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Sim Racing Button Box: die Tastenform entscheidet, nicht die Zahl

Wer nach einer Sim Racing Button Box sucht, findet Angebote mit zwölf, zwanzig, dreißig Tasten — und daneben Reddit-Fäden, YouTube-Videos und Arduino-Foren, in denen Leute erklären, wie sie sich ihre selbst gebaut haben. Beide Wege führen zu einer Box. Die Zahl der Knöpfe sagt bei keinem, ob sie taugt.
Im Rennen schaut niemand auf die Box. Der Unterschied, der entscheidet, ist, ob deine Hand den richtigen Schalter trifft, ohne dass der Blick die Strecke verlässt. Eine Box mit zwanzig gleichen Drucktastern ist deshalb schlechter als eine mit zwölf, die sich unterscheiden — im Hub, in der Form, im Abstand. Die Frage ist nicht, wie viele Tasten, sondern welche und wo.
Dieser Text ordnet die Bauteile nach dem, was sie fürs blinde Greifen tun, und nimmt den Selbstbau so ernst wie den Kauf. Er nennt keine Messwerte für einzelne Modelle; womit wir arbeiten und womit nicht, steht in Wie wir testen.
Ertasten statt zählen: warum Formen mischen mehr bringt als Tasten
Eine Hand, die nicht hinsieht, orientiert sich an drei Dingen: an der Form unter dem Finger, an der Lage zu den Nachbarn und am Abstand zum Rand. Ein Feld aus lauter gleichen Drucktastern nimmt ihr alle drei Anhaltspunkte auf einmal. Man findet den fünften von links nur, indem man zählt — und zählen heißt hinsehen.
Die Bauteile, aus denen Boxen bestehen, fühlen sich absichtlich verschieden an:
- Drucktaster — kurzer Hub, kehrt zurück. Für alles, was einmal ausgelöst wird: Scheibenwischer, Boxenfunk, Blick nach hinten.
- Kippschalter — ein Hebel, der stehen bleibt. Die Hand spürt, ob er oben oder unten ist. Für Zustände: Zündung, Licht, Boxengassenbegrenzer.
- Kippschalter mit Schutzkappe — ein Deckel muss erst hochgeklappt werden. Das ist kein Schmuck aus dem Cockpit: Die Kappe verhindert, dass ein Wisch mit dem Ärmel den Motor abstellt, und sie ist das Bauteil, das die Hand am schnellsten findet.
- Drehregler — ein Knauf, der sich dreht. Dazu unten mehr, weil er eine eigene Sorte Eingabe ist.
Daraus folgt die Regel für jede Anordnung, gekauft oder gebohrt: Gruppen bilden, dazwischen Luft lassen, innerhalb einer Gruppe die Formen mischen. Drei Kippschalter nebeneinander, eine Lücke, dann zwei Taster und ein Drehregler — das findet die Hand nach einer Woche ohne Nachdenken. Zwanzig Taster im Raster findet sie nie.
Der Drehgeber: das Bauteil, das eine Box von einer Tastenreihe trennt
Bremsbalance, Traktionskontrolle, Motorbremse, Gemisch — das sind keine Schalter, das sind Werte. Man dreht sie um einen Schritt hoch oder runter, mitten in der Kurve, und muss wissen, wie viele Schritte man gedreht hat. Zwei Taster für Plus und Minus tun dasselbe, aber die Hand muss sie erst getrennt finden; ein Knauf hat Plus und Minus in einer Bewegung.
Das Bauteil dafür heißt Drehgeber, im Englischen Encoder. Anders als ein Lautstärkeregler hat er keinen Anschlag: Er dreht endlos und meldet bei jedem Schritt eine Richtung. Für die Box zählt eine Eigenschaft, die in Listen selten steht — die Rasterung. Ein Drehgeber mit spürbaren Rastpunkten gibt bei jedem Schritt einen Klick in die Finger; ohne Rasterung dreht der Knauf glatt, und zwei Schritte fühlen sich an wie einer.
