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HardwareVon Stefan Haun12 min Lesezeit

Steam Deck Speicher erweitern: microSD-Karte oder SSD tauschen – was passt und wie der Tausch abläuft

Illustration: eine tragbare Spielkonsole liegt auf einer dunklen Arbeitsmatte, daneben ihr geöffnetes Gehäuse mit Platine, davor eine kleine M.2-SSD und ein Feinmechaniker-Schraubendreher

Den Speicher des Steam Deck erweiterst du am einfachsten mit einer microSD-Karte (UHS-I, SD, SDHC oder SDXC), die das Deck selbst formatiert. Mehr Platz für alles gibt es nur mit einer größeren SSD im Format M.2 2230 – das geht, Valve sieht den Tausch durch Endkunden aber ausdrücklich nicht vor. Dieser Guide stellt beide Wege nebeneinander, sagt, welche SSD ins Deck passt, wie der Tausch beim LCD- und beim OLED-Modell abläuft und wie SteamOS danach auf die leere SSD kommt. Die Checkliste zum Ausdrucken gibt es weiter unten.

Wie dieser Guide entsteht: Wir betreiben kein Testlabor und haben kein Steam Deck geöffnet und keine SSD darin gemessen. Die Angaben zu Speicher, microSD und Wiederherstellung stammen von Valve (Datenblatt, FAQ, Steam-Support), die Schritte zum Öffnen aus den Reparaturanleitungen von iFixit, auf die Valve selbst verweist, die Daten der genannten SSDs von den Herstellern – abgerufen am 25. Oktober 2026 und an der jeweiligen Stelle verlinkt. Mehr dazu in Wie wir testen.

M.2 2230

ist die einzige Bauform, die Valve für das Steam Deck nennt: „All models use socketed 2230 m.2 modules (not intended for end-user replacement)“. 2230 heißt 22 mm breit und 30 mm lang.

Zwei Wege: microSD-Karte oder größere SSD

microSD-KarteSSD tauschen
AufwandEinstecken, am Deck formatierenGehäuse öffnen, SSD tauschen, SteamOS per USB-Stick neu aufspielen
Valves Haltungvorgesehen, Steckplatz in jedem Modell„not intended for end-user replacement“
Was passiert mit den DatenKarte wird beim Formatieren gelöscht, internes bleibtAlles auf der alten SSD bleibt auf der alten SSD; das Deck startet danach frisch
Schnittstelle laut ValveUHS-INVMe über PCIe

Für die meisten ist die microSD-Karte der richtige erste Schritt: kein Schraubendreher, nichts auf dem Deck wird gelöscht. Der SSD-Tausch lohnt, wer dauerhaft mehr braucht als eingebauten Speicher plus Karte – oder ein Deck mit 64 GB eMMC hat. Was die Modelle ab Werk mitbringen, steht in Steam Deck LCD oder OLED.

Weg 1: die microSD-Karte

Valve nennt für den Kartensteckplatz in den technischen Daten „UHS-I supports SD, SDXC and SDHC“ – so steht es auch im Datenblatt des LCD-Modells. Mindestwerte wie A2 oder eine Geschwindigkeitsklasse nennt Valve nicht.

Wichtig ist das Formatieren. Laut Valve-FAQ: „Steam Deck microSD cards use ext4 with casefolding - Steam Deck formats SD cards to the proper format.“ Formatier die Karte also am Deck, nicht am PC; alles darauf ist danach weg. Laut Valve kann das Deck auch von der Karte starten – darauf baut der Weg auf, Windows auf die Karte zu legen, beschrieben in Windows 11 auf dem Steam Deck installieren.

Weg 2: Welche SSD ins Steam Deck passt

Valve gibt für das erste Steam Deck (LCD) im Datenblatt an: 64 GB eMMC mit „PCIe Gen 2 x1“, 256 GB und 512 GB als NVMe-SSD mit „PCIe Gen 3 x4“. Für das OLED-Modell nennt Valve in den Spezifikationen nur „512GB NVMe SSD“ und „1TB NVMe SSD“, ohne PCIe-Generation. iFixit beschreibt die SSD in beiden Modellen als „single-sided M.2 2230“ (LCD, OLED).

Daraus folgen die Bedingungen für den Ersatz:

  • Bauform M.2 2230, einseitig bestückt wie das Original. Valve nennt keine andere Länge; eine 2242-SSD ist 12 mm länger, dafür sehen weder Valve noch iFixit einen Platz vor.
  • NVMe über PCIe, keine SATA-M.2. Aktuelle 2230-SSDs nutzen meist PCIe 4.0 und laufen in älteren Steckplätzen langsamer; Western Digital schreibt zur SN770M: „Backwards compatible with PCIe Gen3 x4, PCIe Gen3 x2“ und ältere Stufen (Datenblatt).

