Zum Inhalt springen
EliteGear
PC Builder

Hardware3 min Lesezeit

PC-Gehäuse Größe: welches Format wofür passt

Mainboard-Formate und die drei Maße, an denen ein Einbau scheitert

„Welche Gehäusegröße brauche ich?" klingt nach einer Frage über Zentimeter und ist in Wahrheit eine über Passform. Die Antwort hat zwei Ebenen, und nur die erste steht auf der Verpackung.

Was an Kühlung und Netzteil in das gewählte Gehäuse hineingehört, steht in Netzteil und Kühlung.

Ebene eins: das Mainboard-Format

Das Gehäuse muss die Hauptplatine aufnehmen, und dafür gibt es drei gängige Formate:

  • ATX — das große, verbreitetste. Die meisten Steckplätze, die meisten Anschlüsse, die größte Auswahl.
  • Micro-ATX (mATX) — kürzer, meist ein bis zwei Steckplätze weniger. Für die allermeisten Rechner völlig ausreichend.
  • Mini-ITX — das kleine Quadrat, genau ein Steckplatz für die Grafikkarte, zwei RAM-Riegel statt vier.

Die Regel ist einseitig: Ein Gehäuse für ATX nimmt auch mATX und Mini-ITX auf, umgekehrt gilt das nicht. Wer sich nicht sicher ist, fährt mit einem Midi-Tower für ATX am wenigsten Risiko — und zahlt dafür Platz auf dem Schreibtisch.

Ebene zwei: die drei Maße, an denen es wirklich scheitert

Und hier wird es unangenehm: Keines dieser drei Maße lässt sich aus „Midi Tower" ableiten. Sie stehen im Datenblatt des Gehäuses, jedes einzeln.

  • Grafikkartenlänge. Das häufigste Scheitern. Aktuelle Oberklassekarten sind über 30 cm lang, und Gehäuse geben eine Höchstlänge an — oft mit dem Zusatz „ohne Festplattenkäfig".
  • CPU-Kühlerhöhe. Ein Turmkühler misst gern über 15 cm; ein flaches Gehäuse gibt 12 an. Der Kühler passt dann nicht, und die Seitenwand schließt nicht. Welche Höhe zu welcher Abwärme gehört, steht in CPU-Kühler: Watt und Höhe.
  • Radiator- und Lüfterplätze. Ein 240er-Radiator braucht zwei 120-mm-Plätze in einer Reihe — und zwar dort, wo auch das Mainboard nicht im Weg ist. Passende Lüfter dazu stehen in Beste Gehäuselüfter.

Miss nach, statt zu schätzen. Die Angaben stehen bei Gehäuse und Bauteil jeweils in Millimetern; wer sie gegeneinander hält, hat die Frage in zwei Minuten beantwortet. Wir führen dazu keine Tabelle: Von zwölf Grafikkarten in unserem Katalog nennt genau eine ihre Länge — eine Passform-Aussage wäre damit geraten.

Was die Größe sonst noch entscheidet

  • Luftdurchsatz. Ein größeres Gehäuse hat mehr Platz für Lüfter und mehr Luftvolumen. Kleine Gehäuse sind nicht automatisch heißer, aber sie verzeihen weniger.
  • Lautstärke. Mehr Platz heißt größere, langsamer drehende Lüfter — und die sind bei gleichem Durchsatz leiser. Siehe Beste Silent PC-Gehäuse.
  • Netzteilformat. Die meisten Gehäuse nehmen ATX-Netzteile auf; sehr kleine verlangen SFX. Das ist ein eigenes Format, kein kürzeres ATX. Wie viel Watt überhaupt nötig sind, steht in Netzteil-Reserve: wie viel Watt.
  • Arbeitskomfort. In einem Mini-ITX-Gehäuse baut man mit Pinzette und Geduld. Das ist beim ersten eigenen Rechner ein Argument und beim fünften keines mehr.

Die kurze Entscheidungshilfe

  • Erster eigener Rechner, normale Bauteile → Midi Tower für ATX. Genug Platz, genug Luft, keine Überraschungen.
  • Es soll klein sein und du hast schon einmal gebaut → mATX in einem kompakten Gehäuse. Der beste Kompromiss.
  • Wohnzimmer oder Rucksack → Mini-ITX, und dann jedes einzelne Maß vorher prüfen.
  • Wasserkühlung mit großem Radiator oder viele Laufwerke → Big Tower. Sonst braucht ihn kaum jemand.

Kurz gefasst

  • Das Mainboard-Format bestimmt die Untergrenze, nicht der Geschmack.
  • Grafikkartenlänge, Kühlerhöhe und Radiatorplätze stehen in keiner Formatbezeichnung — nachlesen und gegenrechnen.
  • Midi Tower für ATX ist die Antwort mit dem geringsten Risiko.
  • Klein ist teurer, nicht am Gehäuse, sondern an allem, was hineinpassen muss.

Neue Builds und Preisstürze — sonst nichts

Wir messen die Preise aus unseren Listen einmal am Tag bei Geizhals. Fällt einer unter alles, was wir bisher gemessen haben, schreiben wir dir — genauso, wenn eine neue Zusammenstellung fertig ist. Sonst hörst du nichts: kein Rundbrief nach Plan, keine Werbung Dritter, kein Weiterverkauf der Adresse.