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Hardware7 min Lesezeit

AM5-Chipsatz-Vergleich: welcher reicht wofür?

Die AM5-Chipsätze nach Ausstattungsstufe geordnet, daneben die vier Fragen, die die Wahl bestimmen

Auf dem Sockel AM5 führt AMD inzwischen neun Chipsätze: A620, B840, B650, B650E, B850, X670, X670E, X870 und X870E. Die Namen helfen dabei wenig — B850 ist der Nachfolger von B650, B840 dagegen ist kein bisschen besser als B650, sondern deutlich schlechter.

Man muss die Tabelle aber nicht auswendig können. Vier Fragen dampfen die Liste auf ein oder zwei Kandidaten ein.

Die erste Frage: Willst du den Prozessor übertakten?

Wenn nein, ist alles erlaubt. Wenn ja, fallen genau zwei weg: A620 und B840 lassen die CPU nicht übertakten. Speicherprofile (EXPO) lassen sich dagegen auf allen einstellen — das ist der Griff, den die meisten tatsächlich brauchen, und er hat mit CPU-Übertaktung nichts zu tun.

Die zweite Frage: Was soll PCIe 5.0 können?

Hier steckt die einzige Namenslogik, die wirklich trägt:

Ein „E“ am Ende heißt: PCIe 5.0 auch am Grafikslot. Ohne E gibt es PCIe 5.0 nur für die schnelle M.2-SSD, der Grafikslot bleibt bei PCIe 4.0. Das gilt für B650 gegen B650E und für X670 gegen X670E.

Bei der neueren Generation ist es anders geregelt: Bei B850 ist der PCIe-5.0-M.2-Steckplatz Pflicht (bei B650 war er optional), der Grafikslot dagegen bleibt dem Boardhersteller überlassen. X870 und X870E bringen beides mit.

Die dritte Frage: Brauchst du USB4?

Garantiert ist USB4 nur bei X870 und X870E — dort schreibt AMD einen Controller vor. Bei allen anderen kann der Hersteller einen verbauen oder nicht. Wer USB4 will und keinen X870 nimmt, muss also ins Datenblatt des konkreten Boards sehen, nicht auf den Chipsatznamen.

Die vierte Frage: Wie viele Steckplätze und Anschlüsse?

Das ist der eigentliche Unterschied zwischen B und X. X670E und X870E tragen zwei Chipsätze hintereinander und haben dadurch deutlich mehr Leitungen für Steckkarten, M.2-Steckplätze und USB-Buchsen. Wer eine Steckkarte, drei SSDs und viele Anschlüsse braucht, findet den Unterschied dort — nicht in der Spielleistung.

Die Übersicht

ChipsatzGrafikslotM.2 am ProzessorUSB4CPU übertakten
A620PCIe 4.0kein PCIe 5.0neinnein
B840siehe untenkein PCIe 5.0neinnein
B650PCIe 4.0PCIe 5.0 optionaloptionalja
B650EPCIe 5.0PCIe 5.0optionalja
B850PCIe 5.0 optionalPCIe 5.0 Pflichtoptionalja
X670PCIe 4.0PCIe 5.0 optionaloptionalja
X670EPCIe 5.0PCIe 5.0optionalja
X870PCIe 5.0PCIe 5.0Pflichtja
X870EPCIe 5.0PCIe 5.0Pflichtja

„Optional“ heißt in dieser Tabelle immer dasselbe: der Chipsatz erlaubt es, der Boardhersteller entscheidet. Bei diesen Zeilen sagt der Chipsatzname allein nichts — dort hilft nur das Datenblatt des konkreten Modells.

Der B840 ist der Sonderfall, und die Quellen widersprechen sich

B840 klingt nach dem kleinen Bruder von B850 und ist tatsächlich näher am A620: kein CPU-Übertakten, kein PCIe 5.0. Wie langsam der Grafikslot genau ist, wird unterschiedlich berichtet — von PCIe 4.0 bis hinunter zu PCIe 3.0. Wir haben es nicht nachgemessen und geben deshalb keine Zahl aus: Wer ein B840-Board erwägt, sieht im Datenblatt des konkreten Boards nach, was am Grafikslot anliegt.

Für einen Spiele-Rechner ist der Chipsatz ohnehin die falsche Wahl. Der Aufpreis zu einem B650- oder B850-Board ist klein gegen das, was hier fehlt.

B650 vs B850: was der Aufpreis heute kauft

Der verbindliche Unterschied ist der PCIe-5.0-M.2-Steckplatz: bei B850 Pflicht, bei B650 optional. AMD nennt für B850 in der eigenen Chipsatztabelle „1x4 PCIe 5.0" für die NVMe-SSD und PCIe 4.0 am Grafikslot; USB4 ist bei beiden optional, CPU-Übertakten bei beiden erlaubt. Wer die schnelle SSD nicht braucht, bekommt mit B650 dieselbe Spielleistung — der Prozessor bestimmt sie, nicht der Chipsatz.

Was dieser Unterschied kostet, zeigt dasselbe Board in beiden Generationen — ASUS TUF Gaming, beide in unserem Katalog und in der täglichen Preismessung. Was die beiden Boards laut Datenblatt tatsächlich unterscheidet, steht ausführlich unter B650 vs B850:

Der Aufpreis heute: 32,90 € (23 %) — ASUS TUF Gaming B850-Plus WiFi gegenüber ASUS TUF Gaming B650-Plus WiFi.

