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Games7 min Lesezeit

ETS2 VR: Euro Truck Simulator 2 mit VR-Brille – seit 1.55 ohne Beta-Zweig, aber mit Startoption

Illustration: eine erfundene dunkle VR-Brille liegt auf dem Stoffsitz eines Sim-Gestells, davor ein rundes Lenkrad ohne Markenzeichen, dahinter ein ausgeschalteter dunkler Bildschirm, warmes Abendlicht

Wer „ETS2 VR" sucht, findet vor allem Videos und Forenfäden. Die Primärquelle dazu ist ein Beitrag im Forum von SCS Software: „VR – experimental support", geschrieben und über die Jahre 33-mal überarbeitet von Komat, einem Entwickler des Studios (zuletzt am 1. Juli 2025). Dieser Text hält sich an ihn.

Die kurze Antwort: Euro Truck Simulator 2 läuft in VR, aber experimentell — nur in der Windows-Fassung und nur im DirectX-11-Modus. Seit Version 1.55 geht das im normalen Spiel mit den Startoptionen -experimental_vr -openxr. Wer die neuesten VR-Änderungen will, wechselt bei Steam in den Beta-Zweig „oculus" und startet dort mit -openxr. SCS nennt OpenXR ausdrücklich als den Modus, den man zuerst probieren soll.

Zwei Wege: normales Spiel oder VR-Build

Laut SCS gibt es zwei Fassungen, in denen VR läuft, und sie sind nicht gleichwertig:

Normales Spiel (ab 1.55)VR-Build (Beta-Zweig „oculus")
Startoption-experimental_vr -openxr-openxr, -oculus oder -openvr
Schnittstellennur OpenXROpenXR, Oculus, OpenVR
Neue VR-Verbesserungenlaut SCS häufig erst mit dem nächsten großen Updatezuerst hier
Blickverfolgungs-Experimentneinja

SCS begründet den Unterschied offen: Die VR-Funktionen im normalen Build hinken dem VR-Build voraussichtlich hinterher, und manche Änderungen sind anfangs „zu experimentell", um sie in die normale Fassung zu übernehmen. Wer ohnehin nur ausprobieren will, ob ihm ETS2 in VR liegt, braucht den Beta-Zweig nicht. Wer viel in VR fährt und die jüngsten Korrekturen will, ist dort richtig.

Zu den drei Schnittstellen im VR-Build sagt SCS:

  • OpenXR (-openxr, seit Version 1.50) — der Modus, der zuerst probiert werden soll.
  • Oculus (-oculus) — der native Modus für kompatible Oculus-Brillen. Dafür muss in der Oculus-Anwendung das Starten von Anwendungen aus „Unknown Sources" erlaubt sein.
  • OpenVR (-openvr) — laut SCS mit 1.50 und neuer nicht voll kompatibel und voraussichtlich langsamer. Sein einziger Vorteil ist, dass es die Modelle der VR-Controller zeichnen kann, was SCS selbst als „von sehr begrenztem Nutzen" bezeichnet. Mit SteamVR soll in den Steam-Eigenschaften des Spiels „Use Desktop Game Theatre while SteamVR is active" abgewählt sein.

Schritt für Schritt: VR einschalten

  1. Steam-Bibliothek öffnen, mit der rechten Maustaste auf Euro Truck Simulator 2 klicken und Eigenschaften wählen.
  2. Nur für den VR-Build: im Reiter für Spielversionen und Betas („Game Versions & Betas") den Zweig „oculus" auswählen. Steam lädt danach die Beta-Fassung herunter und ersetzt die installierte.
  3. Startoptionen eintragen: im Reiter Allgemein („General") unter Startoptionen („Launch Options") — im normalen Spiel -experimental_vr -openxr, im VR-Build -openxr. Mehrere Optionen werden durch ein Leerzeichen getrennt.
  4. Spiel starten. Steam zeigt dabei eine Warnung. Das ist erwartet: SCS schreibt, dass das Spiel bei Steam nicht als VR-fähig markiert ist.
  5. Im Führerhaus die Sicht zurücksetzen. Das Spiel setzt Blickrichtung und Position beim Einsteigen nicht selbst zurück; dafür ist F12 da. F12 ist aber auch Steams Taste für Bildschirmfotos — SCS empfiehlt, die Belegung im Spiel zu ändern oder die Bildschirmfoto-Taste des Spiels zu nutzen.