Wer die Bremsbalance im Rennen verstellt, will hinterher wissen, dass er zwei Klicks nach vorn gedreht hat — nicht ungefähr. Ein Drehgeber ohne Rasterung ist an einer Box der falsche. Viele haben zusätzlich einen Taster im Knauf; das gibt einer Gruppe eine Funktion mehr, ohne ein weiteres Loch.
Anschluss und Erkennung: was die Box dem Spiel sagt
Eine Sim Racing Button Box hängt am USB und meldet sich beim Anstecken als Eingabegerät — ein Joystick ohne Achsen, mit einer bestimmten Zahl von Tasten. Diese Zahl steht in der Gerätebeschreibung, die die Platine sendet, und sie ist fest. Das Spiel sieht keine Kippschalter und keine Drehregler; es sieht nummerierte Tasten, die gedrückt sind oder nicht.
Drei Dinge folgen daraus, und alle drei stehen hinter den typischen Fragen aus den Foren:
- Ein Kippschalter ist eine dauerhaft gedrückte Taste. Manche Spiele wollen aber einen kurzen Druck. Gute Boxen — gekaufte wie selbst gebaute mit passender Firmware — schicken deshalb beim Umlegen nur einen kurzen Impuls, statt die Taste zu halten. Ohne das flackert das Licht im Truck oder schaltet gar nicht.
- Ein Drehgeber sind zwei Tasten. Eine für links, eine für rechts, jeweils für einen Sekundenbruchteil gedrückt. Im Belegungsmenü drehst du den Knauf, und das Spiel hört „Taste 14“ — dreh in die andere Richtung, und es ist Taste 15.
- Das Spiel zeigt mehr Tasten an, als die Box hat. Viele Spiele legen ihre Liste nach dem an, was ein Gerät höchstens haben darf, nicht nach dem, was deins meldet. Die überzähligen Einträge sind leer und bleiben es. Das ist kein Fehler.
Die Belegung selbst läuft dann wie bei jedem Lenkrad: Funktion anklicken, Schalter betätigen, fertig. Wie sich das Menü im Truck-Spiel verhält und in welcher Reihenfolge man dort vorgeht, zeigt ETS2 Lenkrad einstellen. Wer den Rechner dahinter erst noch plant, findet in Sim-Racing-PC, wie viele USB-Geräte so ein Cockpit am Ende hängen hat.
Wohin sie gehört: Lenkrad, Rahmen oder Tisch
Die Antwort hängt an einer einzigen Frage: Musst du im Rennen an die Box, oder nur in der Boxengasse? Wer die Bremsbalance in der Bremszone verstellt, braucht sie da, wo die Hand ohnehin ist. Wer nur Zündung, Licht und Wischer bedient, hat Zeit.
Am Lenkradkranz sitzen die Tasten, die sich in der Kurve erreichen lassen — aber sie drehen mit. Bei halb eingeschlagenem Rad steht der Schalter woanders als geradeaus. Deshalb liegen dort sinnvoll nur Dinge, die man mit dem Daumen erreicht, ohne die Hand zu lösen.
Am Rahmen links, auf Höhe des Oberschenkels, ist die Box da, wo im echten Auto die Mittelkonsole ist. Sie bleibt an ihrem Platz, egal wie das Rad steht, und die linke Hand findet sie blind — das ist die Position für alles, was in der Kurve verstellt wird. Voraussetzung ist ein Rahmen oder ein Cockpit mit Halterung.
Frei auf dem Tisch steht die Box, wenn es keinen Rahmen gibt. Sie verrutscht, sie steht jedes Mal in anderem Abstand, und die Hand muss sie neu suchen. Für alles, was nicht im Rennen passiert, reicht das. Für die Bremsbalance nicht.
Selbst bauen: was es braucht, was es spart, woran es scheitert
Die Suchergebnisse zu diesem Thema sind voll von Bauanleitungen, und das hat einen Grund: Eine Sim Racing Button Box ist elektrisch eines der einfachsten Geräte am Cockpit. Drei Dinge braucht sie — ein Gehäuse mit Frontplatte, die Schalter und eine kleine Platine, die sich am USB als Joystick meldet. Die Platine ist meist ein Arduino-Board mit einem Chip, der USB selbst sprechen kann; die Firmware dafür ist frei und seit Jahren erprobt.
