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Gehäuselüfter anschließen: 3-Pin- und 4-Pin-Belegung und die Falle

Einen Gehäuselüfter anzuschließen ist eine Sache von zwei Minuten. Der Teil, der Geld kosten kann, ist nicht der Lüfterstecker, sondern der zweite Stecker, den beleuchtete Lüfter mitbringen.
Wie die angeschlossenen Lüfter in den Luftweg des ganzen Gehäuses passen, steht in Netzteil und Kühlung.
Der Lüfterstecker: 3 Pins oder 4
Einen PC-Lüfter schließt du am Mainboard an. Dort sitzen Anschlüsse mit der Beschriftung SYS_FAN, CHA_FAN oder ähnlich — „System" beziehungsweise „Chassis". Der Anschluss für den Prozessorkühler heißt CPU_FAN und ist für den Gehäuselüfter der falsche: Manche Mainboards starten nicht, wenn dort nichts hängt.
- 3-Pin — der Lüfter wird über die Spannung geregelt. Langsamer heißt weniger Volt.
- 4-Pin (PWM) — die Drehzahl wird über ein eigenes Signal geregelt, die Spannung bleibt konstant. Feiner regelbar, vor allem im unteren Bereich.
Beides passt aufeinander. Der Stecker hat eine Führungsnase und eine Kerbe; ein 3-Pin-Lüfter lässt sich auf einen 4-Pin-Anschluss stecken (er läuft dann mit voller Drehzahl oder wird über die Spannung geregelt, je nach Mainboard), und ein 4-Pin-Lüfter passt auf einen 3-Pin-Anschluss (er wird dann über die Spannung geregelt). Falsch herum geht es nicht — die Nase verhindert es.
Die Belegung: welcher Pin was macht
Beim 3-Pin- und beim 4-Pin-Lüfter sind die ersten drei Kontakte gleich belegt, der vierte kommt beim PWM-Lüfter nur dazu. Deshalb passen beide aufeinander: Ein 3-Pin-Stecker sitzt auf den Pins 1 bis 3 eines 4-Pin-Anschlusses, der PWM-Kontakt bleibt frei.
| Pin | Funktion | 3-Pin-Lüfter | 4-Pin-Lüfter (PWM) | übliche Aderfarbe |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Masse (GND) | ja | ja | schwarz |
| 2 | +12 Volt | ja | ja | rot (3-Pin) oder gelb (4-Pin) |
| 3 | Drehzahlsignal (Tacho), zwei Impulse je Umdrehung | ja | ja | gelb (3-Pin) oder grün (4-Pin) |
| 4 | PWM-Steuersignal, 25 kHz | — | ja | blau |
Verlass dich auf die Pin-Nummer, nicht auf die Farbe. Die Aderfarben sind nicht verbindlich, und gerade günstige Lüfter weichen ab. Die Nummer ergibt sich aus der Führungsnase: Sie läuft neben den Pins 1 bis 3 entlang, Pin 4 liegt außerhalb davon, und die Masse sitzt am anderen Ende.
Ein Lüfteranschluss am Mainboard liefert meist um 1 Ampere, also rund 12 Watt. Das reicht für mehrere Lüfter an einem Y-Kabel, aber nicht für beliebig viele — der genaue Wert steht im Handbuch des Boards.
Warum PWM-Lüfter trotzdem die bessere Wahl sind und was sie kosten, steht in Beste Gehäuselüfter: praktisch nichts.
Die Falle: 5-Volt-ARGB gegen 12-Volt-RGB
RGB-Lüfter und ARGB-Lüfter haben einen zweiten Stecker, und hier liegt das einzige echte Risiko:
- ARGB, 3 Pins, 5 Volt — adressierbar, jede LED einzeln ansteuerbar. Der Stecker hat drei belegte Kontakte und eine Lücke, wo der vierte wäre. Belegung: +5 V, Daten, Lücke, Masse.
