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WoW Systemanforderungen: seit Midnight ist die SSD Pflicht — und sechs Kerne sind die eigentliche Hürde

Illustration: ein aufgeklappter Laptop mit dunklem Bildschirm und ein schlichter Tower-Rechner nebeneinander auf einem Schreibtisch, daneben ein aufgestelltes SSD-Gehäuse und ein Arbeitsspeicherriegel, kühles Abendlicht, keine Markenzeichen

World of Warcraft gilt als das Spiel, das auf allem läuft. Für die aktuelle Fassung stimmt das nicht mehr. Blizzard führt die Anforderungen für World of Warcraft und die elfte Erweiterung Midnight in einer gemeinsamen Tabelle (Blizzard-Support, Artikel 000380065), und darin stehen zwei Zeilen, an denen ältere Rechner hängenbleiben — aber es sind nicht die, die man erwartet.

Midnight ist seit dem 2. März 2026 spielbar (Blizzards Startmeldung; Vorabzugang gab es ab dem 26. Februar). Die Hürde steht also nicht bevor, sie steht.

Die offiziellen Anforderungen für Windows

Die folgenden Angaben stehen so in Blizzards Tabelle. Blizzard schreibt dazu selbst, dass sich die Anforderungen „due to potential programming changes" mit der Zeit ändern können — die Tabelle bei Blizzard ist die Fassung, die gilt, diese hier gibt sie zum Stand dieses Textes wieder.

MinimumEmpfohlen
BetriebssystemWindows 10 64-bit (May 2019 Update oder neuer)Windows 11
Prozessor6 Kerne, 4,0 GHz Boost — Intel Core Coffee Lake, AMD Ryzen Zen 28 Performance-Kerne, 5,2 GHz Boost — Intel Core Ultra (Serie 2), AMD Ryzen Zen 5
GrafikkarteDirectX-12-fähig mit 4 GB — GeForce GTX 10, AMD RDNA 1, Intel Iris Xe2-LPG (Lunar Lake)DirectX-12-fähig mit 8 GB — GeForce RTX 40, AMD RDNA 3, Intel Arc B-Serie
Arbeitsspeicher8 GB16 GB
DatenträgerSSD mit 128 GB freiem Platznicht gesondert genannt
InternetBreitbandverbindungnicht gesondert genannt
EingabeTastatur und Maus erforderlichnicht gesondert genannt
Auflösung1280 × 720nicht gesondert genannt

Blizzard führt daneben eine eigene Tabelle für macOS. Sie steht im selben Artikel unter dem Reiter „Mac" und wird hier nicht wiedergegeben.

Die SSD ist neu — und sie ist die Zeile, die aussortiert

Im Minimum steht „Solid State Drive (SSD) 128GB available space". Nicht als Empfehlung, nicht als Fußnote: in der Minimumspalte, an der Stelle, an der früher schlicht eine Größe stand. Für ein Spiel, das zwanzig Jahre lang von Festplatten gestartet wurde, ist das die auffälligste Änderung der ganzen Tabelle.

Praktisch heißt das: Ein alter Rechner, der an CPU und Grafik gerade noch durchkommt, fällt an dieser Zeile — und das ist zugleich die Zeile, die sich am billigsten beheben lässt. Eine SATA-SSD kostet einen Bruchteil einer Grafikkarte, und wer einen Laptop aufrüstet, findet den Weg in SSD für Laptop. Dass Blizzard ausdrücklich 128 GB freien Platz verlangt und nicht eine Gesamtgröße, ist dabei der Punkt: Eine halbvolle 256er reicht nicht.

Illustration: eine nüchterne Vergleichstafel mit zwei Spalten, links das flache Rechteck einer Festplatte mit durchgestrichenem Kreis, rechts das kleinere Rechteck einer SSD mit Häkchen, darunter ein Balken, der teilweise gefüllt ist, ohne Text und ohne Markennamen

Sechs Kerne, nicht 4,0 GHz: worauf die Prozessorzeile wirklich zielt

Die Zeile liest sich wie eine Taktangabe, ist aber vor allem eine Kernzahl. „6 Cores, 4.0 GHz boost clock speed processor", dazu die genannten Familien Intel Core Coffee Lake und AMD Ryzen Zen 2. Coffee Lake ist die achte Intel-Generation von 2017/2018, Zen 2 die Ryzen-3000-Reihe von 2019 — beide alt genug, dass die Zeile mild wirkt.

Der Haken liegt in der Kombination. Aus derselben Coffee-Lake-Zeit stammen zahlreiche Vierkerner, die pro Kern schneller sind als mancher Sechskerner — sie erfüllen die Zeile trotzdem nicht, weil die Kernzahl keine Schätzung ist, sondern eine Zahl. Unter Windows steht sie im Task-Manager unter „Leistung → CPU"; welche Familie dahintersteckt und warum bei einem Wechsel der Sockel die wichtigere Frage ist, steht in Intel oder AMD Prozessor für Gaming.

