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Hardware9 min Lesezeit

PS5-Stromverbrauch: rund 215 Watt beim Spielen, und die Pro zieht nicht mehr

Illustration: ein Steckdosen-Messgerät mit leerer Anzeige in einer Wandsteckdose neben einem dunklen Lowboard, davor ein Sofa im Abendlicht, der Fernseher ausgeschaltet

Eine PS5 nimmt beim Spielen von PS5-Titeln laut Sonys eigenen Messwerten zwischen 197 und 219 Watt auf, je nach Modell. Im Home-Menü sind es 43 bis 47 Watt, im Ruhemodus mit Standardeinstellung 0,3 Watt. Die PS5 Pro liegt mit 215,2 Watt in derselben Spanne wie die Slim mit 216,8 Watt. Bei zwei Stunden Spielen am Tag und dem Strompreis, den der BDEW für 2026 als Durchschnitt nennt, kommen rund 58 Euro im Jahr zusammen; der Ruhemodus kostet mit Standardeinstellung unter einen Euro, mit allen Funktionen an gut elf.

Die Zahlen stammen nicht aus einer Schätzung, sondern von Sonys Ecodesign-Seite, auf der das Unternehmen im Rahmen der EU-Selbstverpflichtung für Spielkonsolen die Leistungsaufnahme je Modellnummer ausweist. Die Jahresrechnung dagegen steht hier als Formel mit zwei Annahmen, die du gegen deine eigenen austauschst.

Was Sony je Modell misst

Sony misst nach eigener Angabe je Modellreihe fünf Konsolen aus EU-Beständen und veröffentlicht Durchschnittswerte für feste Zustände: aktives Spielen mit einem Drei-Spiele-Durchschnitt, PS4-Spiele, Home-Menü, Medienwiedergabe und mehrere Varianten des Ruhemodus. Die Modellnummer steht auf der Unterseite der Konsole und beginnt mit CFI. Für die wichtigsten Reihen stehen dort, jeweils in HD gemessen (Quelle: Sony, Ecodesign-Angaben, abgerufen am 14.09.2026):

  • PS5 der ersten Generation, CFI-1016A (getestet 15.12.2020): Spielen 196,9 W, Home-Menü 43,1 W, Ruhemodus 0,3 W
  • PS5 Slim, CFI-2016 (getestet 26.01.2024): Spielen 216,8 W, Home-Menü 46,4 W, Ruhemodus 0,31 W; die Digital Edition derselben Reihe 214,3 W beim Spielen
  • PS5 der Reihe, die Sony als „CFI-21" führt (getestet 05.02.2026): Spielen 214,0 W mit Laufwerk und 215,7 W digital, Home-Menü 46,1 bzw. 43,4 W, Ruhemodus 0,30 W
  • PS5 Pro, CFI-7021 (getestet 31.01.2025): Spielen 215,2 W, Home-Menü 43,6 W, Ruhemodus 0,3 W
Illustration: ein weißes Steckdosen-Messgerät mit leerer, unbeschrifteter Anzeige, in eine Wandsteckdose gesteckt, darunter ein schwarzer Stecker mit Kabel

Auf derselben Seite stehen auch eine Reihe „CFI-71" mit Werten, die denen der CFI-21 gleichen oder nahekommen, sowie die Zwischenmodelle CFI-1116 und CFI-1216. Ob die Konsole in 4K oder HD läuft, ändert nach Sonys Werten fast nichts: Die Slim nimmt in Ultra HD 217,7 statt 216,8 Watt auf, die Pro 216,1 statt 215,2.

Warum die Pro nicht mehr zieht als die Slim

Dass die deutlich stärkere Pro auf demselben Niveau landet, überrascht, ist aber genau das, was Sony ausweist. Zwei Dinge gehören dazu. Erstens misst Sony einen Durchschnitt aus drei Spielen, und die Spiele sind je Modell andere: für die Slim God of War Ragnarök, Hogwarts Legacy und Spider-Man 2, für die Pro Spider-Man 2, Helldivers 2 und Call of Duty Black Ops 6. Zweitens weist Sony selbst darauf hin, dass die Werte je nach Konsole, Spiel und Spielverhalten streuen. Die Zahlen belegen also die Größenordnung, nicht den Unterschied auf das Watt. Welche Pro-Spiele im Alltag mehr fordern, steht nicht in Sonys Tabelle, und wir haben es nicht gemessen.

Auffällig ist eher der Sprung zwischen erster Generation und Slim: 196,9 gegenüber 216,8 Watt. Auch hier gilt der Vorbehalt der anderen Spiele; die Launch-Konsole wurde 2020 mit Demon's Souls, Miles Morales und Sackboy gemessen. Für die Wahl zwischen Slim und Pro spielt der Strom damit keine Rolle; worauf es stattdessen ankommt, steht in PS5 oder PS5 Pro.

Sobald kein Spiel läuft, fällt die Aufnahme auf etwa ein Fünftel. Das Home-Menü liegt bei allen Modellen zwischen 43 und 47 Watt, und das ist der Zustand, in dem eine Konsole oft stundenlang steht, weil sie nach dem Spielen nicht in den Ruhemodus geschickt wurde.

