bei Conductonaut, es dürfe nicht mit Aluminiumkühlern verwendet werden, Kontakt mit Aluminium beschädige den Kühler dauerhaft; empfohlen werden vernickelte Flächen. be quiet! ergänzt, dass Flüssigmetall in Kupfer eindiffundieren kann, sodass ein zweiter Auftrag nötig wird.
- Graphen-Pads können leiten. Das Thermal Grizzly KryoSheet ist laut Datenblatt elektrisch leitfähig und darf keine Bauteile berühren.
Für einen normalen Gaming-PC ist nicht leitende Paste die unkomplizierte Wahl. Wann ein Pad statt Paste sinnvoll ist, steht in Wärmeleitpaste oder Wärmeleitpad.
Wie lange hält Wärmeleitpaste?
| Angabe | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Nutzungsdauer auf der CPU | bis zu 5 Jahre (NT-H1, NT-H2) | Noctua |
| Geöffnete Tube | bis zu 2 Jahre | Noctua |
| Ungeöffnete Tube | bis zu 8 Jahre | Arctic |
| Wechselintervall allgemein | „nicht öfter als einmal alle paar Jahre" | Intel |
Wichtig bei Arctic: Die acht Jahre gelten für die ungeöffnete Tube, nicht für die Paste auf dem Prozessor. Den eigentlichen Anlass für einen Wechsel knüpfen Noctua und Arctic an die Temperatur — mehr dazu in Wie oft Wärmeleitpaste erneuern.
Und die W/mK auf der Packung?
Noctua gibt für seine Pasten bewusst keine Wärmeleitfähigkeit an: Solche Werte garantierten „not always … comparable results", und manche Angaben wirkten „simply unrealistic". In der Praxis zählen laut Noctua auch Verteilung, Schichtdicke und Anpressdruck. Welche Paste sich preislich lohnt, steht in Beste Wärmeleitpaste für die CPU.
Der Pasten-Spickzettel als PDF
Eine Seite A4 für den Kühlerwechsel: die Methode jedes Herstellers mit Millimeterangaben, die AM5-Besonderheit, Reinigung, vorab aufgetragene Paste, Flüssigmetall und Haltbarkeit. Trag dich ein, und der Download steht sofort auf der nächsten Seite bereit. Danach schreiben wir dir nur, wenn eine neue Zusammenstellung fertig ist oder ein Preis unter alles fällt, was wir bisher gemessen haben.
Weiterlesen
- CPU-Kühler anziehen
- Wie oft Wärmeleitpaste erneuern
- Wärmeleitpaste oder Wärmeleitpad
- Beste Wärmeleitpaste für die CPU
- PC zusammenbauen: Reihenfolge und Handgriffe
Woher die Angaben auf dieser Seite kommen
Wir betreiben kein Testlabor und haben keine Auftragsmethoden gegeneinander gemessen. Methoden, Mengen, Haltbarkeit und Warnhinweise stammen aus Anleitungen, Datenblättern und Supportseiten von Noctua, AMD, Intel, Thermal Grizzly, Arctic und be quiet! — alles an der jeweiligen Stelle verlinkt, Stand 15.09.2026. Was das im Einzelnen heißt, steht in Wie wir testen.
Die kurze Fassung
- Die Hersteller empfehlen verschiedene Methoden: Noctua fünf Punkte, AMD ein Kreuz, Intel eine Erbse, Thermal Grizzly dünn verstreichen, Arctic „egal, Hauptsache geschlossen".
- Zuerst gilt die Anleitung der eigenen Paste; ohne Angabe für AM4, AM5, LGA1700 und LGA1851 Noctuas fünf Punkte.
- Zu viel ist nicht die sichere Seite: Noctua und Intel nennen schlechtere Kühlung, AMD mögliche Schäden an CPU und Sockel.
- Beim erneuten Einbau alte Paste mit Isopropanol entfernen und immer neu auftragen.
- Flüssigmetall leitet Strom und darf nicht auf Aluminium.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie viel Wärmeleitpaste gehört auf die CPU?
Laut Noctua für AM4, AM5, LGA1700 und LGA1851 vier Punkte mit etwa 2 mm nahe den Ecken und einer mit 3–4 mm in der Mitte. Intel nennt eine Menge von der Größe eines Reiskorns oder einer Erbse in der Mitte. Steht auf deiner Paste eine eigene Anleitung, gilt die.
Ist zu viel Wärmeleitpaste schlimm?
Noctua und Intel schreiben, dass zu viel die Kühlleistung senkt. AMD warnt, dass überschüssige Paste in den Sockel laufen und CPU und Sockel beschädigen kann. Seitlich herausgequollene, nicht leitende Paste lässt sich laut be quiet! einfach abwischen.
Punkt, Kreuz oder verstreichen?
Die Hersteller sind sich nicht einig: Intel und be quiet! nennen den Punkt, AMD das Kreuz, Thermal Grizzly das Verstreichen, Noctua fünf Punkte. Arctic hält die Methode für zweitrangig, solange ein geschlossener dünner Film entsteht.
Muss ich bei einem neuen Kühler Paste auftragen?
Nicht, wenn schon Paste auf der Bodenplatte ist — das schreibt AMD. Wird der Kühler später wieder abgenommen, muss die alte Paste runter und neue drauf; Intel rät, nie neue auf gebrauchte Paste zu geben.
Womit entferne ich alte Wärmeleitpaste?
AMD und Intel nennen Isopropanol und ein fusselfreies Tuch; AMD rät, den Rechner vorher ein paar Minuten laufen zu lassen, damit die Paste weicher wird. Arctic empfiehlt seinen MX Cleaner, Thermal Grizzly hochprozentiges Isopropanol.