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World of Warcraft mit Controller spielen: passt dein Spiel in die kleinere Fläche?

Illustration: ein Gamepad liegt frei auf einer Holzplatte, Tastatur und Maus sind nach links oben aus dem Weg geschoben

Wer World of Warcraft mit Controller spielen will, bekommt in den Foren zwei Antworten: „Geht, mit dem richtigen Addon“ und „Lass es, das Spiel ist dafür nicht gebaut“. Beide reden über die Eingabeart — und das ist die falsche Ebene.

Ein Controller ersetzt in WoW nicht die Tastatur. Er ersetzt die Belegungsfläche, und die neue Fläche ist kleiner als die alte. Die Frage ist deshalb nicht, ob es geht, sondern ob dein Spiel in die kleinere Fläche passt. Das hängt an der Zahl der Fähigkeiten, die du in derselben Sekunde erreichen musst — nicht am Komfort.

Dieser Text rechnet die Fläche nach, zeigt, womit ein Controller sie vergrößert und was das kostet, und zieht daraus die Grenze zwischen Inhalten, die hineinpassen, und solchen, die es nicht tun. Er misst nichts; womit wir arbeiten und womit nicht, steht in Wie wir testen.

Warum die Belegungsfläche das Problem ist, nicht die Eingabeart

WoW verlangt im Kampf drei Dinge gleichzeitig: laufen, die Kamera drehen und Fähigkeiten auslösen. An Maus und Tastatur sind das drei getrennte Flächen: Die linke Hand läuft auf WASD und erreicht die Tasten drumherum, die rechte dreht die Kamera und hat Daumentasten frei, und über allem liegen Umschalt und Strg als Ebenen. Wie viele Belegungen so zusammenkommen, rechnet Tastatur für WoW: wohin mit vierzig Belegungen? vor. Die Zahl dort ist der Maßstab für alles, was folgt.

Ein Controller hat für dieselben drei Aufgaben zwei Sticks und ein gutes Dutzend Tasten. Die beiden Sticks sind mit Laufen und Kamera sofort belegt, und mit ihnen die beiden Daumen. Übrig bleiben vier Tasten rechts, das Steuerkreuz, zwei Schultertasten, zwei Auslöser und die Klicks in die Sticks. Davon geht noch ab, was Springen, Anvisieren, Interagieren und die Menüs brauchen. Das ist die Fläche, in die dein Spiel passen muss. Sie ist nicht schlecht — sie ist klein.

Ebenen, Radialmenüs, hintere Tasten: wie die Fläche wächst und was das kostet

Ebenen sind das Umschalt und Strg des Controllers, und WoW baut sie genau so. Laut einem Spieler-Leitfaden im Blizzard-Forum vom Oktober 2020 wirken in der eingebauten Steuerung die linke Schultertaste und der linke Auslöser standardmäßig als Strg und Umschalt; gebunden wird im normalen Tastenbelegungsmenü. Aus vier Tasten rechts werden so zwölf Belegungen, und das Steuerkreuz lässt sich genauso vervielfachen. Der Preis ist die Umschaltung selbst: Für jede Fähigkeit auf einer Ebene drückst du zwei Dinge in fester Reihenfolge — und der Finger, der die Ebene hält, ist so lange für nichts anderes zu haben.

Radialmenüs tauschen Tasten gegen Zeit, und sie sind nicht eingebaut. Eine Taste öffnet einen Kreis, du wählst mit dem Stick einen Eintrag und bestätigst. Das bringt beliebig viele Belegungen unter, aber jede kostet eine Stickbewegung, einen Blick auf den Bildschirm und eine Bestätigung. Für Reittiere, Berufe und Tränke ist das ideal. Für eine Unterbrechung, die in den Zauberbalken des Gegners passen muss, ist es zu langsam — und zwar grundsätzlich. Woher die Kreise kommen, steht weiter unten.

Hintere Tasten sind die einzige Erweiterung, die keine Zeit kostet. Sie sitzen unter Mittel- und Ringfinger, die den Controller ohnehin nur halten, und lassen beide Daumen auf den Sticks. Warum das im Shooter der ganze Punkt ist, steht in Bester PS5-Controller für Shooter; in WoW gilt es unverändert, nur dass hier die Kamera geschützt wird statt des Sprungs. Der Preis ist die Stückzahl: Es gibt zwei oder vier davon — nicht vierzig. Die Fläche wächst also mit jeder Erweiterung — aber nur die hinteren Tasten wachsen ohne Umschaltung.

