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Twitch Sub, Bits und Auszahlung: was ein Sub kostet und was beim Streamer ankommt

Ein Tier-1-Sub kostet in Deutschland und Österreich 4,99 Euro, und beim Streamer kommen davon im Normalfall rund 2,10 Euro an – vor Gebühren und Steuern. Der Grund ist nicht nur die bekannte 50/50-Aufteilung: Twitch teilt den Umsatz erst, nachdem Umsatzsteuer und Zahlungsgebühren abgezogen sind. Wer mehr zahlende Abos hat, kommt über das Plus-Programm auf 60 oder 70 Prozent. Diese Seite rechnet Subs, Bits, Werbung und die Auszahlung einmal durch – mit dem Stand vom 27.09.2026 und den Quellen dazu.
Twitch ändert diese Regeln regelmäßig: 2024 stiegen die Sub-Preise, 2025 sanken die Affiliate-Hürden, und seit Mai 2026 können Kanäle Subs auch ohne Affiliate-Status freischalten. Jede Zahl unten steht deshalb mit Quelle da; prüfe vor einer Entscheidung, ob sie noch gilt.
Was kostet ein Sub auf Twitch?
Der Preis richtet sich nach dem Land des Zuschauers, nicht des Streamers, und der Streamer kann ihn nicht ändern (Twitch-Hilfe).
| Was | Preis für Zuschauer | Anmerkung |
|---|---|---|
| Tier-1-Sub im Browser, DE und AT | 4,99 € | laut Twitch-Preisliste; bis Juli 2024 waren es 3,99 € |
| Tier-1-Sub in der App | teurer | Twitch: im Browser „25 % sparen“; Apple und Google schlagen Gebühren auf |
| Tier 2 / Tier 3 | keine offizielle Preisliste | die oft genannten 9,99 € und 24,99 € bestätigt Twitch nicht öffentlich |
| 3 bzw. 6 Monate am Stück (Tier 1) | 10 % bzw. 15 % günstiger | laut Twitch-Hilfe zu Abos auf Mobilgeräten |
| Prime-Sub | im Prime-Abo enthalten | Streamer bekommt einen festen Betrag, siehe unten |
Wie viel ist ein Sub für den Streamer wert?
Twitch teilt den Nettoumsatz: Vom bezahlten Preis gehen zuerst die Umsatzsteuer, Zahlungs-, Bank- und Wechselkursgebühren ab, erst der Rest wird geteilt (Twitch-Hilfe zu Einnahmen). Für einen Tier-1-Sub aus Deutschland heißt das gerechnet:
Streamer-Anteil an einem Tier-1-Sub aus Deutschland bei 50/50: 4,99 € abzüglich 19 % Umsatzsteuer sind 4,19 €, davon die Hälfte – noch vor Zahlungs- und Wechselkursgebühren. Bei 60/40 sind es rund 2,52 €, bei 70/30 rund 2,94 €. Eigene Rechnung, keine Angabe von Twitch.
Das Plus-Programm: 60 oder 70 Prozent
Seit Mai 2024 steht das Plus-Programm auch Affiliates offen (Twitch-Hilfe, Twitch-Blog):
- 60/40 ab 100 Plus-Punkten im Monat, drei Monate in Folge.
- 70/30 ab 300 Plus-Punkten im Monat, drei Monate in Folge.
- Punkte gibt es nur für bezahlte, wiederkehrende Abos: Tier 1 zählt 1, Tier 2 zählt 2, Tier 3 zählt 6. Geschenkte Subs bringen keine Punkte, werden aber mit dem höheren Anteil ausgezahlt. Prime-Subs zählen weder für Punkte noch für den höheren Anteil.
- Einmal erreicht, gilt der Anteil zwölf Monate und verlängert sich mit jedem Monat, in dem du die Schwelle wieder schaffst.
Prime-Subs: ein fester Betrag
Für einen Prime-Sub zahlt Twitch seit Juni 2024 einen festen Betrag in US-Dollar je nach Land des Zuschauers: laut Tabelle der Twitch-Hilfe 1,55 Dollar für Deutschland und 1,40 Dollar für Österreich (Stand der Tabelle: Oktober 2025, Quelle). Ausgezahlt wird er erst nach bis zu 45 Tagen.
Twitch Bits in Euro
Zuschauer kaufen Bits in Paketen; im Twitch-Shop, abgerufen aus Österreich, kosten 100 Bits 1,59 Euro inklusive Umsatzsteuer, größere Pakete sind bis zu 13 Prozent günstiger (twitch.tv/bits). In Deutschland kann der Preis wegen der anderen Umsatzsteuer leicht abweichen. Beim Streamer kommt unabhängig davon 1 Cent je Bit an – 100 Bits sind also 1 Dollar (Twitch-Hilfe). Die Differenz zum Kaufpreis behält Twitch.
Werbung: 55 Prozent ab drei Minuten pro Stunde
Affiliates und Partner bekommen 55 Prozent der Netto-Werbeeinnahmen, wenn sie mindestens drei Minuten Werbung pro Stunde laufen lassen (Einstellung „Empfohlen“ oder „Hoch“ im Werbe-Manager). Drei Minuten Mid-Rolls schalten zugleich die Werbung vor dem Stream ab (Twitch-Hilfe). Was ein einzelner Zuschauer dabei bringt, schwankt stark mit der Nachfrage der Werbekunden und mit Werbeblockern – eine verlässliche Zahl pro Zuschauer veröffentlicht Twitch nicht.
