Games3 min Lesezeit
Steam Deck Emulatoren: was EmuDeck macht und was du selbst brauchst

EmuDeck ist kein Emulator, sondern ein Einrichter. Es installiert eine Reihe fertiger Emulatoren, legt eine gemeinsame Ordnerstruktur an, belegt die Steam-Deck-Tasten sinnvoll vor und richtet eine Oberfläche ein, über die alles an einer Stelle startet. Installiert wird es im Desktop-Modus. Die Spieldateien bringt es nicht mit — die musst du selbst beisteuern, und dazu unten mehr.
Was EmuDeck installiert
| Emulator | Wofür |
|---|---|
| RetroArch | Sammelpaket für die älteren Systeme bis in die 16-Bit-Zeit |
| Dolphin | Nintendo GameCube und Wii |
| DuckStation | PlayStation 1 |
| PCSX2 | PlayStation 2 |
| PPSSPP | PlayStation Portable |
| mGBA | Game Boy, Game Boy Color, Game Boy Advance |
| melonDS | Nintendo DS |
| Flycast | Sega Dreamcast |
| MAME | Spielhallen-Automaten |
Für die meisten reicht ein Teil davon. RetroArch, Dolphin, DuckStation, PCSX2 und PPSSPP decken zusammen den größten Teil dessen ab, wofür man ein Handheld dieser Bauart überhaupt benutzt. Der Rest lässt sich später nachziehen, ohne alles neu aufzusetzen.
Der Weg in vier Schritten
- In den Desktop-Modus wechseln. Steam-Taste, dann „Ausschalten", dann „Zum Desktop wechseln". Ohne diesen Schritt geht es nicht — der Spielmodus hat keinen Dateimanager.
- EmuDeck herunterladen und ausführen. Der Einrichter fragt nach dem Zielort. Wichtig ist hier die Entscheidung zwischen internem Speicher und SD-Karte; sie legt fest, wo später alles liegt.
- Spieldateien in die angelegten Ordner kopieren. EmuDeck legt
unter
Emulation/romsfür jedes System einen eigenen Ordner an. Was in den falschen Ordner wandert, taucht später nicht auf. - Oberfläche aufbauen lassen. Entweder über die mitgelieferte Emulationsoberfläche oder über den Steam-ROM-Manager, der die Einträge in die Steam-Bibliothek schreibt.
Die beiden Oberflächen — und wofür sie taugen
Der Steam-ROM-Manager legt jedes Spiel als eigenen Eintrag in die Steam-Bibliothek. Vorteil: Alles startet aus dem gewohnten Spielmodus, mit Bildern und Steuerungsprofilen. Nachteil: Die Bibliothek füllt sich schnell.
Die Emulationsoberfläche ist eine eigene App, die alle Systeme in einer klassischen Konsolenansicht bündelt. Vorteil: Die Steam-Bibliothek bleibt sauber. Nachteil: ein Zwischenschritt mehr. Beides lässt sich parallel nutzen.
Die Spieldateien: wo die rechtliche Grenze liegt
Emulatoren sind Software wie jede andere und für sich unproblematisch — die Spieldateien sind es nicht automatisch. Die Trennlinie ist die gleiche wie bei jeder anderen Datei: Sie liegt beim Urheberrecht, nicht beim Werkzeug.
- Herunterladen von Spielen, die dir nicht gehören, ist eine Urheberrechtsverletzung — daran ändert der Besitz einer alten Konsole nichts.
- Eigene Kopien aus dem eigenen Bestand sind der Fall, an den die meisten denken. In Deutschland ist er nicht so eindeutig, wie oft behauptet wird: Das Recht auf eine Privatkopie ist das eine, das Verbot, dafür einen Kopierschutz zu umgehen, das andere. Wer das genau wissen will, fragt jemanden, der es beurteilen darf — ein Ratgeber im Netz kann das nicht.
- Unproblematisch sind Homebrew, Public Domain und Freeware. Davon gibt es mehr, als man denkt, und es ist der einzige Teil, bei dem die Frage gar nicht erst entsteht.
Diese Seite beschreibt, was die Software macht. Sie nennt keine Bezugsquellen für Spieldateien und ist keine Rechtsberatung.
Was das Steam Deck gut kann — und wo es aufhört
Bis einschließlich der PlayStation-2- und Wii-Generation läuft das meiste gut; das ist die Klasse, für die die Hardware ausgelegt ist und für die die Emulatoren seit Jahren ausgereift sind. Darüber wird es ungleichmäßig — nicht wegen des Geräts allein, sondern weil neuere Systeme mehr vom Prozessor verlangen und die Akkulaufzeit kurz wird.
Der zweite Punkt ist der Speicher. Eine gewachsene Sammlung frisst schnell mehr, als intern verbaut ist. Eine SD-Karte ist deshalb kein Zubehör, sondern Teil des Aufbaus — und die Entscheidung aus Schritt 2 vorher zu treffen spart später das Umziehen.
Wenn es am Rechner statt am Handheld sein soll
Dieselben Emulatoren laufen unter Windows, und dort ist weder der
Speicher noch die Leistung das Thema. Was ein Rechner dafür mitbringen
muss, ist bescheiden — anders als bei einer Simulation entscheidet hier die
Einzelkernleistung, nicht die Zahl der Kerne. Wie du herausfindest, was in
deinem steckt, steht in
LS25 Systemanforderungen im
Abschnitt über dxdiag.
Und wenn am Steam Deck getippt werden soll, etwa beim Einrichten im Desktop-Modus, hilft Beste Bluetooth-Tastaturen fürs Steam Deck.