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Gaming GearVon Stefan Haun5 min Lesezeit

Head Tracking am PC: TrackIR, Tobii oder Webcam für Sim-Racing und Flugsimulator

Illustration: ein Simulator-Schreibtisch mit breitem Monitor, auf dem eine Startbahn in der Dämmerung zu sehen ist, oben eine kleine Kamera, davor eine Kappe mit Reflektor-Clip und ein Joystick, in Neonlicht

Kurz gesagt: Für Head Tracking am PC gibt es drei Wege. TrackIR 5 ist eine Infrarotkamera mit Reflektor-Clip an Kappe oder Headset, sie liefert laut Hersteller 120 Bilder pro Sekunde bei 9 ms Antwortzeit und wird von über 100 Spielen direkt unterstützt. Der Tobii Eye Tracker 5 erfasst Kopf und Blick ohne Clip. Und mit der kostenlosen Software OpenTrack und einer Webcam bekommst du Head Tracking fast ohne Kosten, mit etwas mehr Einrichtung.

Lohnend ist Head Tracking vor allem mit einem einzelnen Monitor. Mit einer VR-Brille brauchst du es nicht, denn die bewegt die Sicht ohnehin mit dem Kopf.

Im Cockpit schaust du in den Spiegel, in die Kurve oder über die Schulter nach dem Gegner. Ohne Head Tracking geht das nur über einen Hutschalter oder eine Taste. Mit Head Tracking reicht eine kleine Kopfbewegung, und das Spiel übersetzt sie in eine größere Drehung der Kamera. Dieser Beitrag vergleicht die Wege nach Technik, Aufwand und Spielunterstützung. Wir haben die Geräte nicht selbst getestet. Die Angaben stammen von den Herstellern und aus den Projektseiten, abgerufen am 5. Oktober 2026.

Welcher Weg zu wem passt

TrackIR 5Tobii Eye Tracker 5OpenTrack mit Webcam
TechnikInfrarotkamera, Reflektoren oder LEDs am KopfKamera erfasst Augen und KopfWebcam, KI-Kopferkennung
Am KopfClip an Kappe oder Headsetnichtsnichts
Spiele laut Herstellerüber 100 mit direkter Unterstützungüber 170über Protokolle wie TrackIR und FreeTrack
KostenHardwareHardwareSoftware kostenlos
Für wenWer maximale Präzision will und den Clip nicht scheutWer nichts tragen will und Blicksteuerung nutztWer erst ausprobieren will

TrackIR: der Infrarot-Klassiker

TrackIR 5 von NaturalPoint ist eine kleine Kamera, die auf dem Monitor sitzt und Infrarotlicht aussendet. Am Kopf trägst du den TrackClip mit drei Reflektoren an einer Kappe oder Mütze. Alternativ gibt es den TrackClip Pro mit eigenen LEDs, der an den meisten Headsets hält und auch aus größerem Abstand funktioniert. Die Kamera erkennt alle sechs Bewegungsrichtungen des Kopfes, also Drehen, Neigen und Kippen sowie Vor, Zurück und zur Seite.

Die Herstellerangaben: 51,7 Grad Sichtfeld, 640 × 480 Pixel Auflösung, 120 Bilder pro Sekunde und 9 ms Antwortzeit. Die Stärke von TrackIR ist die Verbreitung. NaturalPoint spricht von über 100 Spielen mit direkter Unterstützung, darunter die großen Flugsimulatoren und viele Rennspiele. Der Nachteil ist der Clip. Wer keine Kappe tragen will, braucht den TrackClip Pro am Headset.

Tobii: Kopf und Blick ohne Clip

Der Tobii Eye Tracker 5 sitzt unter dem Monitor und erfasst dein Gesicht und deine Augen, ohne dass du etwas trägst. Neben dem Head Tracking kann er die Blickrichtung auswerten. Manche Spiele nutzen das für eine Kamera, die ein Stück in die Richtung schwenkt, in die du schaust, oder für die Zielauswahl per Blick. Fürs Eye Tracking nennt Tobii Bildschirme von 15 bis 27 Zoll im 16:9-Format oder 30 Zoll in 21:9. Für reines Head Tracking gibt es laut Tobii keine Größengrenze. Tobii nennt über 170 unterstützte Spiele, das Gerät ist im eigenen Shop weiter erhältlich.

Der Unterschied zu TrackIR liegt im Prinzip. Tobii folgt dem Gesicht, TrackIR drei Punkten. Wer Kopfhörer, Brille oder Kappe wechselt, muss bei Tobii nichts umbauen.