Drei Modelle, deren Hersteller das Steam Deck ausdrücklich nennen – nur mit Herstellerangaben, ohne Wertung:

SSDBauform / SchnittstelleWas der Hersteller sagt
WD_BLACK SN770MM.2 2230, PCIe Gen4, bis 4 Lanes500 GB, 1 TB, 2 TB; nennt „Valve Steam Deck“; Lesen bis 5.150 MB/s (1 und 2 TB), Betriebstemperatur 0 bis 85 °C
Corsair MP600 MINIM.2 2230, PCIe 4.0 x4, NVMe 1.43D-TLC-NAND; nennt das Steam Deck und Microsoft Surface
Sabrent Rocket 2230M.2 2230, PCIe 4.0bis 1 TB; ohne DRAM, mit Host Memory Buffer; nennt das Steam Deck; abwärtskompatibel zu Gen3 und Gen2 „with reduced bandwidth“

Welche Größe: 512 GB, 1 TB oder 2 TB?

Valve verkauft das Deck mit 256 GB (LCD) sowie 512 GB und 1 TB (OLED); die 2230-SSDs oben reichen bis 2 TB (WD) bzw. 1 TB (Sabrent).

  • 512 GB lohnt vor allem als Ersatz für 64 GB eMMC. Bei 256 GB bringt eine gleich große microSD-Karte genauso viel Platz ohne Öffnen.
  • 1 TB verdoppelt bis vervierfacht den Platz und lässt die Karte für Wechsel-Bibliotheken frei.
  • 2 TB für alle, die ohne Karte auskommen wollen. Wenn schon geöffnet wird, eher eine Stufe größer – ein zweiter Tausch heißt wieder alles von vorn. Warum das zweite Terabyte meist weniger kostet als das erste, steht in SSD mit 1 oder 2 TB?

Was Valve zum Selbsttausch sagt

Valve bezeichnet die SSD im Datenblatt als „not intended for end-user replacement“. Auf die FAQ-Frage, wie leicht Endkunden Sticks und SSD tauschen können, antwortet Valve mit einem Video („the answer is a bit complicated“, „Take a look inside Steam Deck“). Gleichzeitig verweist die FAQ für Ersatzteile auf iFixit: „replacement parts and repair guides for Steam Deck can be found on their website“. Eine ausdrückliche Garantieaussage zum SSD-Tausch haben wir bei Valve nicht gefunden; Schäden beim Öffnen sind dein Risiko. Keine Rechtsberatung.

Vorbereitung: Akku, Speichermodus, microSD raus

  1. Akku unter 25 %. iFixit: „allow the battery to discharge below 25% before starting your repairs“, weil ein geladener Akku bei Beschädigung gefährlich ist.
  2. Battery Storage Mode einschalten. Empfiehlt Valve laut iFixit vor jeder Reparatur: Deck aus, Lauter (+) halten, Power drücken, loslassen – das Deck startet ins BIOS. Dort Setup Utility → Power → Battery storage mode → Yes. Danach reagiert es nicht auf die Power-Taste, bis du das Ladegerät ansteckst.
  3. microSD-Karte entnehmen. iFixit warnt, die Karte könne beim Abnehmen der Rückseite „snap right in half“.
  4. USB-Stick mit SteamOS vorbereiten (siehe Schritt 3). Das Deck hat einen USB-C-Anschluss; nimm einen USB-C-Stick oder einen Hub.

Schritt 1 und 2: Öffnen und SSD tauschen – LCD und OLED unterscheiden sich

Zusammengefasst aus den iFixit-Anleitungen; für Bilder nimm die Anleitung zu deinem Modell dazu.

Steam Deck LCD

  • Werkzeug: Kreuzschlitz PH1 und PH0, Öffnungsplektren, Pinzette (iFixit LCD).
  • Rückseite: acht Schrauben in zwei Sorten – vier 9,5 mm mit grobem, vier 5,8 mm mit feinem Gewinde; merk dir, welche wohin gehört. Dann an der Griffkante aufclipsen.
  • Schirmblech: Bei frühen Decks (silbernes Blech) drei Schrauben, eine davon unter Alufolie; bei neueren (schwarzes Blech) nur zwei.
  • Akku abstecken am Zuglaschen-Stecker, dann die 3,4-mm-Schraube der SSD lösen. Die SSD springt leicht schräg hoch und lässt sich herausziehen.