Für Streaming nennt Sony bei der Slim 56,3 Watt, gemessen mit einem Film über PlayStation Video in HD. Für die Reihe CFI-21 und die Pro steht in der Tabelle kein Streaming-Wert; bei der Pro vermerkt Sony „TBC". Die Wiedergabe von Disc liegt bei rund 50 Watt für DVD und Blu-ray, bei 4K-Blu-ray zwischen 57,2 Watt (Pro) und 80,4 Watt (Slim). Wer die Konsole als Abspieler für Serien nutzt, rechnet also mit etwa einem Viertel dessen, was ein Spiel zieht.

PS4-Spiele auf der PS5 bleiben ebenfalls weit darunter: Sony misst Battlefield 4 mit 87 bis 93 Watt und Spider-Man mit 105 bis 114 Watt, je nach Modell.

Was der Ruhemodus kostet

Der Ruhemodus ist die Stelle, an der die Einstellungen mehr ausmachen als das Modell. Mit der Standardeinstellung „Weniger Stromverbrauch" nimmt jede PS5 laut Sony 0,3 Watt auf. Sobald du Funktionen für den Ruhemodus einschaltest, steigt der Wert deutlich, und zwar nach Sonys Tabelle so:

  • Stromversorgung der USB-Ports: 3,4 W (Pro), 3,6 W (Slim), 4,65 W (CFI-21)
  • Mit dem Internet verbunden bleiben: 1,0 W (Pro), 1,2 W (Slim), 0,84 W (CFI-21)
  • Alle Funktionen: 3,6 W (Pro), 3,8 W (Slim), 4,71 W (CFI-21)
Illustration: ein dunkles Wohnzimmer am Abend, ein ausgeschalteter Fernseher auf einem Lowboard, darunter ein einzelnes kleines orangefarbenes Bereitschaftslicht, links ein Sofa im Schatten

Sony schreibt in der Hilfe zu den Energiespareinstellungen ausdrücklich, dass die Konsole den Verbrauch im Ruhemodus nicht mehr automatisch unter 0,5 Watt senkt, sobald eine dieser Funktionen aktiv ist (Quelle: Sony, Energiespareinstellungen, abgerufen am 14.09.2026). Das Zehnfache von 0,3 Watt klingt nach viel, bleibt aber in Kilowattstunden klein; die Rechnung dazu folgt unten.

Einen Messwert für den ausgeschalteten Zustand nennt Sony auf der Ecodesign-Seite nicht. Wer wissen will, was die Konsole am Netz zieht, wenn sie ganz aus ist, findet dort keine Zahl, und wir haben keine.

Drei Stunden statt immer

Die USB-Stromversorgung im Ruhemodus kennt die Stufen „Immer" und „3 Stunden"; bei den Modellreihen CFI-2000 und CFI-7000 kommt „Adaptiv" hinzu, das die Ladezeit nach dem Akkustand des Controllers bemisst. Bei „3 Stunden" versorgt die Konsole die Ports nur drei Stunden nach dem Wechsel in den Ruhemodus und senkt danach ihren Verbrauch (Quelle: Sony, Controller im Ruhemodus laden, abgerufen am 14.09.2026). „Immer" hält die 3 bis 4,65 Watt auch dann, wenn an den Ports längst nichts mehr lädt.

Die Rechnung: Kosten im Jahr

Die Formel ist dieselbe wie beim Rechner, nur mit Sonys Wattzahl statt einer gemessenen:

Watt × Stunden im Jahr ÷ 1.000 = Kilowattstunden; Kilowattstunden × Strompreis = Kosten.

Zwei Annahmen musst du setzen. Erstens die Spielzeit: Hier sind es zwei Stunden am Tag, also 730 Stunden im Jahr. Zweitens der Strompreis: Der Branchenverband BDEW nennt in seiner Strompreisanalyse vom August 2026 für Haushalte einen Durchschnitt von 37,0 Cent je Kilowattstunde für das bisherige Jahr 2026 (Quelle: BDEW-Strompreisanalyse, abgerufen am 14.09.2026). Verivox gibt für Bestandskunden im August 2026 32,3 Cent an und für Neuverträge rund 25 Cent (Quelle: Verivox, Strompreisentwicklung, abgerufen am 14.09.2026). Gerechnet wird hier mit 37,0 Cent; dein eigener Preis steht auf der Jahresabrechnung.