OpenTrack mit Webcam oder Handy

OpenTrack ist ein freies Programm (ISC-Lizenz), das Kopfbewegungen erfasst und an Flugsimulatoren und andere Spiele weitergibt. Die aktuelle Version 2026.1.0 ist vom 31. Dezember 2025. Als Eingang kann OpenTrack verschiedene Quellen nutzen:

  • NeuralNet Tracker: erkennt die Kopfhaltung per KI direkt aus dem Webcambild. Du brauchst nur eine Webcam, kein Zubehör.
  • PointTracker: folgt Leuchtpunkten wie bei FreeTrack. Damit lässt sich ein selbstgebauter Clip mit LEDs nutzen.
  • Papiermarker über die Aruco-Bibliothek, ein ausgedrucktes Muster, das die Kamera erkennt.
  • Handy-Apps wie SmoothTrack, die die Kamera des Telefons nutzen und die Daten ins WLAN an OpenTrack senden.

Nach außen gibt sich OpenTrack wahlweise als TrackIR oder als FreeTrack aus und unterstützt außerdem SimConnect für den Microsoft Flight Simulator. Deshalb funktioniert es in den meisten Spielen, die TrackIR können. Der Preis ist die Einrichtung: Kurven, Totbereich und Zentrierung musst du selbst einstellen, und eine Webcam braucht genug Licht im Raum, während TrackIR sein Infrarotlicht selbst mitbringt.

Eine Zwischenlösung ist der Beam Eye Tracker von Eyeware: eine kostenpflichtige Software mit Einmalkauf, die aus der Webcam Kopf- und Blickdaten macht und laut Hersteller OpenTrack-Bausteine bereits mitbringt.

Welche Spiele es unterstützen

SpielTrackIRTobii
Microsoft Flight Simulator 2024jaja
DCS Worldjaja
X-Plane 12ja, laut X-Plane-Handbuchja
Assetto Corsa Competizionejaja
Le Mans Ultimatejanicht gelistet
iRacingjanur über OpenTrack
Euro Truck Simulator 2jaja
Star Citizenjaja

Grundlage: Spieleliste von TrackIR, Spieleseiten von Tobii und das X-Plane-Handbuch, Stand 05.10.2026. Für iRacing schreibt Tobii, dass zusätzliche Software nötig ist.

Für Flugsimulatoren ist Head Tracking fast Pflicht, weil Cockpitinstrumente rundum verteilt sind. Welche Hardware der Microsoft Flight Simulator 2024 selbst braucht, steht in PC für MSFS 2024. Im Weltraum gilt dasselbe: Star Citizen unterstützt TrackIR und laut Tobii auch dessen Head Tracking. Dort sind beide Hände an Stick und Schubhebel, wie in HOTAS für Star Citizen beschrieben, und der Kopf übernimmt den Blick zur Seite.

Head Tracking oder VR?

VR ersetzt Head Tracking vollständig, denn die Brille bewegt die Sicht eins zu eins mit dem Kopf und zeigt dazu räumliche Tiefe. Head Tracking dagegen arbeitet mit einer Übersetzung: Du drehst den Kopf ein wenig, das Spiel dreht die Kamera stärker, und dein Blick bleibt auf dem Bildschirm. Das ist gewöhnungsbedürftig, dafür trägst du nichts vor den Augen und siehst Tastatur und Raum weiter.

Verbreitet ist VR am PC kaum. Laut Steam-Hardwareumfrage vom September 2026 hatten rund 1,35 % der Steam-Nutzer ein VR-Headset. Die meisten Sim-Spieler sitzen also vor einem Monitor, und für sie ist Head Tracking die günstigere Erweiterung. Wenn du für Rennspiele einen neuen Bildschirm suchst, lohnt sich zuerst ein Blick auf Größe und Sitzabstand in Sim-Racing-Monitor. Mit drei Monitoren brauchst du Head Tracking seltener, weil du in die Kurve schon direkt hineinsiehst.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich Head Tracking mit einer normalen Webcam nutzen?
Ja. Die kostenlose Software OpenTrack erkennt die Kopfhaltung mit ihrem NeuralNet Tracker direkt aus dem Webcambild und gibt sie als TrackIR- oder FreeTrack-Signal an das Spiel weiter.
Ist TrackIR besser als Tobii?
Beide erfassen den Kopf in sechs Achsen. TrackIR wird von mehr Spielen direkt unterstützt und arbeitet laut Hersteller mit 120 Bildern pro Sekunde, braucht aber einen Clip am Kopf. Tobii kommt ohne Clip aus und kann zusätzlich die Blickrichtung auswerten. Bei iRacing braucht Tobii laut Hersteller zusätzliche Software.
Brauche ich Head Tracking mit einer VR-Brille?
Nein. Die VR-Brille verfolgt den Kopf selbst und bewegt die Sicht direkt mit.

Neue Builds und Preisstürze — sonst nichts

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