„Wo stelle ich meinen Gaming-PC am besten zusammen?“ — diese Frage steht am Anfang fast jedes Eigenbaus. Die Antwort hängt weniger davon ab, welche Seite die meisten Teile listet, als davon, welche Ihnen sagt, wenn etwas nicht zusammenpasst.
Wer einen Gaming-PC zusammenstellen will, hat mehrere Anlaufstellen: Konfiguratoren, Preisvergleiche, die Werkzeuge der Shops und Foren. Dieser Vergleich geht sie durch und sagt bei jeder, wofür sie taugt und wo sie aufhört.
Was eine gute Seite leisten muss
Bevor wir die Anbieter durchgehen, lohnt sich der Blick auf die Kriterien. Ein Konfigurator ist kein Katalog. Er soll vier Dinge können:
- Kompatibilität prüfen, während Sie wählen — Sockel, Formfaktor, Speichertyp, Grafikkartenlänge, Kühlerhöhe. Nicht erst am Ende, sondern bei jedem Klick.
- Das Netzteil richtig dimensionieren — der häufigste Fehler beim ersten Eigenbau, und der mit den unangenehmsten Folgen.
- Preise für den deutschsprachigen Markt zeigen — ein Konfigurator, der Sie zu Händlern schickt, die nicht nach Deutschland oder Österreich liefern, hilft nicht weiter.
- Unabhängig sein — wer die Teile verkauft, die er empfiehlt, hat ein Interesse an der Empfehlung.
Kein Anbieter erfüllt alle vier gleich gut. Deshalb der Vergleich.
Die Seiten im Vergleich
1. EliteGear PC Builder
In eigener Sache: Der PC Builder ist unser eigenes Werkzeug. Wir nennen weiter unten, wo andere Seiten stärker sind.
Der PC Builder prüft die Kompatibilität live, während Sie Komponenten auswählen. Geprüft werden Sockel und Formfaktor, der Speichertyp, die maximale Grafikkartenlänge und die maximale Kühlerhöhe des Gehäuses — also genau die Maße, an denen ein Aufbau im Wohnzimmer scheitert, nachdem alles geliefert wurde.
Das Netzteil wird gegen die geschätzte Last der gewählten Grafikkarte gerechnet. Ist es zu klein, steht das im Klartext dort: „Netzteil zu klein: 550 W gewählt, empfohlen sind 750 W“. Wer es genauer will, rechnet im Netzteilrechner nach, der mit den TDP-Werten von Intel, AMD und NVIDIA arbeitet statt mit Schätzungen.
Fertige Konfigurationen lassen sich speichern und als Link teilen — praktisch, wenn jemand mit mehr Erfahrung noch einmal draufsehen soll.
Wo es nicht reicht: Der Teilekatalog ist kleiner als bei den großen Preisvergleichen — wir führen die Modelle, die wir einordnen können, nicht jede Variante jedes Herstellers. Und wir nennen bewusst keine FPS-Zahlen: die hängen von Auflösung, Einstellungen, Treiber und Spiel ab, und eine einzelne Zahl im Konfigurator wäre eine Behauptung, keine Messung.
2. PCPartPicker
Das Original und bis heute die Referenz. PCPartPicker hat die Kompatibilitätsprüfung im Konfigurator populär gemacht, der Teilekatalog ist enorm, und die Community teilt dort seit Jahren fertige Builds mit Fotos und Erfahrungsberichten.
Es gibt eine deutsche Fassung unter de.pcpartpicker.com. Die Oberfläche bleibt allerdings englisch geprägt, und die Händlerabdeckung für den deutschsprachigen Raum ist dünner als die für den US-Markt — bei manchen Teilen sehen Sie einen Preis, der so bei keinem Händler hier zu haben ist.
Stark bei: Katalogtiefe, fertige Community-Builds, jahrelang erprobte Kompatibilitätslogik. Schwach bei: Preisen und Verfügbarkeit im deutschsprachigen Raum.
3. Geizhals
Für Preise gibt es im deutschsprachigen Raum nichts Besseres. Geizhals kennt praktisch jeden Händler, zeigt Preisverläufe über Monate und sagt Ihnen damit, ob ein Angebot wirklich eines ist oder nur nach einem aussieht.
Mit der Wunschliste lässt sich eine Teileliste zusammenstellen und der Gesamtpreis über mehrere Händler vergleichen. Was Geizhals aber nicht macht: prüfen, ob Ihre Teile zusammenpassen. Sockel, Formfaktor, Netzteilleistung — das müssen Sie selbst im Blick behalten.