In der Empfehlung steht dann eine Angabe, die deutlich seltener ist, als sie aussieht: acht Performance-Kerne mit 5,2 GHz Boost, dazu Intel Core Ultra (Serie 2) und AMD Ryzen Zen 5. Das Wort „Performance" ist dabei entscheidend — bei aktuellen Intel-Prozessoren zählen die Effizienzkerne hier nicht mit. Und 5,2 GHz erreichen auch in der Zen-5-Reihe nicht alle Modelle. Diese Zeile beschreibt in der Praxis Oberklasse-Prozessoren der jeweils aktuellen Generation, nicht deren Mittelfeld.

Vier Grafikkartengenerationen Abstand

Zwischen Minimum und Empfehlung liegt bei der Grafik die größte Lücke der ganzen Tabelle: GeForce GTX 10 gegen GeForce RTX 40, also Pascal von 2016 gegen Ada Lovelace von 2022 — vier Generationen und der Sprung von 4 auf 8 GB Speicher. Bei AMD steht RDNA 1 gegen RDNA 3, bei Intel die integrierte Iris Xe2-LPG gegen die dedizierte Arc-B-Serie.

Bemerkenswert ist die Intel-Zeile im Minimum: Blizzard nennt dort mit Iris Xe2-LPG (Lunar Lake) ausdrücklich eine integrierte Grafikeinheit. Ein Notebook ohne eigene Grafikkarte kann die Minimumzeile also erfüllen — und wer nur das Minimum erfüllt, sollte von 1280 × 720 ausgehen, denn das ist die Auflösung, die in derselben Spalte steht. Welche Geräte den Abstand zur Empfehlung tatsächlich schließen und was sie kosten, steht in Gaming-Laptop für World of Warcraft — dort sind die Modelle mit Tagespreis aufgeführt. Für einen Standrechner ist Gaming-PC oder Laptop der Einstieg in dieselbe Frage.

Die Zeile, die man übersieht: Tastatur und Maus

Unter „Input" steht im Minimum „Keyboard and mouse required". Das ist keine Formalie, sondern Blizzards Position dazu, wie das Spiel bedient wird: Ein Controller ist kein zugesagter Ersatz, sondern eine Ergänzung, die man sich selbst einrichtet. Wie weit man damit kommt und wo es aufhört, steht in World of Warcraft mit Controller spielen.

Für die Tastenbelegung eines Spiels mit derart vielen Fähigkeiten ist das auch ein Hardwarehinweis: Wer viele Tasten belegt, tut sich mit mehr Tasten leichter. Die entsprechenden Geräte stehen in Gaming-Maus für WoW und Gaming-Tastatur für WoW.

Was das für deinen Rechner heißt

  • Rechner von 2017 bis 2019, Sechskerner, GTX 1060 oder besser, aber Festplatte: Eine SSD kaufen. Das ist die einzige Zeile, an der du scheiterst, und die günstigste von allen.
  • Vierkerner, egal wie schnell: Die Minimumzeile ist nicht erfüllt. Das ist ein Prozessorwechsel und damit meist auch ein Mainboardwechsel.
  • Notebook mit integrierter Grafik der Lunar-Lake-Generation: Minimum erfüllt, mit 1280 × 720 als Bezugspunkt. Alles darüber ist eine eigene Anschaffung.
  • 8 GB Arbeitsspeicher: Minimum erfüllt, Empfehlung nicht. Von den vier Zeilen ist das nach der SSD die zweitgünstigste.
  • Du willst die Empfehlung erfüllen: Das bedeutet einen aktuellen Oberklasse-Prozessor und eine Grafikkarte ab RTX 40 mit 8 GB — in der Summe ein neuer Rechner, kein Aufrüstweg.

Die Entscheidung — und was hier nicht belegt ist

Die Tabelle sortiert an zwei Stellen aus, und beide haben nichts mit der Grafikkarte zu tun: an der SSD und an der Kernzahl. Wer einen Rechner aus der Coffee-Lake- oder Zen-2-Zeit hat, prüft zuerst diese beiden Zeilen — sie entscheiden, ob es um eine Ergänzung für unter hundert Euro geht oder um ein neues Gerät.

Was hier nicht steht: wie viele Bilder je Sekunde eine bestimmte Zusammenstellung in Midnight erreicht. Wir haben nichts davon gemessen; diese Seite gibt Blizzards Tabelle wieder und ordnet sie ein. Die Anforderungen können sich ändern, Blizzard schreibt es selbst dazu — maßgeblich ist immer der verlinkte Support-Artikel, nicht diese Seite. Welche Prozessoren genau 5,2 GHz erreichen und welche nicht, hängt am Einzelmodell und steht in den Herstellerangaben, nicht hier. Die macOS-Anforderungen haben wir nicht wiedergegeben. Die Bilder sind Illustrationen, kein Beleg. Was das im Einzelnen heißt, steht in Wie wir testen.

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