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PC-Lüfter reinigen, ohne ihn zu beschädigen

Ein verstaubter Lüfter kühlt schlechter und wird lauter — beides schleichend, weshalb es lange niemandem auffällt. Das Reinigen dauert zwanzig Minuten. Ein einziger Handgriff entscheidet dabei darüber, ob der Lüfter danach noch funktioniert.
Warum Staub unmittelbar auf die Temperatur schlägt und was sonst noch am Luftweg hängt, steht in Netzteil und Kühlung.
Das Flügelrad festhalten — der wichtigste Punkt
Ein Lüftermotor ist im Kern eine Spule mit Magneten. Dreht sich das Flügelrad, ohne dass Strom anliegt, erzeugt er selbst Spannung — und die geht über das Anschlusskabel zurück ins Mainboard oder in den Hub.
Beim normalen Auslaufen ist das harmlos, die Drehzahlen sind niedrig. Druckluft treibt ein Flügelrad aber auf ein Vielfaches seiner Betriebsdrehzahl. Die Spannung steigt entsprechend, und der Anschluss ist darauf nicht ausgelegt.
Also: mit dem Finger das Flügelrad festhalten, dann blasen. Nicht nur wegen der Elektronik — die Lager sind für diese Drehzahlen ebenfalls nicht gemacht.
Der Staubsauger bleibt draußen
Ein Staubsauger im Gehäuse ist aus zwei Gründen die schlechtere Wahl. Erstens erzeugt die Reibung des Staubs im Kunststoffrohr statische Aufladung, und die entlädt sich am nächstbesten Bauteil. Zweitens ist die Düse hart und die Bauteile sind es nicht.
Was funktioniert: Druckluft aus der Dose oder ein elektrischer Staubbläser. Die Dose dabei aufrecht halten — gekippt tritt Treibmittel als Flüssigkeit aus, und das ist eiskalt.
Ein Staubsauger ist gut, um den herausgeblasenen Staub im Raum aufzunehmen. Deshalb: Wenn möglich, den Rechner nach draußen oder auf den Balkon tragen, sonst verteilt sich alles im Zimmer und ist in einer Woche wieder drin.
Die Reihenfolge
- Herunterfahren, Netzstecker ziehen, Einschalter noch einmal drücken.
- Staubfilter zuerst. Sie sitzen unten am Netzteil, vorne hinter der Frontblende und oben. Sie lassen sich abziehen und unter fließendem Wasser ausspülen — dann aber vollständig trocknen lassen.
- Gehäuselüfter, jeder einzeln, Flügelrad festhalten. Von innen nach außen blasen, damit der Staub den Weg nimmt, den er ohnehin nehmen soll.
- CPU-Kühler. Hier sitzt der Staub zwischen den Lamellen, nicht auf dem Lüfter. Wenn der Lüfter sich leicht abnehmen lässt, lohnt es sich — die Lamellen sind sonst schlecht zu erreichen.
- Grafikkarte. Dieselben zwei Lüfter-Regeln. Die Lamellen unter dem Lüfter sind bei vielen Karten die staubigste Stelle im ganzen Rechner.
- Netzteil nicht öffnen. Von außen durch das Gitter blasen reicht. Im Netzteil sitzen Kondensatoren, die auch ohne Strom noch geladen sein können.
Was Druckluft nicht schafft
Verklebter Staub — Küchendunst, Rauch, Tierhaare mit Fett — geht mit Luft allein nicht weg. Dafür ist ein weicher Pinsel das richtige Werkzeug, trocken. Wattestäbchen mit etwas Isopropanol funktionieren auf glatten Flächen und an den Lüfterblättern, nicht auf Platinen.
Bei Radiatoren einer Wasserkühlung sind die Lamellen enger als bei einem Luftkühler und verstopfen entsprechend schneller. Sie brauchen mehr Geduld und weniger Druck — verbogene Lamellen bekommt man nicht zurück. Welche Größen dort üblich sind, steht in Beste 240-mm-AIO-Wasserkühlung.
Wie oft, und was danach zu prüfen ist
Ein sinnvoller Rhythmus liegt bei zwei- bis dreimal im Jahr. Wer Tiere hat, raucht, oder den Rechner auf Teppich stehen hat, liegt eher bei viermal. Wer ihn auf dem Tisch stehen hat, kommt mit einmal aus.
Nach dem Zusammenbau lohnt eine Kontrolle: Drehen alle Lüfter? Ein Stecker, der sich beim Hantieren gelöst hat, fällt sonst erst auf, wenn es warm wird. Wo welcher Anschluss sitzt und was die Beschriftung bedeutet, steht in Gehäuselüfter anschließen.
Wenn nach der Reinigung immer noch alles heiß wird, ist der Staub nicht die Ursache gewesen — dann geht es um die Luftführung: PC-Airflow.