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HardwareAktualisiert am 9 min LesezeitPreise von Geizhals

Intel oder AMD Prozessor für Gaming? Die Marke ist die falsche Frage — der Sockel die richtige

Illustration: ein Prozessor liegt neben einer geöffneten Sockelfassung auf einer Hauptplatine

Die Frage Intel oder AMD Prozessor für Gaming klingt nach einer Frage nach der Marke. Sie ist keine. Wer sie stellt, will eigentlich zwei andere Dinge wissen: ob der Rechner neben dem Spielen auch rechnen, rendern oder streamen soll — und ob er in zwei, drei Jahren noch einen neuen Prozessor annimmt, ohne dass das Mainboard mitgeht. Keins davon entscheidet sich am Logo.

Mit dem Prozessor wählst du zuerst einen Sockel, also eine Plattform, und erst ganz am Ende eine Marke. Der Sockel bindet den Prozessor an das Mainboard, das Mainboard an eine Speichergeneration, und die Halterung des Kühlers hängt an allen dreien. Welche der beiden Firmen dabei gerade die bessere Antwort liefert, wechselt von Generation zu Generation — weshalb jede Antwort, die eine Marke nennt, entweder ein Datum trägt oder ein Verkaufsargument ist.

Dieser Text nennt deshalb keinen Sieger. Er stellt die Frage in die richtige Reihenfolge: erst das Lastprofil, dann die Plattform, dann der Preis am Kauftag. Bildraten und Benchmarks stehen nicht darin; womit wir arbeiten und womit nicht, steht in Wie wir testen.

Warum die Markenfrage in die Irre führt

Wer nach „welcher Prozessor ist besser, AMD oder Intel" sucht, landet bei Mini-PC-Händlern, Elektronikketten und einer Firma, die Virenscanner verkauft. Das ist kein Zufall. Die Markenfrage lässt sich jederzeit in beide Richtungen beantworten, ohne dass die Antwort falsch wird — weil es zu jedem Zeitpunkt eine Preisklasse und ein Einsatzgebiet gibt, in dem die eine Firma vorn liegt, und ein anderes, in dem es die andere ist. Eine Antwort, die immer stimmt, entscheidet nichts.

Ein Prozessor ist kein Bekenntnis. Beide Hersteller bauen Chips für dieselben Betriebssysteme, dieselben Spiele, dieselben Grafikkarten; ein Spiel weiß nicht, wessen Prozessor unter ihm arbeitet. Was sich zwischen den beiden wirklich unterscheidet, ist die Fassung, in der der Chip steckt, und der Rhythmus, in dem diese Fassung gewechselt wird. Das ist eine Plattformfrage, keine Markenfrage.

Das zweite, was hinter der Markenfrage steckt, ist das Lastprofil. Das Bild im Kopf — die eine Firma für Spiele, die andere für Anwendungen — war je nach Jahr richtig oder falsch, in beide Richtungen. Es taugt als Erinnerung daran, dass Spiele und Anwendungen den Prozessor verschieden belasten, nicht als Kaufregel.

Das Lastprofil: spielt der Rechner nur, oder rechnet er auch

Ein Spiel verteilt seine Arbeit ungleich. Wenige Kerne tragen die Hauptlast, also Spiellogik, Physik und das Anreichen der Befehle an die Grafikkarte, und die übrigen warten auf sie. Ein Prozessor, dessen einzelne Kerne schnell sind und die nötigen Daten in einem großen Zwischenspeicher dicht bei sich haben, ist in dieser Last im Vorteil gegenüber einem, der viele langsamere Kerne mitbringt.

Rendern, Videoschnitt, Kompilieren und das Packen von Archiven belasten anders: Sie zerlegen die Arbeit in viele gleiche Stücke und geben jedem Kern eines. Hier zählt, wie viele Kerne mitarbeiten; wie schnell der einzelne ist, tritt zurück. Ein Rechner, der abends spielt und tagsüber Videos schneidet, hat zwei Lastprofile, und der beste Prozessor für das eine ist selten der beste für das andere.

Beide Hersteller haben für beide Profile Bauarten im Programm. Der eine setzt bei manchen Modellen zusätzlichen Zwischenspeicher auf den Chip, eine Bauart, die auf Spiele zielt; der andere kombiniert schnelle und sparsame Kerne auf demselben Chip, eine Bauart, die auf gemischte Last zielt. Welche du brauchst, sagt dir dein Lastprofil, bevor eine Marke fällt. Ob dein Rechner beim Spielen überhaupt am Prozessor hängt oder an der Grafikkarte, findest du in CPU-Limit oder GPU-Limit heraus — und warum die Prozentzahl eines Flaschenhals-Rechners dabei nichts hilft, steht in Flaschenhals-Rechner: warum die Prozentzahl nichts taugt.