Welche Inhalte in die kleinere Fläche passen, und welche erkennbar nicht

Alltagsinhalte brauchen weniger Belegungen, als die meisten glauben. Beim Questen, in der offenen Welt, beim Sammeln und in Gruppen, in denen nichts entschieden wird, läuft deine Rotation als Folge: eine Fähigkeit, die nächste, die nächste. Die globale Abklingzeit legt zwischen zwei Eingaben ohnehin eine Pause, und in diese Pause passt eine Umschaltung. Wer zählt, was er hier im Kampf wirklich drückt, landet bei einer Handvoll Fähigkeiten und zwei oder drei für den Notfall. Das passt auf die Tasten rechts plus eine Ebene, der Rest darf in ein Radialmenü. Dass WoW am Fernseher läuft, ist keine Hardwarefrage; was das Spiel verlangt, steht in World of Warcraft: Mindestanforderungen.

Anspruchsvolle Gruppeninhalte verschieben das Problem nur, von den Fingern in die Ebenenumschaltung. In Mythisch-plus-Dungeons und im Schlachtzug brauchst du in derselben Sekunde eine Unterbrechung, eine Verteidigungsfähigkeit, einen Schritt aus der Fläche und dazu die Rotation, die weiterlaufen soll. Jede davon muss auf einer Taste liegen, die du erreichst, ohne vorher etwas loszulassen. Auf der Tastatur liegen sie nebeneinander, unter verschiedenen Fingern. Am Controller liegen sie auf Ebenen, und die Ebene, die du gerade hältst, ist nicht die, die du jetzt bräuchtest. Du triffst die Fähigkeit trotzdem — nur später. In Inhalten, in denen „später“ und „gar nicht“ dasselbe sind, ist das der Unterschied.

Eine Rolle trifft es härter als die anderen. Heilen und Entzaubern laufen an Maus und Tastatur über den Zeiger auf dem Gruppenfenster, und für einen Zeiger hat der Controller keine Entsprechung, die ebenso schnell ist. Das Ziel wird durchgeschaltet oder über eine Zielhilfe gewählt, und das ist eine Eingabe mehr vor jedem Zauber. Wer heilt, spielt am Controller ein anderes Spiel als am Tisch.

World of Warcraft mit Controller: zwei Wege ins Spiel, und woran du den richtigen erkennst

Der erste Weg ist eingebaut, seit Patch 9.0.1 vom 13. Oktober 2020, dem Vorbereitungs-Patch zu Shadowlands; das Warcraft Wiki führt die Gamepad-Bindungen mit diesem Patch als hinzugefügt. Das Spiel kennt seither eigene Bindungsnamen für Tasten, Schultertasten, Auslöser, Stickklicks und bis zu vier hintere Tasten. Eingeschaltet wird das nicht über das Optionsmenü, sondern über die Chatzeile mit /console GamePadEnable 1; der Standardwert ist 0. Dass Blizzard die Funktion so versteckt, ist selbst eine Aussage: gebaut, aber nicht in den Vordergrund gestellt. Ob es inzwischen zusätzlich einen Schalter im Menü gibt, ist nicht belegt. Was dieser Weg nicht liefert, ist alles, was man sieht — der Forum-Leitfaden nennt ihn „rather barebones“.

Der zweite Weg ist die Erweiterung ConsolePort, und sie setzt auf dem ersten auf. Sie bringt die Radialmenüs, ein Anvisieren über die Kamera, die Menüführung per Controller und eine Bildschirmtastatur. Laut der Seite des Addons auf CurseForge stammt Version 3.2.4 vom 10. September 2026 und unterstützt die laufende Fassung 12.1.0 samt Classic-Varianten; das Addon wird also gepflegt — anderslautende Behauptungen sind älter als diese Version. Ob das Spiel die Erweiterung einmal überflüssig macht, ist nicht belegt.

