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Bottleneck-Rechner: was die Flaschenhals-Zahl taugt

Du gibst Prozessor und Grafikkarte ein, und heraus kommt „14,2 % Bottleneck". Die Zahl sieht gemessen aus. Keiner der verbreiteten Rechner nennt, woraus sie entsteht — kein Spiel, keine Auflösung, keine Einstellung, keine Quelle.
Das ist kein Zufall, sondern das Problem selbst: Eine einzelne Zahl kann es nicht geben.
Die Werkzeuge heißen Bottleneck-Rechner, Bottleneck-Test oder Bottleneck-Checker, und sie arbeiten alle gleich: zwei Auswahlfelder, eine Prozentzahl. Keines davon fragt nach Auflösung, Spiel oder Einstellungen — also nach genau den drei Dingen, die darüber entscheiden, ob der Prozessor überhaupt bremst.
Leistung liefert der langsamste Prozessor in unserem Katalog gegenüber dem schnellsten. Bei den Grafikkarten sind es 25 %. Das Grafikkartenfeld spreizt zweieinhalbmal so weit — und darum entscheidet fast immer sie, nicht der Prozessor.
Warum sich die zwei Zahlen nicht teilen lassen
Wir führen für Prozessoren und Grafikkarten je einen Leistungsindex, gemittelt aus veröffentlichten Ranglisten von ComputerBase und PC Games Hardware. Beide sind auf 100 normiert — aber auf verschiedene Bezugspunkte:
- Bei den Prozessoren ist der Ryzen 7 9800X3D die 100.
- Bei den Grafikkarten die RTX 5090.
Ein Prozessor mit Index 71 und eine Grafikkarte mit Index 51 stehen damit nicht im Verhältnis 71 zu 51. Die Zahlen messen verschiedene Dinge auf verschiedenen Skalen. Sie voneinander abzuziehen oder durcheinander zu teilen ergibt eine Zahl — nur keine, die etwas bedeutet. Genau das tun Bottleneck-Rechner.

Was die Antwort wirklich verschiebt
Ob der Prozessor bremst, hängt an drei Dingen, die kein Rechner kennt, weil man sie ihm nicht eingibt:
- Die Auflösung. In 1080p rechnet die Grafikkarte weniger pro Bild und wartet häufiger auf den Prozessor. In 4K ist es umgekehrt. Dieselbe Kombination ist unten prozessorlimitiert und oben nicht.
- Das Spiel. Ein Aufbauspiel mit tausend Einheiten belastet den Prozessor völlig anders als ein Shooter-Korridor. „Der Flaschenhals" wechselt zwischen zwei Spielen auf demselben Rechner.
- Die Einstellungen. Sichtweite und Schatten kosten Prozessor, Texturen und Kantenglättung kosten Grafikkarte. Zwei Regler, und die Lastverteilung dreht sich.
Die Frage, die sich beantworten lässt
Statt „wie viel Prozent Flaschenhals" lautet die brauchbare Frage: Welches Teil bringt für mein Geld mehr? Und darauf gibt es eine Antwort, weil beide Felder gemessen sind — nur eben jedes für sich.
| Feld | Langsamstes | Schnellstes | Spanne |
|---|---|---|---|
| Prozessoren (10 im Katalog) | 70,8 | 100 | 29,2 Punkte |
| Grafikkarten (24 im Katalog) | 25,3 | 100 | 74,7 Punkte |
Der Katalog verzerrt das nach oben, und das gehört dazu: Er führt zehn aktuelle Prozessoren der oberen Hälfte. Ein Ryzen 3 oder ein sechs Jahre alter i5 läge deutlich unter 70,8 — die 71 Prozent gelten für die Auswahl, nicht für alle Prozessoren, die es gibt.
Innerhalb dieser Auswahl aber ist die Aussage eindeutig: Wer zwischen einem schnelleren Prozessor und einer schnelleren Grafikkarte wählt, bekommt fürs Spielen bei der Grafikkarte mehr. Der Abstand zwischen der langsamsten und der schnellsten Karte ist zweieinhalbmal so groß.
Wer trotzdem beim Prozessor anfängt — weil die Karte schon gut ist oder ein Plattformwechsel ohnehin ansteht — findet die aktuellen Modelle mit Tagespreis unter beste Gaming-CPU.
177 Vergleichsseiten mit dem gemittelten Index aus zwei Ranglisten, dem Tagespreis und dem Preis je Leistungspunkt. Ohne erfundene Prozentzahl.
Wann du wirklich ein Problem hast
Es gibt einen Fall, in dem die Sorge berechtigt ist, und der lässt sich ohne Rechner erkennen: Die Grafikkarte ist im Spiel dauerhaft unter 90 Prozent ausgelastet, und die Bildrate ist trotzdem niedrig. Dann wartet sie auf etwas — meistens auf den Prozessor.
Das siehst du im Overlay des Treibers, und es kostet nichts. Wie du es einschaltest, steht unter FPS anzeigen unter Windows; wie du CPU-Limit und GPU-Limit danach sicher auseinanderhältst, steht in CPU-Limit oder GPU-Limit erkennen.
Zeigt das Overlay dagegen eine Auslastung an der 100, arbeitet die Grafikkarte am Anschlag — dann ist sie das Bauteil, das mehr Leistung bringen würde, und kein Prozessortausch der Welt ändert daran etwas.
Was wir hier nicht messen
Bildraten. Wir nennen deshalb auch keine. Der Index oben stammt aus veröffentlichten Ranglisten Dritter, gemittelt und mit der Zahl der Quellen je Teil — bei einigen ist es nur eine, und dann steht das auf der Vergleichsseite dabei. Was wir selbst messen, sind Preise: einmal täglich, mit Datum an jeder Zahl.
Eine Prozentzahl für deine Kombination auszugeben wäre technisch leicht und inhaltlich falsch. Sie stünde da wie eine Messung und wäre eine Division.