Das Menü kann flach oder räumlich erscheinen, umgeschaltet wird mit F11. Seit 1.54 startet das Spiel laut SCS immer im räumlichen Modus, weil zu viele Spieler die Einstellung versehentlich umgestellt hatten.

Illustration: eine erfundene dunkle VR-Brille liegt auf einem Schreibtisch neben einem runden Lenkrad mit Tischklemme, links am Rand eine Tastatur, dahinter ein ausgeschalteter dunkler Bildschirm, keine Markenzeichen

Die Einstellungen, die SCS selbst nennt

Aus dem Beitrag des Entwicklers stammen diese Hinweise — nicht aus eigenen Messungen:

  • Skalierung auf 100 % und Tiefenunschärfe aus. Die Tiefenunschärfe bringt in der Brille zusätzliche Unschärfe.
  • Mehr Schärfe über das Werkzeug des Brillenherstellers holen, nicht über die Skalierung im Spiel. Der Regler im Spiel wirkt nicht auf die Bedienoberfläche und rechnet mit einem einfachen bilinearen Filter zurück, was das Bild weicher machen kann. Gleichwertig zum Herstellerwerkzeug ist laut SCS die Variable r_manual_stereo_buffer_scale.
  • Außenspiegel der Bedienoberfläche abschalten. Sie liegen mit den Standardwerten ohnehin außerhalb des Sichtfelds; abgeschaltet sparen sie Leistung.
  • Das Bild auf dem Monitor abschalten, wenn niemand zusieht: r_manual_stereo_mirror_mode 0 entfernt den Mehraufwand für die Spiegelung auf den Bildschirm.
  • Kabinenwackeln. Im VR-Modus dämpft das Spiel die Bewegung der Kabine. Wer sie voll will, setzt g_hmd_reduced_cabin_movement auf 0.

Zur Hardware macht SCS keine Zahlenangabe, nur einen Satz: „A really fast GPU and CPU is recommended" — eine wirklich schnelle Grafikkarte und ein wirklich schneller Prozessor werden empfohlen. Eine Tabelle mit Bildraten oder Grafikkarten stellen wir deshalb nicht daneben; wir messen keine VR-Leistung.

Welche VR-Brille?

SCS führt keine Liste unterstützter Brillen, sondern die drei Schnittstellen oben. Welche Brille funktioniert, hängt also daran, ob sie eine davon bedient; SCS rät, zuerst OpenXR zu probieren. An einer Stelle nennt der Entwickler zwei Laufzeitumgebungen beim Namen: Das Anpassen des Sichtfelds per o_openxr_*_override (seit 1.54) setzt voraus, dass die OpenXR-Laufzeit Änderungen am Sichtfeld erlaubt. Virtual Desktop kann das, die native Oculus-Laufzeit nicht. Wer das Sichtfeld beschneidet, entlastet die Grafikkarte, weil weniger Fläche berechnet wird.

Ein Sonderfall ist die Blickverfolgung: Der VR-Build von 1.55 enthält ein Experiment, das nur den Bereich um die Blickrichtung zeichnet. SCS nennt es selbst „poor man's (very poor) foveated rendering" — an den Rändern folgen schwarze Kanten dem Blick. Es läuft nur im VR-Build, nur mit der zusätzlichen Startoption -xr_eye und nur mit einer Laufzeit, die die Erweiterung XR_EXT_eye_gaze_interaction bereitstellt und Änderungen am Sichtfeld erlaubt.

Lenkrad statt Tastatur: warum VR die Belegung verändert

In der Brille ist die Tastatur nicht zu sehen. Jede Funktion, die im Fahren gebraucht wird und nur auf einer Taste liegt, muss blind getroffen werden. VR schiebt deshalb die Frage „welche Funktion auf welchen Knopf" vom Komfort zur Notwendigkeit — Blinker, Licht, Tempomat und die Sicht-Rücksetzung auf F12 gehören auf das Rad. Die Standardbelegung und die Tasten, die sich zum Umbelegen anbieten, stehen in ETS2 Tastaturbelegung; die Werte für Drehwinkel und Force Feedback in ETS2 Lenkrad einstellen.