  • PS5 Slim, Spielen: 216,8 W × 730 h ÷ 1.000 = 158,3 kWh; × 0,37 € = rund 58,60 €
  • PS5 Pro, Spielen: 215,2 W × 730 h ÷ 1.000 = 157,1 kWh; × 0,37 € = rund 58,10 €
  • PS5 der ersten Generation, Spielen: 196,9 W × 730 h ÷ 1.000 = 143,7 kWh; × 0,37 € = rund 53,20 €
  • Ruhemodus in den übrigen 8.030 Stunden, Standardeinstellung: 0,31 W × 8.030 h ÷ 1.000 = 2,5 kWh; × 0,37 € = rund 0,90 €
  • Ruhemodus, alle Funktionen an (Slim): 3,8 W × 8.030 h ÷ 1.000 = 30,5 kWh; × 0,37 € = rund 11,30 €

Eine Stunde Spielen kostet damit etwa acht Cent. Wer vier statt zwei Stunden am Tag spielt, verdoppelt den ersten Posten auf rund 117 Euro; wer mit dem Verivox-Wert von 32,3 Cent rechnet, landet bei zwei Stunden bei rund 51 Euro. Eine Stunde Menü am Tag sind übers Jahr 16,9 kWh und rund 6,30 Euro; eine Stunde Streaming über die Slim 20,5 kWh und rund 7,60 Euro. Der Fernseher ist in keiner dieser Zahlen enthalten und kommt je nach Gerät noch dazu. Wie du die Formel mit eigenen Werten füllst, steht in PC-Stromverbrauch berechnen; sie gilt für die Konsole genauso.

Im Vergleich zum Gaming-PC

Die Konsole hat gegenüber dem Rechner einen festen Vorteil: Die Aufnahme der Konsole ist gedeckelt und für jedes Modell veröffentlicht. Ein Gaming-PC hat keinen Herstellerwert für „Spielen", nur ein Netzteil, das mehr liefern kann, als der Rechner je zieht. Die Beispielrechnung in Was ein Gaming-PC im Jahr an Strom kostet setzt 400 Watt für den Rechner an, also fast das Doppelte einer PS5, und der Monitor kommt dort noch dazu.

Ob das ein Argument für die Konsole ist, hängt davon ab, was auf der anderen Seite steht: Wie weit ein Rechner über oder unter diesem Ansatz liegt, entscheiden vor allem Grafikkarte und Prozessor. Die Abwägung über den Strom hinaus steht in Gaming-PC oder Konsole.

Spartipps, die wirklich etwas bringen

Die Hebel sind klein, weil die Konsole schon sparsam ist. Aber sie kosten nichts. Alle Menüwege gelten für die Systemsoftware mit Stand September 2026 (Quelle: Sonys Hilfe zu den Energiespareinstellungen, oben verlinkt).

  1. Zeit bis zum Ruhemodus setzen. Unter Einstellungen → System → Energie sparen legst du fest, nach wie viel Leerlauf die Konsole in den Ruhemodus wechselt. „Nicht in den Ruhemodus versetzen" hält sie im Menü bei 43 bis 47 Watt, statt bei 0,3.
  2. USB-Stromversorgung auf „3 Stunden" oder „Adaptiv". Unter „Im Ruhemodus verfügbare Funktionen". Der Controller wird trotzdem voll; nur die Nacht danach fällt weg.
  3. Internetverbindung im Ruhemodus nur, wenn du sie brauchst. Sie lädt Updates und Spiele im Hintergrund, kostet laut Sony 0,84 bis 1,2 Watt rund um die Uhr. Wer die Konsole ohnehin täglich einschaltet, verpasst ohne sie nichts, nur das Update läuft dann beim Start.
  4. Energiesparmodus für Spiele. Ebenfalls unter Energie sparen; unterstützte Spiele fahren dann ihre Leistung zurück. Sony nennt dafür keine Wattzahl, und VR ist in diesem Modus nicht verfügbar.
  5. Ganz aus statt Ruhemodus, wenn die Konsole länger steht. Eine Steckdosenleiste mit Schalter trennt sie vom Netz; dann fällt auch das weg, wofür Sony keinen Wert nennt. Vorher ordentlich herunterfahren, sonst verlierst du den Spielstand des angehaltenen Spiels.
Illustration: eine weiße Steckdosenleiste mit vier Steckplätzen und einem roten Kippschalter am Ende, zwei schwarze Stecker eingesteckt, auf hellem Grund

Was nichts bringt: die Auflösung herunterzustellen. Sonys Werte für HD und Ultra HD liegen bei jedem Modell höchstens rund anderthalb Watt auseinander. Ob der Leistungs- oder der Qualitätsmodus eines Spiels mehr zieht, weist Sony nicht aus; dazu gibt es keine belastbare Zahl, und wir haben keine eigene.

Die ehrliche Einschränkung

Wir betreiben kein Testlabor und haben keine Konsole an ein Messgerät gehängt. Alle Wattwerte sind Sonys Angaben von der Ecodesign-Seite, mit dem jeweiligen Testdatum, und Sony weist selbst auf die Streuung zwischen Konsolen, Spielen und Spielverhalten hin. Die Jahresrechnung beruht auf zwei Annahmen, zwei Stunden am Tag und 37,0 Cent je Kilowattstunde, und ändert sich mit jeder anderen. Menüwege und Optionen können sich mit Systemupdates verschieben. Die Bilder sind Illustrationen, kein Beleg. Was das im Einzelnen heißt, steht in Wie wir testen.

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