Streaming gehört zum zweiten Profil nur, wenn du es dort hinlegst. Wer das Bild über den Encoder der Grafikkarte kodiert, belastet den Prozessor kaum zusätzlich; wer den Prozessor kodieren lässt, fährt beide Profile gleichzeitig. Diese Entscheidung fällt in der Streaming-Software, nicht beim Prozessorkauf — sie sollte aber vor dem Kauf gefallen sein.

Der Sockel ist die eigentliche Entscheidung

Ein Prozessor passt in genau eine Fassung, und die Fassung sitzt fest auf dem Mainboard. Mit dem Prozessor kaufst du den Sockel mit, und der Sockel legt fest, welche Prozessoren später noch in dieses Board passen. AMD und Intel teilen sich keine Fassung; ein Wechsel der Marke ist deshalb immer ein Wechsel des Boards. Ein Wechsel innerhalb der Marke ist es nur dann, wenn der Hersteller die Fassung gewechselt hat — und das tun beide, nur in unterschiedlichem Rhythmus.

Die Fassungen unterscheiden sich schon in der Bauart. Bei der einen sitzen die Kontaktstifte am Prozessor und stecken in Löcher der Fassung; ein Bügel an der Seite klemmt sie fest, und AMDs Sockel AM4 ist das bekannte Beispiel. Bei der anderen liegen Federkontakte in der Fassung, der Prozessor legt sich mit flachen Kontaktflächen darauf, und ein Rahmen hakt ein und drückt ihn nieder — so bauen Intels Fassungen seit langem und AMD seit AM5. Für die Kaufentscheidung ist das nebensächlich. Entscheidend ist nicht, wie die Fassung den Chip hält, sondern wie lange sie neue Chips annimmt.

Illustration: zwei Sockelfassungen von oben auf gleicher Grundlinie, die linke mit einem Bügel an der Seite, die rechte mit einem Rahmen, der an zwei Punkten einhakt

Genau diese Frage beantwortet dieser Text nicht, und er versucht es auch nicht. Wie lange ein Hersteller eine Plattform mit neuen Prozessoren versorgt, steht in seinen Zusagen, und Zusagen ändern sich — nach oben wie nach unten. Am Kauftag beim Hersteller nachzusehen, welche Generationen für den Sockel angekündigt sind, ist der einzige verlässliche Weg; jede Angabe dazu in einem Text mit Datum kann am Tag danach überholt sein. Wie eine Liste aussieht, die an einen Sockel gebunden ist, zeigt Beste AM5 CPU — sie funktioniert nur, weil sie die Plattform vorab festlegt.

Die Sockelfrage stellt sich übrigens nur am Desktop. Im Notebook ist der Prozessor verlötet, nichts wird getauscht, die Plattformfrage fällt weg — und das wiegt bei der Entscheidung Gaming-PC oder Laptop schwerer, als die Datenblätter zeigen.

Was ein Plattformwechsel mitzieht: Board, Speicher, Kühlerhalterung

Wer den Sockel wechselt, tauscht nie nur den Prozessor. Das Mainboard geht immer mit, und mit dem Mainboard fällt die Entscheidung über den Arbeitsspeicher noch einmal neu. Ein Board nimmt genau eine Speichergeneration an, DDR4 oder DDR5, nicht beides. Ob deine Riegel den Umzug mitmachen, entscheidet also das neue Board, nicht der neue Prozessor; wie eng Plattform und Speicher zusammenhängen, zeigt beispielhaft Bester RAM für den Ryzen 5 9600X.

Die dritte Stelle wird am häufigsten vergessen: die Halterung des Kühlers. Ein Kühler sitzt nicht auf dem Prozessor, sondern in einem Lochbild des Mainboards, das zum Sockel gehört, und die Halterungen unterscheiden sich schon in der Form — ein Rahmen, der über vier Bohrungen verschraubt wird, oder ein Bügel, der in zwei Haken am Sockel greift. Wechselt der Sockel, wechselt womöglich das Lochbild, und dein Kühler passt nur noch mit einem Nachrüstsatz oder gar nicht. Welche Sockel dein Kühler trägt, steht in der Liste seines Herstellers, und die liest du am Kauftag, nicht nach dem Umbau. Was am Kühler sonst zählt, steht in CPU-Kühler: die Wattzahl täuscht, die Höhe nicht.

Illustration: zwei Kühlerhalterungen freigestellt nebeneinander, die linke ein Rahmen mit vier Bohrungen, die rechte ein Bügel mit zwei Haken

Kleiner, aber sicher: Jeder Umbau verlangt frische Wärmeleitpaste, weil die alte beim Abnehmen des Kühlers reißt. Welche sich lohnt, steht in Beste Wärmeleitpaste für die CPU. Rechne den Plattformwechsel deshalb als Paket: Prozessor, Board, womöglich Speicher, womöglich Halterung — und vergleiche Paket mit Paket, nicht Prozessor mit Prozessor.

