Gaming Gear3 min Lesezeit
Capture Card anschließen: der Weg des Signals, einmal richtig

Das Signal geht von der Quelle in den HDMI-Eingang der Karte, aus ihrem Ausgang weiter an deinen Monitor oder Fernseher, und per USB oder PCIe an den aufnehmenden Rechner. Die Karte sitzt in der Leitung, nicht daneben. Wer sie parallel anschließt, bekommt entweder kein Bild oder keine Aufnahme.
Welcher Rechner für Aufnahme und Streaming taugt, steht bei den fertigen Zusammenstellungen: Gaming-PC selbst zusammenstellen.
Zuerst: intern oder extern
- Extern über USB ist der Normalfall. Kommt an jeden Rechner, auch an ein Notebook, und lässt sich mitnehmen. Braucht einen USB-Anschluss, der genug Bandbreite hat — bei 1080p60 reicht USB 3.0, bei 4K nicht immer.
- Intern über PCIe steckt im aufnehmenden Rechner. Etwas geringere Verzögerung, keine USB-Abhängigkeit, dafür ortsfest und ein Steckplatz weniger. Sinnvoll, wenn der Rechner ohnehin nur zum Aufnehmen dasteht.
Der Aufbau mit zwei Rechnern
Der saubere Fall: Ein Rechner spielt, einer nimmt auf.
- HDMI-Ausgang des Spiel-Rechners in den Eingang der Karte.
- Ausgang der Karte an deinen Monitor. Dieser Weg heißt Durchschleifen und hat praktisch keine Verzögerung — du spielst auf dem durchgereichten Bild, nicht auf dem aufgenommenen.
- Karte per USB an den Aufnahme-Rechner.
Nie auf dem aufgenommenen Bild spielen. Das Vorschaufenster der Aufnahmesoftware hängt je nach Karte um mehrere Zehntelsekunden hinterher. Dafür ist der Durchschleif-Ausgang da.

Der Aufbau mit einer Konsole
Genau derselbe Weg: Konsole in den Eingang, Fernseher an den Ausgang, USB an den PC.
Bei der PlayStation kommt ein Schritt dazu. Sie verschlüsselt das Signal über HDCP, und eine Capture Card gibt verschlüsseltes Bild nicht weiter — die Aufnahme bleibt schwarz, das Spiel läuft normal. In den Systemeinstellungen unter HDMI lässt sich HDCP abschalten. Bei der Xbox ist das nicht nötig, dort greift der Schutz nur bei Video-Apps.
Der Aufbau mit einem einzigen Rechner
Geht, ist aber der schwächste der drei Wege. Der Rechner müsste sein eigenes Bild ausgeben, in die Karte schicken und gleichzeitig aufnehmen — das kostet Leistung an der Stelle, an der sie im Spiel gebraucht wird.
Wer nur einen Rechner hat, nimmt besser direkt per Software auf. Eine Capture Card lohnt sich in diesem Fall nur, wenn eine Konsole oder eine Kamera dazukommt. Was ein Rechner fürs Streamen wirklich braucht, steht in Bester Streaming-PC.
Wenn das Bild schwarz bleibt
- Eingang und Ausgang vertauscht. Der häufigste Fehler, und der am schnellsten behobene. Die Beschriftung steht klein am Gehäuse.
- HDCP — siehe oben, betrifft PlayStation und Streaming-Apps.
- Auflösung oder Bildrate zu hoch. Eine Karte für 1080p60 nimmt kein 1440p an. Stell die Quelle testweise auf 1080p und 60 Hertz.
- Das Vorschaufenster ist noch woanders offen. Die meisten Karten geben ihr Bild nur an ein Programm gleichzeitig. Schließ die Hersteller-Software, bevor du OBS startest.
- Das Kabel. Bei 4K oder hohen Bildraten reicht ein altes HDMI-Kabel oft nicht — dasselbe Thema wie bei HDMI oder DisplayPort.

Was noch dazugehört, bevor es sich lohnt
Eine Capture Card verbessert das Bild. Am Ton ändert sie nichts — und Ton ist das, woran Zuschauer zuerst abschalten. Wer in die Bildkette investiert und beim Mikrofon spart, hat an der falschen Stelle angefangen; Bestes Mikrofon fürs Streaming ordnet das ein.
Die ehrliche Einschränkung
Diese Seite beschreibt den Signalweg, nicht die Einrichtung einer bestimmten Software. Die Schritte in OBS, Streamlabs oder der Hersteller-Anwendung unterscheiden sich, der Weg des Kabels nicht — und die Fehler, die Leute machen, sitzen fast immer im Kabel, nicht im Programm.