Hardware3 min Lesezeit
Netzteil einbauen: die Reihenfolge, die Umbauten erspart

Der Einbau ist einfach. Die Reihenfolge ist es, an der es hakt.
Die kurze Antwort
Erst die Kabel, dann das Netzteil. Bei einem modularen Netzteil steckst du die benötigten Stränge an, solange das Gerät noch frei in der Hand liegt — im eingebauten Zustand liegen die Buchsen in einem Schacht, an den man schlecht herankommt.
Und: Der Lüfter zeigt nach unten, wenn das Gehäuse unten eine gefilterte Öffnung hat. Dann zieht das Netzteil kühle Luft von außen und bläst sie direkt wieder hinaus, ohne die Gehäusewärme mitzunehmen. Fehlt die Öffnung oder steht der Rechner auf Teppich, zeigt der Lüfter nach oben.
Die Reihenfolge
- Stromlos machen. Stecker ziehen, dann den Einschaltknopf am Gehäuse einmal drücken — das entlädt, was in den Kondensatoren steht
- Altes Netzteil abklemmen, nicht ausbauen. Erst alle Stecker lösen und dabei mitschreiben, was wo saß. Danach die vier Schrauben
- Kabel am neuen Netzteil anstecken, solange es außerhalb liegt: Mainboard, Prozessor, Grafikkarte, Laufwerke
- Lüfterrichtung entscheiden — siehe unten. Danach lässt sie sich nur mit erneutem Ausbau ändern
- Netzteil einsetzen und verschrauben, alle vier Schrauben, nicht zwei
- Kabel verlegen, möglichst hinter dem Mainboardträger. Was quer vor dem Einlass hängt, kostet Luftstrom
- Vor dem Schließen prüfen: sitzt der 8-polige Prozessorstecker oben links? Er wird am häufigsten vergessen, weil er hinter dem Kühler liegt

Die Lüfterrichtung, die man nur einmal entscheidet
Moderne Gehäuse haben das Netzteil unten, meist mit einer gefilterten Öffnung im Boden. Dann gilt: Lüfter nach unten. Das Netzteil bildet einen eigenen kleinen Kreislauf, getrennt von der Gehäuseluft — es heizt den Rest nicht auf und wird nicht von ihm aufgeheizt.
Nach oben gedreht wird nur, wenn es keine Bodenöffnung gibt, der Filter fehlt oder der Rechner auf einem weichen Untergrund steht, der die Öffnung zusetzt. Ausführlich steht das unter Netzteil-Lüfter oben oder unten.
Der Fehler, der still bleibt
Ein nicht vollständig eingerasteter Stecker sieht aus wie ein eingerasteter. Der Rechner startet dann entweder gar nicht — oder, unangenehmer, er startet und fällt unter Last aus. Das sieht aus wie ein Fehler der Grafikkarte oder des Speichers und ist einer der Stromversorgung.
Deshalb: Jeden Stecker mit hörbarem Klicken setzen und danach kurz daran ziehen. Das kostet eine Minute und spart die halbe Fehlersuche. Falls doch nichts angeht, hilft Netzteil testen weiter.
Modular, teilmodular, fest
- Vollmodular — alle Kabel abnehmbar. Bequemster Einbau, weil nur eingesteckt wird, was gebraucht wird
- Teilmodular — Mainboard- und Prozessorkabel fest, der Rest abnehmbar. Der übliche Kompromiss
- Fest verkabelt — alles hängt dran, auch was du nicht brauchst. Der ungenutzte Rest muss irgendwo verstaut werden, am besten hinter dem Mainboardträger und nicht vor dem Einlass
Welche Leistung überhaupt nötig ist, klärt Netzteil-Reserve: wie viel Watt; für den Fall eines Kartentauschs steht es unter Netzteil für eine neue Grafikkarte.
Häufige Fragen
Kann ich die Kabel des alten Netzteils weiterverwenden?
Nein. Die Buchsen am Netzteil sind nicht herstellerübergreifend belegt, auch wenn sie zusammenpassen. Ein fremdes Kabel kann Spannungen auf falsche Leitungen legen — benutze immer die Kabel, die dem Netzteil beiliegen.
Reichen zwei Schrauben?
Zum Halten oft ja, zum Betrieb nein. Ein schief sitzendes Netzteil überträgt seine Schwingungen aufs Gehäuse — das ist die Ursache für Brummen, das erst nach Wochen auffällt.
Der Rechner startet nach dem Einbau gar nicht. Woran liegt es?
In der Reihenfolge: der 8-polige Prozessorstecker vergessen, der Schalter am Netzteil noch auf Null, oder ein Stecker nur halb eingerastet. Alle drei sind häufiger als ein defektes Netzteil.