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Was ein Gaming-PC im Jahr an Strom kostet

Auf dem Netzteil steht 850 Watt. Das ist nicht der Verbrauch — das ist, was es liefern kann. Was tatsächlich aus der Steckdose kommt, ist etwas ganz anderes, und daraus wird eine Jahresrechnung, die manchen überrascht.
Was der Rechner kostet, bevor er den ersten Strom zieht, steht bei den fertigen Listen unter Gaming-PC selbst zusammenstellen.
Die tatsächliche Aufnahme
Ein Mittelklasse-Spielerechner zieht unter Last typischerweise 300 bis 450 Watt. Ein Rechner mit Oberklasse-Karte und starkem Prozessor kommt auf 500 bis 700. Im Leerlauf, also beim Surfen, sind es je nach Konfiguration 60 bis 120 Watt.
Die einzige verlässliche Zahl ist die gemessene. Ein Messgerät für die Steckdose kostet wenig und beantwortet die Frage in einer Spielsitzung — inklusive Monitor, der mit 30 bis 60 Watt gern vergessen wird.
Die Rechnung
Zwei Stunden Spielen am Tag, 400 Watt für den Rechner plus 40 für den Monitor:
- 440 Watt × 2 Stunden = 0,88 kWh am Tag
- × 365 Tage = rund 321 kWh im Jahr
- bei 30 Cent je kWh: etwa 96 Euro im Jahr
Wer statt zwei Stunden fünf spielt, landet bei rund 240 Euro. Und wer den Rechner nebenbei durchlaufen lässt, addiert die Leerlaufaufnahme über den ganzen Tag — das sind bei 80 Watt noch einmal etwa 200 Euro.
Die Strompreise unterscheiden sich zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz deutlich; setz deinen eigenen Preis ein, er steht auf der Jahresabrechnung.
Wo sich sparen lohnt und wo nicht
Lohnt sich
Den Rechner ausschalten. Der größte Posten bei den meisten ist nicht das Spielen, sondern das Durchlaufen. Energiesparmodus statt Dauerbetrieb wirkt sofort und kostet nichts.
Eine Bildratenbegrenzung setzen. Wenn der Monitor 144 Hz kann und das Spiel 300 Bilder liefert, verpuffen mehr als die Hälfte. Eine Begrenzung auf die Bildwiederholrate senkt die Aufnahme spürbar, ohne dass man etwas sieht.
Untervolten. Moderne Grafikkarten laufen ab Werk mit Sicherheitsreserve. Eine leicht abgesenkte Spannung kostet wenige Prozent Leistung und spart oft zweistellige Prozent an Aufnahme — dazu wird es leiser und kühler.
Lohnt sich kaum
Ein effizienteres Netzteil zu kaufen, nur wegen der Effizienz. Der Unterschied zwischen den Zertifizierungsstufen liegt im einstelligen Prozentbereich der aufgenommenen Leistung. Bei 100 Euro Jahreskosten sind das wenige Euro — ein neues Netzteil rechnet sich darüber nie.
Beim Neukauf ist die höhere Stufe trotzdem richtig, weil sie meist mit besserer Verarbeitung einhergeht. Aber als Sparmaßnahme taugt der Tausch nicht.
Die Zahl, die beim Kauf hilft
Wer zwischen zwei Karten schwankt, sollte die Aufnahme mit einrechnen: 100 Watt Unterschied bedeuten bei zwei Stunden täglich rund 22 Euro im Jahr. Über vier Jahre sind das knapp 90 Euro — genug, um einen Preisunterschied zu relativieren.
Wie viel Netzteil eine Zusammenstellung tatsächlich braucht, rechnet der Netzteilrechner aus. Und die Antwort ist fast immer: weniger, als in Foren empfohlen wird.