Der pragmatische Weg: Konfiguration in einem Builder mit Kompatibilitätsprüfung zusammenstellen, dann die fertige Liste bei Geizhals preislich optimieren. Die beiden Werkzeuge konkurrieren nicht, sie ergänzen sich.
4. Die Konfiguratoren der Shops
Mindfactory, Alternate, dubaro, CSL und andere bieten eigene Konfiguratoren an. Der Vorteil liegt auf der Hand: Was dort zusammengestellt wird, ist lieferbar, kommt aus einer Hand, und viele Shops bauen den Rechner auf Wunsch fertig zusammen — mit Gewährleistung auf das Gesamtsystem statt auf zwölf Einzelteile.
Der Nachteil ebenso: Sie sehen nur das Sortiment dieses einen Händlers, und die Vorauswahl folgt nicht allein technischen Erwägungen. Was auf Lager liegt, wird prominenter angeboten als das, was besser passen würde.
Für den ersten eigenen Rechner ist der Zusammenbau durch den Shop trotzdem eine ernsthafte Überlegung — der Aufpreis liegt meist im Bereich einer Stunde Facharbeit, und Sie haben einen Ansprechpartner, wenn etwas nicht startet.
5. Foren und Kaufberatung
Keine Konfiguratoren, aber oft der schnellste Weg zu einer guten Antwort. Im ComputerBase-Forum und in den einschlägigen Subreddits sehen erfahrene Nutzer eine Teileliste an und sagen Ihnen, was daran nicht stimmt — inklusive der Dinge, die kein Werkzeug prüft: ob die CPU zur Grafikkarte passt, ob das Gehäuse für die Lautstärkeerwartung taugt, ob sich der Aufpreis für das teurere Board lohnt.
Der Preis dafür ist Zeit. Sie schreiben einen Beitrag, warten auf Antworten, und die Qualität schwankt. Für die letzte Kontrolle vor der Bestellung ist es trotzdem schwer zu schlagen.
Vergleich auf einen Blick
| Seite | Kompatibilitätsprüfung | Preise DACH | Unabhängig | Passt für |
|---|---|---|---|---|
| EliteGear PC Builder | live, inkl. Maße und Netzteil | ja | ja | Zusammenstellen mit Kontrolle |
| PCPartPicker | ja, sehr ausgereift | eingeschränkt | ja | Katalogtiefe, Community-Builds |
| Geizhals | nein | sehr stark | ja | Preis und Verfügbarkeit |
| Shop-Konfiguratoren | ja, im eigenen Sortiment | nur eigener Shop | nein | alles aus einer Hand |
| Foren | durch Menschen | — | ja | letzte Kontrolle vor dem Kauf |
Gaming-PC zusammenstellen: so gehen Sie am besten vor
Die Frage nach der „besten Seite“ hat in der Praxis keine Antwort, weil die Aufgaben verschieden sind. Was funktioniert, ist eine Reihenfolge:
- Budget und Ziel festlegen. 1080p mit hohen Bildraten, 1440p, oder 4K? Davon hängt die Grafikkarte ab, und von der Grafikkarte fast alles andere.
- Im Konfigurator zusammenstellen, der die Kompatibilität live prüft. Hier fallen Sockel-, Maß- und Netzteilfehler auf, solange sie nichts kosten.
- Netzteil gegenrechnen. Lieber einmal zu viel geprüft als ein System, das unter Last abschaltet.
- Preise vergleichen, mit der fertigen Liste bei Geizhals. Preisverlauf ansehen: Bei Grafikkarten lohnt sich Warten manchmal deutlich.
- Gegenlesen lassen, wenn es Ihr erster Aufbau ist. Ein Link, ein Beitrag im Forum, eine halbe Stunde Geduld.
Fazit
Wenn Sie eine einzige Seite suchen, mit der Sie anfangen: Nehmen Sie einen Konfigurator mit echter Kompatibilitätsprüfung. Er verhindert die Fehler, die später Geld und Nerven kosten — das falsche Board zur CPU, die Grafikkarte, die zwei Zentimeter zu lang ist, das Netzteil, das rechnerisch reicht und praktisch nicht.
Für den Preis gehen Sie danach zu Geizhals. Für die letzte Sicherheit ins Forum. Und wenn Sie sich den Zusammenbau nicht zutrauen, ist ein Shop-Konfigurator mit Montage kein Rückschritt, sondern eine vernünftige Entscheidung.
Zum PC Builder — ohne Anmeldung nutzbar, mit Live-Kompatibilitätsprüfung und Netzteil-Empfehlung.