ASUS TUF Gaming B650-Plus WiFiASUS TUF Gaming B850-Plus WiFi
SockelAM5AM5
ChipsatzB650B850
FormfaktorATXATX
SpeichertypDDR5DDR5
RAM-Steckplätze44
RAM maximal (GB)256256
Preis heute141,90 €174,80 €
Tiefst / Höchst der Reihe141,90 € / 141,90 €174,70 € / 177,74 €

Technische Werte aus dem EliteGear-Katalog. Preise: eigene tägliche Messung, günstigstes Angebot, Stand 18.09.2026; Tiefst und Höchst über die ganze Reihe seit 27.08.2026.

Welche dieser Boards zu einem bestimmten Prozessor passen, zeigt Mainboard für den 9800X3D — samt dem BIOS-Punkt, der bei B650 vor dem Kauf zu klären ist.

B850 vs X870

Laut AMD-Chipsatztabelle trennen die beiden drei Dinge:

  • Grafikslot: B850 PCIe 4.0, X870 PCIe 5.0 (je 1x16 oder 2x8).
  • PCIe-5.0-Leitungen insgesamt: B850 4, X870 24 — bei gleicher Gesamtzahl von 36 nutzbaren Leitungen.
  • USB4: bei B850 optional, bei X870 Standard.

Gleich sind laut derselben Tabelle die USB-Anschlüsse (1 × 5 Gbit/s, 6 × 10 Gbit/s, 1 × 20 Gbit/s), vier SATA-Anschlüsse, CPU- und Speicherübertaktung. Eine Grafikkarte, die PCIe 5.0 tatsächlich ausreizt, ist bei Spielen die Ausnahme; wer USB4 fest haben will, kommt um X870 nicht herum. X870-Boards stehen nicht in unserem Katalog, deshalb steht hier kein Aufpreis.

X870 vs X870E

Grafikslot (PCIe 5.0), NVMe (1x4 PCIe 5.0 plus vier weitere Leitungen) und USB4 als Standard sind laut AMD bei beiden gleich. Der Unterschied ist die Menge:

  • Nutzbare PCIe-Leitungen: X870 36, X870E 44 (PCIe 5.0 bei beiden 24).
  • USB: X870 1 × 5, 6 × 10 und 1 × 20 Gbit/s, X870E jeweils doppelt so viele (2, 12, 2).
  • SATA: X870 4, X870E 8.

X870E lohnt sich also, wenn zusätzliche Steckkarten, mehr Laufwerke oder viele USB-Geräte dazukommen — nicht für mehr Bilder pro Sekunde. Auch hier gilt: kein X870E im Katalog, kein Preis.

Was der Chipsatz NICHT bestimmt

Zwei verbreitete Annahmen, die beide falsch sind:

  • Welche CPU passt. Jede AM5-CPU läuft auf jedem AM5-Chipsatz, vom Ryzen 5 bis zum Ryzen 9 — vorausgesetzt, das Board hat ein BIOS, das den Prozessor kennt. Bei einem älteren Board und einer neuen CPU ist das die Frage, die man vor dem Kauf klärt, nicht der Chipsatz.
  • Wie schnell der Arbeitsspeicher läuft. Der Speichercontroller sitzt im Prozessor, nicht im Chipsatz. Auf AM5 fällt er oberhalb von DDR5-6000 in den halben Takt, und dann ist schnellerer Speicher unter dem Strich langsamer. Ein teurerer Chipsatz ändert daran nichts.

Welche CPU auf welchen Sockel gehört — samt der Boards aus unserem Katalog, nach Sockel geordnet — steht unter Welche CPU passt auf welches Mainboard?.

Was in unserem Katalog steht

Der Konfigurator führt AM5-Boards mit B650 und B850 — die beiden Stufen, bei denen für die allermeisten Zusammenstellungen Schluss ist. E- und X-Varianten sind nicht dabei, und das ist eine Aussage über den Katalog, keine über den Markt: Sie lohnen sich, wenn zusätzliche Steckkarten oder eine dritte SSD dazukommen, und das trifft auf die wenigsten Spiele-Rechner zu.

Wie sich das in einzelnen Boards niederschlägt, zeigen unsere Testseiten mit Herstellerdatenblatt und Preislage. Mit B850: MSI PRO B850-S WIFI6E, Gigabyte B850 Gaming WIFI6, MSI B850 Gaming Plus WIFI, MSI PRO B850-P WIFI und MSI MPG B850 Edge TI WIFI. Mit B650: Gigabyte B650 Eagle AX und ASUS TUF Gaming B650-Plus WiFi.

Die einzelnen Boards mit ihrem Speicher- und Sockelabgleich stehen unter Mainboards; was an Netzteil dazugehört, rechnet der Netzteilrechner, und was der fertige Rechner an Strom zieht, steht in PC-Stromverbrauch berechnen.

Quellen

Die Abschnitte B850 vs X870 und X870 vs X870E sowie die B850-Angaben zu Grafikslot und NVMe stammen aus der Chipsatztabelle auf amd.com (abgerufen am 15.09.2026). AMD nennt dort für B850 am Grafikslot PCIe 4.0; wo die Übersicht oben „PCIe 5.0 optional" sagt, heißt das: nur, wenn der Boardhersteller es zusätzlich verbaut — das steht dann im Datenblatt des Boards.

Die Angaben in der Tabelle sind gegen mehrere Darstellungen abgeglichen, darunter die Chipsatz-Übersicht von Puget Systems und den Wikipedia-Artikel zu Socket AM5. Wo die Quellen auseinandergehen — beim Grafikslot des B840 —, steht das oben ausdrücklich, statt dass wir uns für eine Zahl entscheiden.

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