- RGB, 4 Pins, 12 Volt — der ganze Lüfter leuchtet in einer Farbe. Vier Kontakte in einer Reihe. Belegung: +12 V, Grün, Rot, Blau.
Sie sehen sich ähnlich und sind es nicht. Ein 5-Volt-ARGB-Streifen an einem 12-Volt-Anschluss bekommt mehr als das Doppelte seiner Spannung — und das überlebt die Elektronik in der Regel nicht. Die Beleuchtung ist danach hin, im ungünstigen Fall mehr.
Die Anschlüsse am Mainboard sind entsprechend beschriftet, meist als ADD_HEADER / ARGB / 5V und RGB_HEADER / 12V. Lies die Beschriftung, bevor du steckst — die Führungsnasen unterscheiden sich bei manchen Boards nicht deutlich genug, um sich darauf zu verlassen.
Wenn die Anschlüsse nicht reichen
Ein Mainboard hat oft nur zwei oder drei Gehäuselüfter-Anschlüsse. Für vier bis sechs Lüfter gibt es drei Wege:
- Y-Kabel, auch Splitter genannt — zwei Lüfter an einem Anschluss. Einfach, aber nur einer der beiden meldet seine Drehzahl zurück.
- Reihenschaltung (PST) — manche Hersteller bauen einen zweiten Anschluss direkt an den Lüfter, sodass sich eine Kette bilden lässt. Bei ARCTIC heißt das PST und ist der Grund, warum die Mehrfachpacks so praktisch sind.
- Lüfter-Hub — eine kleine Platine, die ihren Strom direkt vom Netzteil zieht (meist über einen SATA-Stecker, bei älteren Hubs über Molex) und das Regelsignal vom Mainboard übernimmt. Der richtige Weg bei vielen Lüftern, weil der Mainboard-Anschluss nicht den Strom liefern muss.
Die Richtung nicht vergessen
Jeder Lüfter hat eine Förderrichtung, und sie steht meist als kleiner Pfeil auf dem Rahmen. Laut Corsair zeigt der Pfeil entlang des Rahmens die Drehrichtung, der quer dazu die Luftrichtung. Bei Noctua strömt die Luft zu der Seite mit dem runden Logo-Aufkleber. Ohne Pfeil hilft das Datenblatt — eine allgemeine Regel über die Rahmenseite gibt es nicht, und sogenannte Reverse-Lüfter blasen bewusst andersherum.
Als Faustregel nennt Noctua: vorne und unten hinein, hinten und oben hinaus. Saugen mehr Lüfter an, als hinausblasen, entsteht Überdruck — laut Noctua kommt dann weniger Staub ins Gehäuse, warme Luft staut sich aber leichter. Mehr dazu im PC-Airflow-Guide.
Danach: einstellen
Im BIOS des Mainboards steht eine Lüfterkurve je Anschluss. Werkseitig ist sie meist auf „laut, aber sicher" eingestellt. Wer sie flacher legt, gewinnt spürbar Ruhe — und sollte danach einmal unter Last nachsehen, ob die Temperaturen noch stimmen.
Wie viele Lüfter überhaupt sinnvoll sind und was sie kosten, steht in Beste Gehäuselüfter. Wohin der Lüfter des Netzteils zeigen soll, in Netzteil-Lüfter oben oder unten.
Kurz gefasst
- SYS_FAN oder CHA_FAN, nicht CPU_FAN.
- 3-Pin und 4-Pin passen aufeinander — falsch herum geht nicht.
- Belegung: Pin 1 Masse, Pin 2 +12 V, Pin 3 Drehzahl, Pin 4 PWM. Die Nummer zählt, nicht die Aderfarbe.
- 5-Volt-ARGB und 12-Volt-RGB niemals verwechseln. Das ist der einzige Schritt, bei dem ein Fehler etwas zerstört.
- Bei vielen Lüftern ein Hub mit eigener Stromversorgung.
- Auf die Förderrichtung achten — der Pfeil steht auf dem Rahmen.