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HTPC: was das ist und welche sieben Teile einen Wohnzimmer-PC ausmachen — 866 € (Stand 18.09.)

Ein HTPC ist ein Rechner, der am Fernseher steht: für Streaming, Mediathek, Musik, gelegentlich ein Spiel mit Controller. Er braucht keine Grafikkarte, und weil er keine braucht, kann er klein, leise und sparsam sein. Diese Liste führt deshalb sieben Teile statt acht.
Der HTPC ist einer von mehreren Fällen, in denen der Zweck die Teile bestimmt und nicht das Budget. Die anderen stehen unter Gaming-PC selbst zusammenstellen.
Die Teileliste
| Bauteil | Modell | Tagespreis |
|---|---|---|
| Prozessor | AMD Ryzen 5 8600G, mit Grafikeinheit | ab 147,96 € 15 Angebote · 1 lagernd inkl. Versand ab 153,95 € auf Tiefstpreisniveau (143,05 €) |
| Mainboard | ASUS PRIME B650M-A WIFI, Micro-ATX, AM5 | ab 122,41 € 33 Angebote · mind. 7 lagernd versandkostenfrei |
| Arbeitsspeicher | Corsair Vengeance 16GB Kit DDR5-5600, 16 GB | ab 284,99 € 10 Angebote · 4 lagernd inkl. Versand ab 290,98 € |
| SSD | Crucial P310 SSD 1TB, M.2 2280 / M-Key / PCIe 4.0 x4, M.2 PCIe 4.0 | ab 162,90 € 31 Angebote · mind. 16 lagernd inkl. Versand ab 167,89 € |
| CPU-Kühler | Noctua NH-L9a-AM5, flach, 37 mm | ab 49,88 € 25 Angebote · 8 lagernd inkl. Versand ab 50,70 € |
| Gehäuse | Endorfy Regnum 400 Air | ab 53,49 € 16 Angebote · 7 lagernd inkl. Versand ab 54,63 € |
| Netzteil | be quiet! System Power 11 450W, 450 W | ab 44,66 € 49 Angebote · mind. 19 lagernd inkl. Versand ab 48,66 € |
| Summe | sieben Teile, ohne Betriebssystem | 866,29 € 7 Teile, Tagespreise |
Warum keine Grafikkarte
Weil sie hier nichts zu tun hätte. Videowiedergabe rechnet nicht die Grafikkarte, sondern ein eigener Baustein im Chip — und den bringt ein Prozessor mit Grafikeinheit von Haus aus mit. Eine zusätzliche Karte würde Strom ziehen, Wärme abgeben und einen Lüfter mehr drehen lassen, ohne ein einziges Bild schneller zu liefern.
Das Weglassen ist der ganze Trick: Ohne Karte reicht ein 450-Watt-Netzteil, ein flacher Kühler und ein kleines Gehäuse. Jede Anforderung dieses Rechners folgt aus der einen Entscheidung.
Der Unterschied, der im Wohnzimmer zählt, heißt AV1
Hier fällt die einzige echte Entscheidung dieser Liste, und sie hat nichts mit Spielen zu tun. Videodienste liefern hochauflösende Streams zunehmend im AV1-Format. Ob der Chip das in Hardware entschlüsseln kann, entscheidet, ob ein 4K-Stream im Hintergrund läuft oder den Prozessor auslastet.
Der Unterschied ist im Wohnzimmer hörbar: Ein Chip mit AV1-Einheit gibt den Stream ab, ohne dass der Lüfter hochdreht. Einer ohne lässt sechs Kerne rechnen, und man hört es.
Der Ryzen 5 8600G kann es, die ältere G-Serie auf AM4 nicht. Diese Entscheidung kostet rund zweihundert Euro — der Aufpreis steckt dabei weniger im Prozessor als im DDR5-Speicher, den die neue Plattform verlangt. Warum der so teuer ist, steht in Warum ist DDR5 RAM so teuer geworden?.
Wer die zweihundert Euro sparen will, kann das — mit einem älteren Prozessor mit Grafikeinheit auf AM4 und DDR4. Der Rechner läuft, spielt Musik, zeigt Filme. Er wird nur bei den neuesten hochauflösenden Streams lauter, und genau dafür steht er im Wohnzimmer.
Leise ist hier eine Anforderung, kein Komfort
Am Schreibtisch übertönt ein Headset vieles. Zwei Meter vor dem Sofa nicht. Deshalb steht in dieser Liste ein flacher Kühler mit großem Lüfter statt eines kleinen mit hoher Drehzahl — dieselbe Kühlleistung, deutlich weniger Geräusch.
Das 450-Watt-Netzteil ist aus demselben Grund reichlich bemessen: Ein Netzteil, das weit unter seiner Grenze arbeitet, hält den Lüfter langsam oder ganz an. Wie viel deine Teile wirklich ziehen, rechnet der Netzteilrechner durch.
Wer noch weiter will, nimmt ein gedämmtes Gehäuse — die Auswahl steht bei den Silent-PC-Gehäusen. Der Preis dafür ist immer derselbe: weniger Luftdurchsatz.
Der Anschluss an den Fernseher
Ein HTPC hängt am HDMI-Eingang des Fernsehers, und drei Einstellungen entscheiden über den ersten Eindruck: Spielmodus an, Overscan aus, den Eingang als „PC" benennen. Ohne den letzten Punkt ist die Schrift unscharf, und niemand kommt auf die Ursache.
Was ein Fernseher gegenüber einem Monitor kann und was nicht, steht in Monitor oder Fernseher am PC. Welcher Anschluss welche Bandbreite trägt, klärt HDMI oder DisplayPort — für 4K mit 120 Bildern reicht nicht jedes Kabel.
Was dieser Rechner nicht ist
- Kein Spiele-PC. Die Grafikeinheit schafft ältere Titel und Genügsames in Full HD. Alles darüber braucht eine Karte — und dann ist es kein HTPC mehr, sondern ein Gaming-PC im Wohnzimmer.
- Kein Server. Wer Filme für das ganze Haus bereitstellen will, braucht Platten statt Rechenleistung — eine andere Bauform mit anderen Anforderungen.
- Keine Konsole. Eine Konsole ist billiger, leiser und startet schneller. Ein HTPC lohnt sich, wenn du einen Rechner im Wohnzimmer willst — mit Browser, Mediathek, eigenen Dateien und der Freiheit, alles zu installieren.
Die ehrliche Einschränkung
Ein HTPC ist heute eine bewusste Entscheidung, keine Selbstverständlichkeit. Vieles, wofür man ihn früher brauchte, macht der Fernseher inzwischen selbst. Was er nicht macht: beliebige Software, vernünftige Dateiverwaltung, Werbefreiheit über den Browser, und alte Formate, die keine App mehr abspielt.
Wer nur streamen will, ist mit den Apps des Fernsehers besser bedient. Wer mehr will, findet hier die günstigste Bauform, die dabei leise bleibt.
Wie jede Liste hier ist auch diese eine Momentaufnahme des Preisvergleichs. Die Zellen oben werden täglich neu gefüllt, und die Summe rechnet nur, was an dem Tag wirklich gelistet war.
Häufig gestellte Fragen
Vier Fragen, die zu dieser Teileliste immer wieder kommen.