Wann und wie Twitch auszahlt
- Mindestbetrag: 50 Dollar (Banküberweisung, PayPal, Scheck), 100 Dollar per Auslandsüberweisung. Darunter wird der Betrag in den nächsten Monat übertragen.
- Zeitpunkt: Einnahmen eines Monats kommen um den 15. des Folgemonats; Prime-Subs brauchen bis zu 45 Tage. Änderungen an den Zahlungsdaten nach dem 8. gelten erst für den Monat danach (Twitch-Hilfe).
- Gebühren: Die Überweisung in Euro auf ein Konto in Deutschland oder Österreich (SEPA) vermeidet die Wechselkursgebühr von bis zu 2,5 Prozent. PayPal kostet 2 Prozent (höchstens 20 Dollar) plus 0,25 Dollar (Gebührentabelle).
- Steuerformular: Wer nicht in den USA lebt, füllt im Dashboard das Steuer-Interview aus (W-8). Ohne das behält Twitch bis zu 30 Prozent ein; es muss alle drei Jahre erneuert werden (Twitch-Hilfe).
Ab wann Twitch überhaupt auszahlt: Affiliate
Ausgezahlt wird nur an Affiliates und Partner. Die Hürde für Affiliate hat Twitch 2025 gesenkt (Twitch-Hilfe):
- 25 Follower
- 4 Stunden Streamzeit an 4 verschiedenen Tagen
- an diesen 4 Tagen im Schnitt mindestens 3 Zuschauer gleichzeitig
- alles innerhalb von 30 Tagen, dazu Zwei-Faktor-Anmeldung
Seit dem 13. Mai 2026 können Kanäle Subs, Bits, Emotes und Kanalpunkte auch ohne Affiliate-Status freischalten – das Geld landet dann aber in einem Guthaben, das sich nur auf Twitch ausgeben lässt, bis der Kanal Affiliate wird. Twitch führt das zuerst in den USA ein und hat die weltweite Einführung angekündigt (Twitch-Blog). Für Partner gilt weiter: unter anderem 75 Zuschauer im Schnitt über zwei Monate, die Aufnahme entscheidet Twitch.
Wie viele Zuschauer braucht man, um Geld zu verdienen?
Ehrlich: mehr, als die meisten haben. Laut TwitchTracker kommen auf einen gleichzeitig live gehenden Kanal im Schnitt rund 23 Zuschauer (Statistik) – ein Durchschnitt, den wenige sehr große Kanäle nach oben ziehen; der typische Kanal liegt weit darunter. Als Rechenbeispiel: 20 bezahlte Tier-1-Subs aus Deutschland bringen bei 50/50 rund 42 Euro im Monat, vor Gebühren und Steuern. Twitch ist für die meisten ein Hobby, das seine Ausrüstung teilweise refinanziert, kein Einkommen. Was du für den Anfang wirklich brauchst, steht unter Streaming-Setup für Anfänger.

Steuern und Gewerbe in Deutschland und Österreich
Das hier ist eine Übersicht, keine Steuerberatung. Sobald du regelmäßig Geld mit Twitch einnimmst, lohnt ein Gespräch mit einer Steuerberatung – die Einordnung hängt an deinen übrigen Einkünften.
- Deutschland: Wer regelmäßig und mit Gewinnabsicht einnimmt, meldet in der Regel ein Gewerbe an. Die Kleinunternehmerregelung gilt seit 2025, wenn der Umsatz im Vorjahr höchstens 25.000 Euro betrug und im laufenden Jahr 100.000 Euro nicht übersteigt (IHK München).
- Österreich: Die Umsatzgrenze für Kleinunternehmer liegt seit 2025 bei 55.000 Euro (Unternehmensserviceportal). Einen eigenen Gewerbeschein „Content Creator“ gibt es nicht; wer Werbe-, Sponsoren- oder Partnereinnahmen hat, braucht laut WKO eine passende Gewerbeberechtigung (WKO).
- Umsatzsteuer auf die Auszahlung: Steuerlich erbringst du eine Leistung an das Unternehmen, das dich auszahlt. Ob Reverse Charge greift, hängt davon ab, welche Gesellschaft auf deiner Abrechnung steht – das entscheidet deine Steuerberatung anhand der Abrechnung.
- Meldung an das Finanzamt: Twitch meldet die Einnahmen von Streamern in der EU nach der DAC7-Regel an die Steuerbehörden (Twitch-Hilfe). „Das Finanzamt merkt es nicht“ gilt also nicht.
Häufige Fragen
Was kostet ein Sub bei Twitch in Euro?
Wie viel bekommt ein Streamer von einem Sub?
Wie viel sind 100 Bits wert?
Ab wie viel Geld zahlt Twitch aus?
Was hier nicht belegt ist
Alle Zahlen stammen aus der Twitch-Hilfe, dem Twitch-Blog, dem Monetized Streamer Agreement und den genannten Behördenseiten, abgerufen am 27.09.2026. Nicht offiziell belegt sind die Euro-Preise für Tier 2 und Tier 3 und der Bits-Preis in Deutschland (abgerufen wurde aus Österreich). Welche Twitch-Gesellschaft Streamer in der EU auszahlt, nennt Twitch in keinem öffentlichen Dokument, das wir gefunden haben. Die Beispielrechnungen sind eigene Rechnungen. Womit wir grundsätzlich arbeiten und womit nicht, steht in Wie wir testen.