Die Schalter werden in einer Matrix verdrahtet, damit die Platine mit wenigen Anschlüssen viele Tasten lesen kann. Jede Taste braucht dabei eine Diode, sonst meldet die Box beim gleichzeitigen Drücken von zwei Schaltern eine dritte, die niemand berührt hat. Das steht in jeder guten Anleitung und wird trotzdem am häufigsten weggelassen.
Was der Selbstbau spart, ist weniger, als die Foren nahelegen. Die Bauteile kosten deutlich weniger als eine fertige Box — aber nur, wenn Lötkolben, Bohrer und Geduld schon da sind. Wer das Werkzeug für diese eine Box anschafft, liegt am Ende nahe beim Kaufpreis und hat dafür ein Wochenende gebraucht. Was der Selbstbau wirklich bringt, ist etwas anderes: Die Anordnung ist deine. Du legst fest, wo die Lücke sitzt und welcher Schalter eine Kappe bekommt.
Und die Stelle, an der die meisten Selbstbauten scheitern, ist nicht die Elektronik. Es ist die Frontplatte. Kippschalter und Drehgeber wollen runde Löcher in genauem Durchmesser, in einer Reihe, im gleichen Abstand — und ein Handbohrer in Aluminium oder Kunststoff wandert, reißt aus und hinterlässt Grate, die man auf dem fertigen Stück jeden Tag sieht. Ein Stufenbohrer, eine gedruckte Bohrschablone oder gleich eine 3D-gedruckte Frontplatte mit fertigen Löchern lösen das; ein Akkuschrauber und Augenmaß lösen es nicht.
Wer die Elektronik will, aber nicht das Bohren, hat einen Mittelweg: Fertige Frontplatten und Gehäuse zum Selbstbestücken gibt es von Kleinanbietern, teils gelasert, teils gedruckt. Dann bleibt vom Selbstbau das Löten und die Anordnung — der Teil, der sich lohnt.
Wann du keine brauchst — und was offen bleibt
Ein Lenkrad mit genug Tasten am Kranz macht die Box für viele Rennspiele überflüssig. Wer nur Boxenfunk, Blinker, Blick zurück und zwei Drehregler braucht, findet das bei vielen Rädern der mittleren Klasse bereits am Kranz — welche das sind und wo der Aufpreis aufhört, sich zu lohnen, steht in Beste PC-Lenkräder.
Anders sieht es aus, sobald das Spiel nicht mehr rennt, sondern arbeitet. Ein Truck hat Licht, Blinker, Wischer, Retarder, Differenzialsperre und Tempomat; ein Traktor hat dazu Frontlader, Zapfwelle und Hydraulik. Da reicht kein Kranz, und da war die Box zuerst zu Hause. Was das für die Wahl des Rads bedeutet, steht in Bestes Lenkrad für ETS2 und in Bestes Lenkrad für den Landwirtschafts-Simulator; welche Hebel und Pedale sich für den Acker lohnen, in Shifter und Pedale für LS25.
Bis dahin tut es die Tastatur. Sie steht links neben dem Rad, sie hat mehr Tasten als jede Box, und sie kostet nichts extra. Was ihr fehlt, ist genau das, worum es hier ging: Alle Tasten fühlen sich gleich an. Als Zwischenlösung für alles, was in der Boxengasse passiert, ist sie in Ordnung; als Dauerlösung für alles, was in der Kurve passiert, nicht.
Und was dieser Text nicht leisten kann: Welche Anordnung sich blind gut trifft, ist persönlich und lässt sich nicht abschreiben. Sie hängt an deiner Sitzposition, an der Länge deines Arms und daran, ob die linke Hand beim Bremsen am Rad bleibt oder nicht. Der Text nennt die Bauteile und wofür sie da sind; wo welches sitzt, muss jeder mit Klebeband und Papier an der eigenen Halterung ausprobieren, bevor gebohrt oder gekauft wird. Eine Messung dazu gibt es nicht, und eine fremde Box, die sich „gut anfühlt“, beweist nur, dass sie zu einem anderen Arm passt.