GamesVon Stefan HaunAktualisiert am 5 min Lesezeit
AMD FPS anzeigen: Strg + Umschalt + O blendet die Adrenalin-Leistungsanzeige ein

So geht es: Im laufenden Spiel Strg + Umschalt + O drücken. Das blendet das Kennzahlen-Overlay von AMD Software: Adrenalin Edition ein und wieder aus, mit der Bildrate oben rechts im Bild. Die Software kommt mit dem Radeon-Treiber; ein Zusatzprogramm braucht es nicht. Erscheint nichts, ist das Overlay in der Software noch nicht aktiviert, siehe Einrichten.
Zwei Tastenkombinationen, und sie tun Verschiedenes
- Strg + Umschalt + O schaltet das Kennzahlen-Overlay ein und aus. Das ist der kurze Weg zur Bildrate.
- Alt + R öffnet das Radeon-Overlay, die Bedienoberfläche über dem Spiel mit Reitern für Aufnahme, Leistung, Anzeige und Tuning. Von dort lässt sich das Kennzahlen-Overlay ebenfalls einschalten und einstellen, aber Alt + R allein blendet keine Bildrate ein.
- Strg + Umschalt + L startet und stoppt die Leistungsprotokollierung: Die Werte werden in eine Datei geschrieben statt auf den Bildschirm.
Die Verwechslung von Alt + R und Strg + Umschalt + O ist der häufigste Grund für die Annahme, die Funktion fehle: Wer Alt + R drückt und nur ein Menü sieht, hat das Overlay geöffnet, nicht die Anzeige eingeschaltet. Alle drei Kombinationen lassen sich in der Software umbelegen; AMD verlangt dabei, dass Strg oder Alt Teil der Kombination bleibt.
Einrichten Schritt für Schritt
- AMD Software öffnen. Rechtsklick auf den Desktop, AMD Software: Adrenalin Edition, oder über das Startmenü. Die Software gehört zum Treiberpaket; bei einer Minimalinstallation des Treibers fehlt sie und muss über den vollständigen Treiber nachinstalliert werden.
- Zu den Kennzahlen. Im Reiter Leistung den Unterpunkt Kennzahlen öffnen. Schneller geht es über das Suchfeld oben rechts: „Kennzahlen“ eingeben und den Treffer anklicken.
- Werte auswählen. Jede Kennzahl hat ein Feld für „im Overlay zeigen“. Für den Anfang reichen Bildrate, GPU-Auslastung und GPU-Temperatur. Weniger ist mehr: Eine Anzeige mit zwölf Zeilen verdeckt einen guten Teil des Bildes, und beim Spielen liest man ohnehin höchstens drei davon.
- Overlay einschalten. Im Reiter Overlay den Schalter Kennzahlen-Overlay anzeigen aktivieren. Dort auch die Position wählen: oben links, oben rechts (Standard), unten links, unten rechts oder eine eigene Pixelposition. Größe, Spaltenzahl, Transparenz und Textfarbe stehen daneben.
- Im Spiel Strg + Umschalt + O drücken, falls die Anzeige nicht ohnehin schon erscheint.
Der Reiter Einstellungen im selben Bereich hat zwei Optionen, die man kennen sollte: Abtastintervall (wie oft die Werte aktualisiert werden, in Schritten von 0,25 Sekunden) und In Video-/Stream-Ausgabe anzeigen. Steht der zweite Schalter an, ist die Bildrate später in jeder Aufnahme zu sehen. Wer mit ReLive aufnimmt und das nicht will, schaltet ihn aus.
Welche Werte das Overlay zeigt
AMD führt in seiner Hilfe diese Kennzahlen, jede einzeln zuschaltbar:
- Bildrate, Bildzeit, 99. Perzentil der FPS und Ruckelrate in Prozent. Die letzten beiden sind die interessanten: Sie zeigen, ob die Bildrate gleichmäßig ist oder immer wieder einbricht. Ein guter Durchschnitt mit hoher Ruckelrate fühlt sich schlechter an als ein niedriger, gleichmäßiger.
- GPU-Auslastung, GPU-Takt, Gesamtleistungsaufnahme der Karte (TBP), GPU-Temperatur und Hotspot-Temperatur (Junction), Lüfterdrehzahl, Grafikspeicher-Belegung und Speichertakt.
- CPU-Auslastung, CPU-Takt, CPU-Spannung, CPU-Temperatur und CPU-Leistungsaufnahme. Die CPU-Werte liefert die Software laut AMD nur bei kompatiblen Prozessoren, in der Praxis also bei Ryzen.
- Arbeitsspeicher-Belegung in Gigabyte.
Was sich damit beantworten lässt
- GPU dauerhaft nahe 100 Prozent: Die Grafikkarte ist der Engpass. Eine niedrigere Auflösung, eine Detailstufe weniger oder FSR bringen dann sofort mehr Bilder.
