Gaming Gear2 min Lesezeit
Maus-Grip-Tape, Skates und Paracord: was bringt das?

Wenn eine Maus sich falsch anfühlt, ist selten die Maus schuld. Drei Kleinteile beheben die häufigsten Beschwerden, kosten zusammen weniger als das billigste Ersatzmodell und brauchen kein Werkzeug.
Grip-Tape: gegen die Hand, nicht gegen die Maus
Grip-Tape sind zugeschnittene Klebefolien mit rauer Oberfläche, die auf Seitenflächen und Tasten kommen. Sie lösen ein Problem, das mit der Maus nichts zu tun hat: feuchte Finger. Kunststoff wird unter Schweiß glatt, und der Griff wird unbewusst fester — das ermüdet und verschlechtert das Zielen, lange bevor man merkt, woran es liegt.
Es gibt sie modellgenau zugeschnitten und als Bogen zum Selbstschneiden. Die zugeschnittene Variante ist die bessere Wahl, weil an einer Maus fast jede Fläche gewölbt ist. Ein spürbarer Nebeneffekt: Das Tape trägt auf — bei einer ohnehin knapp sitzenden Maus kann das den Ausschlag geben, in beide Richtungen.
Gleitfüße: das übersehene Problem
Von den drei Punkten ist dieser der wichtigste, und er wird am seltensten bemerkt. Gleitfüße nutzen sich ab, und zwar allmählich — die Maus wird über Monate schwergängiger, ohne dass es einen Tag gibt, an dem es auffällt. Irgendwann fühlt sich die Maus „träge" an, und der Verdacht fällt auf Sensor, Gewicht oder das Mauspad.
Die Prüfung dauert zehn Sekunden: Maus umdrehen und die Kanten der Füße ansehen. Sind sie nicht mehr abgerundet, sondern scharf oder ungleich abgetragen, sind sie durch. Bei einer täglich genutzten Maus ist das nach etwa einem Jahr der Normalfall.
Beim Ersatz gibt es zwei Sorten. PTFE — das ist der Standard, weiß, gleichmäßig, günstig. Glas gleitet schneller und hält länger, kostet mehr und ist für viele zu leichtgängig. Wer nicht sicher ist, nimmt PTFE: Es ist das, was ab Werk verbaut war.
Paracord: nur für Kabelmäuse, dann aber deutlich
Das Gummikabel einer Maus hat ein Gedächtnis. Es behält die Form der Verpackung, drückt gegen jede Bewegung und zieht die Maus leicht zurück — und dieser Widerstand wird als Gewicht wahrgenommen, obwohl er keines ist. Ein Paracord-Kabel ist geflochten statt ummantelt und hat diesen Rückstellwillen nicht.
Zusammen mit einer Kabelstütze — dem Bügel, der das Kabel über der Tischplatte hält — kommt eine Kabelmaus dem drahtlosen Gefühl sehr nahe, zu einem Bruchteil des Preises. Ob sich der Aufpreis fürs Weglassen des Kabels überhaupt lohnt, steht in Kabellos oder kabelgebunden.
Ein Vorbehalt: Das Kabel selbst zu tauschen bedeutet, die Maus zu öffnen und zu löten. Fertig konfektionierte Kabel gibt es nur für verbreitete Modelle. Wer nicht löten will, prüft vorher, ob es für seine Maus eines gibt.
In welcher Reihenfolge
Zuerst die Gleitfüße — sie sind der häufigste stille Defekt und der billigste Eingriff. Dann das Grip-Tape, wenn die Hand feucht wird. Zuletzt das Kabel, und nur bei einer Kabelmaus, die man behalten will.
Was danach noch stört, liegt tatsächlich an der Maus. Dann sind die Form (symmetrisch oder ergonomisch), das Gewicht oder die Größe die nächsten Fragen — letztere klärt die Tabelle nach Handgröße.