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Wie fest zieht man einen CPU-Kühler an?

Beim Kühlermontieren steht man mit dem Schraubenzieher da und fragt sich, wann Schluss ist. Zu locker heißt schlechter Kontakt und hohe Temperaturen. Zu fest — davor haben die meisten Respekt, und zu Recht, wenn auch aus dem falschen Grund.
Die Schraube beantwortet die Frage selbst
Fast jeder Kühler wird mit federbelasteten Schrauben montiert: Die Schraube sitzt in einer Hülse mit einer Feder darum. Du drehst sie hinein, die Feder spannt sich, und irgendwann dreht sie durch oder blockiert, ohne weiter einzutauchen. Genau dort ist Schluss.
Das ist kein Zufall, sondern Absicht: Die Feder ist der Drehmomentschlüssel. Der Hersteller hat sie so ausgelegt, dass bei vollständig eingeschraubter Schraube genau der Anpressdruck anliegt, für den die Halterung gebaut ist. Deshalb nennen die wenigsten Anleitungen einen Newtonmeter-Wert — man kann ihn ohne Spezialwerkzeug ohnehin nicht treffen, und die Feder braucht ihn nicht.
Die Antwort lautet also: bis sie nicht mehr weitergeht. Nicht mit Gewalt darüber hinaus, aber auch nicht vorher aufhören.
Die Reihenfolge ist wichtiger als die Kraft
Hier passieren die Fehler, die man später an den Temperaturen sieht. Vier Schrauben, und die falsche Reihenfolge kippt den Kühler.
Über Kreuz, nicht im Kreis. Erst eine Schraube, dann die diagonal gegenüberliegende, dann die dritte, dann die vierte gegenüber. Wer im Kreis arbeitet, drückt eine Seite herunter, während die andere noch hochsteht.
In Schritten, nicht in einem Durchgang. Erst alle vier handfest andrehen, bis sie greifen. Dann eine zweite Runde über Kreuz, jede etwa zur Hälfte. Dann eine dritte, in der jede bis zum Anschlag geht. Der Kühler senkt sich so gleichmäßig ab und verteilt die Wärmeleitpaste in alle Richtungen gleich.
Keine Schraube ganz fest, bevor die anderen sitzen. Das ist dieselbe Regel wie beim Radwechsel, und aus demselben Grund.
Was bei einseitigem Anzug passiert
Der Kühlerboden liegt schief auf. Ein Teil der Fläche hat Kontakt, der andere nicht — und weil moderne Prozessoren ihre Hitze nicht gleichmäßig über die Fläche abgeben, kann das ein paar Grad oder auch zweistellig kosten. Sichtbar wird es beim Abnehmen: Die Wärmeleitpaste ist auf einer Seite herausgedrückt und auf der anderen dick.
Wer nach der Montage unsicher ist, misst nach — nicht die absolute Temperatur, sondern ob sie zum Kühler passt. Werkzeuge dafür stehen in Beste Benchmark-Tools; grob gilt: ein guter Luftkühler auf einem Prozessor mit mittlerer Leistungsaufnahme sollte unter Volllast deutlich unter der Drosselgrenze bleiben. Steht die Temperatur nach zwei Minuten Last am Anschlag, sitzt etwas nicht.
Vier Dinge, die häufiger schuld sind als die Kraft
- Die Schutzfolie am Kühlerboden ist noch drauf. Passiert öfter, als man denkt, und kostet sofort zwanzig Grad.
- Die Backplate sitzt nicht plan oder ist verkantet. Bei AM4 und AM5 bleibt die originale Halterung des Mainboards oft liegen — manche Kühler brauchen sie, andere ersetzen sie. Das Handbuch entscheidet, nicht das Gefühl.
- Zu viel Wärmeleitpaste. Eine Menge etwa wie eine Erbse genügt; der Anpressdruck verteilt sie. Mehr ist nicht besser, sondern isoliert.
- Der Kühler steht an einem Speicherriegel an und kann sich deshalb nicht absenken. Was sonst noch an Maßen scheitert, steht in CPU-Kühler: die Wattzahl täuscht, die Höhe nicht.
Und wenn es doch einen Drehmomentwert gibt?
Ein paar Hersteller nennen einen — dann steht er in der Anleitung, und dann gilt er. Das betrifft vor allem große Doppelturm-Kühler und einzelne Wasserkühlungen. Ohne Drehmomentschlüssel ist er trotzdem nicht zu treffen; für alle anderen bleibt es beim Anschlag der Federschraube.
Die kurze Fassung
- Bis die Federschraube nicht mehr weitergeht — sie ist die Begrenzung.
- Über Kreuz, in drei Runden, keine einzelne vorab ganz fest.
- Schutzfolie ab, Erbse Paste, Handbuch für die Backplate.