Die VR-Controller selbst helfen beim Fahren nicht. SCS schreibt: Seit 1.46 kann das Spiel ihre Position im Fahrbetrieb anzeigen (r_hmd_draw_controllers), aber nur als Anzeige — bedienen lässt sich damit nichts. Als Beispiel nennt der Entwickler, einen Controller dort abzulegen, wo das echte Lenkrad steht, um es in der Brille wiederzufinden.

Das gilt genauso für den Schalthebel. ETS2 legt zwölf Vorwärtsgänge auf eine Sechser-Kulisse, der Hebel wird also ständig gegriffen; warum seine Position am Platz deshalb wichtiger ist als die Steifigkeit des Rahmens, steht in ETS2 Cockpit. Welches Rad für den Truck taugt, klärt Bestes Lenkrad für ETS2.

ETS2 Head Tracking: die Alternative ohne Brille

Wer nicht die ganze Brille will, sondern nur den Blick in die Spiegel, sucht Head Tracking. Die Belege von SCS dazu sind verstreut, aber eindeutig:

  • Mit Update 1.11 (Juni 2014) hat SCS die Außenspiegel so umgebaut, dass sie ihre Perspektive ändern, wenn sich der Kopf in der Kabine bewegt. Im Blogbeitrag dazu schreibt das Studio, das sei für Spieler mit Head-Tracking-Geräten „wie TrackIR" oder mit VR-Brillen besonders deutlich.
  • Im Februar 2021 veröffentlichte SCS ein Spielvideo aus der Iberia-Karte, das der Leiter der Qualitätssicherung mit TrackIR aufgenommen hat.
  • Tobii führt Euro Truck Simulator 2 auf seiner Spielseite mit Kopf- und Blickverfolgung über den Tobii Eye Tracker 5, der die Kamera im Spiel in sechs Freiheitsgraden bewegt.

Eine Einschränkung aus SCS' eigener Eingabe-Dokumentation gehört dazu: Dort taucht ein TrackIR-kompatibler Kopf-Tracker nur im Abschnitt über die erweiterte Konfiguration auf — als Möglichkeit, den Lkw per Kopfbewegung zu steuern, gedacht für Menschen mit Einschränkungen. Das ist etwas anderes als das Umsehen in der Kabine und wird von Hand in der Datei controls.sii eingerichtet.

Der Unterschied zur Brille: Head Tracking bewegt den Blick, der Bildschirm bleibt, wo er ist — Tastatur, Hebel und Knöpfe bleiben sichtbar. VR nimmt die Umgebung weg und gibt dafür räumliche Tiefe. Wer vor allem in die Spiegel schauen will, kommt mit Head Tracking an dieselbe Stelle, ohne die Belegung umbauen zu müssen.

Und mit anderen zusammen?

Ob und wie VR im Mehrspielermodus läuft, belegt der Beitrag von SCS nicht, und wir stellen dazu keine Behauptung auf. Wie der offizielle Modus Convoy und die Community-Server von TruckersMP sich unterscheiden, steht in ETS2 Multiplayer.

Was hier nicht steht

Wir haben ETS2 in VR nicht gemessen und nennen deshalb keine Bildraten, keine Grafikkarte und keine Brille als Empfehlung. Alle Angaben zu Startoptionen, Schnittstellen, Tasten und Variablen stammen aus dem Beitrag von SCS Software (Stand der letzten Überarbeitung: 1. Juli 2025), die Steam-Schritte aus der Hilfe von Valve. SCS ändert den VR-Teil mit neuen Versionen; wenn eine Option nicht mehr wirkt, ist dieser Beitrag die erste Stelle zum Nachsehen. Die Bilder sind Illustrationen, kein Beleg. Womit wir arbeiten und womit nicht, steht in Wie wir testen.

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