Steam Deck OLED

  • Werkzeug: Torx T6, Öffnungsplektren, Spudger, Pinzette (iFixit OLED).
  • Rückseite: acht gleiche Torx-Schrauben mit 5,8 mm, dann an einem Griff nahe den Schultertasten aufclipsen.
  • Akku abstecken – der Kabelstrang ist laut iFixit „fairly stiff“, gerade Richtung Akku ziehen.
  • Flachbandkabel der rechten Tastenplatine am ZIF-Stecker lösen und vom Schirmblech abheben; es klebt daran. Nicht knicken.
  • Schirmblech mit zwei 3,8-mm-Schrauben lösen, dann die 3,3-mm-Schraube der SSD.

Bei beiden: die Schirmhülle übernehmen

iFixit: „The SSD is wrapped in ESD shielding that will need to be transferred to the replacement SSD.“ Hülle vorsichtig abziehen und über die neue SSD schieben; wenn sie reißt, gibt es sie als Ersatzteil. Die neue SSD leicht schräg in den Steckplatz schieben, flach drücken und mit der Schraube halten. Beim Zusammenbau des LCD-Modells darauf achten, dass das Lüfterkabel neben dem Schirmblech liegt und nicht eingeklemmt wird.

Schritt 3: SteamOS auf die neue SSD bringen

Die neue SSD ist leer. Die Schritte stehen in Valves Anleitung „SteamOS Installation and Repair“ (verlinkt aus „SteamOS Recovery and Troubleshooting“, auf die auch iFixit verweist):

  1. Image laden – SteamOS für „Deck/Machine/PC“ über den Link in der Anleitung.
  2. USB-Stick beschreiben, Valve: „Prepare a USB key (8GB minimum)“. Unter Windows empfiehlt Valve Rufus, unter macOS und Linux Balena Etcher; der Stick wird gelöscht.
  3. Stick einstecken (USB-C oder per Hub) und das Deck ausgeschaltet lassen. Falls es noch im Speichermodus ist: Ladegerät anstecken.
  4. Boot-Menü öffnen: Lauter halten, Power drücken, beim Signalton Lauter loslassen. Mit Steuerkreuz und A den Boot Manager wählen, dann „EFI USB Device“. Valve: „The screen will go dark while it's booting - give it a minute.“
  5. Installieren: Auf dem Desktop „Wipe Device & Install SteamOS“ wählen. Bei einer neuen SSD wird dabei nichts verloren.
  6. Neu starten, einrichten, Updates laden. Reagieren Tasten und Sticks anfangs nicht, laut iFixit mit dem Touchscreen weiter – nach dem Neustart gehen sie wieder.

Spiele und Spielstände auf die neue SSD

Installierte Spiele bleiben auf der alten SSD und werden neu geladen; was auf der microSD-Karte liegt, liegt auf der Karte, nicht auf der SSD. Spielstände kommen bei Spielen mit Steam Cloud zurück, laut Steamworks-Dokumentation: „Steam Cloud automatically stores files from your game on Steam's servers so your players can log into Steam and access their saved games from any computer.“ Ob ein Spiel das nutzt, legt der Entwickler fest; abschalten lässt es sich je Spiel in den Eigenschaften. Prüf das vor dem Tausch – Spielstände ohne Steam Cloud liegen nur auf der alten SSD.

Wenn es nicht klappt: die häufigen Fehlerbilder

Was du siehstWahrscheinliche UrsacheWas hilft
Deck geht nach dem Zusammenbau nicht anBattery Storage Mode aktiv oder Akku nicht eingestecktLadegerät anstecken – das beendet laut iFixit den Speichermodus. Sonst den Akkustecker prüfen.
SSD wird nicht erkannt, kein Laufwerk zur InstallationSSD nicht ganz im Steckplatz oder keine NVMe-SSD. Ganz normal: Eine leere SSD startet nichts.Schräg bis zum Anschlag einschieben, dann flach mit der Schraube halten (iFixit). Dann SteamOS per Stick aufspielen (Schritt 3). Mehr in SSD wird nicht erkannt.
Wiederherstellung hängt oder Bildschirm bleibt schwarzStart dauert, falsches Laufwerk gewählt oder Stick fehlerhaft beschriebenEine Minute warten (Valve), „EFI USB Device“ wählen, sonst den Stick (ab 8 GB) mit Rufus oder Balena Etcher neu beschreiben.
microSD wird nicht erkannt oder ist nicht nutzbarKarte am PC formatiert oder nicht UHS-I-tauglichAm Deck formatieren (ext4). Valve nennt UHS-I mit SD, SDHC und SDXC.
Deck wird nach dem Tausch heißer oder der Lüfter klingt andersSchirmhülle fehlt, Schirmblech sitzt nicht richtig, Lüfterkabel eingeklemmtHülle übernehmen, Schirmblech sauber auflegen (es kann an Wärmeleitpads kleben), beim LCD das Lüfterkabel neben dem Blech führen (iFixit). Nur 2230-SSDs nach Valves Datenblatt einsetzen.