Woran du erkennst, welcher Weg der richtige ist: Passt dein Spiel in vier Tasten und zwei Ebenen, und erledigst du Menüs und Zielwahl weiter mit der Maus, reicht der eingebaute Weg. Sobald du Radialmenüs brauchst oder das Anvisieren ohne Maus laufen soll, kommt die Erweiterung dazu — nicht anstelle. Wie der Controller überhaupt an den PC kommt, ist davon unabhängig; für die beiden verbreiteten Fälle steht es in Xbox-Controller mit dem PC verbinden und PS5-Controller am PC verbinden.

Was am Gerät zählt, wenn du dich dafür entscheidest

Hintere Tasten zuerst, und zwar solche, die das Spiel als eigene Tasten sieht. Sie sind die einzige Fläche, die ohne Umschaltung wächst, und WoW hat für bis zu vier davon eigene Bindungsnamen. Das nützt nur, wenn der Controller sie dem PC auch als eigene Tasten meldet. Ein Controller, dessen hintere Tasten nur eine vordere Taste nachahmen, verschiebt die Belegung — er vergrößert die Fläche nicht. Was darauf liegt: Unterbrechung, Verteidigung, Sprung, die Dinge, die nicht warten können.

Kurze Auslöser, weil ein Auslöser eine Ebene hält. In der eingebauten Steuerung liegt eine der beiden Ebenen standardmäßig auf dem linken Auslöser, und ein Auslöser mit langem Weg ist als Umschalttaste träge: Du hältst ihn nicht, du ziehst ihn — und ob die Ebene schon aktiv ist, merkst du erst am Ergebnis. Ein Anschlag, der den Weg mechanisch verkürzt, macht aus dem Auslöser eine Taste; was das kostet, steht ebenfalls im Beitrag zum Shooter-Controller.

Sticks, die in der Mitte ruhig bleiben. Die Kamera hängt am rechten Stick, und ein Stick, der von selbst wandert, dreht dir die Kamera weg, während du eine Ebene hältst. Haptik, adaptiver Widerstand und Abtastrate entscheiden dagegen nichts: In einem Spiel mit globaler Abklingzeit ändert keines davon, ob eine Fähigkeit rechtzeitig kommt. Welche Bauart am PC ohnehin die Grundlage ist, steht in Welcher Controller für den PC?.

Die Gegenprobe, und die Entscheidung in vier Sätzen

Dass es um die Fläche geht und nicht um die Eingabeart, zeigt der Blick auf die andere Seite des Schreibtischs. Maus und Tastatur haben in WoW dasselbe Problem — sie lösen es nur anders. Wer dort die Belegungen nicht unterbringt, kauft eine MMO-Maus mit Daumenfeld, also mehr Tasten unter einem Finger, der ohnehin frei ist — exakt die Idee der hinteren Tasten, nur mit mehr davon. Wie die Belegungen am Tisch verteilt werden, steht in Gaming-Maus für WoW: Tasten schlagen Gramm. Der Unterschied ist nicht, dass die Tastatur das Problem nicht hätte. Sie hat nur mehr Finger und mehr Tasten, um es zu verstecken.

Damit steht die Entscheidung.

Wenn du Alltagsinhalte spielst, passt dein Spiel in die kleinere Fläche — und ein Controller mit hinteren Tasten und den zwei eingebauten Ebenen ist dafür ein vollwertiges Eingabegerät.

Wenn du anspruchsvolle Gruppeninhalte spielst und Schaden machst, passt es knapp, und ob es hält, entscheidet sich an der Zahl der Fähigkeiten, die auf hinteren Tasten liegen können, nicht an der Zahl derer, die du insgesamt hast.

Wenn du in diesen Inhalten heilst, verschiebst du das Problem in die Zielwahl — und dort ist der Controller strukturell langsamer als ein Zeiger. Das ist kein Übungsproblem.

Und wenn du nicht weißt, wohin du gehörst: Zähle nicht deine Fähigkeiten, zähle die, die du in derselben Sekunde brauchst. Diese Zahl passt in die Fläche, oder sie tut es nicht.

Was dieser Text nicht leistet: Er sagt nicht, welcher Controller es sein soll, und er hat keinen davon in WoW in der Hand gehabt. Wie lange eine Ebenenumschaltung dauert und ob sie in eine Unterbrechung passt, wäre zu messen, mit einem Controller, einer Klasse und einem Gegner, dessen Zauberzeit bekannt ist. Das hat hier niemand getan. Was der Text leisten kann, ist die Rechnung — und die gilt für jeden Controller gleich.

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