- GPU deutlich darunter, Bildrate trotzdem niedrig: Der Prozessor bremst, oder es werden Daten nachgeladen. Detailstufen zu senken hilft dann wenig; die CPU-Auslastung im selben Overlay zeigt es.
- Hotspot-Temperatur weit über der GPU-Temperatur: Die Karte drosselt ab etwa 110 °C Junction. Fällt der Takt nach einigen Minuten, ist das kein Leistungsproblem der Karte, sondern eines der Gehäusebelüftung; was dagegen hilft, steht im Airflow-Leitfaden.
- Grafikspeicher am Anschlag: Texturen eine Stufe runter. Das kostet kaum Bildqualität und beseitigt Nachladeruckler.
Fluid Motion Frames: Was der Zähler dann zeigt
AMD Fluid Motion Frames (AFMF) erzeugt im Treiber zusätzliche Bilder zwischen den vom Spiel gerechneten, für jedes DirectX-11- und DirectX-12-Spiel und ohne dass das Spiel davon weiß. Die Bildrate im Adrenalin-Overlay zählt diese erzeugten Bilder mit. Laut AMD ist das Overlay auch der einzige Zähler, der sie sieht: Fremde Programme wie MSI Afterburner oder die Xbox Game Bar messen weiter nur die vom Spiel gerechneten Bilder, weil AFMF erst danach eingreift.
Daraus folgt: Zeigt Adrenalin 120 und Afterburner 60, ist nichts kaputt. Die 60 sind die gerechneten Bilder, die 120 das, was der Monitor bekommt. Die Eingabeverzögerung hängt an den 60. AMD empfiehlt für AFMF eine Grundbildrate von mindestens 60 und Radeon Anti-Lag dazu. Bei schnellen Bewegungen setzt AFMF die Bilderzeugung selbsttätig kurz aus, um Bildfehler zu vermeiden; die Anzeige springt dann zwischen beiden Werten hin und her. Das ist kein Fehler, sondern so vorgesehen.
Ob AFMF gerade aktiv ist, zeigt laut AMD die Statusanzeige im Radeon-Overlay (Alt + R). Für FSR Frame Generation, das im Spiel selbst eingebaut ist, trifft der Steam-Monitor die Unterscheidung zwischen gerechnet und erzeugt am saubersten, siehe Steam: FPS anzeigen.
Wenn nichts erscheint
- Das Kennzahlen-Overlay ist nicht aktiviert. Die Tastenkombination blendet nur ein, was vorher unter Leistung > Kennzahlen > Overlay eingeschaltet wurde. Ist dort keine Kennzahl für das Overlay markiert, erscheint ein leerer Rahmen oder gar nichts.
- Die Tastenkombination ist belegt oder umbelegt. Im Suchfeld der Software „Hotkey“ eingeben; die Liste zeigt die aktuelle Belegung. Strg + Umschalt + O gehört in manchen Spielen und Programmen einer anderen Funktion.
- Echtes Vollbild. Wie bei allen Overlays hilft der Wechsel auf randloses Fenster. Anti-Cheat-Systeme mancher Online-Spiele blocken das Overlay ganz.
- Minimalinstallation des Treibers. AMD nennt die Leistungsüberwachung als Funktion der vollständigen Installation. Wer beim Treiber „nur Treiber“ gewählt hat, hat keine Adrenalin-Software.
- Integrierte Grafik statt Radeon-Karte. Bei manchen Kombinationen aus Prozessorgrafik und Treiberfassung fehlt die Überwachung. Dann führt der Weg über die Xbox Game Bar, die unabhängig von der Grafikkarte arbeitet.
- Overlay in der Software abgeschaltet. Unter den Einstellungen der Adrenalin-Software gibt es einen eigenen Schalter für das Radeon-Overlay. Ist er aus, reagiert auch Alt + R nicht.
Die anderen Wege
Für Spiele aus der Steam-Bibliothek zeigt der Performance-Monitor von Steam gerechnete und erzeugte Bilder getrennt. Unabhängig von der Grafikkarte arbeitet die Xbox Game Bar. Mit einer GeForce-Karte führt der Weg über die NVIDIA App. Die Übersicht über alle Wege steht unter FPS anzeigen lassen.
Quellen
Tastenkombinationen, Kennzahlen und Overlay-Einstellungen sind gegen AMDs Hilfeseite Monitor Performance Metrics with AMD Software: Adrenalin Edition geprüft (Stand laut AMD: November 2024), der Aufruf des Radeon-Overlays gegen Using Radeon Overlay. Die Angaben zu AFMF stammen aus AMDs Release Notes zu Adrenalin 24.1.1. Die deutschen Menünamen können je nach Softwareversion leicht abweichen. Stand: September 2026.