Warum jede Antwort ein Datum braucht

Die Antwort auf die Markenfrage hat sich in den vergangenen Jahren mehrfach gedreht. Es gab Generationen, in denen die eine Firma beim Spielen vorn lag und die andere beim Rechnen, und Generationen, in denen es umgekehrt war oder beides bei derselben Firma lag. Jede dieser Antworten war zu ihrem Zeitpunkt richtig, und keine hat länger gehalten als bis zur nächsten Vorstellung.

Das ist der Grund, warum die Seiten, die heute auf die Markenfrage antworten, so oft etwas anderes verkaufen. Eine Antwort ohne Datum ist bequem, weil sie nie widerlegt wird; sie ist nur nie aktuell. Wer dir eine Marke nennt, ohne zu sagen, für welche Generation und welches Lastprofil, gibt dir eine Meinung, keine Auskunft. Dieser Text trägt sein Datum, und was er über Bauarten sagt, gilt für das, was an diesem Tag im Handel stand.

Dazu kommt, dass sich Generationen überlappen. Wenn eine neue vorgestellt wird, steht die alte noch im Regal, oft günstiger als vor der Vorstellung. Der Preis am Kauftag entscheidet dann anders als der Vergleich der Datenblätter: Ein Prozessor der vorigen Generation auf einer Plattform, deren Zukunft du beim Hersteller geprüft hast, kann die klügere Wahl sein als das neueste Modell auf einer, die gerade erst begonnen hat. Wie sich diese Preise bewegen, verfolgen wir in CPU-Preisentwicklung.

Die Verweise auf Angebote sind Partnerlinks. Kaufst du darüber, kann EliteGear eine Provision erhalten — für dich ändert sich am Preis nichts, und auf die Auswahl hat es keinen Einfluss.

Zwei Preislagen, in jeder je ein Prozessor von beiden Herstellern — ausdrücklich keine Empfehlung und keine Rangfolge, sondern das, was der Preisvergleich heute nebeneinander stellt. Wer die Reihenfolge aus diesem Text einhält, kommt hier erst an, wenn Lastprofil und Plattform schon entschieden sind.

Plattform MittelklasseAMD Ryzen 5 9600X MittelklasseIntel Core Ultra 5 245K OberklasseAMD Ryzen 7 9800X3D OberklasseIntel Core i7-14700K
Merkmal AMD-Sockel Intel-Sockel AMD-Sockel Intel-Sockel
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Intel oder AMD Prozessor: die Reihenfolge, in der du wirklich entscheidest

Erstens das Lastprofil. Spielt der Rechner nur, suchst du schnelle einzelne Kerne und einen großen Zwischenspeicher; wie viele Kerne es sind, ist zweitrangig. Rechnet er daneben, zählt die Zahl der Kerne, und der Spielevorsprung einer Bauart wird zum Nebeneffekt.

Zweitens die Plattform. Willst du in zwei, drei Jahren nur den Prozessor tauschen und Board, Speicher und Kühler behalten, prüfst du am Kauftag beim Hersteller, welche Generationen für den Sockel angekündigt sind — nirgendwo sonst. Planst du ohnehin, beim nächsten Mal alles zu tauschen, ist die Sockelfrage für dich erledigt, bevor sie gestellt ist.

Drittens der Preis am Tag des Kaufs, und zwar für das Paket: Prozessor, Board, Speicher, notfalls Kühlerhalterung. Ein günstiger Prozessor auf einem teuren Board ist kein günstiger Kauf. Was die Prozessoren, die fürs Spielen in Frage kommen, heute kosten, steht mit Tagespreis in Beste Gaming-CPU.

Die Marke fällt hinten heraus. Wer die drei Fragen beantwortet hat, hat zwei, drei Prozessoren übrig, und die tragen ein Logo, das keine Rolle mehr spielt — es ist das Ergebnis der Entscheidung, nicht ihr Anfang.

Und was dieser Text nicht leistet: Er sagt nicht, welcher Prozessor heute der schnellste ist, und er sagt nicht, wie lange ein Sockel noch versorgt wird. Das erste bräuchte Messungen, die wir nicht machen; das zweite eine Zusage, die nur der Hersteller geben kann und die er ändern darf. Beides prüfst du am Kauftag, und das gilt für diesen Text genauso wie für jeden, der dir eine Marke nennt.

Neue Builds und Preisstürze — sonst nichts

Wir messen die Preise aus unseren Listen einmal am Tag bei Geizhals. Fällt einer unter alles, was wir bisher gemessen haben, schreiben wir dir — genauso, wenn eine neue Zusammenstellung fertig ist. Sonst hörst du nichts: kein Rundbrief nach Plan, keine Werbung Dritter, kein Weiterverkauf der Adresse.