Die Steam-Deck-SSD-Checkliste als PDF

Eine Seite A4 zum Danebenlegen, wenn das Deck offen ist: was die microSD-Karte und die SSD laut Valve sein müssen, die Vorbereitung mit Speichermodus, Schrauben und Werkzeug für LCD und OLED, die Schritte zum Neuaufspielen von SteamOS und die häufigen Fehlerbilder. Trag dich ein, und der Download steht sofort auf der nächsten Seite bereit. Danach schreiben wir dir nur, wenn eine neue Zusammenstellung fertig ist oder ein Preis unter alles fällt, was wir bisher gemessen haben.

Weiterlesen

Woher die Angaben auf dieser Seite kommen

Wir betreiben kein Testlabor und haben kein Steam Deck geöffnet, keine SSD getauscht und nichts gemessen. Speicher, microSD und Valves Hinweis zum Tausch stammen aus Valves Datenblatt (LCD), den technischen Daten, der FAQ und dem Video auf steamdeck.com, die Wiederherstellung aus dem Steam-Support, Steam Cloud aus der Steamworks-Dokumentation; Vorbereitung, Werkzeug und Schrauben aus den iFixit-Anleitungen für LCD, OLED und den Battery Storage Mode; die SSD-Daten von Western Digital/Sandisk, Corsair und Sabrent – alles an der jeweiligen Stelle verlinkt, abgerufen am 25.10.2026. Mehr in Wie wir testen.

Die kurze Fassung

  • Einfachster Weg: microSD-Karte, UHS-I (SD, SDHC, SDXC), am Deck formatieren – Valve nutzt ext4.
  • Mehr internen Speicher gibt es nur mit einer M.2-2230-NVMe-SSD; Valve nennt sie „not intended for end-user replacement“.
  • Vorher: Akku unter 25 %, Battery Storage Mode im BIOS (Lauter + Power), microSD raus, USB-Stick mit SteamOS (mind. 8 GB) vorbereiten.
  • LCD: Kreuzschlitz, zwei Schraubenlängen an der Rückseite. OLED: Torx T6. Bei beiden Schirmhülle übernehmen.
  • Danach SteamOS vom Stick installieren: Lauter + Power → Boot Manager → EFI USB Device → „Wipe Device & Install SteamOS“.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie kann ich den Speicher vom Steam Deck erweitern?

Auf zwei Wegen: mit einer microSD-Karte im Steckplatz, die das Deck selbst formatiert, oder mit dem Tausch der internen SSD gegen eine größere im Format M.2 2230. Die Karte ist der einfache Weg ohne Öffnen; der SSD-Tausch bringt mehr internen Platz, ist von Valve aber nicht für Endkunden vorgesehen.

Welche SSD passt ins Steam Deck?

Eine NVMe-SSD im Format M.2 2230, einseitig bestückt; 2242 ist 12 mm zu lang. Valve nennt für das LCD-Modell PCIe Gen 3 x4; PCIe-4.0-SSDs wie WD_BLACK SN770M, Corsair MP600 MINI oder Sabrent Rocket 2230 sind abwärtskompatibel und werden von ihren Herstellern ausdrücklich für das Steam Deck genannt.

Welche microSD-Karte für das Steam Deck?

Laut Valve unterstützt der Steckplatz UHS-I mit SD, SDHC und SDXC. Weitere Mindestwerte nennt Valve nicht. Die Karte am Deck formatieren, nicht am PC – das Deck nutzt ext4.

Gehen beim SSD-Tausch Spiele und Spielstände verloren?

Die installierten Spiele bleiben auf der alten SSD und müssen neu geladen werden; Spiele auf der microSD-Karte bleiben dort. Spielstände kommen bei Spielen mit Steam Cloud zurück. Bei Spielen ohne Steam Cloud liegen sie nur auf der alten SSD.

Verliere ich die Garantie, wenn ich die SSD im Steam Deck tausche?

Valve nennt die SSD nicht für den Tausch durch Endkunden vorgesehen, verweist für Ersatzteile aber selbst auf iFixit. Eine ausdrückliche Garantieaussage zum SSD-Tausch haben wir bei Valve nicht gefunden. Keine Rechtsberatung.

Neue Builds und Preisstürze — sonst nichts

Wir messen die Preise aus unseren Listen einmal am Tag bei Geizhals. Fällt einer unter alles, was wir bisher gemessen haben, schreiben wir dir — genauso, wenn eine neue Zusammenstellung fertig ist. Sonst hörst du nichts: kein Rundbrief nach Plan, keine Werbung Dritter, kein Weiterverkauf der Adresse.